Mai 312017
 
01 Rotschenkel

Fotos: Willi Benz – Rotschenkel

02 Seidenreiher

Seidenreiher

03 Kiebitz

Kiebitz

04 Nachtigall

Nachtigall

05 Teichrohrsänger

Teichrohrsänger

06 Neuntöter

Neuntöter

07 Star an Bruthöhle

Star an Bruthöhle

08 Kleiber-Bruthöhle

Kleiber-Bruthöhle

09 Fütternder Baumläufer

Fütternder Baumläufer

10 Fütternder Hausrotschwanz

Fütternder Hausrotschwanz

11 Fütternde Wiesenschafstelze

Fütternde Wiesenschafstelze

12 Schwarzspechtweibchen

Schwarzspechtweibchen

13 Singender Feldschwirl

Singender Feldschwirl

14 Bache mit Frischlingen

Bache mit Frischlingen

15 Bettelndes Storchenküken

Bettelndes Storchenküken

16 Jungstorchduo Mitte Mai

Jungstorchduo Mitte Mai

17 Toter Jungstorch am Nestrand

Toter Jungstorch am Nestrand

18 Jungstorchduo Ende Mai

Jungstorchduo Ende Mai

Anfang Mai ließ der Limikolenzug in der Landbachaue merklich nach, um bis Mitte des Monats dann nahezu gänzlich zu versiegen. Ein kurzes Gastspiel gaben noch zwei Rotschenkel und zum Monatsende ein einzelner Grünschenkel. Auch der viel beachtete Löffler beendete nach 36 Tagen seinen Aufenthalt in der Landbachaue. Direkt nach dem Löffler schaute noch für einen Tag ein Seidenreiher vorbei, wie der Löffler auch eine Schreitvogel, allerdings in der Landbachaue häufiger zu sehen.

Aber auch ohne Watvögel ist der Mai der beobachtungsreichste Monat im Jahr. Ließen sich bis zum Abbau des Schutzzaunes so gut wie keine Kiebitze blicken, erschien direkt nach dem Zaunabbau ein Kiebitzpaar in der Landbachaue und war bis Monatsende nahezu täglich zu sichten – auch innerhalb des für sie vormals vorgesehenen Areals.

Blicken ließen sich im Mai auch die sonst eher verborgenen Nachtigallen und Rohrsänger, beides Arten mit einem spürbaren Bestandsrückgang gegenüber den Vorjahren. Ebenfalls ein Bestandsrückgang ist bei den Anfang Mai aus ihrem Winterquartier eingetroffenen Neuntötern festzustellen. Von dieser Art fehlt nach unseren Aufzeichnungen in diesem Jahr mindestens die Hälfte der Vögel.

Eine gewaltige Bestandszunahme war im Mai bei den Staren festzustellen. Nahezu jede Baumhöhle im Auengebiet wird von dieser Art zur Brut genutzt, die übrig gebliebenen Höhlen teilen sich vor allem Meisen, Kleiber und Baumläufer, Arten mit erfreulichen Beständen. Auch Hausrotschwanz und Wiesenschafstelze geben ihr Bestes für ihre Arterhaltung und scheinen, zumindest im Auengebiet, wenig gefährdet.

Den ganzen Mai über in der Landbachaue zu sehen, oder zumindest mit ihren typischen Rufen zu hören, waren zwei Schwarzspechte – Männchen und Weibchen, die allerdings nie gemeinsam gesichtet wurden. Diese Spechtart brütet üblicherweise in Waldgebieten, die Landbachaue dürfte für sie nach der einschlägigen Lehre als Bruthabitat eher nicht geeignet sein.

Anders sieht es beim Feldschwirl aus, der in der Landbachaue durchaus gute Brutbedingungen vorfindet. Dieser extrem scheue Grassänger war den ganzen Mai über, vor allem in den Abendstunden, durch seinen typisch sirrenden Gesang in zwei Revieren zu lokalisieren. Sichtungen sind allerdings Glückssache, denn die Schwirle sind stets gut gedeckt in der Vegetation dicht über dem Boden und im schwindenden Tageslicht mehr zu erahnen als zu sehen.

