Feb 252020
 

… gibt es nicht. Aber warum eigentlich nicht? Nun, die Lunge ist ein komplexes Organ, das man nur bei höheren Tieren findet, nicht bei Insekten. Da diese aber zum Überlegen natürlich trotzdem Sauerstoff benötigen, muss die Versorgung auf einfachere Weise sichergestellt werden. Dies geschieht über kleine Kanäle, die von der äußeren Hülle der Tier ins Innere führen. In diese diffundiert frische Luft nur ein, wird also nicht aktiv angesaugt. Und dieser Vorgang verläuft umso langsamer, je länger diese Kanäle sind (man denke an lange, nicht belüftete Straßentunnel, in deren Mitte z.T. auch recht dicke Luft herrscht). Der Körper von Käfern mit 10, 20 oder mehr Zentimetern Durchmesser könnte also nicht ausreichend versorgt werden.

Immerhin gibt es aber auch so Käfer, die eine erstaunliche Größe erreichen können. So kann der südamerikanische Riesenbockkäfer 17 cm lang werden, während die größten Kerbtiere in der deutschen Tierwelt natürlich die Hirschkäfer (Lucanus cervus) sind, bei denen die Männchen bis zu 8 cm groß werden können.

Fotos Katja Funke: Hirschkäfer Weibchen
Hirschkäfer Männchen

Diese Hirschkäfer sind heute viel seltener als früher, aber sie kommen auch in unserer Gegend noch vor. So zeigte Thomas Kuhn im Herbst bei einer Aktion im Wühlmausgarten eine beeindruckende Sammlung von Hirschkäfern vor, die er vor einigen Jahren tot im Gernsheimer Wald gefunden hatte. Der Autor fand selbst einen vor ca. 10 Jahren am Waldrand in der Ober-Beerbacher Straße in Seeheim und im Jahr 2018 einige Hirschkäfer-Larven in der Nähe der Fünfschwesternlinden.

Foto: Jürgen Eckwert – Hirschkäferlarve

Schließlich ist ein NABU-Mitglied in Seeheim auf der Hangseite in der glücklichen Lage, regelmäßig Hirschkäfer im eigenen Garten sogar filmen zu können.

Gleichwohl steht der Hirschkäfer auf der Roten Liste bedrohter Arten und ist dort in die Kategorie 2, stark gefährdet, eingestuft. Daher unternehmen wir nun auch konkrete Maßnahmen zum Schutz dieses beeindruckenden Krabbeltiers. So wurde bei der erwähnten Aktion im Wühlmausgarten eine vor Wildschweinen geschützte Hirschkäferwiege angelegt.

Autor: Jürgen Eckwert