Jun 212017
 

Foto: Willi Benz – Trockengefallene Flächen in der Landbachaue 20.6.2017 18 Uhr

Im östlichen Teil der Landbachaue gab es vor geraumer Zeit einen weiteren Durchbruch des Landbaches aus dem von Menschenhand angelegten „natürlichen“ Bachbett, so dass vermehrt Wasser in die Flächen der östlichen Aue fliesst und teilweise versickert. Bei der herrschenden Trockenheit führt das zu einer Vernässung der Ostaue auf Kosten der westlichen Bereiche, in den letzten Wochen sogar zu einem fast vollständigen Austrocknen einiger Bereiche im Westen. Die Sorge einiger Naturschützer war es nun, dass durch den Wassermangel Fische, Amphibien und Wasservögel leiden oder gar aussterben, die bisher den Westteil so zahlreich und sichtbar bevölkerten.

Sandsack-Damm in der Landbachaue

Der Wasserverband Modaugebiet hat heute Vormittag den Uferbruch in der Ostaue mit Sandsäcken abgedichtet (ein geringer Anteil Bachwasser sickert weiterhin durch diese Barriere). Erste Auswirkungen dieser Abdichtung waren heute Abend sichtbar.

Etwas höherer Wasserstand nach Regulierung in der Landbachaue 21.6.2017 19 Uhr

Wenn die Wasserführung des Landbachs weiter sinkt, kann die Westaue dennoch trocken fallen. 

Die Landbachaue bietet heute ein beeindruckend artenreiches Areal. Schlammfluren, Wasserflächen und nasses Schilfried finden sich überall. Zu einer intakten Bachaue-Landschaft gehört, dass sich das Wasser frei bewegen kann. Tatsächlich ist die strenge Regulierung unserer Fliessgewässer nachweislich einer der Gründe für den Rückgang der Artenvielfalt: Arten wie Wechselkröte, Kreuzkröte, Gelbbauchunke und Flussregepfeifer sind aus unseren Flussauen verschwunden und besiedeln wenige Ersatzlebensräume,  wie Steinbrüche und Sandgruben. Um die letzten Exemplare dort kümmert sich auch der NABU Seeheim mit der Beteiligung am Kooperationsprojekt mit dem Steinbruchbetreiber MHI. Aber ganz klar: das kann keine dauerhafte Lösung sein! Letztlich müssen wir diesen Arten wieder Raum verschaffen in unserer Landschaft, sonst besteht die Gefahr, sie für immer zu verlieren.

Größere Eingriffe in den natürlichen Gewässerlauf gerade in den wenigen Renaturierungsgebieten sollten unbedingt unterbleiben, sonst nimmt man dem Gebiet die Dynamik. Lassen wir dem Wasser seinen Lauf.

Mai 312017
 
01 Rotschenkel

Fotos: Willi Benz – Rotschenkel

02 Seidenreiher

Seidenreiher

03 Kiebitz

Kiebitz

04 Nachtigall

Nachtigall

05 Teichrohrsänger

Teichrohrsänger

06 Neuntöter

Neuntöter

07 Star an Bruthöhle

Star an Bruthöhle

08 Kleiber-Bruthöhle

Kleiber-Bruthöhle

09 Fütternder Baumläufer

Fütternder Baumläufer

10 Fütternder Hausrotschwanz

Fütternder Hausrotschwanz

11 Fütternde Wiesenschafstelze

Fütternde Wiesenschafstelze

12 Schwarzspechtweibchen

Schwarzspechtweibchen

13 Singender Feldschwirl

Singender Feldschwirl

14 Bache mit Frischlingen

Bache mit Frischlingen

15 Bettelndes Storchenküken

Bettelndes Storchenküken

16 Jungstorchduo Mitte Mai

Jungstorchduo Mitte Mai

17 Toter Jungstorch am Nestrand

Toter Jungstorch am Nestrand

18 Jungstorchduo Ende Mai

Jungstorchduo Ende Mai

Anfang Mai ließ der Limikolenzug in der Landbachaue merklich nach, um bis Mitte des Monats dann nahezu gänzlich zu versiegen. Ein kurzes Gastspiel gaben noch zwei Rotschenkel und zum Monatsende ein einzelner Grünschenkel. Auch der viel beachtete Löffler beendete nach 36 Tagen seinen Aufenthalt in der Landbachaue. Direkt nach dem Löffler schaute noch für einen Tag ein Seidenreiher vorbei, wie der Löffler auch eine Schreitvogel, allerdings in der Landbachaue häufiger zu sehen.