Nicht zu übersehen war im Mai  dagegen eine Rotte Wildschweine, bestehend aus vier Bachen und mindestens 15 Frischlingen. Ohne große Scheu zeigte sich die Bande wiederholt am hellichten Tage im Ostteil der Aue den staunenden Passanten.

Bei den Störchen in der Landbachaue dauerte es bis zum 4. Mai, bis der erste Kükenkopf über dem Nestrand zu sehen war. Drei Tage später konnten wir dann drei Küken zählen, davon ein Küken mit einer erheblichen Verletzung im Scheitelbereich – vermutlich von einem Fremdstorchangriff, denn das Nest wurde häufig von anderen, unverpaarten Störchen attackiert. An den Folgetagen war immer nur zwei Küken zu sehen und Mitte Mai entdeckten wir das dritte Küken tot und schon leicht mumifiziert am äußeren Nestrand hängend.

Wie schon der April war auch der Mai kein guter Monat für die Störche. Würmer waren wegen der andauernden Trockenheit kaum erreichbar, Mäuse waren in der hohen Vegetation (die Wiesenmahd war erst spät im Monat angelaufen) auch kaum aufzutreiben und Frösche sind allenfalls nur unregelmäßiger Beifang für die Adebare. Blieben in der Auswahl vor allem nur Insekten, mit denen allein ein Storch nur schwer über die Runden kommt, zumal wenn ein hungriger Nachwuchs mit zu versorgen ist. Wie schon im April waren daher bei jeder landwirtschaftlichen Tätigkeit auf den Äckern Storchenansammlungen im Schlepptau der Traktoren. Vor allem die laufenden Beregnunganlagen der Landwirte wirkten auf die Störche der Region wie Magnete.So konnten wir gegen Monatsende auf einem beregneten Schnittlauchacker westlich der Landbachaue über 120 Störche zählen, die sich natürlich aus dem weiteren Umkreis zur Würmerjagd versammelt hatten. Bei Dämmerungsbeginn löste sich die Versammlung dann auf und flog zu ihren Nest- und Schlafplätzen. Gut zwei Drittel der Störche flog dann auch in Richtung West, also Richtung Biebesheim, ab, wo es bekanntermaßen eine starke Storchenpopulation gibt.

Bleibt jetzt auf günstigere Witterungsbedingungen und das verbundene verbesserte Nahrungsangebot für die Störche zu hoffen, ansonsten könnte es für den diesjährigen Storchennachwuchs – zumindest in der Region – kritisch werden.

19 Storcheninvasion

Storcheninvasion

Mai 062017
 

Foto: NABU/Tino Westphal – Abbau des e-Zaunes beim Kiebitzprojekt Landbachaue

Keine guten Nachrichten: In diesem Jahr gab es sehr wenig Kiebitz-Aktivitäten, keine Brutversuche im Bereich der Landbachaue. Der Elektrozaun wurde heute abgebaut. 

Möglicherweise kommen wir zu spät mit dem Kiebitz-Schutzprojekt in der unmittelbaren Nachbarschaft.

Wir werden das Projekt überdenken – möglicherweise können wir unsere Freunde vom NABU Ried  im Gebiet des Fängenhoffelds unterstützen. Aber auch dort macht die zunehmende Flächenversiegelung unter Folie den letzten Kiebitzen das Leben immer schwerer. 

Teilnehmer: Roland, Salem und Tino.

Mrz 192017
 

Kiebitz-Training des NABU Seeheim-Jugenheim im Fängenhoffeld bei Biebesheim

Sonntag, 19.03.2017, 10 Uhr. 12 Kiebitzfreunde des NABU Seeheim-Jugenheim treffen sich im Fängenhoffeld bei Biebesheim, um mit dem Vogelexperten Frank Philip Gröhl (NABU Ried) Kiebitze zu beobachten, ihr Verhalten und andere Besonderheiten zu studieren.

