Sep 032017
 

Ungewöhnliches Verhalten zeigt ein junger Nachtreiher, der seit einigen Tagen mitten in Bickenbach sein Quartier aufgeschlagen hat und wenig Scheu gegenüber Beobachtern zeigt. Die Besorgnis, das der Vogel etwa Flugunfähig wegen Erschöpfung oder Krankheit sei, wurde aber bei einem Einfangsversuch widerlegt: dem Vogel kann ausgezeichnetes Flugvermögen bescheinigt werden kann; ein körperliches Handicap ist nicht erkennbar.
Keine drei Stunden nach dem Fangversuch war der Reiher wieder an seinem Lieblingsplatz und ließ sich von einem ständig wachsenden Publikum bestaunen.

Unsere Experten vor Ort haben beschlossen mit Hinweisschildern am Bachgeländer um Rücksichtnahme zu bitten, den Nachtreiher nicht zu stören. Leider kam es schon zu vereinzelten Steinwürfen von Kindern, um den oft bewegungslos verharrenden Vogel zu einer Reaktion zu verleiten.

Aug 312017
 
01 Klein und Groß in der Augustsonne

Fotos: Willi Benz – Klein und Groß in der Augustsonne

02 Feldsperling

Feldsperling

03 Junge Grünfinken

Junge Grünfinken

04 Rotmilane

Rotmilane

05 Mäusebussard

Mäusebussard

06 Bekassinen

Bekassinen

07 Waldwasserläufer

Waldwasserläufer

08 Grünschenkel

Grünschenkel

09 Flussuferläufer

Flussuferläufer

10 Junger Nachtreiher

Junger Nachtreiher

11 Junger Purpurreiher

Junger Purpurreiher

12 Brutpaar der Landbachaue

Brutpaar der Landbachaue

Im August waren die diesjährigen Brutergebnisse der Singvögel in der Landbachaue ganz gut erkennbar. Reichlich Nachwuchs war bei den Finkenarten wie Feldsperling, Grünfink, Bluthänfling und Stieglitz zu sichten. Bei den mehr auf Insektennahrung spezialisierten Arten wie Rohrsänger, Meisen, Schwarz- und Blaukehlchen ist die diesjährige Reproduktionsrate dagegen eher spärlich. Es kann spekuliert werden, dass dies mit dem allgemein beklagten Insektenschwund zusammen hängt. Andererseits hatten andere Insektenspezialisten wie Rauchschwalbe, Neuntöter, Bach- und Schafstelze wiederum recht zahlreichen Nachwuchs. Auffällig in diesem Jahr war, dass ab Mitte August nahezu der gesamte Neuntöterbestand in der Landbachaue nicht mehr zu sichten und offensichtlich frühzeitig in die Winterquartiere abgereist war. Bisher waren die Neuntöter stets bis weit in den September hinein zu sehen.

Auch der Nachwuchs der Greifvögel ließ sich im August in der Landbachaue blicken. Nach unseren Beobachtungen gab es in diesem Jahr, neben den bereits im Juli beobachteten Wanderfalken, bei den Rotmilanen einen Jungvogel, bei den Mäusebussarden mindestens vier Junge und auch zwei junge Turmfalken. Junge Schwarzmilane gab es in in diesem Jahr hingegen nicht zu sichten.

Durchziehende Limikolen (Watvögel) waren im August in der Landbachaue nahezu täglich bei ihrer Nahrungssuche an den westlichen Gewässerflächen zu sehen. Sicher bestimmen und zuordnen konnten wir Bekassinen, Waldwasserläufer, Grünschenkel, Flussuferläufer und Alpenstrandläufer. Bei weiten Entfernungen und ungünstigen Lichtverhältnissen (Dämmerung oder Gegenlicht) wird die Artbestimmung allerdings sehr schwierig, sodass dem Beobachter durchaus einige weitere Arten entgehen können.

Highlights im August waren ein junger (diesjähriger) Nachtreiher und ein ebenso junger Purpurreiher. Der junge Nachtreiher, der zu den stark bedrohten Vogelarten gehört, pendelte anfangs zwischen Landbachaue und dem Zusammenfluss des Landbachs im Bickenbacher Ortskern. In den letzten Augusttagen war er dann nur noch in der Bickenbacher Bahnhofstraße zu sichten, wo er tagsüber überwiegend ruhend zu sehen war und bei Dämmerung im Landbach auf die Jagd nach kleinen Fischen ging. Der junge Purpurreiher konnte ebenfalls Ende August, allerdings ausschließlich in der Landbachaue, gesichtet werden. Dieser Vogel zeigte sich sehr scheu und es war überhaupt die Erstsichtung dieser ebenfalls stark gefährdeten Reiherart in der Aue.

