Aug 312017
 
01 Klein und Groß in der Augustsonne

Fotos: Willi Benz – Klein und Groß in der Augustsonne

02 Feldsperling

Feldsperling

03 Junge Grünfinken

Junge Grünfinken

04 Rotmilane

Rotmilane

05 Mäusebussard

Mäusebussard

06 Bekassinen

Bekassinen

07 Waldwasserläufer

Waldwasserläufer

08 Grünschenkel

Grünschenkel

09 Flussuferläufer

Flussuferläufer

10 Junger Nachtreiher

Junger Nachtreiher

11 Junger Purpurreiher

Junger Purpurreiher

12 Brutpaar der Landbachaue

Brutpaar der Landbachaue

Im August waren die diesjährigen Brutergebnisse der Singvögel in der Landbachaue ganz gut erkennbar. Reichlich Nachwuchs war bei den Finkenarten wie Feldsperling, Grünfink, Bluthänfling und Stieglitz zu sichten. Bei den mehr auf Insektennahrung spezialisierten Arten wie Rohrsänger, Meisen, Schwarz- und Blaukehlchen ist die diesjährige Reproduktionsrate dagegen eher spärlich. Es kann spekuliert werden, dass dies mit dem allgemein beklagten Insektenschwund zusammen hängt. Andererseits hatten andere Insektenspezialisten wie Rauchschwalbe, Neuntöter, Bach- und Schafstelze wiederum recht zahlreichen Nachwuchs. Auffällig in diesem Jahr war, dass ab Mitte August nahezu der gesamte Neuntöterbestand in der Landbachaue nicht mehr zu sichten und offensichtlich frühzeitig in die Winterquartiere abgereist war. Bisher waren die Neuntöter stets bis weit in den September hinein zu sehen.

Auch der Nachwuchs der Greifvögel ließ sich im August in der Landbachaue blicken. Nach unseren Beobachtungen gab es in diesem Jahr, neben den bereits im Juli beobachteten Wanderfalken, bei den Rotmilanen einen Jungvogel, bei den Mäusebussarden mindestens vier Junge und auch zwei junge Turmfalken. Junge Schwarzmilane gab es in in diesem Jahr hingegen nicht zu sichten.

Durchziehende Limikolen (Watvögel) waren im August in der Landbachaue nahezu täglich bei ihrer Nahrungssuche an den westlichen Gewässerflächen zu sehen. Sicher bestimmen und zuordnen konnten wir Bekassinen, Waldwasserläufer, Grünschenkel, Flussuferläufer und Alpenstrandläufer. Bei weiten Entfernungen und ungünstigen Lichtverhältnissen (Dämmerung oder Gegenlicht) wird die Artbestimmung allerdings sehr schwierig, sodass dem Beobachter durchaus einige weitere Arten entgehen können.

Highlights im August waren ein junger (diesjähriger) Nachtreiher und ein ebenso junger Purpurreiher. Der junge Nachtreiher, der zu den stark bedrohten Vogelarten gehört, pendelte anfangs zwischen Landbachaue und dem Zusammenfluss des Landbachs im Bickenbacher Ortskern. In den letzten Augusttagen war er dann nur noch in der Bickenbacher Bahnhofstraße zu sichten, wo er tagsüber überwiegend ruhend zu sehen war und bei Dämmerung im Landbach auf die Jagd nach kleinen Fischen ging. Der junge Purpurreiher konnte ebenfalls Ende August, allerdings ausschließlich in der Landbachaue, gesichtet werden. Dieser Vogel zeigte sich sehr scheu und es war überhaupt die Erstsichtung dieser ebenfalls stark gefährdeten Reiherart in der Aue.