Foto: Roland Tichai – Haubenlerche

Gleich zu Beginn unseres Rundganges wurden wir jedoch von einem ganz anderen Vogel überrascht, einer Haubenlerche. Diese Lerchenart ist eine Besonderheit im Gebiet und alle waren froh, sie so nahe gesehen zu haben.

Im Fängenhoffeld werden noch viele Sonderkulturen angebaut wie auch Schnittlauch und Zwiebel. Diese Felder liebt der Kiebitz für seine Brut besonders. Wir trafen weiter auf Grünfinken, Feldhasen, Bluthänflinge, Rabenkrähen und Bachstelzen. Es ging vorbei am neu hergerichteten Kiebitz-Acker, der durch einen Elektrozaun geschützt ist. „Es ist dort noch zu trocken“ erklärte Frank Philip Gröhl auf die Frage, warum sich dort noch keine Kiebitze niedergelassen haben.

Kiebitze

Und dann, nach er Hälfte der Strecke, kommen dann die Kiebitze in Sicht. Erst einer, dann werden es immer mehr. Am Schluss unseres Rundgangs haben wir über 60 Kiebitze im Fängenhoffeld und in den Feldern nördlich davon sehen können.

In den Äckern nördlich des Fängenhoffeldes stoßen wir auch eine große Gruppe von Kiebitzen. Auch Stare halten sich bei Ihnen auf. Als sie auffliegen, ist ein ganzer Pulk von Vögeln in der Luft.

Foto: Roland Tichai – Feldlerche

Auf dem ganzen Weg werden wir vom Gesang der Feldlerchen begleitet. Immer wieder steigen die Feldlerchen auch auf und singen dann hoch über den Äckern. Alle Teilnehmer sind von diesem Erlebnis begeistert. Das beigefügte Bild demonstriert aber auch, wie schwer Feldlerchen im Feld zu erkennen sind.

Am Ende unseres Rundweges haben wir 15 Vogelarten gesehen, davon über 60 Kiebitze. Ein paar von ihnen werden wohl in dem Gebiet bleiben und auch brüten. Das Gebiet wird in den nächsten Wochen genau beobachtet, um feststellen zu können, ob es tatsächlich Bruten des Kiebitzes gibt. Das wäre ein sehr schöner Erfolg für den Schutz dieses wunderbaren Vogels.

Foto: Roland Tichai – Feldlerche

Auf dem Rückweg haben Frank Philip Gröhl und Roland Tichai noch eine besondere Stelle im Fängenhoffeld besucht, in der sich die seltene Grauammer aufhält. Und tatsächlich haben wir sie dort auch gesehen, wenn auch nur von hinten.

Das Kiebitz-Training am 19.03.2017 im Fängenhoffeld war eine gelungene Veranstaltung und hat allen Beteiligten sehr viel Freude gemacht.

Roland Tichai

Mrz 192017
 
Kiebitz-Projekt Fängerhoffeld - Schnittlauch

Sonderkulturen wie Schnittlauch am Fängerhoffeld versprechen günstige Nistgelegenheiten – im Gegensatz zu Getreide oder gar Mais bieten diese Kulturen niedrigen Pflanzenwuchs und Strukturen.

Frank Gröhl führte die Gruppe von Kiebitz-Freunden in das Gebiet Fängerhoffeld. Hier gibt es noch eine kleine, halbwegs stabile Kiebitz-Brutkolonie.

Mit einiger Übung konnten ca 60 Kiebitze registriert werden. Die Liste der gesehenen und verhörten Feldvögel ist lang, besonders nahe zu sehen war eine Haubenlerche.

 

Folienzelt Fängerhoffeld Erdbeeren

Folienzelte auf dem Fängerhoffeld für Erdbeeren – sie nehmen dem Kiebitz Brutflächen und wirken als Fallen für Wild- und Honigbienen

Hoch intensive Landwirtschaft und hier im Fängerhoffeld speziell die Folientunnel sind problematisch, nicht nur für den Kiebitz, der hier keinen Platz mehr zum Brüten findet. Sie sind auch Todesfallen für für Wild- und Honigbienen.

