
Hoffnung für seltene Arten
Mit der erneuten Zuwässerung bekommt das Pfungstädter Moor die Chance, sich zu erholen und seinen besonderen Charakter als Moorlebensraum zu bewahren. Davon profitieren nicht nur die nassen Kernbereiche, sondern auch viele Arten, die auf feuchte Bedingungen im Umfeld angewiesen sind — darunter Vögel, Insekten und moortypische Pflanzen.
Gerade in Zeiten zunehmender Trockenheit ist die neu gestartete Bewässerung ein starkes Zeichen, wie Naturschutz entschlossen angepackt werden kann.


Ein besonderer Lebensraum im Hessischen Ried
Das Pfungstädter Moor ist ein einzigartiger Niedermoor-Lebensraum, der nur mit ausreichend hohen Wasserständen erhalten werden kann. Wenn es über längere Zeit austrocknet, verschwinden nicht nur typische Feuchtlebensräume — auch der im Torf gebundene Kohlenstoff wird frei und gelangt als Kohlendioxid in die Atmosphäre. Umso wichtiger ist die Wiederaufnahme der Zuwässerung, die auf eine Empfehlung des Runden Tisches zur Verbesserung der Grundwassersituation im Hessischen Ried aus dem Jahr 2015 zurückgeht.
Zwischen 1999 und 2008 wurde das Moor bereits einmal mit aufbereitetem Wasser über das Beregnungsnetz des Wasserverbands Hessisches Ried versorgt. Die positiven Auswirkungen auf Tiere und Pflanzen waren damals deutlich zu erkennen: Feuchtlebensräume konnten stabilisiert und wertvolle Arten geschützt werden. Dass die rechtlichen, finanziellen und technischen Voraussetzungen nun erneut geschaffen wurden, ist deshalb ein wichtiges Signal für den Natur- und Klimaschutz in der Region.