Nach der Abreise der beiden Jungstörche Ende Juli rückte das Brutpaar der Landbachaue im August wieder näher zusammen. Die beiden Elternstörche konnte man den ganzen Monat über vereint bei der Nahrungssuche auf den Äckern und den Wasserflächen rund um ihr Nest beobachten. Auf ihrer Reise in die Winterquartiere durchziehende Storchentrupps von bis zu 70 Vögeln bereiteten dem heimischen Storchenpaar allerdings einigen Stress. Insbesondere in den Abendstunden, wenn die Fremdlinge nach geeigneten Schlafplätzen suchten, musste das Auenpaar sein Nest verteidigen und die Fremdlinge abwehren, die dann mit Schlafstellen auf den Pappeln oder auch den Strommasten vorlieb nehmen mussten. Bis Ende September müsste der Storchenzug weitgehend abgeschlossen sein und auch das Paar in der Landbachaue dürfte dann auf seinem Weg in den Süden sein.

13 Zugstörche

Zugstörche

14 Zugstörche suchen Abkühlung

Zugstörche suchen Abkühlung

15 Nahrungssuche im Seichtwasser

Nahrungssuche im Seichtwasser

16 Begehrter Schlafplatz für Gäste

Begehrter Schlafplatz für Gäste

Aug 282017
 

Foto: Tjade Brinkmann – Nachtreiher in Bickenbach

Mit einem frischen Foto bestätigt wurde ein jungen/diesjährigen Nachtreiher (Nycticorax nycticorax) in Bickenbach. Erstaunlich, dass sich dieser an sich recht scheue Vogel mitten im Ort zeigte. Eine erste Sichtung von einem Hähnleiner Beobachter war gestern 27.8.2017 gegen Mittag in der östlichen Landbachaue, noch am Vormittag des 28.8.2017 hielt sich der sehr seltene gewordene Reiher in der Landbachaue auf.

Herzlichen Dank für die Zusendung an Tjade Brinkmann.

Nachtrag vom 30.8.2017: Der Nachtreiher hat die Pendelei zwischen Landbachaue und dem Ortskern Bickenbach  aufgegeben und jetzt festen Wohnsitz im Ort bezogen. Video: Willi Benz.

 

Aug 222017
 

Foto: NABU/Willi Benz – Landbachaue – Neuer Dammabschnitt

Der Wasserverband Modaugebiet hat heute Morgen (22.08.2017) den Uferbruch in der Ostaue erneut geschlossen. Es wurden zwar wieder Sandsäcke eingebaut, die aber rückseitig mit Kanaldielen und Robinienpfählen gestützt sind und eine dicke Erdabdeckung haben. Die Kühe dürften diesen Damm nicht mehr so leicht zerstören können.

Foto: NABU/Willi Benz – Landbachaue – Bauarbeiten am neuen Damm

Landbachaue im Juni – Störstein im Landbach und Bruchstelle nach dem Gewitterregen m 22.7.2017

Heute Abend zeigte diese Abdichtung schon Wirkung, der Wasserspiegel in der Westaue war um mindestens 10 cm gestiegen.

trocken gefallener Landbach im Juli 2017

Im Juli 2017 war
der vom Wasserverband Modaugebiet erstmals reparierte Sandsackdamm durch die Rinder beschädigt und am 22. Juli bei der starken Wasserführung des Bachs nach Gewitterregen erneut gebrochen. Die zertretenen Sandsäcke wurden von dem stark fließenden Wasser ausgeschwemmt. Begünstigt wurde diese Situation durch den Störstein im Bachbett, der den Strömungsdruck auf den Damm leitete. Dadurch wurden weite Teile der Ostaue geflutet, während die Westlichen Teile der Landbachaue wieder unter Wassermangel litten. Siehe dazu auch den Bericht vom Juni 2017.

Jul 312017
 
01 Viel Trubel am Wasser

Fotos: Willi Fuchs – Viel Trubel am Wasser.

02 Jagender Graureiher

Jagender Graureiher

03 Jagender Silberreiher

Jagender Silberreiher

04 Reiherenten

Reiherenten

05 Grünschenkel

Grünschenkel

06 Nutrianachwuchs

Nutrianachwuchs

07 Mutterschiff

Mutterschiff

08 Nutriababy

Nutriababy

09 Neuntöter-Fütterung

Neuntöter-Fütterung

10 Starenschwarm

Starenschwarm

11 Junger Wanderfalke mit Star

Junger Wanderfalke mit Star

Die Gewitterregen im Juli ließen den Wasserspiegel der stehenden Gewässerabschnitte im Westen der Landbachaue zeitweise wieder ansteigen, dankbar von den Wasservögeln angenommen. Gänsen, Enten und Reihern bevölkerten die Wasserflächen und auch die im Juli durchziehenden Gäste – Reiherenten, Waldwasserläufer, Bruchwasserläufer, Grünschenkel usw. – nutzten die Wasserflächen zur Nahrungssuche und Rast.