Aber auch ohne Watvögel ist der Mai der beobachtungsreichste Monat im Jahr. Ließen sich bis zum Abbau des Schutzzaunes so gut wie keine Kiebitze blicken, erschien direkt nach dem Zaunabbau ein Kiebitzpaar in der Landbachaue und war bis Monatsende nahezu täglich zu sichten – auch innerhalb des für sie vormals vorgesehenen Areals.

Blicken ließen sich im Mai auch die sonst eher verborgenen Nachtigallen und Rohrsänger, beides Arten mit einem spürbaren Bestandsrückgang gegenüber den Vorjahren. Ebenfalls ein Bestandsrückgang ist bei den Anfang Mai aus ihrem Winterquartier eingetroffenen Neuntötern festzustellen. Von dieser Art fehlt nach unseren Aufzeichnungen in diesem Jahr mindestens die Hälfte der Vögel.

Eine gewaltige Bestandszunahme war im Mai bei den Staren festzustellen. Nahezu jede Baumhöhle im Auengebiet wird von dieser Art zur Brut genutzt, die übrig gebliebenen Höhlen teilen sich vor allem Meisen, Kleiber und Baumläufer, Arten mit erfreulichen Beständen. Auch Hausrotschwanz und Wiesenschafstelze geben ihr Bestes für ihre Arterhaltung und scheinen, zumindest im Auengebiet, wenig gefährdet.

Den ganzen Mai über in der Landbachaue zu sehen, oder zumindest mit ihren typischen Rufen zu hören, waren zwei Schwarzspechte – Männchen und Weibchen, die allerdings nie gemeinsam gesichtet wurden. Diese Spechtart brütet üblicherweise in Waldgebieten, die Landbachaue dürfte für sie nach der einschlägigen Lehre als Bruthabitat eher nicht geeignet sein.

Anders sieht es beim Feldschwirl aus, der in der Landbachaue durchaus gute Brutbedingungen vorfindet. Dieser extrem scheue Grassänger war den ganzen Mai über, vor allem in den Abendstunden, durch seinen typisch sirrenden Gesang in zwei Revieren zu lokalisieren. Sichtungen sind allerdings Glückssache, denn die Schwirle sind stets gut gedeckt in der Vegetation dicht über dem Boden und im schwindenden Tageslicht mehr zu erahnen als zu sehen.

Nicht zu übersehen war im Mai  dagegen eine Rotte Wildschweine, bestehend aus vier Bachen und mindestens 15 Frischlingen. Ohne große Scheu zeigte sich die Bande wiederholt am hellichten Tage im Ostteil der Aue den staunenden Passanten.

Bei den Störchen in der Landbachaue dauerte es bis zum 4. Mai, bis der erste Kükenkopf über dem Nestrand zu sehen war. Drei Tage später konnten wir dann drei Küken zählen, davon ein Küken mit einer erheblichen Verletzung im Scheitelbereich – vermutlich von einem Fremdstorchangriff, denn das Nest wurde häufig von anderen, unverpaarten Störchen attackiert. An den Folgetagen war immer nur zwei Küken zu sehen und Mitte Mai entdeckten wir das dritte Küken tot und schon leicht mumifiziert am äußeren Nestrand hängend.

Wie schon der April war auch der Mai kein guter Monat für die Störche. Würmer waren wegen der andauernden Trockenheit kaum erreichbar, Mäuse waren in der hohen Vegetation (die Wiesenmahd war erst spät im Monat angelaufen) auch kaum aufzutreiben und Frösche sind allenfalls nur unregelmäßiger Beifang für die Adebare. Blieben in der Auswahl vor allem nur Insekten, mit denen allein ein Storch nur schwer über die Runden kommt, zumal wenn ein hungriger Nachwuchs mit zu versorgen ist. Wie schon im April waren daher bei jeder landwirtschaftlichen Tätigkeit auf den Äckern Storchenansammlungen im Schlepptau der Traktoren. Vor allem die laufenden Beregnunganlagen der Landwirte wirkten auf die Störche der Region wie Magnete.So konnten wir gegen Monatsende auf einem beregneten Schnittlauchacker westlich der Landbachaue über 120 Störche zählen, die sich natürlich aus dem weiteren Umkreis zur Würmerjagd versammelt hatten. Bei Dämmerungsbeginn löste sich die Versammlung dann auf und flog zu ihren Nest- und Schlafplätzen. Gut zwei Drittel der Störche flog dann auch in Richtung West, also Richtung Biebesheim, ab, wo es bekanntermaßen eine starke Storchenpopulation gibt.

