Aug 312015
 
01 Bruchwasserläufer

Fotos: Willi Benz – Bruchwasserläufer

02 Grünschenkel

Grünschenkel

03 Ringeltaube

Ringeltaube

04 Schwarzmilan

Schwarzmilan

05 Jungfasane

Jungfasane

06 Feldhase

Feldhase

07 Willkommene Dusche

Willkommene Dusche

08 Mäusejagd

Mäusejagd

09 Drohgebärden

Drohgebärden

10 Reine Nervensache

Reine Nervensache

Der August in der Landbachaue unterschied sich kaum vom Vormonat Juli. Durch die ausbleibenden Niederschläge blieb der Wasserstand niedrig, aber anders als im Juli  waren im August wieder mehr Gänse und Enten (darunter auch wieder Krick- und Schnatterenten) auf den Wasserflächen zu sehen. Hinzu kamen auch wieder einige Zwergtaucher, die sich seit dem Frühjahr nicht mehr in der Landbachaue blicken ließen.

Für die durchziehenden Limikolen waren die niedrigen Wasserstände weiterhin ideal und so waren auch den ganzen August über Bruchwasserläufer, Waldwasserläufer, Grünschenkel, Kiebitze und vereinzelt auch Bekassinen zu beobachten. Auch den Schwarzmilanen scheinen niedrige Wasserstände bei ihrer Beutesuche (Fische) gelegen zu kommen, man konnte diesen Greife oft bei ihren Suchflügen über den Wasserflächen zusehen.

Abseits der Wasserflächen fielen im August die großen Schwärme von Ringeltauben auf den abgeernteten Äckern auf und auch die Jagdfasane hatten offensichtlich gute Bruterfolge, was sich durch die zahlreichen Jungvögel dieser Art belegen lässt. Erfreulich auch der häufig zu beobachtende Nachwuchs der Feldhasen (von der Schutzgemeinschaft Deutsches Wild zum Tier des Jahres 2015 gewählt).

Bei den Störchen in der Landbachaue hatte sich ja der erste Jungstorch bereits am 28. Juli von der Familie abgenabelt und den Jungstorchtrupps der Umgebung angeschlossen. Seine drei Geschwister folgten ihm fünf Tage später, sodass ab dem 3. August nur noch die Storcheneltern alleine auf dem Nest übernachteten.
Elf Tage später wurde die traute Zweisamkeit der Storcheneltern allerdings jäh gestört: Einer der Jungstörche kehrte am Abend auf das Nest zurück und begann sofort um Fütterung zu betteln. Die offensichtlich überraschten Elterstörche wussten sich zunächst nur durch Flucht vom Nest zu retten, kehrten aber bei Einbruch der Dunkelheit wieder zurück und verbrachten die Nacht notgedrungen zusammen mit ihrem eigenwilligen Zögling, der eigentlich längst mit seinen Altersgenossen unterwegs sein sollte.
Ein paar Tage wiederholte sich dieser eigenartige Vorfall und sorgte so für einige abendliche Turbulenzen auf dem Storchennest. Auffällig war, dass die Elternstörche keinerlei Aggressionen gegenüber dem Jungstorch zeigten und ihn auch nicht kurzerhand vom Nest vertrieben. Wurde die Bettelei des Jungstorchs zu aufdringlich, verließen die Elternstörche das Nest und suchten sich einen anderen Schlafplatz in der Umgebung. Nach einer guten Woche hatte der Jungstorch wohl eingesehen, dass er keine Ansprüche mehr an seine Eltern stellen kann und war dann auch endgültig verschwunden.
Im letzten Augustdrittel waren auf den abgeernteten Felder rund um die Landbachaue ausschließlich Altstörche bei der Nahrungssuche zu beobachten, da die diesjährigen Jungstörche bereits auf ihrer Reise in den Süden waren. Die Altstörche werden ihrem Nachwuchs bis spätestens Mitte/Ende Oktober nachfolgen und sich bis dahin die notwendigen Energiereserven für die lange Reise anfressen. Nachweislich besteht die Nahrung der Weißstörche im Spätsommer und Herbst fast ausschließlich aus Mäusen, denen auf den abgeernteten Feldern erfolgreich nachgestellt wird. Der gerade aktuell von der Landwirtschaft geforderte großflächige Einsatz von Mäusegift hätte gerade für die Weißstörche katastrophale Folgen und würde mit großer Wahrscheinlichkeit für eine ebenso großflächige Zerschlagung der mühselig aufgebauten Weißstorchpopulationen sorgen. Bleibt also nur auf die Kompetenz und die Vernunft der zuständigen Genehmigungsbehörden zu hoffen.

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