Dez 072016
 

Foto: Peter Hausammann – Plakat der BI Seeheimer Wald erhalten

Der Wald in der Verlängerung der Odenwaldstrasse wird akut bedroht durch ein Bauvorhaben der Gemeinde Seeheim-Jugenheim.

680 Unterschriften von Bürgern aus Seeheim sind mittlerweile eingegangen bei der BI „Seeheimer Wald retten“ – so wird auf der Facebook-Seite der Bürgerinitiative berichtet. Ein bemerkenswertes Echo von Bürgern, die sich entschieden gegen ein neues Baugebiet im Seeheimer Gemeindewald aussprechen. Bleibt zu hoffen, dass der Bürgerwille bei den politischen Gremien in der Gemeinde gehört wird.

Der NABU Seeheim-Jugenheim möchte insbesondere den Seeheimer Naturliebhabern zeigen, welche Verluste an Artenvielfalt direkt vor unserer Haustür wir in den letzten Jahren schon hinnehmen mussten und welche Verluste wir erwarten müssen, wenn wir nichts gegen die ungebremste Bauwut im Aussenbereich unternehmen. Wir bieten im Frühjahr zwei Exkursionen mit NABU-Experten in das geplante Baugebiet:

Bitte unterstützen Sie die BI „Seeheimer Wald retten“ mit Ihrer Unterschrift.

Dez 052016
 

Holzlager im NSG Kalksandkiefernwald bei Seeheim am 5.12.2016

Unter den tonnenschweren Kiefernstämmen begraben liegen im Naturschutzgebiet Kalksandkiefernwald bei Seeheim eine ganze Reihe von botanischen Kostbarkeiten. 

Der NABU Seeheim befürchtet irreparable Schäden am Vorkommen einiger Arten, wie der Steppen-Wolfsmilch, Ausdauernder Lein, Wohlriechende Skabiose und Sand-Fingerkraut.

Hier im Naturschutzgebiet sind gerade die lichten Waldränder an den Wegen Rückzugsgebiete vieler lichtliebender Arten. Selbst wenn die Stämme bis zum Frühjahr abtransportiert werden, bleibt zu befürchten, dass die empfindlichen Pflanzen wegen der bleibenden Bodenverdichtung absterben.     

Rückegasse im NSG Kalksandkiefernwald bei Seeheim

Die Schäden bei den Rote Liste Arten wären mit vertretbarem Aufwand vermeidbar gewesen, denn die lokalen ehrenamtlichen Mitarbeiter bzw. der bestellte Landschaftspfleger kennen die Vorkommen einzelner Arten vor Ort sehr genau und arbeiten eng mit den zuständigen Behörden und HessenForst zusammen- auch um genau diese Art von Desaster zu verhindern.

NSG Kalksandkiefernwald bei Seeheim - Holzwirtschaft 2Das Vorgehen von HessenForst im NSG ist mit dem Ziel der Nachhaltigkeit im Forst nicht zu vereinbaren. Um den Schaden nicht noch größer werden zu lassen, erwarten wir von HessenForst den schnellstmöglichen Abtransport des Materials.

Zustand bei Begehung am 18.12.2016

Nov 262016
 
Waldeinsatz Breslauer Str 02

Fotos: NABU/Tino Westphal – Waldeinsatz bei Seeheim

Seit vielen Jahren hatte Frau Dr. Uta Hillesheim eines der letzten Vorkommen von Federgräsern, Sandfingerkraut und Grauer Skabiose verteidigt gegen die allgegenwärtig vordrängenden Sträucher.

Beim heutigen Einsatz wurde nun massiv aufgelichtet: Liguster, Hartriegel, Brombeere und Zwergmispel wurden im Randbereich massiv zurückgeschnitten, im Kernbereich mit den Wurzeln ausgegraben. Ein mühsames Geschäft, aber mit den vielen fleissigen Helfern zum ersten Mal umsetzbar. Denn die NABU-Aktivisten waren nicht allein: mit tatkräftiger Unterstützung vieler Helfer der Bürgerinitiative „Seeheimer Wald erhalten!“  gingen die ehrenamtlichen Naturschützer der NABU-Gruppe in eines der wertvollsten Waldstücke im Norden Seeheims. Denn leider ist das Pflegegebiet des NABU, aber auch das angrenzende Naturschutzgebiet akut bedroht von Bebauungsplänen der Gemeinde Seeheim-Jugenheim. Viele Anwohner sind fassungslos und empört über dieses Ansinnen. Mit ihrer aktiven Hilfe für bedrohte Pflanzenarten demonstrieren Bürger, wie sehr ihnen der Seeheimer Wald am Herzen liegt.