Nach der Abreise der beiden Jungstörche Ende Juli rückte das Brutpaar der Landbachaue im August wieder näher zusammen. Die beiden Elternstörche konnte man den ganzen Monat über vereint bei der Nahrungssuche auf den Äckern und den Wasserflächen rund um ihr Nest beobachten. Auf ihrer Reise in die Winterquartiere durchziehende Storchentrupps von bis zu 70 Vögeln bereiteten dem heimischen Storchenpaar allerdings einigen Stress. Insbesondere in den Abendstunden, wenn die Fremdlinge nach geeigneten Schlafplätzen suchten, musste das Auenpaar sein Nest verteidigen und die Fremdlinge abwehren, die dann mit Schlafstellen auf den Pappeln oder auch den Strommasten vorlieb nehmen mussten. Bis Ende September müsste der Storchenzug weitgehend abgeschlossen sein und auch das Paar in der Landbachaue dürfte dann auf seinem Weg in den Süden sein.

13 Zugstörche

Zugstörche

14 Zugstörche suchen Abkühlung

Zugstörche suchen Abkühlung

15 Nahrungssuche im Seichtwasser

Nahrungssuche im Seichtwasser

16 Begehrter Schlafplatz für Gäste

Begehrter Schlafplatz für Gäste

Aug 282017
 

Foto: Tjade Brinkmann – Nachtreiher in Bickenbach

Mit einem frischen Foto bestätigt wurde ein jungen/diesjährigen Nachtreiher (Nycticorax nycticorax) in Bickenbach. Erstaunlich, dass sich dieser an sich recht scheue Vogel mitten im Ort zeigte. Eine erste Sichtung von einem Hähnleiner Beobachter war gestern 27.8.2017 gegen Mittag in der östlichen Landbachaue, noch am Vormittag des 28.8.2017 hielt sich der sehr seltene gewordene Reiher in der Landbachaue auf.

Herzlichen Dank für die Zusendung an Tjade Brinkmann.

Nachtrag vom 30.8.2017: Der Nachtreiher hat die Pendelei zwischen Landbachaue und dem Ortskern Bickenbach  aufgegeben und jetzt festen Wohnsitz im Ort bezogen. Video: Willi Benz.

 

Aug 192017
 
Steinkauzröhren Stettbacher Tal 09 10x15s

Fotos: NABU/Tino Westphal – Steinkauzröhren Stettbacher

Nur wenige Streuobstwiesen haben noch hohe alte Bäume mit wagerechten Ästen und vor allem kurzem Gras mit vielen leckeren Regenwürmern und Mäusen, wie es der Steinkauz mag. Die perfekte Wiese für den Steinkauz hoffen wir bei unseren Freunden vom BUND Seeheim und auf Weideland der Schäferei Massoth im Stettbacher Tal zu finden. Das Gebiet der Fuchswiese ist seit 2012 Naturschutzgebiet und wird regelmässig von Schafen beweidet und damit offen für den Steinkauz gehalten.

Im Oktober fliegen die jungen Steinkäuze auf der Suche nach einem eigenen Revier- vielleicht gefällt ihnen das Angebot von NABU und BUND im Stettbacher Tal? 

Teilnehmer vom BUND Seeheim: Michaela, John, Helga und Wolfgang

Teilnehmer von NABU Seeheim:  Willi, Rolf, Christian, Salem und Tino

Aug 062017
 

Foto: NABU/Tino Westphal – Junger Mäusebussard

Gegen 19 Uhr ein dringender Anruf beim NABU Seeheim: im Balkhäuser Tal an einem Strassenrand wurde ein Greifvogel flugunfähig aufgefunden.

Foto: NABU/Tino Westphal – Junger Mäusebussard bei Falkner Lerche in Pfungstadt

In diesem Fall betätigen sich die NABU-Aktiven gern als Nothelfer und fahren vor Ort. Der Vogel erwies sich als junger Mäusebussard, der keine äußeren Verletzungen aufwies, aber einen wenig agilen Eindruck machte.

Unser bewährter Greifvogel-Helfer, Falkner Lerche in Pfungstadt, war sofort bereit, die Erstpflege zu übernehmen.

Nachtrag 8.8.2017 – der Vogel hat es leider nicht geschafft, trotz Zwangsfütterung. Er war schon zu sehr abgemagert.

Junge Raubvögel in diesem Alter werden nicht mehr von den Altvögeln versorgt, müssen also selbst auf die Jagd gehen und müssen sich ein eignes Revier suchen. An dieser Herausforderung scheitern viele der Vögel. 

Jul 312017
 
01 Viel Trubel am Wasser

Fotos: Willi Fuchs – Viel Trubel am Wasser.

