Biotop des Jahres 2017 – Die Brache

 

Fotos: Roland Tichai – Eine kleine Brache in der Landbachaue bei Bickenbach.

Eine Brache ist eine aus der Agrarproduktion längerfristig ausgeschiedene landwirtschaftliche Nutzfläche. Sie ist keiner (anderen) Verwendung zugeführt (liegt also einfach brach).

Es gibt verschiedene Arten von Brachen, die hier aber nicht näher erörtert werden sollen. Die wohl bekannteste Brache ist die Rotationsbrache oder Schwarzbrache. Es handelt sich hier um planmäßig und vorübergehend unbebautes Land innerhalb einer geregelten Nutzung (z.B. Dreifelderwirtschaft). Die Dreifelderwirtschart spielt aber in der heutigen Agrarproduktion keine große Rolle mehr. Umso wichtiger ist die Dauerbrache, bei der der Anbau auf dem Feld mehrjährig bzw. langfristig unterbrochen wird. Auch hier gibt es verschiedene Arten (ökologischer Ausgleich, Stilllegung im Rahmen der Agrarpolitik usw.).

Die Dauerbrache oder Sukzessionsbrache ist ein wichtiger Bereich für die Tier- und Vogelwelt. Sie dient als Rückzugs- und Schutzraum für Tiere, ist Flucht- und Wegekorridor und dient einer Vielzahl von Bodenbrütern als Brut- und Lebensraum.

Eine Brache südlich von Pfungstadt.

Die Brache, ein Feld, das aus der Agrarproduktion herausgenommen wurde (aus welchen Gründen auch immer). Es scheint nutzlos. Und doch bietet gerade dieses Stück Erde vielen Tieren (Fasan, Hase, Rebhuhn, Vögel) Schutz, Rückzugsgebiet, Fluchtkorridor, Brutstätte usw.

„Nutzlos“ und doch wertvoll – kein Widerspruch.