Kiebitz-Projekt Fängerhoffeld - Netzzaun

Kiebitz-Projekt Fängerhoffeld – elektrischer Netzzaun soll Prädatoren von Kiebitznestern fern halten.

Um so mehr muss- wie hier im Gebiet des Fängehoffeldes geschehen – in Zusammenarbeit mit den örtlichen Landwirten ein Weg gefunden werden, Refugien für Feldvögel zu schaffen.

Gestern bei Dauerregen hatte die NABU-Gruppe Ried ihren Elektrozaun aufgebaut auf einem vorher frisch umgebrochenem Land – die raue Oberfläche mögen Kiebitze.

10% der landwirtschaftlichen Flächen mit Vorrang für Vögel und Wildkräuter wären möglicherweise ausreichend für das langfristige Überleben. Ansonsten würden wir vorhersehbar einen grossen Teil der verbliebenen Artenvielfalt im Feld in den nächsten Jahren verlieren.

Feb 182017
 
Kiebitzpolder 5 10x15s

Fotos: NABU/Tino Westphal – Einsatz im Kiebitzpolder

Sieben Aktivisten des NABU Seeheim-Jugenheim stellten in der Landbachaue einen Elektrozaun auf, der Kiebitzen einen Schutzraum für eine Brut bieten soll.

Jetzt hoffen wir darauf, dass Kiebitze dieses Angebot annehmen. Ganz in der Nähe gab es 2015 einen Bruterfolg.

Unabhängig davon wollen wir in unserem Bereich (Pfungstadt, Bickenbach, Alsbach-Hähnlein) alle Kiebitzbewegungen erfassen, damit wir weitere Erfahrungen zu dem Vogel und seinem Aufenthalt sammeln.

Kiebitz-Beobachtungen bittet der NABU Seeheim ab sofort bis Ende Mai 2017 zu melden an Willi Benz und Roland Tichai (Anzahl, Ort, Flug- bzw. Zugrichtung, Besonderheiten). Von besonderem Interesse wäre natürlich, wenn der Kiebitz sich an einem Standort länger aufhält, Balzverhalten zeigt oder gar brütet.

Bitte Meldungen per Mail an

benz.bickenbach@gmail.com

oder

Roland.Tichai@t-online.de

Ende März und Ende April werden Zwischenberichte und Ende Mai/Anfang Juni dann einen Abschlussbericht veröffentlicht.

 

Mai 312016
 

Abschlussbericht

Foto: Johannes Kilian - Kiebitznest

Das wollten wir finden und schützen: Ein Kiebitznest (hier ein Nest bei Wallerstätten, Foto: Johannes Kilian)

In einer Initiative zum Schutz des Kiebitz hat sich der NABU Seeheim-Jugenheim 2016 auf die Suche nach diesem Vogel gemacht. Ein Vogel, der noch vor wenigen Jahren bzw. Jahrzehnten in der Rheinebene und im Hessischen Ried häufig gebrütet, ist selten geworden. So selten, dass man sein Aussterben akut befürchten muss.

Seit 2010 gibt es eine „Kiebitz-Arbeitsgruppe“ der Staatlichen Vogelschutzwarte, die es sich zum Ziel gesetzt hat, die Gelege- und Jungtierverluste zu verringern. In den Projektgebieten sind ehrenamtliche „Kiebitz-Betreuer“ unterwegs, die nach Nestern suchen und diese dem zuständigen Sachgebiet Landschaftspflege beim Kreis Darmstadt-Dieburg melden.

Foto: Roland Tichai - Kiebitz

Über 500 Kiebitze konnten wir von März bis Mai 2016 beobachten und fotografieren. Fast alle waren Durchzügler. In unserem Projektgebiet konnten wir keine Brut feststellen. (Foto: Roland Tichai)

Gemeinsam mit der NABU-Ortsgruppe Pfungstadt hat sich eine Projektgruppe aus 8 Personen gebildet. Ziel des Projekts ist die Suche des Vogels und Schutz seiner Brutplätze. Als Schutzmaßnahmen sind Absprachen mit den Landwirten (Beachtung der Brutplätze bei der Bewirtschaftung) und Elektrozäune gegen Beutegreifer geplant.

