Mai 022020
 
Foto: NABU/Andreas Schäfer – Eichelhäher

Eichelhäher haben eine sehr freundliche Eigenschaft: sie legen umfangreiche Wintervorräte an, indem sie Eicheln in Verstecken im Waldboden lagern. Und sie dann zum guten Teil dort vergessen. Aus den Verstecken keimen die Pflanzen im Frühjahr aus, denn im Boden werden sie auch von hungrigen Wildschweinen nicht gefunden. Deshalb ist der Eichelhäher – eher ungewollt – ein sehr aktiver und effektiver Förster.

Foto. NABU/Tino Westphal – Vorbereitete Hähertische – bereit zum Austragen

Die NAJU-Gruppe wird in den nächsten Wochen an geeigneten Stellen im Gemeindewald von Seeheim-Jugenheim, Bickenbach und Alsbach-Hähnlein zehn sogenannte Eichelhäher-Tische aufstellen. Das ist eine stabile Holzplatte mit Rand, damit Eicheln nicht herunter rollen können und gerade so hoch, dass die Eicheln für Reh und Wildschwein unerreichbar bleiben.

Im Herbst werden die Kinder der Wühlmaus-Gruppen zusammen mit Förster Hungenberg von HesseForst im Wald unter geeigneten Mutterbäumen Eicheln sammeln und dann regelmässig auf den Eichelhäher-Tischen auslegen. Damit bringen die Kinder und die Eichelhäher die nächste Generation von jungen Eichen in den Seeheimer Wald. – Eichen, die hoffentlich besser mit dem Klimawandel und der zunehmenden Dürren zurecht kommen.

In den Folgejahren müssen dann Eichenschösslinge im Bereich der Hähertische manuell gegen Wildverbiss geschützt werden. Denn der enorm hohe Bestand an Rehen in unseren Wäldern lässt das Aufwachsen von jungen Bäumen kaum noch zu.

Karte: Verteilung der Hähertische

Dank an unseren NABU-Tischler Christian, der fleißig dutzende Waldmöbel für den Eichelhäher baut und Dank an Förster Dirk Hungenberg und Tobias Elbert von HessenForst für die Unterstützung des Projekts.