Jul 102017
 

 Zunahme in Seeheim und Jugenheim, Rückgang in Balkhausen

Rauchschwalben

Auch dieses Jahr haben wir wieder die belegten Schwalbennester gezählt. Erfreulich ist die Entwicklung der Mehlschwalben in Seeheim: Dieses Jahr waren 33 Nester belegt (2016: 25, 2015: 20), davon 24 in Kunstnestern. Auffällig ist dabei, dass fast alle neuen Bruten in neu aufgehängten Kunstnestern stattfanden. Insbesondere an einigen der Häuser, die wir letztes Jahr als „Schwalbenfreundliches Haus“ ausgezeichnet haben, haben die Besitzer zusätzliche Nisthilfen angebracht, die allesamt von den Schwalben angenommen wurden.  

 So erfreulich diese Entwicklung ist, wir sind immer noch weit von den Zahlen aus dem Jahr 2000 (76 Brutpaare) oder gar aus den 80er Jahren ( über 250 Brutpaare) entfernt. Auch wenn Nisthilfen den Schwalben offensichtlich helfen können, gibt es noch zahlreiche andere Faktoren, die den Bestand belasten: Vor allem das verringerte Nahrungsangebot durch den massiven Rückgang der Insekten, sowie die Bedingungen in den Winterquartieren und auf den Zugwegen.

 Bei den Rauchschwalben im Reiterhof Seeheim gab es wie letztes Jahr ein Dutzend belegte Nester.

 In Jugenheim hat sich der Mehlschwalben-Bestand von 4 Brutpaaren im Vorjahr auf 8 verdoppelt, alle in Kunstnestern am gleichen Haus.

 Weniger erfreulich ist die Entwicklung in Balkhausen: Während wir dort 2014 noch 22 belegte Mehlschwalbennester finden konnten, waren es diese Jahr nur 11. Wir konnten hier auch  Rauchschwalben beobachten, haben wir leider keine Zahlen zu den belegten Nestern.

Mai 212017
 

Bei schönstem Sonntagmorgenwetter kamen ca. 15 Interessierte am Ende der Odenwaldstraße zusammen, um Dr. Uta Hillesheim die botanischen Kostbarkeiten am Rande des Kalksandkiefernwaldes zeigen zu lassen. Alle hingen gespannt an den Lippen der Botanikerin, die zu jedem Baum, Strauch, oder Kraut eine Geschichte erzählen könnte. Die Tour führte zunächst in kleine Lichtinseln gleich am Eingang, unter anderem bestanden mit Hufeisenklee und Vogelfuß-Segge, zwei geschützten Arten. Dann die Bogenschneise hoch, bis zu Vorkommen des seltenen Ausdauernden Leins, der Silberscharte, und vor allem Federgras. Alles wärmeliebende Arten, die außer auf den Seeheimer Sanden kaum noch in Hessen zu finden sind. In einer großen Runde ging es dann zurück bis an die Bebaungsgrenze direkt hinter der Königsberger Straße. Hier wurde letztes Jahr vom NABU eine schon vorhandene Lichtung von Gehölzen befreit. Jetzt ist hier eine Oase (allerdings trocken) für alle möglichen Steppengewächse entstanden. Federgras, wohlriechende Skabiose, Steppenwolfsmilch und andere geschützte Arten fühlen sich hier wohl.

Foto: Ilka Brosch – Dr. uta Hillesheim

Den Teilnehmern wurde so deutlich, was für Naturschätze der Wald am Ende der Odenwaldstraße beherbergt, und wie wichtig es ist, diese zu erhalten. Einen herzlichen Dank an Frau Dr. Hillesheim für ihren unermüdlichen Einsatz.