Bleibt jetzt auf günstigere Witterungsbedingungen und das verbundene verbesserte Nahrungsangebot für die Störche zu hoffen, ansonsten könnte es für den diesjährigen Storchennachwuchs – zumindest in der Region – kritisch werden.

19 Storcheninvasion

Storcheninvasion

Mai 062017
 

Foto: NABU/Tino Westphal – Abbau des e-Zaunes beim Kiebitzprojekt Landbachaue

Keine guten Nachrichten: In diesem Jahr gab es sehr wenig Kiebitz-Aktivitäten, keine Brutversuche im Bereich der Landbachaue. Der Elektrozaun wurde heute abgebaut. 

Möglicherweise kommen wir zu spät mit dem Kiebitz-Schutzprojekt in der unmittelbaren Nachbarschaft.

Wir werden das Projekt überdenken – möglicherweise können wir unsere Freunde vom NABU Ried  im Gebiet des Fängenhoffelds unterstützen. Aber auch dort macht die zunehmende Flächenversiegelung unter Folie den letzten Kiebitzen das Leben immer schwerer. 

Teilnehmer: Roland, Salem und Tino.

Apr 302017
 
01 Kuckuck

Fotos: Willi Benz – Kuckuck

02 Möchsgrasmücke

Möchsgrasmücke

03 Schwarzkehlchen

Schwarzkehlchen

04 Blaukehlchen

Blaukehlchen

05 Braunkehlchen

Braunkehlchen

06 Bruchwasserläufer

Bruchwasserläufer

07 Kampfläufer

Kampfläufer

08 Grünschenkel

Grünschenkel

09 Flussregenpfeifer

Flussregenpfeifer

10 Bekassine

Bekassine

11 Kiebitz

Kiebitz

12 Löffler

Löffler

13 Graugansnachwuchs

Graugansnachwuchs

14 Nilgansnachwuchs

Nilgansnachwuchs

15 Hungrige Störche

Hungrige Störche

16 Nachwuchs geschlüpft

Nachwuchs geschlüpft

Der nahezu den ganzen April aus nördlichen Richtungen wehende Wind verzögerte die Rückkehr vieler Brutvogelarten. Ausgenommen war der Kuckuck, der schon am 3. April, und damit früher als in der Vorjahren, in der Landbachaue zu sehen und vor allem zu hören war. Erste Schwarzkehlchen waren bereits im März zurückgekehrt, Blaukehlchen folgten nun ab der zweiten Aprildekade und zum Aprilende konnte ein balzendes Paar Braunkehlchen gesichtet werden – eine besonders erfreuliche Beobachtung, da landesweit seit geraumer Zeit ein Besorgnis erregender Rückgang dieser Schmätzerart registriert wird.

Zögerlich und in geringerer Anzahl trafen im April Mönchsgrasmücke, Dorngrasmücke, Klappergrasmücke, Teichrohrsänger, Pirol und – besonders auffällig – Nachtigallen ein. Dennoch gab es bei der Vogelstimmenwanderung am 23. April mit 41 beobachteten Vogelarten ein ganz passables Ergebnis.

Auch die von ihren Winterquartieren in die nördlich gelegenen Brutgebiete ziehenden Watvogelarten waren im April von der Wetterlage beeinflusst. Den ganzen Monat über waren Waldwasserläufer, Bruchwasserläufer, Kampfläufer, Grünschenkel, Flussregenpfeifer und Bekassinen zu sichten, die in der Landbachaue einen Zwischenstopp auf ihrer Reise einlegten, um ihre Energievorräte für die Weiterreise nach Norden aufzufüllen. Nahezu gänzlich ausgeblieben waren in diesem Jahr die Kiebitze, von denen Ende April lediglich zwei Vögel bei ihrer Nahrungssuche in der Aue zu sehen waren.

