Mai 062017
 

Foto: NABU/Tino Westphal – Abbau des e-Zaunes beim Kiebitzprojekt Landbachaue

Keine guten Nachrichten: In diesem Jahr gab es sehr wenig Kiebitz-Aktivitäten, keine Brutversuche im Bereich der Landbachaue. Der Elektrozaun wurde heute abgebaut. 

Möglicherweise kommen wir zu spät mit dem Kiebitz-Schutzprojekt in der unmittelbaren Nachbarschaft.

Wir werden das Projekt überdenken – möglicherweise können wir unsere Freunde vom NABU Ried  im Gebiet des Fängenhoffelds unterstützen. Aber auch dort macht die zunehmende Flächenversiegelung unter Folie den letzten Kiebitzen das Leben immer schwerer. 

Teilnehmer: Roland, Salem und Tino.

Apr 302017
 
01 Kuckuck

Fotos: Willi Benz – Kuckuck

02 Möchsgrasmücke

Möchsgrasmücke

03 Schwarzkehlchen

Schwarzkehlchen

04 Blaukehlchen

Blaukehlchen

05 Braunkehlchen

Braunkehlchen

06 Bruchwasserläufer

Bruchwasserläufer

07 Kampfläufer

Kampfläufer

08 Grünschenkel

Grünschenkel

09 Flussregenpfeifer

Flussregenpfeifer

10 Bekassine

Bekassine

11 Kiebitz

Kiebitz

12 Löffler

Löffler

13 Graugansnachwuchs

Graugansnachwuchs

14 Nilgansnachwuchs

Nilgansnachwuchs

15 Hungrige Störche

Hungrige Störche

16 Nachwuchs geschlüpft

Nachwuchs geschlüpft

Der nahezu den ganzen April aus nördlichen Richtungen wehende Wind verzögerte die Rückkehr vieler Brutvogelarten. Ausgenommen war der Kuckuck, der schon am 3. April, und damit früher als in der Vorjahren, in der Landbachaue zu sehen und vor allem zu hören war. Erste Schwarzkehlchen waren bereits im März zurückgekehrt, Blaukehlchen folgten nun ab der zweiten Aprildekade und zum Aprilende konnte ein balzendes Paar Braunkehlchen gesichtet werden – eine besonders erfreuliche Beobachtung, da landesweit seit geraumer Zeit ein Besorgnis erregender Rückgang dieser Schmätzerart registriert wird.

Zögerlich und in geringerer Anzahl trafen im April Mönchsgrasmücke, Dorngrasmücke, Klappergrasmücke, Teichrohrsänger, Pirol und – besonders auffällig – Nachtigallen ein. Dennoch gab es bei der Vogelstimmenwanderung am 23. April mit 41 beobachteten Vogelarten ein ganz passables Ergebnis.

Auch die von ihren Winterquartieren in die nördlich gelegenen Brutgebiete ziehenden Watvogelarten waren im April von der Wetterlage beeinflusst. Den ganzen Monat über waren Waldwasserläufer, Bruchwasserläufer, Kampfläufer, Grünschenkel, Flussregenpfeifer und Bekassinen zu sichten, die in der Landbachaue einen Zwischenstopp auf ihrer Reise einlegten, um ihre Energievorräte für die Weiterreise nach Norden aufzufüllen. Nahezu gänzlich ausgeblieben waren in diesem Jahr die Kiebitze, von denen Ende April lediglich zwei Vögel bei ihrer Nahrungssuche in der Aue zu sehen waren.

Für einiges Aufsehen unter den Vogelbeobachtern sorgte ein ab Mitte April in der Landbachaue zu beobachtender Löffler, ein in unserer Region sehr seltener Schreitvogel aus der Familie der Ibisse. Vereinzelte Beobachtungen dieser Vogelart gab es zwar schon in der Landbachaue,  aber selbst die einschlägigen Experten rätseln, was diesen Vogel jetzt zu einer längeren Verweildauer bewegt.

Bei den Gänsen in der Aue gab es im April moderaten Nachwuchs. Fünf Grauganspaare hatten jeweils zwischen drei und neun Küken und lediglich ein Nilganspaar hatte Nachwuchs – allerdings mit 18 Küken in stattlicher Größe.

