Okt 152020
 

Die Erkundungs- /Probebohrung im Mittelbachtal bereitet Naturschützern Sorgen. Es wird befürchtet, daß es durch einen Brunnen das Feuchtgebiet im Bereich des Mittelbachtals weiter austrocknen könnte.

Der Bürgermeister sagte hierzu: Der Brunnen wäre so tief (ca.56 Meter), daß die Wasserentnahme sich nicht auf das Oberflächenwasser und das Gebiet auswirkt.

Das allerdings widerspricht einschlägigen Erfahrungen: Absenkungstrichter von Brunnenanlagen können massiven Einfluss auf lokale Feuchtgebiete haben. Auch ein großer Teil der Waldschäden im Bereich südlich Darmstadts steht in Zusammenhang mit Grundwasserabsenkungen. Die schlimmsten Auswirkungen auf die Umwelt wurden erst Jahrzehnte später sichtbar.

Foto vom Mai 2020: NABU/Tino Westphal – Mittelbachteich – ein Pflegegebiet des NABU im Mittelbachtal.

Die Bohrfirma kam erst am Montag 12.10.20 nachmittag vor Ort an, weil sie Schwierigkeiten hatten, die enge Tunnelöffnung des Viaduktes mit dem breiten Motorwagen und Anhänger zu passieren.  Am Dienstag erfolgte der Aufbau und die erste Bohrung. Heute am Mittwoch 15.10.20 wurden gegen Mittag in einer Tiefe von 50 Meter wasserführende Schichten erreicht- ohne Fels und Gestein. Nun wird das Loch weitergeführt, bis Fels oder Gestein erreicht werden.

Immer wieder werden Probe des Bohrkerns zur Untersuchung von Mineralien gezogen. Geplant ist danach eine Prüfung, ob die Schüttung an Wasser dauerhaft ausreicht für eine Trinkwasserentnahme. Die detaillierten Untersuchungen und Prüfungen dauern noch ca. 1 Woche an.   Erst nach der Prüfung und Genehmigung würde dann noch ein größeres Bohrloch zur Trinkwasserentnahme gebohrt.

Fotos: Martin Strippel


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