Räumliche Schwerpunkte des Projekts waren die Gemeinden Pfungstadt, Bickenbach und Hähnlein, aber auch das westlich dieses Gebiets angrenzende Allmendfeld (Fängenhoffeld).

Von März bis Mai 2016 wurden von den Mitgliedern der Projektgruppe an 24 verschiedenen Stellen Kiebitze gesichtet. Insgesamt waren es über 500 Vögel. Fast alle von ihnen waren Durchzügler, die Richtung Nordosten weiter geflogen sind. Im Projektgebiet selbst konnten keine Bruten beobachtet bzw. festgestellt werden. In der näheren Umgebung haben Kiebitze nachweislich gebrütet im Allmendfeld (Fängenhoffeld), bei Wixhausen und bei Wallerstätten. Bis zu 10 Brutnester sind jeweils in diesen Gebieten festgestellt worden. Der allergrößte Teil des Nachwuchses hat auch überlebt.

02 Kiebitz auf Plastikfolie

Auch das mussten wir zur Kenntnis nehmen. Agrarfolie raubt dem Kiebitz bei Allmendfeld Brutmöglichkeiten (Foto: Roland Tichai)

Dass der Kiebitz im Südwesten des Landkreises Darmstadt-Dieburg nicht (mehr) brütet, kann verschiedene Ursache haben. Die Intensivierung der Landwirtschaft mit häufigem Maschineneinsatz und neuen Feldfrüchten sowie der Verlust von Feuchtflächen setzen dem Kiebitz schwer zu. Der Einsatz von Agrarfolie begrenzt Brutmöglichkeiten zusätzlich. Die natürlichen Fressfeinde (Fuchs, Wildschwein) wirken sich bei nur noch kleinen Kiebitzbeständen deutlich stärker aus als bei stabilen Brutpopulationen.

03 230 Kiebitze rasten am Rotgraben

Eine wundervolle Begegnung Ende März 2016 in Pfungstadt: Über 200 durchziehende Kiebitze rasten auf einem Acker (Foto: Roland Tichai)

Gegebenenfalls muss auch überlegt werden, eine bestimmte Ackerfläche sofort mit einem Elektrozaun zu schützen (bei Wallerstätten geschieht dies mit Erfolg, der Kiebitz brütet in dem geschützten Bereich seit Jahren). Da westlich der Landbachaue in 2015 eine Brut beobachtet werden konnte, bietet sich eventuell eine kleine Ackerfläche in diesem Gebiet an.

Auch sollte überlegt werden, ob mit den NABU-Freunden aus dem Ried eine Kooperation für den Bereich des Fängenhoffeldes (2 km westlich der Landbachaue) angestrebt werden sollte. Hier wären aber auch die UNBs der Kreise Darmstadt-Dieburg und Groß-Gerau einzuschalten.

Auch wenn wir in 2016 nicht erfolgreich waren, sollte das Projekt Kiebitzschutz 2017 fortgesetzt werden.

Mai 132016
 

Neues vom Kiebitz-Projekt beim NABU Seeheim

Foto: Roland Tichai - Kiebitz Wallerstatten 2016-05-09

Foto: Roland Tichai – Kiebitz 2016-05-09

Foto: Willi Benz - Kiebitz

Foto: Willi Benz – Kiebitz

Die Kiebitz-Beobachter haben kurz vor Ende der Saison doch noch etwas Hoffnung:

Derzeit sind täglich kleinere Kiebitztrupps (4 bis 7 Vögel) im westlichen Teil der Landbachaue zu beobachten. Seit zwei Tagen pendeln diese Trupps zwischen den Wasserflächen der Aue und einem Rübenacker. In der Gegend gab es schon 2015 eine Brut.

Balzrituale sind vornehmlich an den Wasserflächen zu sehen. Es wird weiter beobachtet.