Die Störche mussten im trockenen April viel Zeit und Energie in ihre Nahrungssuche investieren. Ihre Hauptbeute in diesem Monat, Regenwürmer, hatten sich in die tieferen und feuchten Bodenschichten zurückgezogen und waren kaum erreichbar. Nur wo eine Bearbeitung der Äcker statt fand war mit Beute zu rechnen und so war nahezu jeder Traktor auf den Äckern von kleineren und größeren Storchentrupps (bis zu 50 Vögeln!) begleitet.

Das Storchenpaar in der Landbachaue blieb gerade noch in seinem Terminplan. Am 27. April war am Verhalten des Brutpaares erkennbar, dass der Nachwuchs geschlüpft war. Brutbeginn war am 25. März, die Brutdauer war demnach 34 Tage – die Obergrenze für eine reguläre Brut. Bis Mitte Mai wird der Storchennachwuchs dann über dem Nestrand zu sehen sein, bis dahin bleibt es spannend.

Apr 232017
 
Eröffnung Frank Gröhl 3

Fotos: NABU/Tino Westphal – Exkursionsleiter Frank Gröhl führt in die Veranstaltung ein.

Unter Leitung von Frank Gröhl treffen sich zu sehr frischer Morgenstunde die Vogelliebhaber auf dem Parkplatz am Erlensee.

Immer wieder bleibt die Gruppe stehen und lauscht – in der Landbachaue herrscht ein Stimmengewirr. 

 Wegen der anhaltenden Trockenheit kamen auch einige Limikolen vor die Ferngläser, Spektive und Kameras. Der Löffler (Platalea leucorodia) als echte Besonderheit wurde vom NABU extra nochmals an die Landbachaue zitiert.

Zwei schöne Fotos von der Begehung von Grünschenkel (Tringa nebularia) und Kuckuck (Cuculus canorus) wurden uns von Roland Tichai zur Verfügung gestellt.

Foto: Roland Tichai –
Grünschenkel (Tringa nebularia)

Foto: Roland Tichai –
Kuckuck (Cuculus canorus)

Ein Fotobericht zur Veranstaltung findet sich auf der Webseite des Lernorts Natur http://www.lernort-natur-fasanenlache.de/veranstaltungen.html

Apr 162017
 

Foto: Dr. Gernot Wagner – Löffler an der Landbachaue.

Bei den Vogelfreunden hat es sich schon herumgesprochen: an der  Landbachaue wurde als absolute Raritär in unseren Gefilden ein Löffler (Platalea leucorodia) gesichtet.

Systematisch wird mit dem flachen Schnabel der Grund des Sees halbkreisförmig nach Fressbarem abgesucht.

Bei Dämmerungsbeginn wurde der Vogel oberhalb der Holzbrücke beim typischen Durchseihen des Flachwassers nach Nahrung beobachtet.

Mittlerweile hat der seltene Gast, der allerdings schon im vergangen Jahr an zwei Tagen im Frühjahr und Sommer kurz auf dem Durchzug zu sehen war, bei Vogelbeobachtern für einigen Zulauf in der Aue gesorgt.

 

Mrz 312017
 
01 Krick- und Löffelente

Fotos: Willi Benz – Krick- und Löffelente

02 Pfeifentenerpel

Pfeifentenerpel

03 Waldwasserläufer

Waldwasserläufer

04 Flussregenpfeifer

Flussregenpfeifer

05 Singdrossel

Singdrossel

06 Wiesenpieper

Wiesenpieper

07 Mäusebussard

Mäusebussard

08 Schwarzmilan

Schwarzmilan

09 Rohrweihe

Rohrweihe

10 Fischadler

Fischadler

11 Nestausbau

Nestausbau

12 Kopulation

Kopulation

13 Neuankömmlinge

Neuankömmlinge

14 Eindringling im Anflug

Eindringling im Anflug

15 Entspanntes Brutpaar

Entspanntes Brutpaar

Im März blieb die Wasservogelpopulation in der Landbachaue überschaubar. Der Graugansbestand pegelte sich bei ca. 50 Vögeln ein, Kanada- und Nilgänse blieben an den meisten Tagen im einstelligen Bereich. Auch von den Stockenten waren meist nur wenige Vögel zu sichten und die bis zu 20 in der Aue überwinternden Krickenten werden im April zu ihren Brutgebieten abreisen. Kurzzeitige Gäste waren im März einige Löffelenten, die ihren Namen dem recht gewaltigen Schnabel verdanken und auch einige Paare der hübsch gefärbten Pfeifenten.

