Sep 102017
 
Einweihung Burgfried Tannenburg - Panorama Seeheim 1 10x24s

Fotos: NABU/Tino Westphal – Panoramablick vom Bergfried auf Seeheim.

Anlässlich des Tags des offenen Denkmals lud der Seeheimer Heimat- und Verschönerungsverein zusammen mit den Landfrauen Seeheims ein zur Einweihung der Aussichtsplattform auf dem alten Bergfried der Burgruine Tannenberg. Vereinsvorsitzender des HVV Seeheim und ehemaliger Bürgermeister von Seeheim-Jugenheim Frank Cornelius und Beisitzer Peter Künzel eröffneten das Bauwerk zusammen mit dem eigentlichen „Burgherrn“ Matthias Kalinka von HessenForst, denn die Burgruine befindet sich im Staatswald,  und der Vertreterin des Landrats Peter Schellhaas.

Sep 092017
 

Fotos: NABU/Tino Westphal – Einsatz Eisengrube

Wer weiss, woher dieser Flurname stammt – jedenfalls ist heute die Eisengrube neben der Zufahrt zur Autobahn ein kleiner Rest wertvollen Sand-Magerrasens im Seeheimer Wald.

Unter Leitung von Michael konzentrierten sich die NABU-Aktiven auf die Entfernung von Liguster am nördliche Wiesenrand- erstmal durch Mahd mit dem Balkenmäher, dann wurden die Wurzelausläufer entfernt.

Hartriegel mitten auf dem Wiesengelände wurde ausgegraben. – Michael, Klaus-Dieter und Ada sägen und graben.

Beobachtet wurden  Zauneidechsen, eine Vielzahl von Heuschrecken. Eine wunderschöne schöne Zebraspinne  (Argiope bruennichi) wird von Ada entdeckt.

Teilnehmer: Michael, Klaus-Dieter, Tino, Ecki, Thorsten, Torsten Trapp, Henk und Ada.

Eisengrube

aus dem Projekt-Expose beim NABU Seeheim von Dr. Uta Hillesheim und Michel Theurich

Lage:

Im nord-westlichen Winkel der Kreuzung gebildet aus B3 und L3103 (Zubringer zur A5 Anschluß Jugenheim) befindet sich eine freie Fläche von ca. 1700 m2 eingebettet in jungen Eichenwald (TBC). Diese Fläche war früher landwirtschaftlich genutzt, wurde aber bei der Aufforstung ausgespart. Die Fläche liegt im Waldeigentum der Gemeinde Seeheim.

Charakter:

Es handelt sich um einen ausgeprägten Sand-Magerrasen. Es stehen noch 2-3 ehemalige Obstbaumstümpfe, die aus der Unterlage (Hartriegel?!) massiv wieder austreiben.

Interessante Vorkommen:

Auf dieser Fläche haben sich seit ca. dem Jahre 2000 etliche Rote-Liste-Arten selbständig angesiedelt und zum Teil kräftig vermehrt. Die Exemplare sehen in der Regel größer und kräftiger aus, als an anderen bekannten Stellen in der Gemarkung Seeheim.

Problematik:

  • vom nördlichen Rand drängt Liguster massiv ein. Wenn nichts unternommen wird, geht in 10 Jahren ein Teil der Fläche verloren
  • die Hartriegel bzw. eine Felsenkirsche treiben aus den Wurzelausläufern aus und breiten sich massiv aus
  • Einzelne Eichen kommen aus Samen auf (leicht zu entfernen)
  • Ein paar Robinien haben bereits ausgetrieben
  • Von der Strasse her wandert langsam Kanadische Goldrute ein (noch nicht so schlimm)

Maßnahmen:

  • Entfernen der Obstbaum-Stümpfe und Robinien, möglichst mit Wurzeln
  • Hartriegel-Ausläufer möglichst ausgraben, mindestens mehrfach abschneiden
  • Liguster (u.a.) vom Waldrand großflächig schneiden (Wurzelausläufer sind sehr tief, schwierig wegen großer Menge)
  • Verbringen des Schnittgutes im Wald (verteilt)

    Nach dem Einsatz.

Sep 032017
 

 

Video: M Friderichs – Waschbären am Futterhaus: : Es ist schon faszinierend, wie langsam sich die Bärchen bewegen und trotz der Körperfülle an einem 2 cm dicken Hollunderast hoch kommen.