Foto: Willi Benz - Rübenacker - Brutverdacht Kiebitz

Foto: Willi Benz – Rübenacker – Brutverdacht Kiebitz

Foto: Willi Benz - Kiebitz an der Landbachaue 2016-05-11

Foto: Willi Benz – Kiebitz an der Landbachaue – Balszrituale sind vornehmlich hier zu sehen. 2016-05-11

Apr 302016
 

Kiebitz-Projekt 2016 NABU Seeheim-Jugenheim (mit NABU-Freunden aus Pfungstadt und Griesheim)

Bericht für den Monat April 2016

Fotos: Roland Tichai - Kiebitz am Reinheimer Teich

Kiebitz am Reinheimer Teich

Auf einem Grundstück an der Umgehungsstraße Pfungstadt (426), nahe Eschollbrücker Straße, entdeckt Wolfgang Wengenroth am 04.04.2016 7 bis 9 Kiebitze bei der Nahrungssuche.

Willi und Roland sind am 05.04.2016 unterwegs, können aber weder in der Fasanenlache/Waldlache noch nördlich der Landbachaue Kiebitze ausmachen.

Kiebitz im Ried

Kiebitz im Ried

Roland entdeckt in der nördlichen Fasanenlache/Hainlache ein Storchennest auf einem großen Baumstumpf (Naturnest). Es ist wahrscheinlich der Brutstorch nördlich vom Erlensee aus den Jahren 2014 und 2015.

Am 06.04.2016 und 07.04.2016 melden Rudolf und Joachim ebenfalls Fehlanzeige bei Kiebitzen. Schön ist aber, dass andere seltene Arten in Bickenbach beobachtet und fotografiert werden (Willi beobachtet einen Rotschenkel, Roland und Achim ein Löffenentenpaar). Und natürlich gibt es in diesen Tagen jede Menge Graugänse mit ihren Jungen zu sehen.

Auch im Laufe der nächsten Tage im April 2016 können in den Gemeinden Hähnlein, Bickenbach und Pfungstadt keine Kiebitze gesichtet werden. Bekannt wird in den nächsten Tagen folgendes:

  • Am Reinheimer Teich brüten wahrscheinlich 4 Kiebitzpaare
  • Aus dem nördlichen Ried werden Kiebitzbruten gemeldet (das Gebiet wird geschützt und deshalb nicht genannt).
  • Bei einem Besuch der Wagbachniederungen bei Waghäusel beobachtet Roland 4 Kiebitzpaare (alle brüten dort)
  • Auch das Brutgebiet bei Wixhausen ist in diesem Jahr wieder besetzt.
  • Ende des Monats April 2016 berichtet Frank Gröhl vom NABU Ried über wahrscheinlich 20 Brutpaare im Fängenhoffeld bei Biebesheim und in der Flur zwischen Stockstadt und Biebesheim. Die Tier brüten in Feldern mit Lauch, Zuckerrübe, Fenchel, Kartoffeln, Himbeeren und Rhabarber.
Apr 032016
 
01 Zilpzalp

Fotos: Willi Benz – Zilpzalp.

02 Rohrammer

Rohrammer.

03 Bekassine

Bekassine.

04 Kiebitzschwarm

Kiebitzschwarm.

Ab Anfang März trafen erwartungsgemäß die ersten Sommergäste ein. Den Anfang machten die Zilpzalpe (Weidenlaubsänger) in recht großer Anzahl, bis zum Monatsende gefolgt von Rohrammern, Hausrotschwänzen, Rauch- und Mehlschwalben, Schwarz- und Blaukehlchen sowie von ersten Schafstelzen. Häufig zu sehen waren vagabundierende Kiebitzschwärme bis zu über 200 Vögeln und in der ersten Märzhälfte zogen Kranichtrupps über die Aue, auf ihrer Reise zu den nördlichen Brutgebieten. Bekassinen waren den ganzen März über in der Aue zu sichten.

