Mrz 152021
 

Der Bebauungsplan „Westlich der Zwingenberger Straße, 1. Änderung“ wurde von der Gemeindevertretung von Bickenbach am 25.02.2021 beschlossen. Damit schiebt sich der Ortsrand mit seinen Auswirkungen auf das Umfeld um weitere 120 Meter vor, die Zersiedlung der Bergstraße schreitet voran. Da sich die Einflussbereiche der alten Ortskerne mittlerweile fast überall überschneiden – man spricht von einer Abschreckungswirkung über eine Entfernung von ca. 200m auf Feldvögel – verschwinden immer mehr der typischen Arten des Offenlandes und werden ersetzt durch die noch relativ häufigen Kulturfolger unter den Vögeln – die Artenvielfalt schmilzt weiter.

Aus ornithologischer Sicht gibt es dadurch in dieser ausgeprägten Ortsrandlage wenig zu sagen: Nach Aufgabe der landwirtschaftlichen Bearbeitung hat sich eine Ackerbrache entwickelt, auf der in den Wintermonaten gelegentlich Saatkrähen, Dohlen und Ringeltauben nach Nahrung suchen. In der übrigen Jahreszeit sind dort sporadisch Bluthänflinge, Stieglitze, Haus- und Feldsperlinge zu sichten, sowie auch der Turmfalke auf Mäusejagd. Bis auf die Baumreihe entlang der Berta-Benz-Straße fehlen Bäume, Sträucher oder Hecken in diesem Areal, Niststätten kann man also ausschließen.

Das Gebiet an der Ecke Zwingenberger Straße/Berta-Benz-Straße wird von Hundebesitzer:innen gern genutzt, ihre Tier frei laufen zu lassen. Ganz in der Nähe ist auch ein Sammelbehälter für Hundekot mit Ausgabe von Kotbeuteln installiert.

Der NABU lehnt Bebauungen „auf der grünen Wiese“ ab, denn wie überall beim aktuellen Bauboom an der Bergstraße frisst sich die Versiegelung der Landschaft auch hier immer weiter ins Umland voran – mit all ihren negativen Auswirkungen in Hinblick auf die Klimakrise und die Krise der Artenvielfalt.

Flächenfraß stoppen!

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