Für einiges Aufsehen unter den Vogelbeobachtern sorgte ein ab Mitte April in der Landbachaue zu beobachtender Löffler, ein in unserer Region sehr seltener Schreitvogel aus der Familie der Ibisse. Vereinzelte Beobachtungen dieser Vogelart gab es zwar schon in der Landbachaue,  aber selbst die einschlägigen Experten rätseln, was diesen Vogel jetzt zu einer längeren Verweildauer bewegt.

Bei den Gänsen in der Aue gab es im April moderaten Nachwuchs. Fünf Grauganspaare hatten jeweils zwischen drei und neun Küken und lediglich ein Nilganspaar hatte Nachwuchs – allerdings mit 18 Küken in stattlicher Größe.

Die Störche mussten im trockenen April viel Zeit und Energie in ihre Nahrungssuche investieren. Ihre Hauptbeute in diesem Monat, Regenwürmer, hatten sich in die tieferen und feuchten Bodenschichten zurückgezogen und waren kaum erreichbar. Nur wo eine Bearbeitung der Äcker statt fand war mit Beute zu rechnen und so war nahezu jeder Traktor auf den Äckern von kleineren und größeren Storchentrupps (bis zu 50 Vögeln!) begleitet.

Das Storchenpaar in der Landbachaue blieb gerade noch in seinem Terminplan. Am 27. April war am Verhalten des Brutpaares erkennbar, dass der Nachwuchs geschlüpft war. Brutbeginn war am 25. März, die Brutdauer war demnach 34 Tage – die Obergrenze für eine reguläre Brut. Bis Mitte Mai wird der Storchennachwuchs dann über dem Nestrand zu sehen sein, bis dahin bleibt es spannend.

Apr 232017
 
Eröffnung Frank Gröhl 3

Fotos: NABU/Tino Westphal – Exkursionsleiter Frank Gröhl führt in die Veranstaltung ein.

Unter Leitung von Frank Gröhl treffen sich zu sehr frischer Morgenstunde die Vogelliebhaber auf dem Parkplatz am Erlensee.

Immer wieder bleibt die Gruppe stehen und lauscht – in der Landbachaue herrscht ein Stimmengewirr. 

 Wegen der anhaltenden Trockenheit kamen auch einige Limikolen vor die Ferngläser, Spektive und Kameras. Der Löffler (Platalea leucorodia) als echte Besonderheit wurde vom NABU extra nochmals an die Landbachaue zitiert.

Zwei schöne Fotos von der Begehung von Grünschenkel (Tringa nebularia) und Kuckuck (Cuculus canorus) wurden uns von Roland Tichai zur Verfügung gestellt.

Foto: Roland Tichai –
Grünschenkel (Tringa nebularia)

Foto: Roland Tichai –
Kuckuck (Cuculus canorus)

Ein Fotobericht zur Veranstaltung findet sich auf der Webseite des Lernorts Natur http://www.lernort-natur-fasanenlache.de/veranstaltungen.html

Apr 162017
 

Foto: Dr. Gernot Wagner – Löffler an der Landbachaue.

Bei den Vogelfreunden hat es sich schon herumgesprochen: an der  Landbachaue wurde als absolute Raritär in unseren Gefilden ein Löffler (Platalea leucorodia) gesichtet.

Systematisch wird mit dem flachen Schnabel der Grund des Sees halbkreisförmig nach Fressbarem abgesucht.

Bei Dämmerungsbeginn wurde der Vogel oberhalb der Holzbrücke beim typischen Durchseihen des Flachwassers nach Nahrung beobachtet.

Mittlerweile hat der seltene Gast, der allerdings schon im vergangen Jahr an zwei Tagen im Frühjahr und Sommer kurz auf dem Durchzug zu sehen war, bei Vogelbeobachtern für einigen Zulauf in der Aue gesorgt.