Auch Watvögel machten sich im März rar. Bis auf einen einsamen Waldwasserläufer, der den ganzen Winter über zu sehen war, konnten lediglich eine Bekassine und ein einzelner Flussregenpfeifer beobachtet werden. Kiebitzbeobachtungen gab es über den gesamten März leider keine.

Spannender war es im März bei der Rückkehr der Singvögel aus dem Winterquartier. Vor allem Zilpzalp (Weidenläubsänger) und Singdrossel kamen in größerer Anzahl in der Landbachaue und waren nicht mehr zu überhören. Auch Rohrammern, Schwarz- und Blaukehlchen waren bis zum Monatsende wieder in ihren Brutrevieren in der Aue, während durchziehende Trupps von Feldlerchen und Wiesenpiepern der Landbachaue nur kurze Stippvisiten abstatteten.

Bei den Greifvögeln bekamen die in der Aue ganzjährig sesshaften Mäusebussarde im März wieder Verstärkung durch Schwarzmilane, Rohrweihen und einen weiteren Rotmilan und auch einer der seltenen Fischadler ließ sich bei seiner Beutesuche im Rüttelflug über den Wasserflächen beobachten.

Das im Februar zurückgekehrte Storchenpaar forcierte Anfang März den Ausbau seines reparierten Nest für die anstehende Brutsaison. Gegen Monatsmitte fiel auf, dass der männliche Storch merklich mager wirkte. Auffälligkeiten im Verhalten dieses Storches waren nicht zu erkennen und Nahrungsmangel war auch auszuschließen. Wir führen diesen Gewichtsverlust des Storchs auf den Stress durch die umfangreichen Bauarbeiten  am Nest und die Kräfte zehrende Abwehr und Vertreibung der vielen seit Monatsanfang auftauchenden „Fremdstörche“ zurück.

Am 25. März startete das Storchenpaar mit seiner diesjährigen Brut, der siebten in Folge, das Schlüpfen des Nachwuchses erwarten wir mit Spannung in der letzten Aprilwoche.

Feb 282017
 
01 Graugansbestand Anfang Februar

Fotos: Willi Benz – Graugansbestand Anfang Februar

02 Rostgänse

Rostgänse

03 Ankunft des männlichen Brutstorches

Ankunft des männlichen Brutstorches

04 Bauversuche

Bauversuche

05 Hausherr (li.) mit neuer Partnerin

Hausherr (li.) mit neuer Partnerin

06 Nahrungssuche mit der Neuen

Nahrungssuche mit der Neuen

07 Badetag

Badetag

08 Gefiedertrocknung nach dem Bad

Gefiedertrocknung nach dem Bad

09 Altes Brutpaar wieder vereint

Altes Brutpaar wieder vereint

10. Fette Beute Regenwurm

Fette Beute Regenwurm

11 Rückgekehrter Rotmilan

Rückgekehrter Rotmilan

Auch im Februar gaben die Graugänse in der Landbachaue einige Rätsel auf. Nachdem im Vormonat Januar nahezu kein Graugänse in der Aue zu beobachten waren, zeigten sich ab Anfang Februar wieder zwischen 50 bis 200 dieser Wildgänse, um dann ab dem 19. Februar wieder – bis auf tageweise einzelne Vögel – wieder zu verschwinden. Derartige Populationsschwankungen, zumal kurz vor Beginn der Brutzeit dieser Gänseart, waren in dem bisherigen Beobachtungszeitraum ab 2011 noch nicht festzustellen. Über einen Zusammenhang mit dem zweiten Vogelgrippefall in der Landbachaue kann allenfalls nur spekuliert werden.

Die in wesentlich geringerer Anzahl in der Landbachaue beheimateten Nil- und Kanadagänse bekamen Ende Februar einen Kurzbesuch von einem Rostganspaar, einer Art, die im asiatischen Raum beheimatet ist und in Mitteleuropa den sogenannte Neozoen zugerechnet wird.

