Sep 142017
 
Dornbachteich 2

Fotos: NAJU/Tino Westphal und Jan Zeissler – Dammkrone des Dornbachteiches wird befestigt

Am Amphibieneinsatz vor einer Woche hatten wir einiges an Wasser- und Uferpflanzen aus dem zugewachsenen Amphibienteich am Seeheimer Schloß eingepackt- das Material können wir gut brauchen. Heute wird die Folie auf der Dammkrone des Dornbachteiches mit Kokosflies  und Erde abgedeckt. Die Teichfolie ist über längere Zeit empfindlich gegen Sonneneinstrahlung und Begehung. Die Dammkrone ist ein beliebter Weg für Teichbesucher.

Die Wasserpflanzen und Uferpflanzen werden in die Erdabdeckung und den Teichrand eingearbeitet.

Teilnehmer: Tino, Jan und Silas.

Dann noch ein Abstecher zum Hermelinweiher. Dort breiten sich Götterbäume aus -zum Glück eher am Nordufer, aber ein Wald sollte nicht entstehen. In 2 Wochen werden wir den Hermelinweiher komplett ablassen, denn leider wurden hier Goldfische ausgesetzt. Die gefährden unseren sonnigsten Amphibienteich so sehr, das wir keine andere Möglichkeit sehen, die wieder los zu werden.

Sep 072017
 

Schlossteich 03Der Schlossteich ist wegen des hohen Nährstoffeintrages überdüngt und entwickelt über die warme Jahreszeit entsprechend viel Pflanzenmaterial. Deshalb muss während der kalten Jahreszeit mit einer hohen Faulschlamm-Bildung und Sauerstoffmangel im Bodenbereich gerechnet werden, was sich negativ auf die Amphibien auswirkt.

Schlossteich - Bergmolche 1 10x15s

Bergmolche werden gesammelt und gleich ins Wasser zurückgesetzt

Aktive der NAJU-Gruppe (Naturschutzjugend / „Wühlmäuse“) entnehmen vorsorglich dem Gewässer überschüssiges Algen, Schilf und anderes Pflanzenmaterial. Das Material wird am Teichrand temporär zwischengelagert, damit Molche und Insektenlarven Gelegenheit haben, zurück ins Gewässer zu wandern. Die Entsorgung wird später erfolgen. 

Sehr erfreulich: Wie vor vielen Jahren schon ist der Schloßteich sehr gut besetzt mit Bergmolchen und damit eines der wichtigen Laichgewässer hier in der Gegend.

Schlossteich - Abschlussbild
Teilnehmer von NAJU/NABU: Klaus-Dieter, Mahmoud, Tino, Tobias, Jan und Silas.

Foto: Jan Zeissler – Portrait Tino

… und  Silas

Sep 022017
 
Bat-Night 09

Fotos: NABU/Tino Westphal – Bat-Night am Waldweiher in Seeheim

Superpünktlich zum Beginn der Bat-Night um 2o Uhr erschien der Große Abendsegler auf der Bühne. Gegen den klaren Abendhimmel zog diese neben dem Mausohr größte heimische Fledermaus ihre Bahn über dem Waldweiher. Die Bat-Detektoren schlagen an und wandeln die sonst unhörbaren Jagdlaute in den typischen Flip-Flop-Sound dieser Flattertiere.

Bald stimmen die Zwergfledermäuse in das Konzert ein. Mit dem Sonogramm am Laptop können neben den vielen Zwergfledermäusen auch noch eine Breitflügelfledermaus identifiziert werden. 

Bat-Night 17

Professionelle BAT-Detektoren lauschen in die Nacht.

Die Fledermaus-Experten wiesen auf die akute Gefährdung all unserer heimischen Fledermäuse durch Vergiftung ihrer Nahrung durch der industriellen Landwirtschaft und den Ausbau von Windkraftanlagen. Aber auch, wie wir konkret helfen können mit der Anlage pestizid-freier Gärten und der Duldung der wohnungssuchenden Fledermäuse in unseren Häusern.   

Zum Ende der Veranstaltung tauchen dann im Lichtschein der Taschenlampe direkt über dem Wasser die Wasserfledermäuse auf. Mit ihren hell aufblitzenden Flügelunterseiten nicht zu verwechseln mit ihren über der Wasserfläche kreisenden Verwandten.

Viel Spass hatten die großen und kleinen Fledermaus-Freunde beim Fledermaus-Quiz des NABU- natürlich gab es auch schöne Preise zu gewinnen.