 

Mrz 312017
 
01 Krick- und Löffelente

Fotos: Willi Benz – Krick- und Löffelente

02 Pfeifentenerpel

Pfeifentenerpel

03 Waldwasserläufer

Waldwasserläufer

04 Flussregenpfeifer

Flussregenpfeifer

05 Singdrossel

Singdrossel

06 Wiesenpieper

Wiesenpieper

07 Mäusebussard

Mäusebussard

08 Schwarzmilan

Schwarzmilan

09 Rohrweihe

Rohrweihe

10 Fischadler

Fischadler

11 Nestausbau

Nestausbau

12 Kopulation

Kopulation

13 Neuankömmlinge

Neuankömmlinge

14 Eindringling im Anflug

Eindringling im Anflug

15 Entspanntes Brutpaar

Entspanntes Brutpaar

Im März blieb die Wasservogelpopulation in der Landbachaue überschaubar. Der Graugansbestand pegelte sich bei ca. 50 Vögeln ein, Kanada- und Nilgänse blieben an den meisten Tagen im einstelligen Bereich. Auch von den Stockenten waren meist nur wenige Vögel zu sichten und die bis zu 20 in der Aue überwinternden Krickenten werden im April zu ihren Brutgebieten abreisen. Kurzzeitige Gäste waren im März einige Löffelenten, die ihren Namen dem recht gewaltigen Schnabel verdanken und auch einige Paare der hübsch gefärbten Pfeifenten.

Auch Watvögel machten sich im März rar. Bis auf einen einsamen Waldwasserläufer, der den ganzen Winter über zu sehen war, konnten lediglich eine Bekassine und ein einzelner Flussregenpfeifer beobachtet werden. Kiebitzbeobachtungen gab es über den gesamten März leider keine.

Spannender war es im März bei der Rückkehr der Singvögel aus dem Winterquartier. Vor allem Zilpzalp (Weidenläubsänger) und Singdrossel kamen in größerer Anzahl in der Landbachaue und waren nicht mehr zu überhören. Auch Rohrammern, Schwarz- und Blaukehlchen waren bis zum Monatsende wieder in ihren Brutrevieren in der Aue, während durchziehende Trupps von Feldlerchen und Wiesenpiepern der Landbachaue nur kurze Stippvisiten abstatteten.

Bei den Greifvögeln bekamen die in der Aue ganzjährig sesshaften Mäusebussarde im März wieder Verstärkung durch Schwarzmilane, Rohrweihen und einen weiteren Rotmilan und auch einer der seltenen Fischadler ließ sich bei seiner Beutesuche im Rüttelflug über den Wasserflächen beobachten.

Das im Februar zurückgekehrte Storchenpaar forcierte Anfang März den Ausbau seines reparierten Nest für die anstehende Brutsaison. Gegen Monatsmitte fiel auf, dass der männliche Storch merklich mager wirkte. Auffälligkeiten im Verhalten dieses Storches waren nicht zu erkennen und Nahrungsmangel war auch auszuschließen. Wir führen diesen Gewichtsverlust des Storchs auf den Stress durch die umfangreichen Bauarbeiten  am Nest und die Kräfte zehrende Abwehr und Vertreibung der vielen seit Monatsanfang auftauchenden „Fremdstörche“ zurück.

Am 25. März startete das Storchenpaar mit seiner diesjährigen Brut, der siebten in Folge, das Schlüpfen des Nachwuchses erwarten wir mit Spannung in der letzten Aprilwoche.

Feb 282017
 
01 Graugansbestand Anfang Februar

Fotos: Willi Benz – Graugansbestand Anfang Februar

02 Rostgänse

Rostgänse

03 Ankunft des männlichen Brutstorches

Ankunft des männlichen Brutstorches

04 Bauversuche

Bauversuche

05 Hausherr (li.) mit neuer Partnerin

Hausherr (li.) mit neuer Partnerin

06 Nahrungssuche mit der Neuen

Nahrungssuche mit der Neuen

07 Badetag

Badetag

08 Gefiedertrocknung nach dem Bad

Gefiedertrocknung nach dem Bad

09 Altes Brutpaar wieder vereint

Altes Brutpaar wieder vereint

10. Fette Beute Regenwurm

Fette Beute Regenwurm

11 Rückgekehrter Rotmilan

Rückgekehrter Rotmilan

Auch im Februar gaben die Graugänse in der Landbachaue einige Rätsel auf. Nachdem im Vormonat Januar nahezu kein Graugänse in der Aue zu beobachten waren, zeigten sich ab Anfang Februar wieder zwischen 50 bis 200 dieser Wildgänse, um dann ab dem 19. Februar wieder – bis auf tageweise einzelne Vögel – wieder zu verschwinden. Derartige Populationsschwankungen, zumal kurz vor Beginn der Brutzeit dieser Gänseart, waren in dem bisherigen Beobachtungszeitraum ab 2011 noch nicht festzustellen. Über einen Zusammenhang mit dem zweiten Vogelgrippefall in der Landbachaue kann allenfalls nur spekuliert werden.