Der NABU Seeheim unterstützt die BI „Seeheimer Wald erhalten“.

Denn jetzt ist es an den Bürgern von Seeheim: Erhalten wir den Seeheimer Gemeindewald – Unterstützen Sie die BI „Seeheimer Wald erhalten“ mit Ihrer Unterschrift.

Vielen Dank!

Nach Abschluss hat sich die Lichtungsgröße scheinbar verdoppelt. Eine Nachmahd wäre sinnvoll und erfreulicherweise hat sich einer der direkten Anwohner angeboten, hier Nacharbeiten zu übernehmen – ein tolles Angebot!

Im Frühjahr 2017 wird im Gebiet von Frau Dr. Uta Hillesheim eine botanische Exkursion angeboten- dann können wir uns hoffentlich auch vom Erfolg unserer Arbeit überzeugen.

Der NABU Seeheim plant auch, eine ornithologische Begehung im Frühjahr 2017 mit Frau Dr. Angela Hille. Die genauen Daten entnehmen Sie bitte dem NABU Veranstaltungskalender.

Waldeinsatz Breslauer Str 16

Die Sträucher sind entfernt. Die Lichtung am Waldrand scheint sich verdoppelt zu haben.

Waldeinsatz Breslauer Str 18

Nov 072016
 
Initiativgruppe gegründet

Lichtung im Wald an der Odenwaldstrasse mit vielen Rote Liste Arten

Lichtung im Wald an der verlängerten Odenwaldstraße mit vielen Rote Liste Arten

Eine Initiativgruppe widmet sich dem Erhalt des Gemeindewaldes an der Verlängerung der Odenwaldstraße. Die Waldrodung zwecks Umwandlung in ein Baugebiet wird derzeit von der Gemeinde geprüft. https://www.facebook.com/pg/SeeheimerWaldErhalten

Die Gruppe bittet um Unterstützung per Unterschrift unter die Erklärung https://www.dropbox.com/s/7nnr4idb5kp575r/SeeheimerWaldErhalten.pdf?dl=0
Der NABU Seeheim-Jugenheim unterstützt die Initiative „Seeheimer Wald erhalten“. Die Ausweisung von Baugebieten in für die Artenvielfalt wichtigen Außengebieten um unsere Gemeinde muss unterbleiben!
Sep 262016
 
Karte Blütenhang NSG Kirschgarten Dollacker

Karte Blütenhang: gelb geplanter Kirschgarten, rot Bebeauungsplan am Dollacker, grün vorgeschlagenes Kleines Naturschutzgebiet, hellgrün besonders wertvolles Gebiet am Blütenhang. Quelle: Google Maps

Kleines Naturschutzgebiet „Am Schützenberg“ zwischen Malchen und Seeheim

Der Blütenhang an der nördlichen Bergstraße zeichnet sich durch besonders hohe Biodiversität und große landschaftliche Schönheit aus. Doch nirgends besteht in diesem Bereich ein Schutzgebiet zur Sicherung der typischen Landschaftselemente und Lebenswesen.
Der NABU Seeheim-Jugenheim möchte daher im Gebiet des „Am Schützenberg“ ein sogenanntes „Kleines Naturschutzgebiet“ anregen. Ein kleines Naturschutzgebiet ist ein Naturschutzgebiet mit einer Fläche unter 5 h, dass nach §28 3. durch die Untere Naturschutzbehörde (UNB) ausgewiesen werden kann. Der NABU möchte die Gemeinde Seeheim-Jugenheim und die Fraktionen der Gemeindevertretung bitten, die UNB aufzufordern, im genannten Bereich solch ein Naturschutzgebiet zu etablieren.
Das Gebiet liegt zwischen der südlichen Ortsgrenze Malchen und dem Gebiet „In den Mundelklingen“ und sollte von den unteren Hanglagen (außer dem intensiv genutzten Bereich direkt anschließend an die Straßenbahn) bis in die Buchenwälder oberhalb reichen. Da der Gesamtbereich für ein kleines Naturschutzgebiet zu groß ist, sollte ein Teilbereich ausgewiesen werden, der aber alle genannten Hangstufen umfassen soll. Der genaue Bereich ist noch festzulegen.
Folgende Punkte sprechen für ein Naturschutzgebiet „Am Schützenberg“:

