Aug 252016
 
Foto: Achim Bach -Weißstörche an der Landbachaue bei Bickenbach

Foto: Roland Tichai – Weißstörche an der Landbachaue bei Bickenbach

zum Artikel im Echo-Online: Störche werden im hessischen Ried zum Problem von 22.8.2016:

Kreisjägerverein Groß-Gerau warnt vor den Folgen von immer mehr Störchen. Rebhühner oder Fasane würden in ihrer Existenz bedroht, junge Hasen und Rehkitze würden attackiert. Von einer „Überpopulation“ der Störche ist die Rede.

Richtig ist, unsere Weißstörche brüten jedes Jahr erfolgreich im hessischen Ried, Südhessen besitzt wieder eine der größten Storchenpopulationen, nachdem diese schönen Vögel praktisch verschwunden waren. Auch um Hähnlein und Bickenbacher Gemarkung berichten wir regelmässig vom Wappenvogel des NABU. Tatsächlich ist die Wiederbesiedlung eine der wenigen wirklichen Erfolgsgeschichten des Naturschutzes, zeigen aber auch: erfolgreicher Naturschutz benötigt breite Akzeptanz und aktive Umsetzung von Naturschutzmassnahmen.

Die Naturschützer vom NABU beklagen die Bestandseinbrüche nicht nur  bei den jagdbaren Vögeln wie Rebhuhn oder Fasan, sondern generell bei allen Feldvögeln: auch Feldlerche und Kiebitz – früher häufig, sind heute weitgehend aus den Fluren verschwunden. Wir beobachten, dass der Kiebitz seit Jahren praktisch keinen erfolgreichen Bruten mehr im Gebiet Alsbach und Bickenbach hochbringt. Möglicherweise kommt das Kiebitz-Rettungsprojekt bei uns lokal schon zu spät und wir müssen auf den Erfolg von Rettungsmassnahmen anderswo hoffen.

Die Ursachen der Bestandsrückgänge liegen bekanntermassen nicht an irgendwelchen Überpopulationen, sondern an der Form der hochindustriell betriebenen Landwirtschaft, die dem Ried ihren Stempel aufgedrückt hat. Es kann keinen Zweifel daran geben, dass wir langfristig nach der Energiewende auch eine Agrarwende benötigen, sonst werden wir wesentliche Teile der Artenvielfalt im Ried verlieren.

Bis zu einer künftigen Agrarwende aber bleibt nichts anderes übrig, als in Zusammenarbeit der lokalen Naturschutzverbände (zu der auch die Jagdverbände gehören!) mit den Naturschutzbehörden und Kommunen Refugien der Artenvielfalt zu schaffen oder unter allen Umständen zu erhalten.

Wiederholen wir die „Erfolgsstory Weißstorch“ – bei anderen Feldbewohnern. Hier ist die Unterstützung durch die Jägerschaft hoch willkommen.

Beispiel Kiebitz: Kiebitze sind beinahe verschwunden – tun wir etwas, durch Beteiligung am laufenden Kiebitz-Projekt! Der NABU sucht Mitstreiter bei Naturschutzprojekten hier bei uns im Ried.


Die Hessenschau äussert sich zur Aufregung um die Störche:

http://hessenschau.de/panorama/aerger-im-storchenland,stoerche-102.html