Jun 052021
 
Einen Tag später ist der Erfolg der Grabung sichtbar: weder Laich noch Quappen sind trocken gefallen, trotz der starken Verdunstung. 3.6.2021

Es sieht aus wie eine trübe Pfütze im Rübenacker. Aber es ist eins von vier kleinen Feuchtbiotopen auf landwirtschaftlichen und gewerblichen Flächen, wo mit Unterstützung der Landwirte und Gewerbetreibenden Lebensräume für seltene Amphibien geschaffen wurden. Wenn Kreuzkröten ihre Laichschnüre im flachen Wasser hinterlassen haben, sehen die Amphibienfreunde vom NABU täglich nach ihren Schützlingen, spülen Laich und Quappen in tiefer Pfützenbereiche und wenn die komplette Austrocknung droht, rückt ein Tanker mit 1000L Wasser Frischwasser zur Nothilfe aus.

Der Gewitterregen am Abend des 4.6.2021 kam wie auf Bestellung – sonst hätten wir den Tankwagen rufen müssen.

In den letzten Jahren konnte so die Kröten mehrfach erfolgreich reproduzieren. Aber gesichert ist die Population keineswegs. Mit Gewerbegebiete und aktuell mit der schnell fortschreitende Versiegelung mit Foliengewächshäusern werden historische Laichplätze der Kreuzkröte überbaut. Mit der sogenannten „guten landwirtschatlichen Praxis“ werden Landwirten Privilegien zu Bauten im Aussengebiet eingeräumt, ohne jede naturschutzfachliche Prüfung. Damit werden mögliche Erhaltungsmassnahmen oft verhindert, den bewährte Konzepte für Amphibienschutz auch bei Folienanbau existieren, werden aber viel zu selten eingesetzt.

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