
Mit den ersten warmen Tagen im Frühjahr erwachen die Feldhamster aus ihrem Winterschlaf.
Am vergangenen Samstag startete die Saison der Feldhamsterkartierung rund um die Auswilderungsfläche nahe dem Klärwerk Eschollbrücken. Insgesamt zwölf engagierte Feldhamster-begeisterte Menschen trafen sich um 9 Uhr, um gemeinsam bis in den Nachmittag hinein nach Spuren der seltenen Nager zu suchen. Geleitet wurde die Aktion von Anja Eirich vom Landschaftspflegeverband Darmstadt-Dieburg.

Start mit einem Training in der Auswilderungsfläche
Zu Beginn stand eine praktische Einführung direkt im Gelände auf dem Programm. An bereits bekannten Hamsterbauen konnten die Teilnehmenden typische Merkmale kennenlernen: Die Eingänge sind rund und meist größer als sechs Zentimeter im Durchmesser, oft führen mehrere Öffnungen in ein Gangsystem. Charakteristisch ist die sogenannte Fallröhre, die mindestens 30 Zentimeter tief senkrecht nach unten verläuft. Die anschließenden Schlupfröhren gehen schnell in die Tiefe und machen bald eine Kurve. Auch feinkrümeliges Auswurfmaterial sowie Kotspuren können wertvolle Hinweise liefern.
Für die Kartierung selbst sind einfache Hilfsmittel äußerst praktisch: Ein Stab oder Zollstock hilft dabei, die Tiefe von Röhren zu prüfen.






Wir bilden eine Such-Kette
Anschließend wurden die Flächen systematisch in einer Suchkette begangen, um möglichst keine Hinweise zu übersehen. Dabei konnten im Umfeld außerhalb der eigentlichen Auswilderungsfläche mehrere Verdachtsfälle dokumentiert werden – ein vielversprechendes Ergebnis für den Saisonauftakt.
Die Arbeit geht bereits in den kommenden Tagen weiter: Für Donnerstag ist eine vertiefende Suche mit einem kleineren Team in der Kernfläche geplant.











update 30.4.2026
Spaziergang für den Feldhamster
Auf der Suche nach einem vom Aussterben bedrohten Tier
Ende April ist es so weit: Die Feldhamster erwachen wieder aus dem Winterschlaf. Da wird es Zeit zu prüfen wie gut das Wiederansiedlungsprojekt vor den Toren Pfungstadts klappt. Doch wie kann man das herausfinden? Mit 12 Ehrenamtlichen läuft Anja Eirich vom Landschaftspflegeverband Darmstadt-Dieburg rund um die Auswilderungsfläche 30 ha Äcker ab. Die Landwirte wurden vorab informiert und sind gespannt, was sich auf ihren Flächen tut. Letzten September konnten 6 Baue nachgewiesen werden, alle in extra von den Landwirten für den Feldhamster stehen gelassenen Getreidestreifen oder sogenannten Feldhamster-Hotels. Nach sechs Stunden Kartierung und 10 km pro Person ist klar: außerhalb der Auswilderungsfläche konnten wir dieses Frühjahr keine Baue mehr finden. „Das ist noch kein Grund zur Besorgnis“, so Anja Eirich, „Eine Wiederansiedlung braucht Zeit und die Wintersterblichkeit ist hoch.“. Doch verschwunden sind die Feldhamster nicht. Auf der Auswilderungsfläche entdeckten wir über 30 Baue. In einem späteren Monitoring konnten 19 Feldhamster markiert werden, davon 13 Weibchen. Ein Erfolg.
Mit etwas Glück sind es bis Mitte Juni schon an die 60, die sich in die umliegenden Felder ausbreiten. Im Juli steht die nächste Baukartierung auf den Stoppeläckern an. Die Kartierungen helfen den Landwirten dabei gezielt dort Getreidestreifen stehen zu lassen, wo die Feldhamster sie benötigen. Mitmachen können alle, die gut zu Fuß sind. Vorkenntnisse braucht es keine, bei einer praktischen Einführung im Gelände werden die typischen Merkmale eines Feldhamsterbaus gezeigt. Wer Lust hat mehr über den seltenen Feldhamster zu erfahren kann sich direkt beim LPV für die Kartierungen anmelden unter lpv-dadi.de/bautensuche.html.





Kommentarfunktion geschlossen