Okt 192019
 

Pflegeeinsatz am Seeheimer Blütenhang

Oberhalb der Georgenstraße in Seeheim liegen alte aufgelassene Weinberge- wichtige Rückzugsgebiete für die bedrohte Schlingnatter und die Mauereidechse. Beide Reptilien sind auf stark sonnenexponierte Plätze angewiesen, Trockenmauern alter Weinberge sind perfektes Jagdgebiet und bieten hervorragende Verstecke bei Nachstellung von Räubern, hier vor allem den Hauskatzen. Erfreulicherweise gibt es sogar jetzt im Spätherbst noch Jungtiere der Mauereidechse, was für eine sehr gute Reproduktion spricht. Allerdings hat fast ein Drittel der kleinen Tiere keinen Schwanz mehr, was für einen hohen Prädationsdruck spricht.

Foto: NABU/Tino Westphal und Jan Zeißler – Alter Weinberg oberhalb der Georgenstraße am Seeheimer Blütenhang.

Dem Pflegeplan folgend wird die Wiese gemäht- vor allem aufwachsendes Buschwerk von Hartriegel und Flieder wird kurz gehalten mit dem Balkenmäher. Weil in diesem Jahr keine Schafbeweidung stattfand, fällt bei der Mahd sehr viel Pflanzenmaterial an. Die Pflanzenreste werden sorgfältig von der Fläche geharkt und zusammen mit dem Geäst der zurückgeschnittenen Haselsträucher am Rand der Flächen in eher schattigen Bereichen gelagert. Damit gelangt im Frühjahr mit der neuen Wachstumsphase viel Licht auf dem Boden der Flächen, auch werden die Flächen langfristig ausgemagert: weniger Nährstoffe und starke Sonneneinstrahlung fördert die botanischen Spezialisten im Weinberg-Biotop.

Insbesondere die Steinmauern müssen von Bewuchs durch Brombeeren freigehalten werden. Die Steine der Mauern sind wichtige Wärmeinseln, auf die unsere wechselwarmen Reptilien angewiesen sind, um sich am Morgen von der Sonne auf Betriebstemperatur heizen zu lassen. Aufgewärmt können sich Reptilien flink auf ihre Insekten-Beute stürzen oder blitzschnell in Spalten verschwinden, wenn mal wieder eine Hauskatze vorbeischleicht.

Mahd der oberen Ebenen

Mühsam muss der Balkenmäher über die Steinstufen des Weinbergs auf die oberen Ebenen getragen werden.

Hier oben wurden als Ausgleichsmassnahme für Wohnbebauung im unteren Bereich des Weinbergs Steinschüttungen und Sandschüttungen angelegt als Brutareal für Reptilien. Regelmässig werden hier die Reproduktionserfolge geprüft: unter den überall auf dem Gelände ausgelegten quadratmetergrossen Stücken von Teichfolie finden sich regelmässig Jungtiere der Schlingnatter und können gezählt werden.

Die untere Ebene des Weinbergs ist freigelegt.
Kaffeepause im Weinberg

Marion stellt den fleissigen Helfern noch Kaffee und Kekse auf den Tisch- den Service nehmen die Helfer dankbar an.

Teilnehmer vom NABU: Marlis, Klaus-Dieter, Mahmoud, Jan, Tino und Marion.