Ab Mitte Februar war die Landbachaue wieder vom Eis befreit, auch auf den stehenden Gewässerabschnitten, und bis Ende des Monats zeigte sich, dass das sechswöchige Frostwetter in Verbindung mit dem Wintersportbetrieb auf den westlichen Eisflächen Tribut gefordert hat. Die in diesem Bereich vorhandenen drei Reviere der Wasserralle wurden offensichtlich infolge der Störungen aufgegeben und der seit vier Jahren hier beheimatete flugunfähige Kormoran (eine fehlende Handschwinge) wurde ebenfalls nachhaltig vertrieben und ist vermutlich verhungert. Ebenfalls Opfer der frostigen Witterung sind die Eisvögel in der Landbachaue, die schon ab Mitte Januar nicht mehr zu sehen waren. Bekanntermaßen brechen die lokalen Bestände dieser bunt schillernden Vogelart bei Frostperioden schnell zusammen und es bleibt dann nur auf eine neue Zuwanderung dieser Art in den folgenden Sommermonaten zu hoffen.

Erfreulich hingegen war im Februar die wohlbehaltene Rückkehr des Storchenpaares der Landbachaue. Der männliche Brutstorch kehrte bereits am 3. Februar, und damit früher als in den Vorjahren aus seinem Winterquartier zurück und war sicherlich über sein Mitte Januar vom Sturmtief Egon zerstörtes Nest entsetzt. Noch am Tag seiner Ankunft startete der Storch aber die Versuche, auf dem nackten Mastkopf ein neues Nest zu bauen – ein nahezu hoffnungsloses Unterfangen, da das angeschleppte Nistmaterial keinen Halt fand und immer wieder herab stürzte.

Mit der Montage des reparierten Nestkorbs am 8. Februar konnte dem Baumeister aber erfolgreich unter die Flügel gegriffen werden und bis Ende des Monats war das Nest dann für das kommende Brutgeschäft nahezu komplett ausgebaut und vorbereitet.

Die Brutstörchin aus den vergangenen Jahren traf dann am 15. Februar, also 12 Tage nach ihrem Partner, in der Landbachaue ein. Wie schon im Vorjahr hatte ihr Gefährte diese Zeit genutzt und sich zwischenzeitlich eine neue Partnerin angelacht. Mit der Rückkehr der Brutstörchin war diese Romanze aber, ebenfalls wie im Vorjahr, schlagartig beendet und das fremde Storchenweibchen außer Sichtweite vertrieben.

Auch die erneute Rückkehr des Rotmilans in die Landbachaue gehörte zu den positiven Beobachtungen im Februar. Dieser streng geschützte Greifvogel gehört zu den „Arten nationaler Verantwortlichkeit Deutschlands“  und ist alljährlich in der Landbachaue vertreten.             

Feb 212017
 

Tote Graugans vom 12.02.2017

Auch bei der am 12. Februar 2017 tot auf der westlichen Wasserfläche in der Landbachaue treibenden Graugans haben die Untersuchungen des Hessischen Landeslabors Gießen und des Friedrich-Loeffler-Instituts in Riems das Vogelgrippevirus H5N8 nachgewiesen. Insgesamt gibt es aktuell in Hessen 14 neue Vogelgrippefälle, davon allein 11 in Südhessen.

Trotz kritischer Sicht des NABU, des WAI und vieler ornithologischen Experten orientiert das zuständige Hessische Umweltministerium seine Erlasse und Anordnungen zum Umgang mit der Vogelgrippe weiterhin an den in Fachkreisen mittlerweile hoch umstrittenen Risikoeinschätzungen und Empfehlungen des Friedrich-Loeffler-Instituts.  

Feb 182017
 
Kiebitzpolder 5 10x15s

Fotos: NABU/Tino Westphal – Einsatz im Kiebitzpolder

Sieben Aktivisten des NABU Seeheim-Jugenheim stellten in der Landbachaue einen Elektrozaun auf, der Kiebitzen einen Schutzraum für eine Brut bieten soll.

Jetzt hoffen wir darauf, dass Kiebitze dieses Angebot annehmen. Ganz in der Nähe gab es 2015 einen Bruterfolg.

Unabhängig davon wollen wir in unserem Bereich (Pfungstadt, Bickenbach, Alsbach-Hähnlein) alle Kiebitzbewegungen erfassen, damit wir weitere Erfahrungen zu dem Vogel und seinem Aufenthalt sammeln.

