Jan 182015
 
01 Sanierungsversuch

Foto: NABU/Tino Westphal – Sanierungsversuch

Mahmoud und Tino werden in einen  Garten gerufen, um ein seit 2 Jahren unbetreutes Bienenvolk zu übernehmen.

Aber wir kommen zu spät: das traurige Bild ist ganz typisch. Proppenvoller Honigraum, darunter eine Handvoll Bienen auf schwarzem Wabenwerk. Zu wenig, um die nächste Frostperiode zu überleben. Eine Sanierung kann bei der geringen Bienenzahl keinen Erfolg mehr erzielen. Wir müssen das Volk auflösen. Das Wabenwerk wird eingeschmolzen, die Zargen und Rähmchen werden abgeflammt.

Der verantwortungsvolle Imker weiss, dass nach spätestens 2 Jahren ohne Varroa-Behandlung jedes Bienenvolk zum Tode verurteilt ist.

Werden Grosstiere wie Schafe misshandelt oder vernachlässigt, wird jeder Spaziergänger – zu Recht – Polizei und Veterinäramt informieren. Anders bei der Honigbiene – Bienen sterben still. Die Nachbarn sagen über den Imker: „Ja, der war schon lange nicht bei seinen Bienen, aber im Sommer sind sie noch geflogen….“

Bienenhaltung ist Tierhaltung wie jede andere. Wer Hilfe braucht, weil er seinen Pflichten als Tierhalter nicht mehr nachkommen kann, möge sich rechtzeitig an einen Imkerkollegen oder -verein wenden.

Wer aber seine Bienen krepieren lässt, verdient keine Toleranz.

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