Zwischenzeitlich ist klar, dass hier in Seeheim mehrere Waschbären-Familien ansässig sind. Die Tiere sind immer in Gruppen gemeinsam unterwegs. Mit automatischer Kamera beobachtet wurden mittlerweile ein erwachsenes Tier, eine Mutter mit 4 Jungen, 3 Halbstarke sowie 2 Halbstarke, immer am Vogelfutterhaus aufgenommen. Es werden vielleicht in Teilen dieselben, sicherlich aber auch unterschiedliche Tiere sein. Interessant ist, dass die Tiere nur alle ca 4-7 Tage auftauchen, dann aber gleich mehrfach in einer Nacht. In den anderen Nächten sind Marder zu sehen, die fast nichts von dem Vogelfutter fressen, aber gerne auf dem Balkon zu patrouillieren scheinen. Bisher waren noch nie Waschbären und Marder in einer Nacht gemeinsam unterwegs.
Hier sind zwei Halbstarke bei uns zu sehen. Sie scheinen sich schon angeeignet zu haben, das Vogelhäuschen zu kippen, um besser an das Futter heran zu kommen. Das zeigt, dass die Tiere durchaus intelligent sind. 

Dank an Maggie für das schöne Video.

Sep 022017
 
Bat-Night 09

Fotos: NABU/Tino Westphal – Bat-Night am Waldweiher in Seeheim

Superpünktlich zum Beginn der Bat-Night um 2o Uhr erschien der Große Abendsegler auf der Bühne. Gegen den klaren Abendhimmel zog diese neben dem Mausohr größte heimische Fledermaus ihre Bahn über dem Waldweiher. Die Bat-Detektoren schlagen an und wandeln die sonst unhörbaren Jagdlaute in den typischen Flip-Flop-Sound dieser Flattertiere.

Bald stimmen die Zwergfledermäuse in das Konzert ein. Mit dem Sonogramm am Laptop können neben den vielen Zwergfledermäusen auch noch eine Breitflügelfledermaus identifiziert werden. 

Bat-Night 17

Professionelle BAT-Detektoren lauschen in die Nacht.

Die Fledermaus-Experten wiesen auf die akute Gefährdung all unserer heimischen Fledermäuse durch Vergiftung ihrer Nahrung durch der industriellen Landwirtschaft und den Ausbau von Windkraftanlagen. Aber auch, wie wir konkret helfen können mit der Anlage pestizid-freier Gärten und der Duldung der wohnungssuchenden Fledermäuse in unseren Häusern.   

Zum Ende der Veranstaltung tauchen dann im Lichtschein der Taschenlampe direkt über dem Wasser die Wasserfledermäuse auf. Mit ihren hell aufblitzenden Flügelunterseiten nicht zu verwechseln mit ihren über der Wasserfläche kreisenden Verwandten.

Viel Spass hatten die großen und kleinen Fledermaus-Freunde beim Fledermaus-Quiz des NABU- natürlich gab es auch schöne Preise zu gewinnen.

Die Laute der Fledermäuse nach-hören kann man perfekt beim NABU: https://www.nabu.de/tiere-und-pflanzen/saeugetiere/fledermaeuse/arten/index.html

 

Sep 012017
 

Foto: Jan Zeissler – Wasserfrösche im Kessel

Die zwei kleinen Racker bewohnen jetzt seit knapp zwei Jahren einen Kupferkessel in  Seeheimer Garten. Zuerst nahmen sie den Gartenteich ein, wo sie auch ihren Nachwuchs hinterlassen haben und zogen darauf hin weiter in den veralgten Kupferkessel, der normalerweise als Wasserreservoir dient und hier leben sie nun.

Grünfrösche nehmen mit kleinsten Gewässern vorlieb, können im Hausgarten allerdings enorm laute Gesänge anstimmen. Schön, wenn sie dennoch geduldet werden.

Jul 282017
 
Schwalbenbretter-Reinigung 1

Fotos: Hugo

Schwalbenbretter-Reinigung 2Die jungen Schwalben der ersten Brut aus den fünf voll besetzten Kunstnester im schwalbenfreundlichen Haus in der Seeheimer Waldstrasse sind gerade ausgeflogen und es herrscht etwas mehr Ruhe vor der zweiten Brut.

Weil die Vögel so erfolgreich brüten, liefen allerdings die Kotbretter über und bekleckern die Menschen, die am Haus vorbeilaufen. So schreiten wir am Abend zur Tat und säubern die Bretter. Eine staubige Angelegenheit – ein Mundschutz und Handschuhe sind angebracht. 

Shwalbenbretter-Reinigung 3

Teilnehmer: Hugo, Klaus-Dieter und Tino 

Jul 102017
 

 Zunahme in Seeheim und Jugenheim, Rückgang in Balkhausen

Rauchschwalben

Auch dieses Jahr haben wir wieder die belegten Schwalbennester gezählt. Erfreulich ist die Entwicklung der Mehlschwalben in Seeheim: Dieses Jahr waren 33 Nester belegt (2016: 25, 2015: 20), davon 24 in Kunstnestern. Auffällig ist dabei, dass fast alle neuen Bruten in neu aufgehängten Kunstnestern stattfanden. Insbesondere an einigen der Häuser, die wir letztes Jahr als „Schwalbenfreundliches Haus“ ausgezeichnet haben, haben die Besitzer zusätzliche Nisthilfen angebracht, die allesamt von den Schwalben angenommen wurden.  

