Mai 162020
 

Aktion der Waldgruppe beim NABU

Die jungen Weisstannen am Melibokus werden schon seit 2015 von den Kindergruppen der Wühlmäuse geschützt. Teilweise mit blauen Plastikkappen, die aber jedes Jahr neu gesetzt werden müssen, wenn der Austrieb durch den Schutz hindurchgewachsen ist, teilweise mit einzelnen Drahtkörben. Ein Teilbereich wurde von HessenForst auch eingezäunt, der Zaun war aber niedergedrückt und beschädigt.

Die Waldgruppe reparierte – in Coronazeiten mit kleiner Mannschaft unter Einhaltung der Abstandsregeln – einen niedergedrückten Wildschutzzaun, setzte vorhandenen Verjüngungsschutz nach oben auf die neuen Austriebe bzw. umwickelt den Terminaltrieb der Wildlinge ohne Schutz mit Schafwolle. Leider warem viele kleine Weißtannen schon sehr verbissen, aber eine ganze Anzahl hat jetzt eine Chance auf einen Jahreszuwachs. Es macht sicher Sinn, in einem Jahr da wieder hinzugehen, um zu schauen, was draus geworden ist.

Prächtige Weißtannen am Melibokus

Eine Gruppe prächtiger Weisstannen steht nahe des Melibokus-Gipfels im Gemeindewald von Alsbach-Hähnlein. Leider haben die vielen Nachkommen dieser Mutterbäume wegen der viel zu hohen Wilddichte in unseren Wäldern keine Chance, ohne menschliche Hilfe ebenso groß zu werden. Naturverjüngung ist heute in unseren Wäldern nur in eingezäunten Bereichen oder mit aufwändigem Einzelschutz der Jungpflanzen möglich. Insbesondere Weisstannen werden ausnahmslos verbissen und verfegt vom Rehwild. Einem effektiven Wildtier-Management und der damit verbundenen Verminderung der Aufforstungs-Kosten aber steht die heutige Organisation der Jagd entgegen. Denn die Jagdpacht ersetzte bei weitem nicht die Schäden, die der Allgemeinheit durch den massiven Verbiss entstehen. Der NABU fordert an dieser Stelle ausdrücklich mehr Jagd, insbesondere auf Rehe. Eine Jagd-Management durch die Gemeinde selbst im „eigenen Revier“ würde auch den vielen lokalen Jagdscheinbesitzern eine Chance gewähren, einen sinnvollen Beitrag zum Naturschutz zu leisten.

Einzelschutz mit Plastikkappen – der muss aber jedes Jahr erneuert werden, bis der Baum aus der Reichweite der Rehe herausgewachsen ist. Und das kann gut 10 Jahre und länger dauern…

Einzelschutz mit PlasSchafwolle – Einfacher Schutz durch Abschreckung: der Geruch von Schafwolle behagt Rehen nicht. Dieser Schutz hält natürlich nicht lange vor.

Verbiss-Schäden – hier kamen die Helfer zu spät: der Terminaltrieb ist schon für dieses Jahr verloren

Teilnehmer: Gunnar, Oliver, Martin und Yvonne.