Die in wesentlich geringerer Anzahl in der Landbachaue beheimateten Nil- und Kanadagänse bekamen Ende Februar einen Kurzbesuch von einem Rostganspaar, einer Art, die im asiatischen Raum beheimatet ist und in Mitteleuropa den sogenannte Neozoen zugerechnet wird.

Ab Mitte Februar war die Landbachaue wieder vom Eis befreit, auch auf den stehenden Gewässerabschnitten, und bis Ende des Monats zeigte sich, dass das sechswöchige Frostwetter in Verbindung mit dem Wintersportbetrieb auf den westlichen Eisflächen Tribut gefordert hat. Die in diesem Bereich vorhandenen drei Reviere der Wasserralle wurden offensichtlich infolge der Störungen aufgegeben und der seit vier Jahren hier beheimatete flugunfähige Kormoran (eine fehlende Handschwinge) wurde ebenfalls nachhaltig vertrieben und ist vermutlich verhungert. Ebenfalls Opfer der frostigen Witterung sind die Eisvögel in der Landbachaue, die schon ab Mitte Januar nicht mehr zu sehen waren. Bekanntermaßen brechen die lokalen Bestände dieser bunt schillernden Vogelart bei Frostperioden schnell zusammen und es bleibt dann nur auf eine neue Zuwanderung dieser Art in den folgenden Sommermonaten zu hoffen.

Erfreulich hingegen war im Februar die wohlbehaltene Rückkehr des Storchenpaares der Landbachaue. Der männliche Brutstorch kehrte bereits am 3. Februar, und damit früher als in den Vorjahren aus seinem Winterquartier zurück und war sicherlich über sein Mitte Januar vom Sturmtief Egon zerstörtes Nest entsetzt. Noch am Tag seiner Ankunft startete der Storch aber die Versuche, auf dem nackten Mastkopf ein neues Nest zu bauen – ein nahezu hoffnungsloses Unterfangen, da das angeschleppte Nistmaterial keinen Halt fand und immer wieder herab stürzte.

Mit der Montage des reparierten Nestkorbs am 8. Februar konnte dem Baumeister aber erfolgreich unter die Flügel gegriffen werden und bis Ende des Monats war das Nest dann für das kommende Brutgeschäft nahezu komplett ausgebaut und vorbereitet.

Die Brutstörchin aus den vergangenen Jahren traf dann am 15. Februar, also 12 Tage nach ihrem Partner, in der Landbachaue ein. Wie schon im Vorjahr hatte ihr Gefährte diese Zeit genutzt und sich zwischenzeitlich eine neue Partnerin angelacht. Mit der Rückkehr der Brutstörchin war diese Romanze aber, ebenfalls wie im Vorjahr, schlagartig beendet und das fremde Storchenweibchen außer Sichtweite vertrieben.

Auch die erneute Rückkehr des Rotmilans in die Landbachaue gehörte zu den positiven Beobachtungen im Februar. Dieser streng geschützte Greifvogel gehört zu den „Arten nationaler Verantwortlichkeit Deutschlands“  und ist alljährlich in der Landbachaue vertreten.             

Feb 212017
 

Tote Graugans vom 12.02.2017

Auch bei der am 12. Februar 2017 tot auf der westlichen Wasserfläche in der Landbachaue treibenden Graugans haben die Untersuchungen des Hessischen Landeslabors Gießen und des Friedrich-Loeffler-Instituts in Riems das Vogelgrippevirus H5N8 nachgewiesen. Insgesamt gibt es aktuell in Hessen 14 neue Vogelgrippefälle, davon allein 11 in Südhessen.

Trotz kritischer Sicht des NABU, des WAI und vieler ornithologischen Experten orientiert das zuständige Hessische Umweltministerium seine Erlasse und Anordnungen zum Umgang mit der Vogelgrippe weiterhin an den in Fachkreisen mittlerweile hoch umstrittenen Risikoeinschätzungen und Empfehlungen des Friedrich-Loeffler-Instituts.