Aug. 212026
 

Yvonne Albe verbindet in ihrem Vortrag eindrucksvolle Naturfotografie mit persönlichen Beobachtungen und wissenschaftlichen Erkenntnissen

Alsbach, 21. August 2026 – Von Spanien bis Rumänien, von Skandinavien bis Italien: Mit eindrucksvollen Bildern aus von ihr bereisten Regionen nahm Yvonne Albe ihr Publikum im gut besuchten Bürgerhaus Sonne in Alsbach mit auf eine Reise durch Europas Buchenwälder. Die Veranstaltung fand in Kooperation mit NABU, BUND und dem Netzwerk Bergsträßer Wald statt.

Im Mittelpunkt des Abends stand die Buche in ihrer faszinierenden Vielfalt. Die Aufnahmen zeigten sie in unterschiedlichsten Landschaften und Lebensbedingungen: in Höhenlagen und Meeresnähe, in trockenen, ebenso wie in feuchten Regionen. Sichtbar wurde, wie anpassungsfähig die Buche ist – vorausgesetzt, sie erhält ausreichend Zeit und Raum, um sich natürlich zu entwickeln.

Yvonne Albe verband die Schönheit ihrer Bilder mit wissenschaftlichen Erkenntnissen und persönlichen Erlebnissen. Ihre Beobachtungen aus verschiedenen Regionen Europas ordnete sie fundiert ein und machte verständlich, was sich daraus für den Umgang mit unseren heimischen Wäldern ableiten lässt. Gerade diese Verbindung aus persönlicher Anschauung, wissenschaftlicher Grundlage und spürbarer Leidenschaft verlieh dem Vortrag seine besondere Kraft. Sie erzählte auf amüsante Weise von Tierbegegnungen mit Bären, Wildschweinen, Füchsen, Kröten, Vögeln und Insekten in den Wäldern Europas und schilderte die Schwierigkeiten, mit denen zu rechnen ist, wenn man die letzten ursprünglichen Buchenwälder erkunden und fotografieren möchte, die der Mensch noch übrig gelassen hat. Sie brachte Vogelstimmen aus dem nördlichsten Buchenwald der Erde mit und beeindruckende Filmsequenzen, bei denen sie die Zuschauer über die Kronendächer der Wälder mitnahm.

Abschließend führte der Blick zurück in den Odenwald und an die Bergstraße. Während in vielen Regionen Deutschlands und Europas die einst ausgedehnten Buchenwälder verschwunden sind, so gibt es sie hier noch. “Ich glaube, vielen Menschen ist gar nicht bewusst, was wir hier für Schätze haben,” so Yvonne Albe. Ihre Reise nach Rumänien in die Urwälder der Karpaten habe ihr besonders deutlich gemacht, wie verletzlich unsere Wälder durch die intensive Bewirtschaftung geworden sind. Sie stellte den Holzvorrat der ursprünglichen Wälder neben den der Gemeinde Seeheim-Jugenheim: “Der Seeheim-Jugenheimer Gemeindewald hat 265 Festmeter Holz pro Hektar, diese rumänischen Urwälder haben auf gleicher Fläche 1000-1500 Festmeter. Wir haben unsere Wälder so ausgeräumt, dass sie kaum mehr Möglichkeiten haben, sich zu kühlen und sich selbst zu stabilisieren. Die Folgen sehen wir in diesem Sommer ganz besonders.”

Eine wesentliche Botschaft des Abends lautete: Wir sollten den natürlichen Wäldern wieder eine Chance geben, damit Regeneration aus eigener Kraft stattfinden kann. Wo Bäume alt werden dürfen, Totholz im Wald verbleibt und natürliche Prozesse ungestört ablaufen, entstehen vielfältige und widerstandsfähige Waldökosysteme. Solche naturbelassenen, langfristig wieder urwaldähnlichen Wälder können helfen, den Folgen des Klimawandels zu begegnen – und zugleich uns Menschen und unsere Lebensgrundlagen zu schützen.

So blieb am Ende nicht nur die Erinnerung an wunderschöne Naturaufnahmen. Der Vortrag eröffnete auch einen neuen Blick auf die Buche: als anpassungsfähigen, kraftvollen Baum und als Teil eines lebendigen Systems, das nicht immer menschliche Gestaltung braucht. Manchmal braucht der Wald vor allem eines – die Freiheit, wieder Wald sein zu dürfen.

Fotos: Katja Hammerschmidt – Vortrag in Alsbach „Die Buchenwälder Europas“ mit Yvonne Albe

Yvonne Albe ist Leiterin der Waldgruppe Seeheim-Jugenheim, sie engagiert sich unter anderem auch im Netzwerk Bergsträßer Wald und im Aktionsbündnis Lautertaler Wald. Im NABU-Kreisverband Darmstadt leitet sie die Arbeitsgemeinschaft Wald. Im Kreisverband Bergstraße ist sie Beauftragte für Waldnaturschutz.

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