NSG “Pfungstädter Moor” und Landbachaue

 


FFH- und NSG Gebiete bei Seeheim-Jugenheim auf einer größeren Karte anzeigen

Größe 97,0 ha, ausgewiesen: 1955, novelliert: 1984

Flußschlinge des Altneckars mit Moorbereichen und Erlenbruchwald. In der Verordnung von 1955 war eine wesentlich größere Fläche ausgewiesen.

Panorama Bergstrasse und Pfundstädter Moor

Foto: NABU/Tino Westphal 23.5.2004 – Pfundstädter Moor – Blick auf das NSG von der nördlich gelegenen Hochkippe. Vor der Anlage der Rinnensysteme im NSG war das ehemalige Moor komplett trockengelegt und nach der Einleitung von Abwässern teilweise mit Brennnesseln überwuchert..

Seit den 70er Jahren des letzten Jahrhunderts ist das NSG weitgehend entwertet vor allem wegen der übermässigen Wasserentnahme im Hessischen Ried. Durch das Absinken des Grundwasserspiegels sind die umliegenden Feuchtgebiete trocken gefallen und wurden zum großen Teil zu Ackerland umgebrochen.

Das in tausenden von Jahren gewachsenen Moor wurde in wenigen Jahrzehnten vernichtet.

Zuwässerung Pfungstädter Moor

Im Rahmen des Projektes „Wiedervernässung Pfungstädter Moor“ wurde aufbereitetes Oberflächenwassers im Kernbereich des Pfungstädter Moores über mehrere Jahre eingeleitet. Das hatte eine gewisse stabilisierende Wirkung und einige Tiere und Pflanzen feuchter Standorte konnten auch trockene Jahre überdauern. Verheerende Moorbrände wie z. B. im Februar 1998 auf einer Brandfläche von 20 Hektar im „Pfungstädter Moor“, kommen seither nicht mehr vor.

Artikel dazu

Leider wurde die Wassereinleitung mit Rheinwasser nach 2014 eingestellt, so dass der dauerhafte Erhalt des Feuchtgebietes in Frage gestellt ist. Hier besteht akuter Handlungsbedarf durch das Land Hessen.

Rinnenprojekt

Seit Ende 2006 wurden in mehrere Bauphasen unter Leitung von Dr. Hans Georg Fritz von der Hessische Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz (HGON) und anderer Naturschutzverbände mehrere künstliche Rinnen und Tümpel angelegt.

Der ursprüngliche Charakter des Moores kann durch die neu angelegten Rinnensysteme nicht wieder hergestellt werden, aber die Massnahmen tragen zu einer Vernässung bei, so dass wenigstens wieder ein Feuchtgebiet mit ausgedehnten Schilfflächen entstanden ist. Die Rinnen sind heute ein Hotspot der Artenvielfalt und letzter Rückzugsort der wasserabhängigen Arten des ehemaligen Moores.

NABU Kreisverband Darmstadt hat sich für den 4. Bauabschnitt ab Herbst 2015 mit 5000 Euro als Sponsor beteiligt.

Aktuelle Bericht zum NSG Pfundstädter Moor gibt es im NABU-Blog.

Rinnen

Karte: NSG Pfundstädter Moor – Rinnensystem nach dem 3. Bauabschnitt. Quelle: Google Maps

Foto: NABU/Tino Westphal – Blick über die Renaturierungsfläche an der Landbachaue zum Melibokus

In den Bachlauf eingebaute Steinblöcke.

Der am Rand des Schutzgebietes vorbeifliessende Landbach wurde 2006/2007 auf einem kurzen Abschnitt renaturiert und aus einer Betonrinne in ein wertvolles Feuchtgebiet verwandelt- die Landbachaue bei Bickenbach.

Tafel Landbach-Renaturierung 10x15s.jpg

Tafel: Landbach-Renaturierung

Regelmässig berichten unsere Fotoreporter von Sichtungen seltener Vögel von der Landbachaue.

Landbachaue

Karte: Renaturierungsgebiet Landbachaue – Quelle: Google Maps

26.4.2015