Eine regelrechte Attraktion im Juli waren zwei Nutriamütter mit ihren insgesamt zehn Jungen, die vor ihrem Bau direkt an der Holzbrücke zu beobachten waren. Viele Besucher der Aue erfreuten sich an dem munteren Treiben dieser Nager, die nur bei Flussmuscheln eine Ausnahme bei ihrer ansonsten rein vegetarischen Ernährung machen.

Bis Ende Mai gab es nur wenige Sichtungen von Neuntötern und ein starker Rückgang dieser Würgerart war zu befürchten. Dies änderte sich in der Folgezeit und im Juli ergaben unsere Zählungen, dass im gesamten Auengebiet mindestens zehn Neuntöterreviere besetzt waren, in denen emsig der Nachwuchs gefüttert wurde.

Imponierend waren im Juli die Beobachtung der großen Starenschwärme, die allabendlich ihre Schlafplätze in der Landbachaue aufsuchten. Wolken von mehreren tausend Staren fielen dann in die Büsche und Schilfgebiete ein und das Gezeter dieser Starenmassen übertönte dann alle übrigen Geräusche. Dieses Treiben lockten die sonst nur sporadisch zu sehenden Wanderfalken an. Diese Greife holten sich nahezu an jedem Abend ihre Beute aus den Starenschwärmen und rupften sie auf den Masten der Stromtrassen. Mehrfach zu sehen war eine komplette Wanderfalkenfamilie, zwei Elternvögel mit ihren zwei diesjährigen Jungen.

Highlight im Juli war aber ein diesjähriger Schwarzstorch, der auf seinem Zug in den Süden für zwei Tage Station in der Landbachaue machte und hier auch auf den Pappeln übernachtete. Tagsüber mischte sich der Schwarzstorch unter die Weißstörche, mit denen er auf gemeinsame Nahrungssuche ging.

Schwarzstorch

15 Erster Ausflug der Jungstörche

Erster Ausflug der Jungstörche

16 Erster Höhenflug

Erster Höhenflug

17 Jungstörche auf Insektenjagd

Jungstörche auf Insektenjagd

18 Letzter Abend der Jungstörche

Letzter Abend der Jungstörche

Die beiden Jungstörche der Landbachaue starteten am 4. Juli, nach einer normalen Nestlingszeit von 68 Tagen, ihren Erstflug. Allzu weit ging dieser erste Ausflug nicht, nur gut 300 Meter zum Rand der Wasserfläche, wo das Duo eine Weile herum stand und nicht allzu viel mit der neuen Umgebung anzufangen wusste. Nach kurzer Zeit ging es dann auch schnell wieder zum Nest zurück.

Für den zweiten Tag stand für die die Jungstörche der erste Höhenflug auf dem Stundenplan. Animiert durch ihre Eltern und bei schönem Wetter mit günstiger Thermik schraubten sich die beiden Jungstörche über ihrem Nest in die Höhe, ständig überwacht von den Altvögeln, die etliche Meter höher flogen und ihre Sprösslinge überwachten. Dieser erste Höhenflug der Jungstörche war noch arg unbeholfen, insbesondere bei den Kurven kamen die Anfänger schnell ins Trudeln und die fehlende Flugerfahrung war nicht zu übersehen.

In der Folgezeit waren die beiden Jungstörche stets gemeinsam im Umkreis von knapp einem Kilometer des Nests zu sehen. Bei ihrer Nahrungssuche konzentrierten sie sich überwiegend auf die Stoppeläcker (Mäuse) und vor allem auch auf die Insektenjagd auf Gras- und Wiesenflächen.

