Mrz 242019
 

Amphibienzaun an der Malcher Tanne / B3 – gegenüber Major-Karl-Plagge-Kaserne

Nachdem in letzter Minute noch ein paar vollgepackte Weibchen gerettet werden konnten, die sich unter den Eimern verkrochen hatte, war es bedingt durch die Trockenheit sehr ruhig am Krötenzaun. Dementsprechend wurde das Sammeln eingestellt und die Eimer umgedreht. Nur ein einsamer Nachzügler wurde auf einer Routinetour ebenfalls unter einem der Eimer entdeckt. Ob es wohl der letzte wandernde Kröterich in diesem Jahr war? Die Saison ist nämlich zeitmässig fast vorbei und unsere Kröten in den Teichen sind schon sehr in Sachen Nachwuchs aktiv.

Fotos: Mechthild Friderichs – Ein männlicher Nachzügler wird über die Straße getragen.
Kiefernzweige als Geburtsstation im neuen Amphibienteich Malcher Tanne

Unser neuer Teich wurde nach der Entdeckung und Prüfungstour von vergangenem Wochenende in den letzten warmen Frühlingstagen für akzeptabel erklärt und „eingeweiht“. Unsere Entdeckerpärchen haben Eier gelegt und somit startet heute Woche 1 für unseren Krötennachwuchs, über den ich selbstverständlich regelmäßig berichten werde. Um einen Großteil der Zweige im Weiher hängen üppige Laichschnüre. 😃

Ein Weibchen trägt in der Regel zwischen 3 und 6.000 Eier bei sich. Die Eier werden in 10- 20 Schüben und wie eine Kette um Zweige oder Wasserpflanzen geschnürt. Die Kette eines Pärchens ist in Summe zwischen 2 und 4 Metern lang. Erst bei Austritt der Eier aus dem Weibchen befruchtet das darauf sitzende Männchen die Eier mit seinem Spermien. Der Akt des Ablaichens dauert 6 bis 12 Stunden – was für ein Kraftakt!

Eine Laichschnur der Erdkröte im Ersatzgewässer Malcher Tanne: jeder der schwarzen Punkt ist ein Embryo

Kein Wunder, was unsere Kröten danach erstmal erschöpft sind. Und wie es für Kröten üblich, ist haben sich unsere Pärchen daher nach dem Laichen direkt wieder getrennt und die Gewässer verlassen. Sie begeben sich nun einzeln in ihre Sommerreviere, um sich dort nach der anstrengenden Wanderung und Paarung zu stärken und für den Winter rund zu futtern.

In unserem Teich geblieben sind neben den Eiern nur zwei einsame Männchen, die wohl noch auf ein Nachzüglerweibchen hoffen, um in diesem Jahr nicht leer aus zu gehen. Vielleicht werden sie ja doch noch fündig, und ansonsten gibt es für sie nächstes Jahr wieder eine sichere Chance, ohne Straßenüberquerung auf ein Weibchen zu warten.

Dokumentation der bisherigen Betreuung des Amphibienzaunes: http://www.amphibienschutz.de/zaun/zaun/zaun_129.htm