Foto: Ilka Brosch – Federgras

Foto: Ilka Brosch – Waldexkursion verlängerte Odenwaldstraße

Foto: Claudia Schlipf-Traup – Waldlichtung an der verlängerten Odenwaldstraße

Foto: Claudia Schlipf-Traup – Hufeisenklee: Futter für den Himmelblauen Bläuling

Foto: Claudia Schlipf-Traup – Steppenwolfsmilch

Mai 202017
 
Reh im Garten 1

Fotos: Mechthild Friderichs – Rehbesuch im Hausgarten

Rehbesuch im Hausgarten

Wildtiere sind keineswegs scheu. Vielmehr bobachten sie ihre Umgebung und insbesondere das Verhalten von Menschen sehr genau. So werden Jogger oder Landwirte im Trecker, die regelmässig ortsnah die Waldwege frequentieren zwar genau beobachtet, aber keineswegs als unmittelbare Gefahr angesehen. Anders sieht es natürlich aus, wenn Spaziergänger von freilaufenden Hunden begleitet werden.

Rehverbiss im Wald am Langen Berg 1

Starker Rehverbiss im Wald am Langen Berg bei Malchen.

Noch nie in der Geschichte war die Wilddichte an Rehen und auch Wildschweinen im Seeheimer Wald so hoch wie heute. Naturschützer finden im Wald weite Bereiche, in denen es keinen natürlichen Baumnachwuchs gibt, permanent verbissene Jungbuchen sehen aus wie gärtnerisch bearbeitete Buchsbäume, Orchideen in den Waldnaturschutzgebieten nördlich Seeheim oder seltene Weisstannen im Alsbacher Gemeindewald können  ohne massiven Einzelschutz jeder Pflanze nicht überleben. Landwirte beklagen zunehmend Wildschaden auf den Äckern.

Mit der zunehmenden Rehpopulation werden auch Ortslagen für Wildtiere interessant, zumal sie dort sicher sind vor Verfolgung durch Jäger. So finden viele Gartenbesitzer einen nächtens verwüsteten Rasen und abgefressene Beete vor.

 

Die Tierliebe der GärtnerInnen wird auf die Probe gestellt, wenn der Gast es auf die frisch gesäten Blumen im Trog und alle Rosenknospen abgesehen hat.

Über angemessene und neue Formen des Wildtiermanagements wird zu reden sein in den nächsten Jahren, um Interessen des Tier- und Naturschutzes mit anderen Interessen in Einklang zu bringen. 

Mai 192017
 
Fledermaus-Nacht 4 10x37s

Fotos: NABU/Tino Westphal – Bat-Night am Waldweiher Seeheim mit Sybille Waibel und Robina Reinicke.

Beinahe wäre die erste Bat-Night mit Robina Reinicke und Sybille Waibel ins Wasser gefallen, aber pünktlich eine halbe Stunde vor Beginn der Veranstaltung hörte der Dauerregen auf.

Am Waldweiher begrüsst uns ein Nutria, Stockenten mit ihren Kücken, ein Paar Nilgänse und Zwergtaucher. Und wie auf Zuruf zum Beginn des Vortrages von Sybille ein Großer Abendsegler am Abendhimmel über dem Waldweiher. 

Der Fledermaus-Detektor meldet sich mit einem merkwürdigen melodischen Flip-Flop-Geräusch: 10 fach verlangsamt werden die Ortungsrufe des Großen Abendseglers aus dem für uns unhörbaren Ultraschallbereich in ein für Menschen wahrnehmbares Signal gewandelt. Bald darauf kommen die knatternden und prasselnden Laute der  Zwergfledermäuse hinzu, die gegn den Abendhimmel sehr gut sichtbar über uns herumwuseln.

Im Strahl einer Taschenlampe horizontal über dem Wasserspiegel den Waldweihers blitzen immer wieder die weissen Unterseiten der Wasserfledermäuse auf: die Tiere jagen dicht über dem Wasser und greifen Insekten gern von der Oberfläche ab. 

Ein Fledermaus-Quiz mit Fragen gibt es für große und kleine Fledermaus-Freunde- mit einem kleinen Überraschungs-Gewinn. Von dem wir hoffentlich noch hören, was daraus wird…

Gehört und gesehen:

  • Großer Abendsegler
  • Zwergfledermaus
  • Wasserfledermaus
Mehr Details, Fragen und Hilfsangebote gibt es unter

http://www.fledermausschutz-suedhessen.de/

 

Mai 182017
 

Morgendlicher Besuch vom Waschbär.

In den letzten Tagen hatten mehrere Anrufe beim NABU Sichtungen eines Waschbären in Seeheim gemeldet.

