Sep. 292026
 

Jetzt ist die beste Zeit für die Mahd der Orchideenwiesen am Seeheimer Blütenhang. Die wertvollen Trockenrasengesellschaften haben bereits ausgesamt, und an vielen Pflanzen sind noch die Samenstände der verblühten Orchideen zu sehen – darunter auch die markante Bocksriemenzunge.

Pflege für artenreiche Trockenrasen
Die Wiesen am Seeheimer Blütenhang gehören zu den besonders wertvollen, artenreichen Lebensräumen der Region. Sie werden seit vielen Jahren von den Aktiven des NABU gepflegt, damit sich seltene Pflanzen wie die Orchideen halten können und die Flächen nicht verbuschen. Durch die späte Mahd bleibt der Charakter dieser offenen, nährstoffarmen Standorte erhalten.

Fotos: NABU/Tino Westphal – Das NABU-Einsatzteam auf den Orchideenwiesen am Seeheimer Blütenhang

Die anhaltende Dürre hat den Trockenrasenpflanzen erstaunlich wenig geschadet. Gleichzeitig haben sich einige Problemarten in diesem Jahr weniger stark ausgebreitet, etwa die Kanadische Goldrute, diverse Wickenarten oder Brombeeren, die sonst auf den Flächen deutlich mehr Konkurrenz erzeugen. Das ist für den Pflegeeinsatz ein Vorteil, auch wenn es den grundlegenden Handlungsbedarf nicht ersetzt.

Wintertrieb der Bocksriemenzunge

Mit der Mahd warten wir bewusst so lange, bis die Orchideen ihre Samen verbreitet haben und der neue Wintertrieb noch klein und gut im Boden verborgen ist. So besteht kaum Gefahr, den Neuaustrieb der nächsten Orchideengeneration bei der Mahd zu beschädigen.

Der Götterbaum bleibt ein Problem
Weniger erfreulich ist die Entwicklung beim Götterbaum. Diese invasive Art bildet am Seeheimer Blütenhang inzwischen vielerorts Bestände und ist ausgesprochen trockenheitsresistent. Gerade deshalb stellt sie eine besondere Herausforderung für den Naturschutz dar, denn sie kommt mit Bedingungen zurecht, unter denen andere Arten bereits leiden. Ohne konsequente Pflege würde sich der Götterbaum weiter ausbreiten und die offenen Wiesenflächen langfristig verdrängen.

Insektenfreundlich mähen
Bei der heutigen Aktion wird wieder mit elektrischen Balkenmähern, Heckenscheren und Motorsensen gearbeitet. So lässt sich die Mahd möglichst insektenfreundlich durchführen und zugleich gezielt dort eingreifen, wo es für die Fläche notwendig ist. Das Mähgut wird anschließend sorgfältig zusammengerecht und zu Haufen geschichtet. Diese Haufen bieten im Winter Kleinsäugern und Insekten einen willkommenen Unterschlupf.

Gemeinsamer Einsatz auf den Wiesen
Besonders schön ist, dass die heutige Pflegeaktion wieder mit Unterstützung von Schülerinnen der Internationalen Schule stattand.

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