Kiebitz-Beobachtungen bittet der NABU Seeheim ab sofort bis Ende Mai 2017 zu melden an Willi Benz und Roland Tichai (Anzahl, Ort, Flug- bzw. Zugrichtung, Besonderheiten). Von besonderem Interesse wäre natürlich, wenn der Kiebitz sich an einem Standort länger aufhält, Balzverhalten zeigt oder gar brütet.

Bitte Meldungen per Mail an

benz.bickenbach@gmail.com

oder

Roland.Tichai@t-online.de

Ende März und Ende April werden Zwischenberichte und Ende Mai/Anfang Juni dann einen Abschlussbericht veröffentlicht.

 

Jan 312017
 
01 Winterliche Auenlandschaft

Fotos: Willi Benz – Winterliche Auenlandschaft

02 Rastende Wasservögel vor dem Wintersportbetrieb

Rastende Wasservögel vor dem Wintersportbetrieb

03 Größenvergleich Stock- und Krickente

Größenvergleich Stock- und Krickente

04 Krickente (Erpel)

Krickente (Erpel)

05 Mandarinente

Mandarinente

06 Silberreiher auf Nahrungssuche

Silberreiher auf Nahrungssuche

07 Silberreiher mit Schmuckfedern

Silberreiher mit Schmuckfedern

08 Harte Zeit für Graureiher

Harte Zeit für Graureiher

09 Eisvogel am Kanal

Eisvogel am Kanal

10 Nutria im Schneetreiben

Nutria im Schneetreiben

11 Nutria an Brombeere

Nutria an Brombeere

12 Bekassine

Bekassine

13 Weibliche Kornweihe

Weibliche Kornweihe

14 Sperber auf Ansitz

Sperber auf Ansitz

15 Rastender Mäusebussard

Rastender Mäusebussard

Das frostige Winterwetter des Januars forderte der Tierwelt in der Landbachaue einiges ab. Zur Monatsmitte hatten die stehenden Wasserabschnitte schnell eine geschlossenene Eisdecke und fielen somit als Nahrungsquelle aus. Durch den ab Mitte Januar einsetzenden und im Natura 2000/EU-Vogelschutzgebiet Landbachaue unzulässigen(!) Wintersportbetrieb wurde zudem den Wasservögeln, insbesondere den Gänsen, die bei dieser Witterung dringend notwendigen Rast- und Ruheflächen entzogen.

Stockenten, Krickenten und Pfeifenten wichen notgedrungen in den weniger zugänglichen Innenbereich der Landbachaue aus, um dem Trubel auf den Eisflächen  im westlichen Gebiet weit möglichst zu entgehen. Exotischer Entenbesuch erschien mit dem Auftauchen einer männlichen Mandarinente, die mit ihrer Farbenvielfalt für einen nicht übersehbaren Farbtupfer in der Aue sorgte. Für die Gänse, die auf offene und frei überschaubare Rast- und Ruheflächen angewiesen sind, blieb in der zweiten Januarhälfte in der Landbachaue kein Raum mehr.

Die gefrorenen Böden und die vereisten Wasserflächen zwangen die Grau- und Silbereiher zur Nahrungssuche in den eisfreien Bachabschnitten; ebenso erging es den Eisvögeln, die sogar die kanalisierten Bachabschnitte auf der wenig erfolgreichen Suche nach Beute abflogen. Länger anhaltende Frostperioden können bei diesen Vogelarten leicht zu einem Zusammenbrechen von lokalen Populationen führen.

Auch die Nutria der Landbachaue hatten ihren Kampf mit dem Januarwetter. Auf ständige Nahrungszufuhr angewiesen, machten sie sich sogar über die Blätter und selbst die dornigen Stiele der Brombeerhecken her. Auch diese, ursprünglich aus Südamerika stammende Nagerart wird durch frostige Witterung oft stark dezimiert.

Erfreulich waren im Januar die mehrfachen Sichtungen von Bekassinen, die mit ihren langen Schnäbeln an den eisfreien Bachrändern nach Nahrung stocherten. Ein guter Jahresanfang und begründete Hoffnung, dass sich diese stark gefährdete Schnepfenart dauerhaft in der Landbachaue etablieren wird.

Ebenso erfreulich war die Beobachtung einer weiblichen Kornweihe, die den heimischen Turmfalken, Sperbern und Mäusebussarden für ein paar Tage Gesellschaft leistete und bei ihren Suchflügen dicht über dem Boden atemberaubende Flugmanöver zeigte.