02 Jagender Graureiher

Jagender Graureiher

03 Jagender Silberreiher

Jagender Silberreiher

04 Reiherenten

Reiherenten

05 Grünschenkel

Grünschenkel

06 Nutrianachwuchs

Nutrianachwuchs

07 Mutterschiff

Mutterschiff

08 Nutriababy

Nutriababy

09 Neuntöter-Fütterung

Neuntöter-Fütterung

10 Starenschwarm

Starenschwarm

11 Junger Wanderfalke mit Star

Junger Wanderfalke mit Star

Die Gewitterregen im Juli ließen den Wasserspiegel der stehenden Gewässerabschnitte im Westen der Landbachaue zeitweise wieder ansteigen, dankbar von den Wasservögeln angenommen. Gänsen, Enten und Reihern bevölkerten die Wasserflächen und auch die im Juli durchziehenden Gäste – Reiherenten, Waldwasserläufer, Bruchwasserläufer, Grünschenkel usw. – nutzten die Wasserflächen zur Nahrungssuche und Rast.

Eine regelrechte Attraktion im Juli waren zwei Nutriamütter mit ihren insgesamt zehn Jungen, die vor ihrem Bau direkt an der Holzbrücke zu beobachten waren. Viele Besucher der Aue erfreuten sich an dem munteren Treiben dieser Nager, die nur bei Flussmuscheln eine Ausnahme bei ihrer ansonsten rein vegetarischen Ernährung machen.

Bis Ende Mai gab es nur wenige Sichtungen von Neuntötern und ein starker Rückgang dieser Würgerart war zu befürchten. Dies änderte sich in der Folgezeit und im Juli ergaben unsere Zählungen, dass im gesamten Auengebiet mindestens zehn Neuntöterreviere besetzt waren, in denen emsig der Nachwuchs gefüttert wurde.

Imponierend waren im Juli die Beobachtung der großen Starenschwärme, die allabendlich ihre Schlafplätze in der Landbachaue aufsuchten. Wolken von mehreren tausend Staren fielen dann in die Büsche und Schilfgebiete ein und das Gezeter dieser Starenmassen übertönte dann alle übrigen Geräusche. Dieses Treiben lockten die sonst nur sporadisch zu sehenden Wanderfalken an. Diese Greife holten sich nahezu an jedem Abend ihre Beute aus den Starenschwärmen und rupften sie auf den Masten der Stromtrassen. Mehrfach zu sehen war eine komplette Wanderfalkenfamilie, zwei Elternvögel mit ihren zwei diesjährigen Jungen.

Highlight im Juli war aber ein diesjähriger Schwarzstorch, der auf seinem Zug in den Süden für zwei Tage Station in der Landbachaue machte und hier auch auf den Pappeln übernachtete. Tagsüber mischte sich der Schwarzstorch unter die Weißstörche, mit denen er auf gemeinsame Nahrungssuche ging.

Schwarzstorch

15 Erster Ausflug der Jungstörche

Erster Ausflug der Jungstörche

16 Erster Höhenflug

Erster Höhenflug

17 Jungstörche auf Insektenjagd

Jungstörche auf Insektenjagd

18 Letzter Abend der Jungstörche

Letzter Abend der Jungstörche

Die beiden Jungstörche der Landbachaue starteten am 4. Juli, nach einer normalen Nestlingszeit von 68 Tagen, ihren Erstflug. Allzu weit ging dieser erste Ausflug nicht, nur gut 300 Meter zum Rand der Wasserfläche, wo das Duo eine Weile herum stand und nicht allzu viel mit der neuen Umgebung anzufangen wusste. Nach kurzer Zeit ging es dann auch schnell wieder zum Nest zurück.

Für den zweiten Tag stand für die die Jungstörche der erste Höhenflug auf dem Stundenplan. Animiert durch ihre Eltern und bei schönem Wetter mit günstiger Thermik schraubten sich die beiden Jungstörche über ihrem Nest in die Höhe, ständig überwacht von den Altvögeln, die etliche Meter höher flogen und ihre Sprösslinge überwachten. Dieser erste Höhenflug der Jungstörche war noch arg unbeholfen, insbesondere bei den Kurven kamen die Anfänger schnell ins Trudeln und die fehlende Flugerfahrung war nicht zu übersehen.

In der Folgezeit waren die beiden Jungstörche stets gemeinsam im Umkreis von knapp einem Kilometer des Nests zu sehen. Bei ihrer Nahrungssuche konzentrierten sie sich überwiegend auf die Stoppeläcker (Mäuse) und vor allem auch auf die Insektenjagd auf Gras- und Wiesenflächen.

