Nov 132021
 

Neuer Lebensraum für Steinkäuze – 25 Nisthilfen installiert

Foto: Steinkauzaktion auf den Eberstädter Streuobstwiesen

Darmstadt-Eberstadt –Im Osten Eberstadts liegt eine der größten Streuobstwiesen Hessens. Ein idealer Lebensraum für eine unserer kleinsten heimischen Eulen, den Steinkauz. Die AG Eulenschutz des NABU und der Freundeskreis Eberstädter Streuobstwiesen haben sich daher für ein großes Eulenschutz-Projekt zusammengetan: „Wir haben das Gebiet genau kartiert und mögliche Brutplätze für Steinkäuze lokalisiert“, beschreibt Nisse Kremser, Schutzgebietsbetreuer bei der AG Eulenschutz die Vorbereitungen. „Heute haben unsere ehrenamtlichen NABU-Helfer 25 Nisthilfen installiert und dadurch diesen wichtigen Lebensraum für Steinkäuze erschlossen. Die Eberstädter Streuobstwiesen stellen nun das größte zusammenhängende Steinkauzbrutgebiet der Darmstädter Eulenschützer da.“

Um Eulen ein attraktives Revier anzubieten reicht es aber nicht, einfach eine Nisthilfe aufzuhängen. Die Bäume müssen gepflegt und die Wiesen gemäht oder beweidet werden. Der Freundeskreis Eberstädter Streuobstwiesen kümmert sich um den Obstbaumschnitt und die Beweidungspläne in Abstimmung mit Schäfern. Damit leistet der Verein einen wichtigen Beitrag zur Artenvielfalt und zum Schutz vieler seltener Tier- und Pflanzenarten. Was bisher fehlte, waren geeignete Nistplätze für Steinkäuze, die ebenfalls typische Bewohner einer Streuobstwiese sind. Daher wurden am Samstag, den 13. November 2021, 25 neue Steinkauzröhren durch ehrenamtliche Helfer des NABU installiert. Weitere 25 Röhren sollen in den nächsten Monaten folgen. Nicht nur der Bau der Nisthilfen, auch die Kontrolle und Reparatur alter Steinkauzröhren gehört zu den Aufgaben der ehrenamtlichen Helfer des NABU.

Großer Aufwand für eine kleine Eule: Der amselgroße Steinkauz gilt in Deutschland als stark gefährdet, da Brutmöglichkeiten schwinden. Vor allem in Südhessen kann praktischer Eulenschutz viel bewirken, denn Hessen hat für den Erhalt des Steinkauzes eine hohe Bedeutung. Hier siedeln mehr als 10% des gesamtdeutschen Bestandes, rund drei Viertel dieses Landesbestandes befinden sich im Regierungsbezirk Darmstadt.

„Streuobstwiesen bieten ideale Lebensbedingungen für Steinkäuze,“ erklärt Willi Fuchs, Leiter der AG Eulenschutz. „Auf den beweideten Wiesenflächen finden sie genügend Nahrung und die Obstbäume werden gerne zum Brüten genutzt. Da junge Steinkäuze sehr gebietstreu sind, werden unsere Nisthilfen gut angenommen. Die Jungvögel siedeln sich in der Regel in einem Umkreis von zehn Kilometern von dem Ort an, an dem sie geschlüpft sind. In Pfungstadt und Griesheim haben wir bereits schöne Bruterfolge, da ist die Lage in Eberstadt als Erweiterung perfekt.“

Interessierte, die bei der Brutkontrolle, beim Bau und der Reparatur von Nisthilfen oder bei der Biotoperhaltung durch Obstbaumschnitt und Landschaftspflege helfen möchten, können sich gerne bei der AG Eulenschutz des NABU unter der E-Mail-Adresse nabuageulen@web.de melden.

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