Jun 052020
 

NABU-Angebot zur Beratung wahrgenommen

Naturfreude, die eine Weise im Odenwald erworben hatten, möchten diese optimal für den Naturschutz  pflegen und waren mit der Bitte um Beratung an den NABU herangetreten.

Fotos: NABU/Stefan Leng – Naturnahe Wiesenflächen im Odenwald

Bei einer Begehung erwies sich die Wiese als ein echtes  Schmuckstück: am Wandrand an einem Hang gelegen, der zu einem Bach abfällt, findet sich hier ein Mosaik aus trockenen, feuchten, nährstoffarmen und nährstoffreichen Standorten. Dadurch ist die auch bisher offensichtlich nur extensiv genutzte Wiese mit einer großen Vielfalt an Gräsern, Kräutern und Blumen ausgestattet. Auf den trockenen Standorten oben am Hang finden sich die typische Vegetation einer magern Trockenwiese, weiter unten ist der Bewuchs etwas üppiger. Am Fuss des Hangs, kurz vor dem Bachlauf,  entstanden durch das austretende Wasser feuchte bis sumpfige Bereiche mit wieder einer ganz anderen Vegetation.

Auf der Wiese finden sich Mageriten, Frauenmantel, verschiedene Kleearten, Lichtnelken, Johanniskraut, Labkraut, Schafgarbe, verschiedene Hahnenfußarten, Skabiosen, Flockenblumen, verschiedene Ampfer…

Das  freut die Insektenwelt: trotz des feuchten Wetters  lassen sich einige Schmetterlinge sehen und der Gesang der Schrecken ist unüberhörbar.

Fotos von der Begehung am 4.6.2020 von Dietmar Christ

Hartheu-Spanner (Siona lineata), Kuckucks-Lichtnelke (Silene flos-cuculi) und Rotrandbär (Diacrisia sannio).

Unsere Empfehlungen für eine naturnahe Wiese: Nur ein bis maximal zwei mal pro Jahr mähen, möglichst nicht vor der zweiten Junihälfte.  Auf Düngung sollte verzichtet werden. Dadurch sollte die Artenvielfalt  mit der Zeit noch zunehmen.