Mai 252014
 

Keine Bebauung der letzten offenen Bereiche der Bergstrassenhänge

Alsbach Bebauung Im Kießling small

Der Strassenzug „Im Kießling“ ist heute Bebeauungsgrenze eines der letzten unverbauten Teilstücke der Bergstrasse.

Die Hanglagen der Bergstrasse sind besonders wertvolle Lebensräume. Klimatisch begünstigt und durch vielfältige, kleinräumige Geologie und Bewirtschaftung geprägt, bieten sie Tieren und Pflanzen Lebensraum, die anderswo kaum noch vorkommen.

Leider sind nur noch wenige Reste dieser Landschaft erhalten, fast überall haben sich die Ortschaften entlang des Hanges ausgebreitet. Zwischen Seeheim und Bensheim gehen die Orte am Hang fast ineinander über, es gibt nur noch wenige schmale Lücken. Umso wichtiger ist es, diese Lücken zu bewahren!

Daher erschreckt uns die Absicht der Gemeinde Alsbach-Hähnlein am Südrand von Alsbach ein neues Baugebiet am Hang auszuweisen.

Das direkt unterhalb des Melibokus und des FFH Schutzgebietes „Kniebrecht, Melibokus und Orbishöhe bei Alsbach“ gelegen Gelände ist eine wertvoller Teil der Naturlandschaft Bergstrasse. Die artenreichen Hanglagen der Bergstrasse sind so selten geworden, dass jede Ausweitung der Bebauung in diesen Bereichen aus Naturschutzsicht energisch abgelehnt werden muss.

An den Hängen der Bergstrasse kommen viele Tieren und Pflanzen vor, die sehr selten geworden sind: Wendehals, Gartenrotschwanz, Neuntöter, Schlingnatter, Zauneidechse, Hirschkäfer, Schwalbenschwanz, Orchideen und viele mehr. Da sich die Ortschaften schon so weit ausgedehnt haben, ist der Lebensraum dieser Arten oft schon stark bedrängt, jede weitere Ausweitung der Bebauung gefährdet hier die biologische Vielfalt. Die meisten dieser Arten kommen auch in dem nun von Bebauung bedrohten Gebiet oder der direkten Umgebung vor.

Dazu kommt, dass die wenigen Lücken zwischen den Ortschaften an der Bergstrasse extrem wichtig für den biologischen Austausch zwischen den Wäldern des Odenwalds und den Lebensräumen der Ebene sind. Werden die diese Lücken nicht bewahrt, so bilden die Ortschaften schon bald eine geschlossene Barriere zwischen Odenwald und Rheinebene, die von Seeheim bis Bensheim reicht.

Wir appellieren nicht nur an die Gemeindevertreter in Alsbach-Hähnlein, ihrer Verantwortung für unser Naturerbe gerecht zu werden und die Bebauungspläne aufzugeben, sondern auch an alle anderen Entscheidungsträger der Bergstrassengemeinden, den besonderen Charakter dieser Landschaft zu erhalten.