  1. Das Gebiet umfasst viele typischen Lebensräume der Bergstraße: Offenen Obstbaumgebiete, den wärmeliebenden Eichenwaldstreifen und darüber Buchenwald. Dazu kommen von Robinien geprägte Pionierwälder auf ehemaligem Offenland, die sich teilweise im natürlichen Übergang zu dauerhafteren Waldgesellschaften befinden.
  2. Das Gebiet weist eine hohe und typische Biodiversität auf. Es kommen mit beispielsweise Wendehals, Gartenrotschwanz, Mittelspecht, Kleinspecht, Schwarzspecht, Grünspecht, Grauspecht, Schlingnatter und Zauneidechse zahleiche bedrohte und geschützte Arten vor.
  3. Der größte Teil des Gebiets wird derzeit nicht oder nur geringfügig genutzt.
  4. Der untere Teil des Gebietes benötigt Pflegemaßnahmen zur Wiederherstellung und Erhaltung von Obstweiden. Solche Maßnahmen könnten im Rahmen eines Pflegeplans für das Naturschutzgebiet durchgeführt werden. Dafür gibt es momentan beim Land einen besonderen Fördermittelhaushalt zur Verbesserung der Biodiversität. Sie würden das Landschaftsbild zwischen Malchen und Seeheim erheblich aufwerten.
  5. Ohne Schutzstatus und Pflegemaßnahmen drohen sich das Gebiet durch Verbuschung des Offenlandes, Nutzungsänderung oder Intensivierung der forstlichen Nutzung der Wälder zu verschlechtern.

Zusätzlich möchte der NABU anregen, dass die Gemeinde ihre Waldflächen in diesen Bereich aus der Nutzung nimmt. Es handelt sich um besonders wertvolle, strukturreiche Wälder, die auch bisher augenscheinlich nur gering genutzt werden.

Sep 172016
 

Bildbericht von Mahmoud Bandeh Khoda

Anti-CETA Frankfurt 11

Fotos: Mahmoud Bandeh Khoda – der Demonstrationszug in der Frankfurter City

Anti-CETA Frankfurt 1

Treff der NABU Aktivisten in Frankfurt

Die NABUs treffen sich vor der Alten Oper…

https://www.facebook.com/NABU.Hessen/photos/a.1027540447344199.1073741841.109204345844485/1027540530677524/?type=3&theater&notif_t=notify_me_page&notif_id=1474211104238521

50 000 Teilnehmer haben die Veranstalter der Demonstration gegen die beiden Freihandelsabkommen TTIP und CETA am Samstag gezählt, die Polizei immerhin noch 25 000…

 

Anti-CETA Frankfurt 14und schließen sich der Demo an.

Impressionen von der Demo:

Aug 252016
 
Foto: Achim Bach -Weißstörche an der Landbachaue bei Bickenbach

Foto: Roland Tichai – Weißstörche an der Landbachaue bei Bickenbach

zum Artikel im Echo-Online: Störche werden im hessischen Ried zum Problem von 22.8.2016:

Kreisjägerverein Groß-Gerau warnt vor den Folgen von immer mehr Störchen. Rebhühner oder Fasane würden in ihrer Existenz bedroht, junge Hasen und Rehkitze würden attackiert. Von einer „Überpopulation“ der Störche ist die Rede.

Richtig ist, unsere Weißstörche brüten jedes Jahr erfolgreich im hessischen Ried, Südhessen besitzt wieder eine der größten Storchenpopulationen, nachdem diese schönen Vögel praktisch verschwunden waren. Auch um Hähnlein und Bickenbacher Gemarkung berichten wir regelmässig vom Wappenvogel des NABU. Tatsächlich ist die Wiederbesiedlung eine der wenigen wirklichen Erfolgsgeschichten des Naturschutzes, zeigen aber auch: erfolgreicher Naturschutz benötigt breite Akzeptanz und aktive Umsetzung von Naturschutzmassnahmen.