Letztmals konnten wir das Jungstorchduo am Abend des 29. Juli beobachten. Am Folgetag kehrten nur noch die beiden Elternstörche zur Übernachtung auf das Nest zurück. Die Jungstörche waren demnach abgereist, um sich zunächst den anderen Jungstörchen in der Region anzuschließen, mit denen sie dann gemeinsam allmählich und instinktgesteuert in Richtung Süden ziehen.

 

Jul 282017
 

Foto: Roland Tichai – Weißstorch-Treff in der Landbachaue

Ende Juli sammeln sich immer mehr Weißstörche in großen Gruppen über der Landbachaue. In spätestens zwei Wochen werden die meisten Richtung Südwesten nach Spanien ziehen. Das ist dann ein deutliches Zeichen, daß der Sommer sich dem Ende zuneigt. Verstärkt wird dieses Bild durch den ersten Silberreiher, der jetzt wieder in der Landbachaue zu sehen ist.

Jun 302017
 
01 Wassermangel

Fotos: Willi Benz – Wassermangel

02 Toter Wildkarpfen

Toter Wildkarpfen

03 Schwarzmilan

Schwarzmilan

04 Rotmilan

Rotmilan

05 Krähenattacke

Krähenattacke

06 Baumfalke

Baumfalke

07 Zwergtaucher

Zwergtaucher

08 Stockentennachwuchs

Stockentennachwuchs

09 Juveniler Flussregenpfeifer

Juveniler Flussregenpfeifer

10 Junger Grünspecht

Junger Grünspecht

12 Rauchschwalben

Rauchschwalben

13 Getreideernte

Getreideernte

14 Schattenspender

Schattenspender

15 Relaxte Jungstörche

Relaxte Jungstörche

16 Artenvielfalt in der Aue - Reh, Graureiher und Kiebitze

Artenvielfalt in der Aue – Reh, Graureiher und Kiebitze

Der heiße und niederschlagsarme Juni ließ die Wasserflächen im westlichen Teil der Landbachaue stark schrumpfen und teilweise auch trocken fallen. Der extrem niedrige Wasserstand hatte einige Opfer im Bestand der Wildkarpfen gekostet. Mindestens fünf verendete kapitale Fische dieser Art, die in ihrer reproduzierenden Wildform in Deutschland nur noch im hessischen Rhein und seinen Zuflüssen existiert, waren bis Monatsende zu sichten. Schade nicht nur um diese Fische, sondern auch um ihren Laich und ihre Jungfische, die mit in die Nahrungskette (u. a. für den Eisvogel) und das etablierte Ökosystem in der Landbachaue gehören.

Die Fischkadaver lockten vor allem Schwarzmilane, Rotmilane und Rabenkrähen an. Regelrechte Kämpfe um die Fischreste waren zu beobachten, insbesondere die Krähen versuchten immer wieder den weitaus größeren und stärkeren Greifen die willkommene Beute streitig zu machen.

Erfreulich waren im Juni vereinzelte Sichtungen von Baumfalken. Diese hübsch gezeichnete kleine Falkenart ist auf die Jagd auf größere Insekten, vor allem Libellen, spezialisiert und zeigt dabei spektakuläre Flugmanöver über den Wasserflächen. An einem Juniabend wirbelten gleich vier Baumfalken durch den westlichen Teil der Aue, leider war aufgrund ihrer hohen Geschwindigkeit nicht festzustellen, ob bereits diesjährige Jungvögel darunter waren.

Ebenfalls erfreulich war die Beobachtung, dass sich im Juni wieder mal zwei Zwergtaucher in der Landbachaue sehen ließen. Diese kleine Taucherart war in den zurück liegenden Jahre ständig in der Aue zu sehen und hatte dort auch erfolgreich gebrütet.

Bei den Stockenten war bis Ende Juni ein erschreckend geringer Bruterfolg zu verzeichnen. Zu zählen waren lediglich drei Stockenten mit ihren insgesamt 17 Entenküken – viel zu wenig für die Erhaltung dieser bisher häufigsten Entenart und eine Rechtfertigung, dass die Stockente hinsichtlich ihrer Gefährdung in die Vorwarnliste aufgenommen wurde.