Schon Anfang Mai waren einem Anwohner der Burgstrasse in Seeheim  merkwürdige Spuren im Rasen aufgefallen, die auch die hinzugezogenen NABU-Aktiven nicht recht einordnen konnten. Eine automatische Kamera sollte den Verursacher der Löcher im Rasen dingfest machen. Tatsächlich gab es einen guten Fotobeleg für die Waschbären-Aktivität in der Nacht des 2. Mai 2017.

Das Tier scheint gemäss der späteren Beobachtungen wenig Scheu vor Menschen zu haben: Morgens um 8 Uhr  bedient er sich am Vogelfutter auf der Terasse, von Menschen nur durch eine Glasscheibe getrennt.

Foto: Waschbär im nächtlichen Seeheimer Garten.

Mai 162017
 

Foto: Christa Dreißig – Pfaffenhütchen-Gespinstmotte (Yponomeuta cagnagella)

Kunstwerk am Wegesrand

Pfaffenhütchen (Euonymus europaeus) und die auf dem Strauch lebende Pfaffenhütchen-Gespinstmotte (Yponomeuta cagnagella) findet sich neben dem Landwirtschaftsweg Richtung Seeheimer Düne: Die Pfaffenhütchen-Sträucher sind fein eingesponnen und weitgehend blattlos. Das Ganze gleich schon einem Kunstwerk ähnlich, mit den abhängenden Fäden, die sehr reißfest sind.

Der Strauch kommt mit der Belagerung klar und treibt später nochmals aus. Die Raupen sind für den Menschen harmlos, werden aber manchmal mit dem mit unangenehmen Brennhaaren ausgestatteten Eichen-Prozessionsspinner verwechselt.

Mai 082017
 

Ein ausgesprochen schönes Belegfoto für eine Zauneidechse (Lacerta agilis) aus dem Seeheimer Umfeld wurde uns zugesandt.

Foto: Philipp Urban -Zauneidechse (Lacerta agilis)

Der Fundort an der verlängerten Odenwaldstraße in Seeheim zeigt einerseits die Bedeutung der Waldrandlagen mit ihren sonnen-exponierten Standorten, die teilweise eine höhere Artenvielfalt aufweisen, als die Innenbereiche.  Das gilt auch für die nahebei liegenden Naturschutzgebiete, die nur mit hohem Pflegeaufwand ihren ökologischen Wert behalten oder zurückgewinnen können. 

Fundort an verlängerter Odenwaldstraße

Andererseits weist der Fund auf die akute Gefährdung dieser Artenvielfalt durch weitere Baumaßnahmen im Aussenbereich hin, die leider konkret den Bereich der verlängerten Odenwaldstraße betreffen.

Gegen Baupläne im Gemeindewald

Mai 022017
 

Vögel in der Stadt, im Feld und im Wald

Vogelstimmenwanderung - Stadt

Fotos: NABU/Tino Westphal – Einführung durch Eckhard Woite zur Vogelstimmenwanderung 2017 auf dem Eichendorffplatz in Seeheim.

Seit über 30 Jahren geht es in der Frühe des 1. Mai pünktlich um 6 Uhr vom Treffpunkt Eichendorffplatz in Seeheim auf zur traditionellen Vogelstimmenwanderung.

12 Vogelfreunde waren diese Mal dabei und fanden unter Leitung von Eckhard Woite 21 verschiedenen Vögel. Von der Amsel bis zum Zilpzalp wurden alle Sänger sorgfältig dokumentiert, zu guter Letzt auch der lange vermisste Gartenrotschwanz.

Apr 292017
 
Pflanzenflohmarkt 20 10x14s

Fotos: NABU/Tino Westphal – Diskussion am NABU- und Wühlmaus-Stand beim Pflanzenflohmarkt in Seeheim

Ein sehr frischer Morgen trotz Sonnenschein – der Pflanzenflohmakt ist gut besucht und eifrig werden Tomaten und diverse Gartenpflanzen gekauft. Die Gartensaison beginnt.

Viele Besucher kommen gern beim NABU- und beim Wühlmaus-Stand vorbei und informieren sich oder sprechen mit alten Bekannten.