Die Laute der Fledermäuse nach-hören kann man perfekt beim NABU: https://www.nabu.de/tiere-und-pflanzen/saeugetiere/fledermaeuse/arten/index.html

 

Sep 012017
 

Foto: Jan Zeissler – Wasserfrösche im Kessel

Die zwei kleinen Racker bewohnen jetzt seit knapp zwei Jahren einen Kupferkessel in  Seeheimer Garten. Zuerst nahmen sie den Gartenteich ein, wo sie auch ihren Nachwuchs hinterlassen haben und zogen darauf hin weiter in den veralgten Kupferkessel, der normalerweise als Wasserreservoir dient und hier leben sie nun.

Grünfrösche nehmen mit kleinsten Gewässern vorlieb, können im Hausgarten allerdings enorm laute Gesänge anstimmen. Schön, wenn sie dennoch geduldet werden.

Aug 312017
 
01 Klein und Groß in der Augustsonne

Fotos: Willi Benz – Klein und Groß in der Augustsonne

02 Feldsperling

Feldsperling

03 Junge Grünfinken

Junge Grünfinken

04 Rotmilane

Rotmilane

05 Mäusebussard

Mäusebussard

06 Bekassinen

Bekassinen

07 Waldwasserläufer

Waldwasserläufer

08 Grünschenkel

Grünschenkel

09 Flussuferläufer

Flussuferläufer

10 Junger Nachtreiher

Junger Nachtreiher

11 Junger Purpurreiher

Junger Purpurreiher

12 Brutpaar der Landbachaue

Brutpaar der Landbachaue

Im August waren die diesjährigen Brutergebnisse der Singvögel in der Landbachaue ganz gut erkennbar. Reichlich Nachwuchs war bei den Finkenarten wie Feldsperling, Grünfink, Bluthänfling und Stieglitz zu sichten. Bei den mehr auf Insektennahrung spezialisierten Arten wie Rohrsänger, Meisen, Schwarz- und Blaukehlchen ist die diesjährige Reproduktionsrate dagegen eher spärlich. Es kann spekuliert werden, dass dies mit dem allgemein beklagten Insektenschwund zusammen hängt. Andererseits hatten andere Insektenspezialisten wie Rauchschwalbe, Neuntöter, Bach- und Schafstelze wiederum recht zahlreichen Nachwuchs. Auffällig in diesem Jahr war, dass ab Mitte August nahezu der gesamte Neuntöterbestand in der Landbachaue nicht mehr zu sichten und offensichtlich frühzeitig in die Winterquartiere abgereist war. Bisher waren die Neuntöter stets bis weit in den September hinein zu sehen.

Auch der Nachwuchs der Greifvögel ließ sich im August in der Landbachaue blicken. Nach unseren Beobachtungen gab es in diesem Jahr, neben den bereits im Juli beobachteten Wanderfalken, bei den Rotmilanen einen Jungvogel, bei den Mäusebussarden mindestens vier Junge und auch zwei junge Turmfalken. Junge Schwarzmilane gab es in in diesem Jahr hingegen nicht zu sichten.

Durchziehende Limikolen (Watvögel) waren im August in der Landbachaue nahezu täglich bei ihrer Nahrungssuche an den westlichen Gewässerflächen zu sehen. Sicher bestimmen und zuordnen konnten wir Bekassinen, Waldwasserläufer, Grünschenkel, Flussuferläufer und Alpenstrandläufer. Bei weiten Entfernungen und ungünstigen Lichtverhältnissen (Dämmerung oder Gegenlicht) wird die Artbestimmung allerdings sehr schwierig, sodass dem Beobachter durchaus einige weitere Arten entgehen können.

Highlights im August waren ein junger (diesjähriger) Nachtreiher und ein ebenso junger Purpurreiher. Der junge Nachtreiher, der zu den stark bedrohten Vogelarten gehört, pendelte anfangs zwischen Landbachaue und dem Zusammenfluss des Landbachs im Bickenbacher Ortskern. In den letzten Augusttagen war er dann nur noch in der Bickenbacher Bahnhofstraße zu sichten, wo er tagsüber überwiegend ruhend zu sehen war und bei Dämmerung im Landbach auf die Jagd nach kleinen Fischen ging. Der junge Purpurreiher konnte ebenfalls Ende August, allerdings ausschließlich in der Landbachaue, gesichtet werden. Dieser Vogel zeigte sich sehr scheu und es war überhaupt die Erstsichtung dieser ebenfalls stark gefährdeten Reiherart in der Aue.

