Die kleine Düne an der Sandstraße von Seeheim heißt seit ihrer Ausweisung als FFH-Gebiet vor 20 Jahren „Düne ‚Neben Schenkenäcker‘ zwischen Seeheim und Jugenheim“ und wird seit der Einrichtung als FFH-Gebiet von den Aktiven der NABU-Gruppe Seeheim-Jugenheim gepflegt. Das Gebiet und die angrenzenden Felder und Wälder sind ein wichtiges Naherholungsgebiet der Bürger von Seeheim-Jugenheim und vieler Besucher von ausserhalb.
Schenkenäcker – Naherholung oder Gewerbegebiet?


An der Diskussion beteiligten sich auch Vertreter des Naturschutzes – Dr. Uta Hillesheim, Naturschützerin aus Seeheim, und Tino Westphal, Vorsitzender des NABU Seeheim-Jugenheim. Beide zeigten sich überrascht, dass die Idee eines Gewerbegebiets an dieser Stelle von einigen Parteien erneut aufgegriffen wurde, obwohl das Thema bereits vor rund 20 Jahren ausführlich diskutiert und abgeschlossen worden war. Damals hatte sich – auch mit Hilfe einer sehr erfolgreichen Bürgerinitiative – eine breite politische Mehrheit gegen ein solches Vorhaben ausgesprochen, woraufhin Teile des Gebiets unter gesetzlichen Schutz gestellt wurden. Seither hätten sich die Rahmenbedingungen nicht verändert – abgesehen davon, dass sich die Klima- und die Biodiversitätskrise seither erheblich verschärft haben.
Zu einer Informationsveranstaltung hatten Claudia Schlipf-Traup und Katja Ebert als Vertreterinnen der Grünen Seeheim-Jugenheim Bürgerinnen und Bürger eingeladen, um vor Ort zu zeigen, wie viel Wald-, Acker- und Naturfläche zur Bebauung vorgesehen ist. Dabei wurde erläutert und lebhaft diskutiert, welche Konsequenzen eine mögliche Aufnahme dieser Flächen in den Regionalplan hätte. CDU, SPD und FDP streben diese Aufnahme an, während sich Die Linke und die Grünen klar dagegen ausgesprochen haben.

Die Naturschützer machten zudem auf die zu erwartenden negativen Auswirkungen eines Gewerbegebiets auf die angrenzenden, gesetzlich geschützten Flächen aufmerksam. Sie äußerten die Sorge, dass die über viele Jahre mit großem staatlichen und ehrenamtlichen Einsatz erzielten Fortschritte durch neue Versiegelungen zunichtegemacht würden. Besonders betroffen wäre das kleine, aber stabile Vorkommen der Sand-Silberscharte sowie weitere seltene Dünenpflanzen. Eine zusätzliche Isolation ihrer ohnehin winzigen Bestände könnte langfristig zu ihrem Aussterben führen und die Vernetzungsfunktion der mit erheblichem Aufwand geschaffenen Ausgleichsflächen zerstören.
In der intensiven Diskussion zeigte sich zudem Informationsbedarf hinsichtlich der Bedeutung einer Ausweisung als Gewerbegebiet im Regionalplan. Zwar bedeute ein solcher Eintrag nicht, dass umgehend Bagger anrücken, doch sei er ein klares politisches Signal seitens von CDU, SPD und FDP, dass Wälder und Äcker für Gewerbeansiedlungen geopfert werden könnten. Bei veränderten Mehrheitsverhältnissen im Gemeindeparlament sei es durchaus denkbar, dass bereits in wenigen Jahren ein Bebauungsplan beschlossen und die Flächen tatsächlich versiegelt würden.
Auf die Frage, was in einem solchen Fall zu tun wäre, wurde auf die Möglichkeit verwiesen, wie schon vor 20 Jahren eine Bürgerinitiative zu gründen. Diese könne – in guter demokratischer Tradition – der Kommunalpolitik deutlich und wirksam den Bürgerwillen vor Augen führen.

Meinungen der Parteien von Seeheim-Jugenheim: https://nabu-seeheim.de/fragen-zur-kommunalwahl-2026-seeheim-jugenheim/
Pflegeaktion auf der Düne Neben Schenkenäcker
In den letzten Wochen wurden von HessenForst einige abgestorbene Kiefern gefällt und aus der Düne herausgezogen. Im Randbereich wurden Flächen von Brombeeren und Buschwerk befreit und als Standorttypische Nachpflanzung zwei Wacholder gepflanzt. Zurück blieben einige große Stammstücke, viel Rinde und Astwerk und aufgerissener Boden. Das Astmaterial ist humusbildend und deshalb auf der Düne unerwünscht. Denn zusätzliche Nähstoffe führen unweigerlich zum Überwachsen der seltenen Pflanzenarten, wie sie für eine eizeitliche Düne typisch sind.










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