Okt 132013
 

Versammlung wählt Gerhard Eppler erneut zum Vorsitzenden

Wetzlar. Der Biologe Gerhard Eppler aus Heppenheim ist für zwei weitere Jahre Landesvorsitzender des NABU Hessen. Auf der Landesvertreterversammlung am 13. Oktober 2013 in der Naturschutzakademie Hessen in Wetzlar wurde er von den knapp 100 Delegierten einstimmig im Amt bestätigt. Ebenfalls wiedergewählt wurden die Stellvertreter Marko Dorndorf aus Eibelshausen im Lahn-Dill-Kreis, Stefanie Stüber aus Büttelborn im Kreis Groß-Gerau und Martin Runkel aus Gießen. Auch der Schatzmeister Klaus-Dieter Seibel aus Bad Wildungen erhielt wieder das Vertrauen der Delegierten. Als Beisitzer wurden Stefanie Fester aus Kassel und Lydia Desch aus Jossgrund im Main-Kinzig-Kreis gewählt.

Als die drei wichtigsten Themen der nächsten Amtszeit nannte Gerhard Eppler die naturverträgliche Energiewende, den Schutz der biologischen Vielfalt und die Förderung des Ehrenamtes im Naturschutz. „Der NABU Hessen steht nach wie vor für das Nachhaltigkeitsziel, 2 Prozent der Landesflächen für Windenergie zur Verfügung zu stellen. Es muss aber auch klar definierte Vorrangflächen für den Schutz der biologischen Vielfalt geben“, erklärte Eppler. Von der zukünftigen Landesregierung fordert der NABU Hessen, den Schutz der Artenvielfalt zu einem ressortübergreifenden Schwerpunkt der nächsten fünf Jahre zu erklären und in den Mittelpunkt der politischen Praxis zu stellen. Für die Umsetzung des Naturschutzes vor Ort sei das Ehrenamt unverzichtbar und müsse stärker in das staatliche Handeln eingebunden werden. „Wir wünschen uns eine Landesregierung, die der Unterstützung des Ehrenamts eine hohe Priorität einräumt“, so Eppler.

Unter dem Titel „Alles gut?“ zog Prof. Eckhard Jedicke aus Bad Arolsen eine Bilanz zum 20jährigen Bestehen des Biosphärenreservates Rhön. Er zeigte auf, dass die Bevölkerung das länderübergreifende Großschutzgebiet mittlerweile gut angenommen habe und dass wichtige Naturschutzziele erreicht werden konnten. Der Wissenschaftler nannte als Beispiele die Erhaltung des Rhönschafs als alte Haustierrasse, die Steigerung des Ökolandbaus, den großen Flächenanteil von knapp 40 Prozent als europäische Vogelschutzgebiete und verschiedene erfolgreiche Artenschutz-Projekte für Wildkatze, Wachtelkönig und Wiesenpieper. Als Probleme führte Jedicke die Aufgabe von fast 50 Prozent der landwirtschaftlichen Betriebe, die steigende Inanspruchnahme von Flächen für den Siedlungsbau, das Schwinden der Artenvielfalt durch eine Intensivierung der Landwirtschaft und die ungelösten Probleme der Energiewende an. Für die Freizeitnutzung sei es dringlich, neue Lenkungskonzepte zu erarbeiten. Da es keine flächendeckende Überwachung der Entwicklung von Tier- und Pflanzenarten gebe, sei es zudem schwierig, Veränderungen der biologischen Vielfalt festzustellen. Weil die Rhön zu den 30 wichtigsten Hotspots der Artenvielfalt gehöre, trage das Land Hessen eine große Verantwortung für den Erhalt ihrer gefährdeten Tiere und Pflanzen.

Der NABU-Landesvorsitzende Eppler wies darauf hin, dass sich der NABU Hessen mit dem für das kommende Jahr geplanten Ausbau des Infozentrums „NABU-Haus am Roten Moor“ stark für die Umweltbildung im Biosphärenreservat engagiere. „Auf über 80 Quadratmeter können sich Rhönbesucher künftig über die Bedeutung von Mooren für den Erhalt der biologischen Vielfalt und den Klimaschutz informieren“, so Eppler. Der Spatenstich für den Erweiterungsbau soll im Frühjahr 2014 erfolgen.