Nach der Abreise der beiden Jungstörche Ende Juli rückte das Brutpaar der Landbachaue im August wieder näher zusammen. Die beiden Elternstörche konnte man den ganzen Monat über vereint bei der Nahrungssuche auf den Äckern und den Wasserflächen rund um ihr Nest beobachten. Auf ihrer Reise in die Winterquartiere durchziehende Storchentrupps von bis zu 70 Vögeln bereiteten dem heimischen Storchenpaar allerdings einigen Stress. Insbesondere in den Abendstunden, wenn die Fremdlinge nach geeigneten Schlafplätzen suchten, musste das Auenpaar sein Nest verteidigen und die Fremdlinge abwehren, die dann mit Schlafstellen auf den Pappeln oder auch den Strommasten vorlieb nehmen mussten. Bis Ende September müsste der Storchenzug weitgehend abgeschlossen sein und auch das Paar in der Landbachaue dürfte dann auf seinem Weg in den Süden sein.

13 Zugstörche

Zugstörche

14 Zugstörche suchen Abkühlung

Zugstörche suchen Abkühlung

15 Nahrungssuche im Seichtwasser

Nahrungssuche im Seichtwasser

16 Begehrter Schlafplatz für Gäste

Begehrter Schlafplatz für Gäste

Aug 312017
 

Foto: NAJU/Tino Westphal – Dornbachteich

Schön viel Froschbetrieb herrscht am Dornbachteich. Tobias, Ecki und Tino „justieren“ noch etwas nach- die Folie wird an einigen Stellen unterfüttert. Der Wasserstand ist jetzt perfekt, aber die Teichfolie braucht im Uferbereich einen UV-Schutz- hilft hoffentlich auch gegen Schäden durch zu häufiges Begehen im Damm-Bereich. Kokosmatten werden helfen; abgedeckt mit feuchtigkeitsliebenden Pflanzen. Bei der nächsten Gruppenstunde holen wir uns das nötige Material zusammen.

Aug 282017
 

Foto: Tjade Brinkmann – Nachtreiher in Bickenbach

Mit einem frischen Foto bestätigt wurde ein jungen/diesjährigen Nachtreiher (Nycticorax nycticorax) in Bickenbach. Erstaunlich, dass sich dieser an sich recht scheue Vogel mitten im Ort zeigte. Eine erste Sichtung von einem Hähnleiner Beobachter war gestern 27.8.2017 gegen Mittag in der östlichen Landbachaue, noch am Vormittag des 28.8.2017 hielt sich der sehr seltene gewordene Reiher in der Landbachaue auf.

Herzlichen Dank für die Zusendung an Tjade Brinkmann.

Nachtrag vom 30.8.2017: Der Nachtreiher hat die Pendelei zwischen Landbachaue und dem Ortskern Bickenbach  aufgegeben und jetzt festen Wohnsitz im Ort bezogen. Video: Willi Benz.

 

Aug 222017
 

Foto: NABU/Willi Benz – Landbachaue – Neuer Dammabschnitt

Der Wasserverband Modaugebiet hat heute Morgen (22.08.2017) den Uferbruch in der Ostaue erneut geschlossen. Es wurden zwar wieder Sandsäcke eingebaut, die aber rückseitig mit Kanaldielen und Robinienpfählen gestützt sind und eine dicke Erdabdeckung haben. Die Kühe dürften diesen Damm nicht mehr so leicht zerstören können.

Foto: NABU/Willi Benz – Landbachaue – Bauarbeiten am neuen Damm

Landbachaue im Juni – Störstein im Landbach und Bruchstelle nach dem Gewitterregen m 22.7.2017

Heute Abend zeigte diese Abdichtung schon Wirkung, der Wasserspiegel in der Westaue war um mindestens 10 cm gestiegen.

trocken gefallener Landbach im Juli 2017

Im Juli 2017 war
der vom Wasserverband Modaugebiet erstmals reparierte Sandsackdamm durch die Rinder beschädigt und am 22. Juli bei der starken Wasserführung des Bachs nach Gewitterregen erneut gebrochen. Die zertretenen Sandsäcke wurden von dem stark fließenden Wasser ausgeschwemmt. Begünstigt wurde diese Situation durch den Störstein im Bachbett, der den Strömungsdruck auf den Damm leitete. Dadurch wurden weite Teile der Ostaue geflutet, während die Westlichen Teile der Landbachaue wieder unter Wassermangel litten. Siehe dazu auch den Bericht vom Juni 2017.

Jul 312017
 
01 Viel Trubel am Wasser

Fotos: Willi Fuchs – Viel Trubel am Wasser.