Eine, allerdings heimlich erhoffte Überraschung lieferten die Flussregenpfeifer, die das ganze Frühjahr über in der Landbachaue zu beobachten waren. Ende Juni ließen sich, neben den Elternvögeln, zwei Jungvögel dieser kleinen Regenpfeiferart sichten.

Weniger Überraschung bot der zahlreiche Grünspechtnachwuchs, der im Juni mit den Elternvögeln oft lautstark auf Nahrungssuche war. Von dieser häufigen Spechtart, die gerne am Boden nach Ameisen und anderen Insekten sucht, gibt es in der Landbachaue einen recht stabilen Bestand.

Im Juni wurde auch die erste Brut der als gefährdet eingestuften Rauchschwalben flügge. Erfreuliche viele Jungschwalben konnten bei der Fütterung, die sowohl im Flug als auch auf den Weidenzäunen erfolgt, gezählt werden. Diese Schwalbenart findet derzeit noch ausreichend Brutplätze in den landwirtschaftlichen Gehöften rund um die Aue.

Die im Juni anlaufende Getreideernte gehört immer zu den Highlights im Lauf des Weißstorchjahrs. Gerade die ersten abgeernteten Stoppeläcker locken die Adebare aus der näheren und weiteren Umgebung magisch an und man konnte die Störche gut bei der Jagd nach ihrer Lieblingsbeute, Mäuse, beobachten. An manchen Tagen waren bis zu 70 Störche auf einem einzigen Acker zu sichten, darunter auch das Brutpaar der Landbachaue, das aber immer sein Nest mit den beiden bis zum Monatsende noch nicht flüggen Jungen im Auge behielt. An den allzu heißen Tagen wurden die beiden Jungstörche nicht nur mit Nahrung und Wasser versorgt, ein Elternstorch sorgte dann fast immer für einigermaßen Schatten für den Nachwuchs, der im fortgeschrittenen Jungstorchalter allerdings gut mit Hitze zurecht kommt. Vielleicht eine etwas übertriebene Fürsorglichkeit des Brutpaares, das ja im Mai ein Küken, vermutlich durch einen Fremdstorchangriff, verloren hatte und den verbleibenden Nachwuchs keinem Risiko aussetzen wollte.

Jun 212017
 

Foto: Willi Benz – Trockengefallene Flächen in der Landbachaue 20.6.2017 18 Uhr

Im östlichen Teil der Landbachaue gab es vor geraumer Zeit einen weiteren Durchbruch des Landbaches aus dem von Menschenhand angelegten „natürlichen“ Bachbett, so dass vermehrt Wasser in die Flächen der östlichen Aue fliesst und teilweise versickert. Bei der herrschenden Trockenheit führt das zu einer Vernässung der Ostaue auf Kosten der westlichen Bereiche, in den letzten Wochen sogar zu einem fast vollständigen Austrocknen einiger Bereiche im Westen. Die Sorge einiger Naturschützer war es nun, dass durch den Wassermangel Fische, Amphibien und Wasservögel leiden oder gar aussterben, die bisher den Westteil so zahlreich und sichtbar bevölkerten.

Sandsack-Damm in der Landbachaue

Der Wasserverband Modaugebiet hat heute Vormittag den Uferbruch in der Ostaue mit Sandsäcken abgedichtet (ein geringer Anteil Bachwasser sickert weiterhin durch diese Barriere). Erste Auswirkungen dieser Abdichtung waren heute Abend sichtbar.

Etwas höherer Wasserstand nach Regulierung in der Landbachaue 21.6.2017 19 Uhr

Wenn die Wasserführung des Landbachs weiter sinkt, kann die Westaue dennoch trocken fallen. 

Die Landbachaue bietet heute ein beeindruckend artenreiches Areal. Schlammfluren, Wasserflächen und nasses Schilfried finden sich überall. Zu einer intakten Bachaue-Landschaft gehört, dass sich das Wasser frei bewegen kann. Tatsächlich ist die strenge Regulierung unserer Fliessgewässer nachweislich einer der Gründe für den Rückgang der Artenvielfalt: Arten wie Wechselkröte, Kreuzkröte, Gelbbauchunke und Flussregepfeifer sind aus unseren Flussauen verschwunden und besiedeln wenige Ersatzlebensräume,  wie Steinbrüche und Sandgruben. Um die letzten Exemplare dort kümmert sich auch der NABU Seeheim mit der Beteiligung am Kooperationsprojekt mit dem Steinbruchbetreiber MHI. Aber ganz klar: das kann keine dauerhafte Lösung sein! Letztlich müssen wir diesen Arten wieder Raum verschaffen in unserer Landschaft, sonst besteht die Gefahr, sie für immer zu verlieren.