Neben den Zuwanderern gab es auch Abwanderer. Die in der Landbachaue überwinternden Silberreiher schlossen sich zu Trupps zusammen und reisten dann zu ihren Brutrevieren. Auch den überwinternden Mäusebussarden  aus dem osteuropäischen Raum wurde es in der Aue allmählich zu eng. Oft zu beobachten waren die imposantenn Luftkämpfe dieser Greife, bei denen es um Reviere und wohl auch Partner ging. Dass diese Kämpfe nicht immer glimpflich ausgingen war an einem Bussard festzustellen, der schwerverletzt und auf dem linken Auge erblindet kaum noch flugfähig war. Auch bei den zwischenzeitlich ebenfalls zurückgekehrten Rot- und Schwarzmilanen gab es einigen Stress, hier vor allem durch die Rabenkrähen, die sich mit Vorliebe auf diese großen Greife stürzen und an ihren Ansitzplätzen regelrecht  belagern.

05 Kranichzug

Kranichzug.

06 Abreisegruppe

Abreisegruppe.

07 Ma?usebussard-Flirt

Mäusebussard-Flirt.

08 Verletzter Ma?usebussard

Verletzter Mäusebussard.

09 La?stige Rabenkra?hen

Lästige Rabenkrähen.

10 Turmfalke mit Beutemaus

Turmfalke mit Beutemaus.

11 Hermelin im U?bergangskleid

Hermelin im Übergangskleid.

12 Gelegera?uber

Gelegeräuber.

13 Fremdstorchabwehr

Fremdstorchabwehr.

14 Anlieferung Nistmaterial

Anlieferung Nistmaterial.

15 Nestauspolsterung

Nestauspolsterung.

16 Brutgescha?ft

Brutgeschäft.

17 Stippvisite am Airport Landbachaue

Stippvisite am Airport Landbachaue.

Stress gab es auch für die Bodenbrüter in den Schilfgebieten. Mindestens drei Hermelinreviere konnten wir in diesem Frühjahr registrieren, was aber keine nennenswerte Bedrohung ausmachen dürfte. Wesentlich bedrohlicher für die Gelege sind die häufig zu sehenden Wildschweine, darunter auch eine Bache mit mindestens 8 Frischlingen, die am helllichten Tag systematisch das Schilf durchkämmten.

Das wieder vereinte Storchenpaar in der Landbachaue war bis zum Monatsende wieder zur Alltagsroutine zurückgekehrt. Gemeinsam wurden neugierige „Fremdstörche“ aus dem Nestbereich verjagt, das Nest selbst wurde repariert und neu ausgepolstert. Am 26. März (2 Tage früher als im Vorjahr 2015) war dann Brutbeginn, den klappernden Nachwuchs erwarten wir dann bis Ende April.

Mrz 312016
 

Bericht für den Monat März 2016

Kiebitz-Projekt 2016 NABU Seeheim-Jugenheim (mit NABU-Freunden aus Pfungstadt und Griesheim)

01 Kiebitze im Fa?ngenhoffeld

Fotos: Roland Tichai – Kiebitze im Fängenhoffeld (Allmendfeld) am 13.03.2016 mit Brutverhalten (Balzflüge).

Die Arbeit der Kiebitz-Projektgruppe 2016 des NABU Seeheim-Jugenheim (mit NABU-Freunden aus Pfungstadt und Griesheim) beginnt am 13.03.2016 mit einem Kiebitz-Training im Fängenhoffeld in Allmendfeld. Unser NABU-Freund Frank Gröhl aus Riedstadt betreut dieses Gebiet und gibt uns bei einem gut einstündigen Rundgang Einblicke in die Brutbereiche im Fängenhoffeld und berichtet über die Verhaltensweisen und Besonderheiten des Kiebitz. Wir können 6 Kiebitze mit Brutverhalten (Balzflüge) beobachten und sehen später eine Gruppe von ca. 380 Kiebitzen, die über Crumstadt Richtung Nordosten ziehen.

Im Lauf der 1. Projektwoche (KW 11 2016) werden von Willi Benz mehrfach Kiebitzüberflüge über das Gebiet der Landbachaue gemeldet (Durchzieher). Willi berichtet auch über eine erfolgreiche Brut aus dem Vorjahr (im Feld östlich der Landbachaue hatte es 1 Kiebitz-Jungvogel geschafft). Willi meint, besonders das Gebiet nördlich der Landbachaue müsse immer wieder beobachtet werden.

