
Bei schon beinahe sommerlichem Wetter und wenig Wind – also fast perfekten Bedingungen trafen sich die Vogelfreunde bei der traditionellen Vogelstimmenwanderung des NABU Seeheim-Jugenheim. Wie immer führte die Tour durchs nördliche Seeheim und die Wiesen in den Rödern bei Seeheim bis zum Waldrand am oberen Blütenhang. Unter der fachkundigen Leitung von Torsten Rossmann, Biologe und Ornithologe aus Darmstadt, begaben sich zwölf naturinteressierte Teilnehmende auf die etwa zweistündige Exkursion.
Bereits früh am Morgen zeigte sich die Vielfalt der heimischen Vogelwelt eindrucksvoll. Insgesamt konnten 29 Arten nachgewiesen werden. Zu den häufigen und gut hörbaren Arten zählten unter anderem Amsel, Blau- und Kohlmeise, Rotkehlchen, Zilpzalp sowie die Mönchsgrasmücke. Auch typische Vertreter der Kulturlandschaft wie Elster, Rabenkrähe, Ringel- und Türkentaube waren präsent. Mit etwas Glück ließen sich zudem Arten wie Grün- und Schwarzspecht, Buntspecht, Star, Stieglitz, Girlitz, Grünfink sowie der Kernbeißer beobachten oder hören. Besonders erfreulich war auch die Beobachtung eines Rotmilans sowie eines Graureihers.
Ein ganz besonderes Highlight der Begehung war das wiederholte Rufen des Wiedehopfs, der in der Region als bemerkenswerte und nicht alltägliche Art gilt. In den Rödern konnten außerdem Wendehals und Gartenrotschwanz akustisch nachgewiesen werden, zwei Arten, die strukturreiche, halboffene Landschaften bevorzugen und als Indikatoren für hochwertige Lebensräume gelten.
Von besonderer Bedeutung war der erstmalige Nachweis einer Zaunammer in diesem Gebiet. Diese Beobachtung stellt eine der ersten bestätigten Vorkommen an der nördlichen Bergstraße dar und unterstreicht die zunehmende Bedeutung der Region für wärmeliebende Vogelarten.

