Jan 262021
 

Wie geht nachhaltige Siedlungsentwicklung?

Der Konkurrenzdruck auf den Flächen ist enorm gewachsen. Täglich werden in Deutschland rund 60 Hektar Landschaft für Gewerbe, Wohnungsbau, Verkehr und Erholungsflächen verbraucht. Das entspricht etwa einem Einfamilienhaus pro Minute. Der Flächenverbrauch für Wohnbebauung – hier an der Bergstrasse zumeist für Ein- und Zweifamilienhäuser – geht ungebremst weiter, obwohl die Bevölkerungsdichte in Deutschland seit Jahren stagniert. Der aktuell umgesetzte B-Plan in Hähnlein nördlich Spiessgasse ist dafür geradezu typisch. Hier gibt es zudem heute keinerlei innerörtliche Infrastruktur zum Einkauf. Wachsende Zersiedlung und Wohnungsbau ohne ausreichende lokale Infrastruktur erzeugt zusätzlichen klimaschädlichen Autoverkehr und senkt die Wohnqualität, ein fataler Kreislauf wird in Gang gesetzt.

Natürlich gibt es einen hohem Druck auf die Ballungsgebiete, gleichzeitig entstehen aber im ländlichen Bereich Gebiete mit großem Leerstand an Wohnraum. Hier gibt es die Chance, dies mit aktuellen Entwicklungen wie dem Trend zum Homeoffice aufzuhalten. Gleichzeitig muss dies aber auch mit dem Erhalt von lokalem Handel und Handwerk in den Innenstädten vor Ort begleitet werden.

Zentralisierung von Arbeit auf wenige Standorte kann dabei durchbrochen werden und die Möglichkeit von Büro Sharing verringert durch kurze Anfahrtswege die Umweltbelastung.

Gleichzeitig würde dies dafür sorgen, gerade die verödeten Innenstädte von Satellitenstädten wieder zu beleben, denn die Mitbürger würden nicht nur zum Schlafen und am Wochenende hier sein, sondern auch die Mittagspausen vor Ort nutzen und so den Umsatz dort vergrößern.

Gerade innerhalb der Gemeinden an der Bergstrasse gibt viele sehr große Wohnungen, die aus verschiedenen Gründen von nur einzelnen Menschen bewohnt werden. Da müssen attraktive Tauschangebote organisiert werden.

Wir sollten der Tatsache ins Auge sehen: die Ressource Land ist endlich. Eine weitere Steigerung der Wohnfläche, die ein Mensch für sich in Anspruch nehmen kann, ist nachhaltig nicht mehr möglich. Wir müssen auf Innenentwicklung, Mehrfachnutzung von Flächen – wie Wohnungen über Gewerbe oder über Parkraum – und Verdichtung setzen, auf geschicktes Wohnraummanagement mit der vorhandener Infrastruktur. Wohnraum darf nur noch auf bereits versiegelten Flächen und möglichst Klima-schonend gebaut werden.

Wenn ausnahmsweise doch gebaut werden muss im Außenbereich, dann eigentlich nur noch, wenn dies strategisch einen Gewinn fürs Klima verspricht. Beispiel sind hier Windkraftanlagen und Infrastruktur für Bahnanlagen, wie sie auch vom NABU mitgetragen werden- natürlich häufig verbunden mit schmerzhaften Kompromissen. Für Wohnraum im Aussenbereich aber kann diese Dringlichkeit in Anbetracht der Klimakrise schon heute nicht mehr gut begründet werden. Die Gemeinden sollten hier mit gutem Beispiel vorangehen und konsequent mit dem Klimagerechten Umbau der Innenstädte beginnen.

Der NABU fordert eine Netto-Null-Verbrauch in Deutschland bis 2030. Das heisst, danach dürfen prinzipiell nur noch Flächen versiegelt werden, wenn adäquat Flächen entsiegelt und der Natur oder Landwirtschaft zurückgegeben werden.

https://www.nabu.de/imperia/md/content/nabude/nachbarnatur/200130-grundsatzprogramm-nachhaltige-siedlungsentwicklung.pdf

Aufruf: Unterstützen Sie das laufende Bürgerbegehren gegen den Bauplan „Quartier 22“. Bürger von Alsbach-Hähnlein finden in ihrem Briefkaste im Laufe dieser Woche Informationsmaterial und Unterschriftenlisten zum gestarteten Bürgerbegehren. Da wir Corona-bedingt nicht an den Haustüren das Gespräch suchen können, machen Sie sich bitte die Mühe einer Unterschrift und bringen Sie das Papier zu den angegebenen Kontaktadressen gleich um die Ecke. Jede Stimme zählt!

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