Rudolf Böhm hat schon vor dem Start des Projekts am Sportplatz von Hähnlein überfliegende Kiebitze beobachtet.

Im Laufe der Woche geht Roland Tichai den Bereich nördlich der Landbachaue ab, kann aber keine Kiebitze entdecken. Dafür bemerkt er mit großer Sorge, dass am 18.03.2016 ein Acker im Fängenhoffeld fußballfeldgroß mit Plastikfolie abgedeckt ist. Offenbar brutbereite Kiebitze können auf der Plastikfolie sitzend beobachtet werden. Es erfolgt eine Meldung an die UNB.

02 Kiebitz auf Plastikfolie

Der Kiebitz auf Plastikfolie im Fängenhoffeld. Hier sieht man eine der Ursachen für die Gefährdung dieses Vogels: Zunehmende Intensivierung der Landwirtschaft und Plastik als Bedrohung für die gesamte Nahrungskette.

Auch in der 2. Projektwoche (KW 12 2106) meldet Willi Benz mehrfach überfliegende Kiebitze (Landbachaue). Rudolf Boehm berichtet, dass bei Wixhausen (Gebiet von Heinz Hauck) 8 Kiebitze beim Balzflug zu beobachten sind (die Weibchen sitzen am Boden).

Am 23.03.2016 entdecken Wolfgang Wengenroth und Gottfried Pusch (NABU Pfungstadt) im Bereich des Rotgrabens (bei Brauerhütte) ca. 230 rastende Kiebitze auf einem noch nicht bearbeiteten Acker. Außerdem wird von den beiden noch eine kleine Gruppe von ca. 20 Kiebitzen in der Nähe entdeckt. Roland Tichai stößt dazu und macht Bilder. Die große Gruppe zieht nach ca. 30 Minuten Richtung Nordosten ab. Ein Abzug der kleinen Gruppe kann nicht beobachtet werden. Gottfried Pusch berichtet am 25.03.2016, dass es in dem Gebiet am Rotgraben in den letzten Jahren immer wieder Brutversuche von Kiebitzen gegeben habe (Quelle: Berichte von anderen Vogelfreunden aus Pfungstadt). Gottfried und Wolfgang werden dieses Gebiet weiterhin im Auge behalten.

03 230 Kiebitze rasten am Rotgraben

Da kam Freude auf: Ca. 230 Kiebitze rasten am Rotgraben in Pfungstadt auf einem Acker und nehmen Nahrung auf. Später ziehen sie dann Richtung Nordosten davon.

04 Kiebitze am Rotgraben in Pfungstadt ziehen

Freude und Trauer: Die Kiebitze am Rotgraben in Pfungstadt ziehen am 23.03.2016 weiter nach Nordosten. Eine kleine Gruppe von ca. 20 Vögeln ist am 23.03.2016 nicht abgezogen (wir haben also Hoffnung auf Bruten).

In der 3. Projektwoche entdecket Roland im Westen von Pfungstadt in einem Acker am Rotgraben wieder Kiebitze. Diesmal sind es zwei und die sind mit Sicherheit nicht auf dem Durchzug. Bleibt zu hoffen, dass sie sich in dem Bereich halten können. Die Intensivierung der Landwirtschaft ist in diesem Gebiet noch nicht so stark und in der Gegend werden auch Zwiebeln und Kartoffeln angebaut (günstig für den Kiebitz). Dieses Gebiet muss jetzt intensiv beobachtet werden (das Areal ist auch deshalb reizvoll, weil es hier auch Feldlerchen gibt, Roland hat am 31.03.2016 sechs Feldlerchen beobachten können).

05 Kiebitz gut getarnt

In dem Acker ist der Kiebitz gut getarnt. Hier, am Rotgraben in Pfungstadt, scheint es einen ernsthaften Brutversuch zu geben.