Mai 162019
 
Bild A1 – Coccinella septempunctata

Es gibt sicher immer noch Leute, die denken, die Zahl der Punkte auf den Flügeln von Marienkäfern zeige ihr Alter an. Wir NABUs wissen es natürlich besser: es sind einfach unterschiedliche Arten. In diesem und zwei späteren Blog-Beiträgen wird ein Blick auf diese hübschen Tierchen geworfen und gezeigt, welche bei uns vor Ort vorkommen. Jetzt sind sie wieder da draußen anzutreffen, und es lohnt sich, beim Frühlingsspaziergang die Augen offen zu halten. Meist sitzen sie auf Blättern, aber durchaus auch mal an Hauswänden, auf Blüten oder an anderen Stellen.

Bild A2- Coccinella septempunctata

Einer der häufigsten Marienkäfer ist der Siebenpunkt (Coccinella septempunctata, Bild A1 + A2). Er ist fast das ganze Jahr über anzutreffen (im Winter aber nur selten). In der wärmeren Jahreszeit jagt er, wie fast alle Marienkäfer, Blattläuse und vertilgt viele von ihnen, sowohl als erwachsener Käfer wie auch schon im Larvenstadium. Der Siebenpunkt ist mit etwa 7 Millimetern recht groß und auch von daher auffällig.

Da die deutschen Artnamen oft nicht eindeutig sind, werden ab jetzt manchmal auch die wissenschaftlichen Namen verwendet. Diese, wie Coccinella septempunctata, bestehen aus einem Gattungsnamen (Coccinella) und dem Artnamen (septempunctata), der ja auch „Siebenpunkt“ bedeutet. Wer sie zum ersten Mal liest, wird sie ein wenig merkwürdig finden, aber sie sind trotzdem besser.


Bild B – Coccinella quinquepunctata

Bild C – Coccinella undecimpunctata

Viel seltener als der Siebenpunkt ist ein Marienkäfer aus der gleichen Gattung, der ebenfalls rot ist, aber nur fünf Punkte trägt und deswegen Coccinella quinquepunctata heißt (Bild B). Diesen habe ich bisher nur zwei Mal gefunden, ein Mal davon bei Nieder-Beerbach. Coccinella undecimpunctata hat elf Punkte, ihn habe ich sogar erst ein Mal entdecken können, und das war nicht in Hessen (Bild C).

Es gibt bei uns über 80 Marienkäferarten und obwohl sie äußerlich recht ähnlich sind, gehören sie vielen verschiedenen Gattungen an. Das bedeutet, dass sie weniger nahe miteinander verwandt sind als beispielsweise Esel und Zebras.


Bild D – Propylea quatuordecimpunctata

Bild E – Halyzia sedecimguttata
Bild F – Psyllobora vigintiduopunctata

Fast ebenso häufig wie der Siebenpunkt sind die drei hübschen Marienkäfer in den Bildern D, E und F, die Propylea quatuordecimpunctata (Vierzehnpunkt-Marienkäfer oder Schachbrett-Marienkäfer), Halyzia sedecimguttata (Sechzehnfleckiger Marienkäfer) und Psyllobora vigintiduopunctata (Zweiundzwanzigpunkt-Marienkäfer oder Pilz-Marienkäfer) heißen. Ersterer frisst ebenfalls Blattläuse, die anderen beiden aber Mehltau bzw. Echten Mehltau, die bei Gärtnern und Landwirten unbeliebten Pilze, die Kulturpflanzen schädigen können. Alle sind kleiner als der Siebenpunkt.

Wie man sieht, gibt es eine ganze Reihe unterschiedlicher Marienkäfer. Welchen dieser wunderschönen Farbkleckse entdecken Sie?

Fotos und Text: Jürgen Eckwert