Die Naturschützer vom NABU beklagen die Bestandseinbrüche nicht nur  bei den jagdbaren Vögeln wie Rebhuhn oder Fasan, sondern generell bei allen Feldvögeln: auch Feldlerche und Kiebitz – früher häufig, sind heute weitgehend aus den Fluren verschwunden. Wir beobachten, dass der Kiebitz seit Jahren praktisch keinen erfolgreichen Bruten mehr im Gebiet Alsbach und Bickenbach hochbringt. Möglicherweise kommt das Kiebitz-Rettungsprojekt bei uns lokal schon zu spät und wir müssen auf den Erfolg von Rettungsmassnahmen anderswo hoffen.

Die Ursachen der Bestandsrückgänge liegen bekanntermassen nicht an irgendwelchen Überpopulationen, sondern an der Form der hochindustriell betriebenen Landwirtschaft, die dem Ried ihren Stempel aufgedrückt hat. Es kann keinen Zweifel daran geben, dass wir langfristig nach der Energiewende auch eine Agrarwende benötigen, sonst werden wir wesentliche Teile der Artenvielfalt im Ried verlieren.

Bis zu einer künftigen Agrarwende aber bleibt nichts anderes übrig, als in Zusammenarbeit der lokalen Naturschutzverbände (zu der auch die Jagdverbände gehören!) mit den Naturschutzbehörden und Kommunen Refugien der Artenvielfalt zu schaffen oder unter allen Umständen zu erhalten.

Wiederholen wir die „Erfolgsstory Weißstorch“ – bei anderen Feldbewohnern. Hier ist die Unterstützung durch die Jägerschaft hoch willkommen.

Beispiel Kiebitz: Kiebitze sind beinahe verschwunden – tun wir etwas, durch Beteiligung am laufenden Kiebitz-Projekt! Der NABU sucht Mitstreiter bei Naturschutzprojekten hier bei uns im Ried.


Die Hessenschau äussert sich zur Aufregung um die Störche:

http://hessenschau.de/panorama/aerger-im-storchenland,stoerche-102.html

Aug 232016
 
Foto: Martin Strippel, Mühltal (Nieder-Ramstadt)

Foto: Martin Strippel, Mühltal (Nieder-Ramstadt)

Immer wieder kommt es in Mühltal zu Mäharbeiten an Wegrändern und zum unnötigen Wegebau in Schutzgebieten. An den gemähten Wegrändern blühte bis vor kurzem noch der große Wiesenknopf, der auch als Wirtspflanze für den Ameisenbläuling. Vor Ort gibt es noch kleine Vorkommen des Hellen Wiesenknopf-Ameisenbläuling(Maculinea teleius) und anderer seltener Schmetterlingsarten.  

Weitaus schlimmer, weil mit bleibendem Schaden für die Umwelt verbunden: Aktuell wird im Mittelbachtal eine Zufahrt zu einem geplanten Waldkinderkarten in einem aus Sicht des Naturschutzes besonders sensitiven Bereich gebaut. Die Errichtung eines Schotterbettes auf einem bestehenden  Feldweg hat bleibende Auswirkungen auf diverse Solitärbienen wie die Seidenbienen, die auf sonnenbeschienen und wenig befahrene sandige Wege und offene Böden zum Nestbau angewiesen sind.

Schmetterlinge und Wildbienen sind durch die industrialisierte Landwirtschaft gerade in den letzten Jahren unter massiven Druck geraten. Die Lokalpolitik in den Kommunen steht deshalb in besonderer Verantwortung, selbst die kleinen Rückzugsgebiete seltener Arten sorgfältig zu schützen und Naturschutzaspekten bei jeder Entscheidung hinreichende Priorität zu geben.

Foto: NABU/Tino Westrphal - neu angelegte Schotterpiste im Miitelbachtal

Foto: NABU/Tino Westrphal – neu angelegte Schotterpiste im Mittelbachtal nach Fertigstellung am 27.8.2016

Mai 312016
 
Foto: Willi Benz - Kanadagänse im Gebiet der Landbachaue

Foto: Willi Benz – Kanadagänse auf Futtersuche im Gebiet der Landbachaue am

so steht es im heutigen ECHO ONLINE zur angeblichen Gänseplage am Erlensee und um das Vogelschutzgebiet um die Landbachaue.

