Juli 202026
 

Das Kiebitzjahr 2026 in der Landbachaue Bickenbach beginnt in Pfungstadt. In der feuchten Senke eines Getreidefeldes am Jägerhaus Pfungstadt – etwa einen Kilometer entfernt von der Landbachaue bei Bickenbach – lässt sich Anfang April 2026 ein Paar Kiebitze nieder. Es besteht Brutverdacht. Schnell koordiniert der LPV Darmstadt-Dieburg mit Landwirten, Jägern und NABU-Aktiven vor Ort die Errichtung eines Schutzzaunes um die Wasserfläche auf dem Feld. Es wird ein Terminplan mit täglicher Beobachtung erstellt. Vom NABU sind Willi Benz aus Bickenbach und Roland Tichai aus Pfungstadt dabei. Und tatsächlich kommt es Mitte Mai in der Fläche zu einer erfolgreichen Brut mit 2 Küken.

Etwas später kann auch in der Landbachaue Bickenbach bei zwei Kiebitzpaaren Brutverhalten ausgemacht werden. Es dauert aber eine ganze Weile, bis sich etwas tut. Dann sieht man die Männchen in der Fläche, wie sie ihre Warn- und Klagerufe ausstoßen, um Feinde und Angreifer von den Jungen wegzulocken. Hartnäckige Feinde werden auch angegriffen. Hier spielen die Flugkünste der Kiebitze eine große Rolle.

Es dauert eine ganze Weile, bis Ende Mai der erste junge Kiebitz gesichtet werden kann. Aber erst Ende Juni gelingen die ersten Fotos der Jungvögel. Es ist eine große Freude, sie zu beobachten. Sie werden von den Eltern aber gut behütet.

Nach und nach werden sie größer und sind jetzt auch schon alleine unterwegs.

Im hinteren Bereich des Teiches hat sich im Laufe der Zeit eine Gruppe von bis zu 25 Kiebitzen gesammelt. Sie nutzen die kleinen Inseln im Wasser. Dort sind sie sicher und haben immer Nahrung und Wasser in der Nähe. Für die Verdauung müssen Kiebitze ständig trinken, deshalb sind die Teiche der Landbachaue ideal für Brut, Jagd und Rast.

Natürlich drehen sie regelmäßig ihre Runden in der Luft. Hier sind sie wahre Künstler.

Die Kiebitze sind jetzt fast flügge. Das Bild dieses Jungvogels habe ich am 17.07.2026 aufgenommen. Die NABU-Aktiven hoffen, die Kiebitze werden noch eine ganze Weile bleiben, bevor sie sich auf ihre Wanderschaft in ihre Überwinterungsgebiete in Frankreich, Spanien und Nordafrika gehen.

Wir warten in 2027 wieder auf sie.

Text und Bilder: Roland Tichai

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