Größere Eingriffe in den natürlichen Gewässerlauf gerade in den wenigen Renaturierungsgebieten sollten unbedingt unterbleiben, sonst nimmt man dem Gebiet die Dynamik. Lassen wir dem Wasser seinen Lauf.

Mai 312017
 
01 Rotschenkel

Fotos: Willi Benz – Rotschenkel

02 Seidenreiher

Seidenreiher

03 Kiebitz

Kiebitz

04 Nachtigall

Nachtigall

05 Teichrohrsänger

Teichrohrsänger

06 Neuntöter

Neuntöter

07 Star an Bruthöhle

Star an Bruthöhle

08 Kleiber-Bruthöhle

Kleiber-Bruthöhle

09 Fütternder Baumläufer

Fütternder Baumläufer

10 Fütternder Hausrotschwanz

Fütternder Hausrotschwanz

11 Fütternde Wiesenschafstelze

Fütternde Wiesenschafstelze

12 Schwarzspechtweibchen

Schwarzspechtweibchen

13 Singender Feldschwirl

Singender Feldschwirl

14 Bache mit Frischlingen

Bache mit Frischlingen

15 Bettelndes Storchenküken

Bettelndes Storchenküken

16 Jungstorchduo Mitte Mai

Jungstorchduo Mitte Mai

17 Toter Jungstorch am Nestrand

Toter Jungstorch am Nestrand

18 Jungstorchduo Ende Mai

Jungstorchduo Ende Mai

Anfang Mai ließ der Limikolenzug in der Landbachaue merklich nach, um bis Mitte des Monats dann nahezu gänzlich zu versiegen. Ein kurzes Gastspiel gaben noch zwei Rotschenkel und zum Monatsende ein einzelner Grünschenkel. Auch der viel beachtete Löffler beendete nach 36 Tagen seinen Aufenthalt in der Landbachaue. Direkt nach dem Löffler schaute noch für einen Tag ein Seidenreiher vorbei, wie der Löffler auch eine Schreitvogel, allerdings in der Landbachaue häufiger zu sehen.

Aber auch ohne Watvögel ist der Mai der beobachtungsreichste Monat im Jahr. Ließen sich bis zum Abbau des Schutzzaunes so gut wie keine Kiebitze blicken, erschien direkt nach dem Zaunabbau ein Kiebitzpaar in der Landbachaue und war bis Monatsende nahezu täglich zu sichten – auch innerhalb des für sie vormals vorgesehenen Areals.

Blicken ließen sich im Mai auch die sonst eher verborgenen Nachtigallen und Rohrsänger, beides Arten mit einem spürbaren Bestandsrückgang gegenüber den Vorjahren. Ebenfalls ein Bestandsrückgang ist bei den Anfang Mai aus ihrem Winterquartier eingetroffenen Neuntötern festzustellen. Von dieser Art fehlt nach unseren Aufzeichnungen in diesem Jahr mindestens die Hälfte der Vögel.

Eine gewaltige Bestandszunahme war im Mai bei den Staren festzustellen. Nahezu jede Baumhöhle im Auengebiet wird von dieser Art zur Brut genutzt, die übrig gebliebenen Höhlen teilen sich vor allem Meisen, Kleiber und Baumläufer, Arten mit erfreulichen Beständen. Auch Hausrotschwanz und Wiesenschafstelze geben ihr Bestes für ihre Arterhaltung und scheinen, zumindest im Auengebiet, wenig gefährdet.