Richtig ist, dass die Gänse – zeitweise auch die Stockenten – auf die frisch eingesäten Äcker gehen und sich über die jungen Pflanzen hermachen. Beliebt ist Getreide, Rüben weniger, den Raps fressen Hasen und Rehe, aber nicht die Gänse. Die Rapsäcker rund um den Erlensee und die Landbachaue zeigen keine erkennbare Fraßschäden.

Foto: Willi Benz - Hase auf Futterrübenacker

Foto: Willi Benz – Hase auf Futterrübenacker an der Landbachaue

Richtig ist auch, dass die Rollrasenfelder zeitweise, gerade wieder in den letzten drei Wochen, von Kanada- und Nilgänsen, seltener von Graugänsen und Stockenten belagert werden.

Aber auch wenn Landwirte klagen, Naturschützer weisen darauf hin: die hoch intensivierte industrielle Landwirtschaft ganz wesentlich verantwortlich ist für den massiven Rückgang bei den Feldvögeln wie Kiebitz und Feldlerche und auch der Tiere der Ackerfluren wie Feldhamster und Feldhase. Wer ausserhalb der Hotspots der Artenvielfalt – wie der renaturierten Landbachaue – offenen Auges über die Felder des Rieds wandert, sieht kaum noch die typischen Feldvögel, wenig Hasen, keine Rebhühner. Immer mehr Menschen vermissen die bunte Vielfalt an Schmetterlingen und Vögeln.

Nun hören wir immer mal wieder das Argument, Kandagänse und Nilgänse gehören nicht hierher. Nur sind diese Vögel mittlerweile etabliert gehören zu unserer Vogelwelt und letztlich gehört Veränderung zur Natur. Zu einem generellen Feldzug gegen die Neuankömmlinge aufzurufen ist abwegig.

Leisten wir uns ein Stück Natur. Gönnen wir den Hasen und Wildgänsen ein kleines Stück von unserem reichen Tisch. Eine geringe Ertragsminderung muss hinnehmbar sein, um im Gegenzug unserer Vogelwelt noch etwas Raum zum Überleben zu bieten.

Apr 252016
 
Biber

Rückkehrer – der Biber (Archivbild)

Biber an der Modau

Lange angesagt, jetzt steht er vor der Tür: der Biber.

Erster Nachweis war ein Totfund als Verkehrsopfer:  ein 3-4 Jahre alter Biber wurde an der B 426 nahe der Felsnase zwischen Nieder-Ramstadt und Eberstadt  angefahren. Das tote Nagetier brachte ca. 12,5 kg auf die Waage und erreichte eine Länge von ca. 60 cm.

Jetzt ist es an der Zeit, nach konkreten Anzeichen von Bibertätigkeit Ausschau zu halten. Die typischen Nagespuren an Weichholz sind einfach zu idetifizieren. Funde bitte dem NABU melden!

Foto: NABU/Tino Westphal - Biberspuren

Foto: NABU/Tino Westphal – Biberspuren an der Fränkischen Saale. Kinderleicht zu finden…

Nun wird es Zeit, dass Land und Kommunen ausreichend breite Gewässerentwicklungsstreifen ausweisen, um dem Neuankömmling Raum geben zu können. Diese Streifen sollten abhängig von der Talform 10-30 m breit (beidseitig der Gewässer) und ungenutzt sein und der freien dynamischen Entwicklung der Fließgewässer und der Sukzession überlassen werden (“Natur Natur sein lassen”).

Vielleicht beginnt der Biber als fleissiger Umwelt-Gestalter auch endlich, was seit vielen Jahren nicht umgesetzt wird- die Erfüllung der Forderungen aus der EU-Wasserrahmenrichtlinie mit einem angemessener Rückbau unserer Fliessgewässer in einen naturnahen Zustand. Dir Tätigkeit des Bibers kann eine kostengünstigste (weil eigendynamische) Renaturierung in Gang setzen. Bibermanagement und zulassungsfreie Maßnahmen („Natur Natur sein lassen“) ersetzen teure “Bagger-Renaturierungen”.

Pro-aktiver Naturschutz wäre eine weise Entscheidung, auch um absehbare Konflikte mit der Landwirtschaft und Anwohnern zu vermindern.

Der Biber ist den Naturschützern hoch willkommen.

http://www.echo-online.de/lokales/darmstadt-dieburg/muehltal/biber-stirbt-in-muehltal-bei-zusammenstoss-mit-einem-auto_16927845.htm