Sep 082022
 
Fotos: J. Eckwert – „Nosferatu“-Spinne (Zoropsis spinimana)

In letzter Zeit ist in unserer Gegend mehrfach über die Sichtung von „Nosferatu“-Spinnen (Zoropsis spinimana) berichtet worden, so über Erstfunde in Darmstadt und in Griesheim. Vor einem Jahr gab es auch in Seeheim bereits eine Sichtung, und vor wenigen Tagen fand der Autor dieser Zeilen eine in seinem Haus.

Seit diesen Berichten in den lokalen Zeitungen gehen vermehrt Anrufe beim NABU ein.

Die umgangssprachlich wegen ihrer markanten Rückenzeichnung „Nosferatu“ genannte Spinne kam früher nicht nördlich der Alpen vor, sondern nur im Mittelmeerraum (also dort, wo viele von uns hinfahren, um uns mal richtig zu erholen). Die erste Sichtung in Deutschland gab es im Jahr 2005, und seitdem breitet die Nosferatu-Spinne sich nach Norden aus. Es ist nicht ganz sicher, dass diese wärmeliebende Art sich nur wegen der Erderwärmung hier etablieren konnte, denn offenbar wurde die Art bisher hauptsächlich in Häusern gefunden. Plausibel ist es aber, denn auch andere wärmeliebende Arten (Tigermücken und weitere Mücken, Bienenfresser, Käfer etc.) breiten sich in Deutschland ebenfalls aus. Dann müssten wir uns an die eigene Nase fassen, weil wir die Erderwärmung bisher nicht gestoppt haben.

Einige Menschen sind wegen dieser Spinne besorgt, denn sie kann beißen. Und ja, sie kann beim Menschen dort, wo die Haut dünner ist, diese auch durchdringen. Und nochmals ja, ihr Biss ist auch nicht ungiftig. Aber hier sind mehrere Punkte ganz wichtig. Der erste ist, dass fast alle Spinnen bei uns prinzipiell giftig sind – für ihre Beute. Das gilt auch für die sehr häufige Kreuzspinne.

Das merken wir nur in der Regel nicht, weil wir von diesen Spinnen nicht gebissen werden, unsere Haut nicht durchdrungen wird und/oder die Giftwirkung zu schwach ist. Das ist bei der Nosferatu-Spinne ein wenig anders. Aber: ihr Gift ist für uns Menschen (Allergiker vielleicht ausgenommen) nicht gefährlich! Der Biss soll dem eines leichten Bienenstichs ähneln. In aller Regel reicht es, die Bissstelle abzuwaschen, ggf. zu desinfizieren, zu kühlen, und zwei, drei Tage Geduld zu haben. Und Allergiker wissen normalerweise um ihre Allergie und können sich wappnen.

Außerdem ist Zoropsis spinimana nicht angriffslustig. Ganz im Gegenteil, bei Begegnungen mit Menschen wird sie sich zurückziehen, oder einfach ruhig sitzen bleiben (so war es bei meinem Fund). Also einfach einen Becher drüberstülpen und hinaus befördern. Oder den Staubsauger holen oder… Nur wenn Nosferatu-Spinnen sich in die Enge getrieben fühlen oder ihre Nachkommenschaft bedroht sehen, beißen sie vielleicht auch mal zu. Es liegt an uns, es gar nicht erst so weit kommen zu lassen.

Und große Sorgen oder gar Angst muss niemand vor dieser Spinne haben.

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