Apr 062019
 
Fotos: NABU/Tino Westphal – Willi Fuch stellt die Mechanik der Pendeltür vor. Die doppelte Halbmond-Pendeltür hat sich im Bau der Steinkauzröhren bewährt als effektiver Marderschutz.

Viele Besucher beim ersten Eulen-Monitoring im Ried bei Griesheim an diesem Morgen: 27 Teilnehmerinnen erscheinen zum Einsatz und sind neugierig auf Eulen.

Fahrgemeinschaften werden gebildet und die Gruppe bricht auf ins Eulenland des Rieds bei Griesheim.

Zur Einführung zeigt NABU-Eulenexperte Willi Fuchs die aktuell in den NABU-Steinkauzkästen im Ried verbauten mardersicheren Pendel-Doppeltüren vor. Sobald die vordere halbmondförmige Tür aufschwingt, schliesst sich automatisch die zweite Türklappe. Die Schikanen sollen selbst dem wendigsten Steinmarder den Zugang zum Brutplatz unmöglich machen.

Der erste Prüfung von Steinkauzkästen allerdings beginnt mit einer Enttäuschung: die Kästen sind aktuell nicht mehr besetzt.

Mangelhafte Heckenpflege

An dieser Stelle wenigstens nicht mit dem Heckenmulcher, die an so vielen Stellen im Ried kilometerweit Heckenstrkturen nachhaltig zerstören und sämtliche Insekten mithäckseln. Hier wurde korrekt mit der Motorsäge gearbeitet. Allerdings ist es gute Praxis, Heckenabschnitte nicht länger als 20m auf den Stock zu setzen. Hier aber sind es wenigstens 40 Meter und offenbar begannen die Arbeiten zu Beginn der Paarungs- und Brutzeit des Steinkauzes. Entsprechend sind die Kästen an dieser Stelle verlassen.

Steinkauz-Monitoring

Eine Leiter, einen Lappen, der die Ausflugloch verschliesst und ein beherzter Griff in den Kasten – schon sitzt ein Steinkauz auf Willis Hand.

Die Brut hat noch nicht begonnen, aber die besten Reviere sind wie imVorjahr belegt.

Es ist ein echtes Privileg, einen kleinen Steinkauz in der Hand zu halten.

Landschaft unter Folie

Folienlandschaft im ehemaligen Jagdrevier des Steinkauzes. Noch ist das Revier besetzt, aber mit ungewisser Perspektive.

Ein leider massiv zunehmendes Problem: immer mehr Land verschwindet unter Folie. Hier kann kein Steinkauz mehr nach Mäusen und Regenwürmern jagen. Auch hochstehendes Getreide, Raps oder Mais sind ungeeignet für den Steinkauz, ebenso hohes ungepflegtes Grasland.

In unserer hoch-intensiven Landwirtschaft werden die Nischen für den Steinkauz immer kleiner.

So sind kleinen Eulen zunehmend auf menschliche Hilfe angewiesen.