Letztmals konnten wir das Jungstorchduo am Abend des 29. Juli beobachten. Am Folgetag kehrten nur noch die beiden Elternstörche zur Übernachtung auf das Nest zurück. Die Jungstörche waren demnach abgereist, um sich zunächst den anderen Jungstörchen in der Region anzuschließen, mit denen sie dann gemeinsam allmählich und instinktgesteuert in Richtung Süden ziehen.

 

Jul 282017
 
Schwalbenbretter-Reinigung 1

Fotos: Hugo

Schwalbenbretter-Reinigung 2Die jungen Schwalben der ersten Brut aus den fünf voll besetzten Kunstnester im schwalbenfreundlichen Haus in der Seeheimer Waldstrasse sind gerade ausgeflogen und es herrscht etwas mehr Ruhe vor der zweiten Brut.

Weil die Vögel so erfolgreich brüten, liefen allerdings die Kotbretter über und bekleckern die Menschen, die am Haus vorbeilaufen. So schreiten wir am Abend zur Tat und säubern die Bretter. Eine staubige Angelegenheit – ein Mundschutz und Handschuhe sind angebracht. 

Shwalbenbretter-Reinigung 3

Teilnehmer: Hugo, Klaus-Dieter und Tino 

Jul 282017
 

Foto: Roland Tichai – Weißstorch-Treff in der Landbachaue

Ende Juli sammeln sich immer mehr Weißstörche in großen Gruppen über der Landbachaue. In spätestens zwei Wochen werden die meisten Richtung Südwesten nach Spanien ziehen. Das ist dann ein deutliches Zeichen, daß der Sommer sich dem Ende zuneigt. Verstärkt wird dieses Bild durch den ersten Silberreiher, der jetzt wieder in der Landbachaue zu sehen ist.

Jul 102017
 

 Zunahme in Seeheim und Jugenheim, Rückgang in Balkhausen

Rauchschwalben

Auch dieses Jahr haben wir wieder die belegten Schwalbennester gezählt. Erfreulich ist die Entwicklung der Mehlschwalben in Seeheim: Dieses Jahr waren 33 Nester belegt (2016: 25, 2015: 20), davon 24 in Kunstnestern. Auffällig ist dabei, dass fast alle neuen Bruten in neu aufgehängten Kunstnestern stattfanden. Insbesondere an einigen der Häuser, die wir letztes Jahr als „Schwalbenfreundliches Haus“ ausgezeichnet haben, haben die Besitzer zusätzliche Nisthilfen angebracht, die allesamt von den Schwalben angenommen wurden.  

 So erfreulich diese Entwicklung ist, wir sind immer noch weit von den Zahlen aus dem Jahr 2000 (76 Brutpaare) oder gar aus den 80er Jahren ( über 250 Brutpaare) entfernt. Auch wenn Nisthilfen den Schwalben offensichtlich helfen können, gibt es noch zahlreiche andere Faktoren, die den Bestand belasten: Vor allem das verringerte Nahrungsangebot durch den massiven Rückgang der Insekten, sowie die Bedingungen in den Winterquartieren und auf den Zugwegen.

 Bei den Rauchschwalben im Reiterhof Seeheim gab es wie letztes Jahr ein Dutzend belegte Nester.

 In Jugenheim hat sich der Mehlschwalben-Bestand von 4 Brutpaaren im Vorjahr auf 8 verdoppelt, alle in Kunstnestern am gleichen Haus.

 Weniger erfreulich ist die Entwicklung in Balkhausen: Während wir dort 2014 noch 22 belegte Mehlschwalbennester finden konnten, waren es diese Jahr nur 11. Wir konnten hier auch  Rauchschwalben beobachten, haben wir leider keine Zahlen zu den belegten Nestern.

Jul 052017
 
01 Patteriol am Morgen 1 10x15s

Fotos: NAJU/Tino Wetsphal – Patteriol am Morgen

Von der Konstanzer Hütte zur Darmstädter Hütte

Start am Morgen- Konstanzer Hütte vor dem Patteriol

02 Start Konstanzer Hütte 2 10x15s

Start Konstanzer Hütte

Aufstieg zum Kuchenjoch

Pass bei bei 2730 m – Ober-Beerbacher Steig

 

Abstecher vom Pass zum Gipfel des Scheibler

Rast auf dem Pass 

eine ausgeaperte Gemse auf dem Schneefeld am Pass. Sicher kam deshalb ein Steinadler vorbei um nachzusehen.

Abstieg zum Gletschersee

Eissee – Baden nur für Helden

Darmstädter Hütte

Von der Terasse der Hütte aus können mit dem Fernglas in den Wänden auf der anderen Talseite Steinböcke beobachtet werden. Und vom Matratzenlager aus das Alpen-Glühen.

http://alpenverein-darmstadt.de/huetten/darmstaedterhuette/