Den ganzen Mai über in der Landbachaue zu sehen, oder zumindest mit ihren typischen Rufen zu hören, waren zwei Schwarzspechte – Männchen und Weibchen, die allerdings nie gemeinsam gesichtet wurden. Diese Spechtart brütet üblicherweise in Waldgebieten, die Landbachaue dürfte für sie nach der einschlägigen Lehre als Bruthabitat eher nicht geeignet sein.

Anders sieht es beim Feldschwirl aus, der in der Landbachaue durchaus gute Brutbedingungen vorfindet. Dieser extrem scheue Grassänger war den ganzen Mai über, vor allem in den Abendstunden, durch seinen typisch sirrenden Gesang in zwei Revieren zu lokalisieren. Sichtungen sind allerdings Glückssache, denn die Schwirle sind stets gut gedeckt in der Vegetation dicht über dem Boden und im schwindenden Tageslicht mehr zu erahnen als zu sehen.

Nicht zu übersehen war im Mai  dagegen eine Rotte Wildschweine, bestehend aus vier Bachen und mindestens 15 Frischlingen. Ohne große Scheu zeigte sich die Bande wiederholt am hellichten Tage im Ostteil der Aue den staunenden Passanten.

Bei den Störchen in der Landbachaue dauerte es bis zum 4. Mai, bis der erste Kükenkopf über dem Nestrand zu sehen war. Drei Tage später konnten wir dann drei Küken zählen, davon ein Küken mit einer erheblichen Verletzung im Scheitelbereich – vermutlich von einem Fremdstorchangriff, denn das Nest wurde häufig von anderen, unverpaarten Störchen attackiert. An den Folgetagen war immer nur zwei Küken zu sehen und Mitte Mai entdeckten wir das dritte Küken tot und schon leicht mumifiziert am äußeren Nestrand hängend.

Wie schon der April war auch der Mai kein guter Monat für die Störche. Würmer waren wegen der andauernden Trockenheit kaum erreichbar, Mäuse waren in der hohen Vegetation (die Wiesenmahd war erst spät im Monat angelaufen) auch kaum aufzutreiben und Frösche sind allenfalls nur unregelmäßiger Beifang für die Adebare. Blieben in der Auswahl vor allem nur Insekten, mit denen allein ein Storch nur schwer über die Runden kommt, zumal wenn ein hungriger Nachwuchs mit zu versorgen ist. Wie schon im April waren daher bei jeder landwirtschaftlichen Tätigkeit auf den Äckern Storchenansammlungen im Schlepptau der Traktoren. Vor allem die laufenden Beregnunganlagen der Landwirte wirkten auf die Störche der Region wie Magnete.So konnten wir gegen Monatsende auf einem beregneten Schnittlauchacker westlich der Landbachaue über 120 Störche zählen, die sich natürlich aus dem weiteren Umkreis zur Würmerjagd versammelt hatten. Bei Dämmerungsbeginn löste sich die Versammlung dann auf und flog zu ihren Nest- und Schlafplätzen. Gut zwei Drittel der Störche flog dann auch in Richtung West, also Richtung Biebesheim, ab, wo es bekanntermaßen eine starke Storchenpopulation gibt.

Bleibt jetzt auf günstigere Witterungsbedingungen und das verbundene verbesserte Nahrungsangebot für die Störche zu hoffen, ansonsten könnte es für den diesjährigen Storchennachwuchs – zumindest in der Region – kritisch werden.

19 Storcheninvasion

Storcheninvasion

Mai 062017
 

Foto: NABU/Tino Westphal – Abbau des e-Zaunes beim Kiebitzprojekt Landbachaue

Keine guten Nachrichten: In diesem Jahr gab es sehr wenig Kiebitz-Aktivitäten, keine Brutversuche im Bereich der Landbachaue. Der Elektrozaun wurde heute abgebaut. 

Möglicherweise kommen wir zu spät mit dem Kiebitz-Schutzprojekt in der unmittelbaren Nachbarschaft.

Wir werden das Projekt überdenken – möglicherweise können wir unsere Freunde vom NABU Ried  im Gebiet des Fängenhoffelds unterstützen. Aber auch dort macht die zunehmende Flächenversiegelung unter Folie den letzten Kiebitzen das Leben immer schwerer. 

Teilnehmer: Roland, Salem und Tino.