02 Jagender Graureiher

Jagender Graureiher

03 Jagender Silberreiher

Jagender Silberreiher

04 Reiherenten

Reiherenten

05 Grünschenkel

Grünschenkel

06 Nutrianachwuchs

Nutrianachwuchs

07 Mutterschiff

Mutterschiff

08 Nutriababy

Nutriababy

09 Neuntöter-Fütterung

Neuntöter-Fütterung

10 Starenschwarm

Starenschwarm

11 Junger Wanderfalke mit Star

Junger Wanderfalke mit Star

Die Gewitterregen im Juli ließen den Wasserspiegel der stehenden Gewässerabschnitte im Westen der Landbachaue zeitweise wieder ansteigen, dankbar von den Wasservögeln angenommen. Gänsen, Enten und Reihern bevölkerten die Wasserflächen und auch die im Juli durchziehenden Gäste – Reiherenten, Waldwasserläufer, Bruchwasserläufer, Grünschenkel usw. – nutzten die Wasserflächen zur Nahrungssuche und Rast.

Eine regelrechte Attraktion im Juli waren zwei Nutriamütter mit ihren insgesamt zehn Jungen, die vor ihrem Bau direkt an der Holzbrücke zu beobachten waren. Viele Besucher der Aue erfreuten sich an dem munteren Treiben dieser Nager, die nur bei Flussmuscheln eine Ausnahme bei ihrer ansonsten rein vegetarischen Ernährung machen.

Bis Ende Mai gab es nur wenige Sichtungen von Neuntötern und ein starker Rückgang dieser Würgerart war zu befürchten. Dies änderte sich in der Folgezeit und im Juli ergaben unsere Zählungen, dass im gesamten Auengebiet mindestens zehn Neuntöterreviere besetzt waren, in denen emsig der Nachwuchs gefüttert wurde.

Imponierend waren im Juli die Beobachtung der großen Starenschwärme, die allabendlich ihre Schlafplätze in der Landbachaue aufsuchten. Wolken von mehreren tausend Staren fielen dann in die Büsche und Schilfgebiete ein und das Gezeter dieser Starenmassen übertönte dann alle übrigen Geräusche. Dieses Treiben lockten die sonst nur sporadisch zu sehenden Wanderfalken an. Diese Greife holten sich nahezu an jedem Abend ihre Beute aus den Starenschwärmen und rupften sie auf den Masten der Stromtrassen. Mehrfach zu sehen war eine komplette Wanderfalkenfamilie, zwei Elternvögel mit ihren zwei diesjährigen Jungen.

Highlight im Juli war aber ein diesjähriger Schwarzstorch, der auf seinem Zug in den Süden für zwei Tage Station in der Landbachaue machte und hier auch auf den Pappeln übernachtete. Tagsüber mischte sich der Schwarzstorch unter die Weißstörche, mit denen er auf gemeinsame Nahrungssuche ging.

Schwarzstorch

15 Erster Ausflug der Jungstörche

Erster Ausflug der Jungstörche

16 Erster Höhenflug

Erster Höhenflug

17 Jungstörche auf Insektenjagd

Jungstörche auf Insektenjagd

18 Letzter Abend der Jungstörche

Letzter Abend der Jungstörche

Die beiden Jungstörche der Landbachaue starteten am 4. Juli, nach einer normalen Nestlingszeit von 68 Tagen, ihren Erstflug. Allzu weit ging dieser erste Ausflug nicht, nur gut 300 Meter zum Rand der Wasserfläche, wo das Duo eine Weile herum stand und nicht allzu viel mit der neuen Umgebung anzufangen wusste. Nach kurzer Zeit ging es dann auch schnell wieder zum Nest zurück.

Für den zweiten Tag stand für die die Jungstörche der erste Höhenflug auf dem Stundenplan. Animiert durch ihre Eltern und bei schönem Wetter mit günstiger Thermik schraubten sich die beiden Jungstörche über ihrem Nest in die Höhe, ständig überwacht von den Altvögeln, die etliche Meter höher flogen und ihre Sprösslinge überwachten. Dieser erste Höhenflug der Jungstörche war noch arg unbeholfen, insbesondere bei den Kurven kamen die Anfänger schnell ins Trudeln und die fehlende Flugerfahrung war nicht zu übersehen.

In der Folgezeit waren die beiden Jungstörche stets gemeinsam im Umkreis von knapp einem Kilometer des Nests zu sehen. Bei ihrer Nahrungssuche konzentrierten sie sich überwiegend auf die Stoppeläcker (Mäuse) und vor allem auch auf die Insektenjagd auf Gras- und Wiesenflächen.

Letztmals konnten wir das Jungstorchduo am Abend des 29. Juli beobachten. Am Folgetag kehrten nur noch die beiden Elternstörche zur Übernachtung auf das Nest zurück. Die Jungstörche waren demnach abgereist, um sich zunächst den anderen Jungstörchen in der Region anzuschließen, mit denen sie dann gemeinsam allmählich und instinktgesteuert in Richtung Süden ziehen.