 So erfreulich diese Entwicklung ist, wir sind immer noch weit von den Zahlen aus dem Jahr 2000 (76 Brutpaare) oder gar aus den 80er Jahren ( über 250 Brutpaare) entfernt. Auch wenn Nisthilfen den Schwalben offensichtlich helfen können, gibt es noch zahlreiche andere Faktoren, die den Bestand belasten: Vor allem das verringerte Nahrungsangebot durch den massiven Rückgang der Insekten, sowie die Bedingungen in den Winterquartieren und auf den Zugwegen.

 Bei den Rauchschwalben im Reiterhof Seeheim gab es wie letztes Jahr ein Dutzend belegte Nester.

 In Jugenheim hat sich der Mehlschwalben-Bestand von 4 Brutpaaren im Vorjahr auf 8 verdoppelt, alle in Kunstnestern am gleichen Haus.

 Weniger erfreulich ist die Entwicklung in Balkhausen: Während wir dort 2014 noch 22 belegte Mehlschwalbennester finden konnten, waren es diese Jahr nur 11. Wir konnten hier auch  Rauchschwalben beobachten, haben wir leider keine Zahlen zu den belegten Nestern.

Jul 052017
 

Foto: Angela Hille – Walker (Polyphylla fullo)

Der Walker oder auch Türkischer Maikäfer (Polyphylla fullo), ein seltener Vertreter aus der Familie der Blatthornkäfer.

Rödern bei Seeheim

Er bewohnt sandige Lebensräume, wie etwa den Rand von sonnigen Kiefernwäldern oder Dünen – ein Habitat, wie wir es vor unserer Haustür in den Rödern nördlich Seeheim finden.

Ein Deckflügel verriet seine Anwesenheit. Mit viel Geduld und nach langem Warten wurde jetzt auch ein lebendes Exemplar aufgefunden – heute am 5.7.2017 ca. 22:20 Uhr ein Walker-Weibchen.

Blutbär (Tyria jacobaeae)

48 Schmetterlingsarten (Tag- und Nachtfalter) wurden bisher beim Monitoring in den Rödern bei Seeheim festgestellt. Außerem an die 40 weitere Insektenarten (vor allem Käfer).

Blutbär (Tyria jacobaeae)

Vorgestellt werden die Ergebnisse voraussichtlich beim Treff der Naturfreunde im November in Seeheim.

 

Mai 212017
 

Bei schönstem Sonntagmorgenwetter kamen ca. 15 Interessierte am Ende der Odenwaldstraße zusammen, um Dr. Uta Hillesheim die botanischen Kostbarkeiten am Rande des Kalksandkiefernwaldes zeigen zu lassen. Alle hingen gespannt an den Lippen der Botanikerin, die zu jedem Baum, Strauch, oder Kraut eine Geschichte erzählen könnte. Die Tour führte zunächst in kleine Lichtinseln gleich am Eingang, unter anderem bestanden mit Hufeisenklee und Vogelfuß-Segge, zwei geschützten Arten. Dann die Bogenschneise hoch, bis zu Vorkommen des seltenen Ausdauernden Leins, der Silberscharte, und vor allem Federgras. Alles wärmeliebende Arten, die außer auf den Seeheimer Sanden kaum noch in Hessen zu finden sind. In einer großen Runde ging es dann zurück bis an die Bebaungsgrenze direkt hinter der Königsberger Straße. Hier wurde letztes Jahr vom NABU eine schon vorhandene Lichtung von Gehölzen befreit. Jetzt ist hier eine Oase (allerdings trocken) für alle möglichen Steppengewächse entstanden. Federgras, wohlriechende Skabiose, Steppenwolfsmilch und andere geschützte Arten fühlen sich hier wohl.

Foto: Ilka Brosch – Dr. uta Hillesheim

Den Teilnehmern wurde so deutlich, was für Naturschätze der Wald am Ende der Odenwaldstraße beherbergt, und wie wichtig es ist, diese zu erhalten. Einen herzlichen Dank an Frau Dr. Hillesheim für ihren unermüdlichen Einsatz.

Foto: Ilka Brosch – Federgras

Foto: Ilka Brosch – Waldexkursion verlängerte Odenwaldstraße

Foto: Claudia Schlipf-Traup – Waldlichtung an der verlängerten Odenwaldstraße

Foto: Claudia Schlipf-Traup – Hufeisenklee: Futter für den Himmelblauen Bläuling

Foto: Claudia Schlipf-Traup – Steppenwolfsmilch