Sep 172017
 

Rothirsch-Brunft 

Kothen holen

Fotos: NAJU/Tino Westphal und Jan Zeissler – Jan und Silas holen die Kothen vom aus dem Wühlmaus-Lager.

Eine jahrelange Tradition der Wühlmäuse ist die Wildbeobachtung im Taunus.

Am spätem Nachmittag werden die Kothen eingepackt, um noch vor Sonnenuntergang das Wühlmauslager im Wald aufzubauen.

Wühlmaus-Lager

Aufbau der Kothen im Taunus: zweit Kothen in klassischer Aufstellung aufgehängt an 2 Stangen und ein Kothenzelt werden aufgebaut. Für fehlende Heringe werden Fichten-Ästchen zugeschnitten.

Die Gruppe entscheidet sich, trotz einsetzenden Regens für einen kurzen abendlichen Pirschgang in der Dämmerung. Der Regen geht über in heftigen Dauerregen- gut, dass die Kothen schon stehen. Wetterbedingt ist wenig zu sehen, aber deutlich zu hören, wo die Rothirsche anstehen. Damit ist schon mal klar, in welcher Richtung die Gruppe am Morgen pirschen sollte.

Abendessen in der Kothe

Abendessen in der Kothe

Abendbrot in der Kothe, der Regen lässt über Nacht etwas nach…

Die Nacht über gibt es ein intensives Röhr-Konzert der Rothirsche, abgelöst vom Käuzchen.

Morgengrauen

Morgengrauenim Wühlmaus-Lager

Pünktlich 6 Uhr kommt das Wecksignal zur Frühpirsch. Es dämmert.

Morgendlicher Pirschfang

Dem Röhren der Hirsche folgend begegnen der Gruppe zunächst ein Trupp Wildschweine, danach ein Rudel Kahlwild mit einem Platzhirsch und einem Beihirsch auf den Wiesen (mit Belegfoto von Jan) und später ein Rotfuchs.

Massive Verbiss-Schäden am Waldrand

Massiver Wildverbiss am Waldrand – viele Jungbuchen im Taunus sehen aus wie vom Gärtner bearbeitete Buchsbäume.

Auffällig die Anzeichen von Verbiss am Rand der Wiesen, viele Jungbuchen im Taunus sehen aus wie vom Gärtner bearbeitete Buchsbäume – Anzeichen für einen deutlich zu hohen Wildbesatz im Gebiet.

Wildbeobachtung

Im Wald traf die Gruppe am Brunftplatz im Wald auf mehrere Beihirsche, die den Platzhirsch und sein Rudel belagern (ein Belegfoto von Jan), davor eine schlafende Wildschweinfamilie. Die einjährigen Frischlinge erwachten nacheinander, während die Gruppe dem Gesang der Rothirsche lauschte. Die Tiere nahmen von den Besuchern Notiz, flüchteten aber keineswegs, sondern trollten sich wenige Meter abwärts ins Tal und begannen, im Bachbett nach einem Frühstück zu wühlen. (Fotos: Jan Zeissler)

Fliegenpilz Portrait

Foto: Jan Zeissler – Fliegenpilz Portrait

Auf dem Rückweg trafen wir unerwartet schon im hellen Sonnenschein auf eine weitere Gruppe Kahlwild an einer kleinen Waldwiese. So spät am Morgen nach halb zehn Uhr rechnete niemand mehr mit Wild in offenem Gelände.

Auf dem Rückweg passierten wir eine Toranlage, die den Durchgang durch ein Gebück – eine mittelalterliche Grenz-Wehranlage- sicherte. 

Im Lager angekommen gönnen wir uns ein ordentliche Frühstück,

bevor wir uns zum Abbau rüsten.

Teilnehmer: Karsten, Ecki, Tino, Karolinka, Jan, Silas und Janis.

 

 

Sep 072017
 

NABU: Spektakuläre Wolfssichtung bei Wald-Michelbach

Wetzlar / Wald-Michelbach – Der Fotograf Hans Oppermann wollte seinen Augen nicht trauen, als er am letzten Sonntag bei Wald-Michelbach unterwegs war: Durch die Zweige der Bäume erblickte er einen leibhaftigen Wolf! Seine Bilder gaben den Wolfsexperten eindeutige Hinweise dafür, dass nach rund 150 Jahren wieder ein Wolf im Odenwald unterwegs ist. „Die Rückkehr des Wolfs in den Odenwald ist ein gutes Zeichen. Die wald- und wildreiche Gegend bietet einen idealen Lebensraum für den faszinierenden Beutegreifer“, freut sich Gerhard Eppler, Landesvorsitzender des NABU Hessen. Der NABU geht davon aus, dass sich der Wolf schön längere Zeit in der Region aufhält. So wurde er bereits am 20. August am gleichen Ort vom Artenschutzbeauftragten des NABU Wald-Michelbach, Wolfgang Wenner, beobachtet.

Der Naturschützer berichtet: „Das Tier lief im gemütlichen Trab, verschwand aber immer wieder zwischen den Bäumen. So schnell wie konnte habe ich das Teleobjektiv auf das Tier ausgerichtet. Was ich da sah, konnte doch unmöglich wahr sein. Für einen kurzen Augenblick sah ich einen Wolf durch meinen Sucher. Bevor ich abdrücken konnte, verschwand das Tier im dichteren Wald. Ich bin dann noch eine halbe Stunde sitzen geblieben, in der Hoffnung, er kommt vielleicht gleich wieder zurück. Der Wolf ließ sich aber nicht mehr blicken.“ Die Chancen, den Wolf in nächster Zeit noch einmal zu Gesicht zu bekommen, sind allerdings eher gering. Jede Beobachtung ist ein großes Glück. Um zu erfahren, ob sich der Wolf weiterhin im Odenwald aufhält, ruft der NABU dazu auf, weitere Wolfs-Sichtungen zu melden. „Am besten ist immer ein Beweisfoto, das können die Wolfsexperten genau auswerten“, erklärt der Biologe Eppler. Die Beobachtungen lieferten wichtige Daten für ein Wolfsmanagement in der Region.

Die vermeintlich letzten südhessischen Wölfe wurden 1840 im Viernheimer Wald und 1841 bei Lorsch im hessischen Ried erlegt. Bereits gegen 1780 war der Wolf im Odenwald ausgerottet. In der Mitte des 19. Jahrhunderts gab es plötzlich noch einmal große Aufregung über einen oder mehrere zurückgekehrte Wölfe. Im Jahr 1866 wurde dann der letzte Wolf im Odenwald am 12. März getötet und auf dem Marktplatz in Eberbach ausgestellt. Noch heute steht das Tier ausgestopft im Museum der Stadt Eberbach. Wie alte Aufzeichnungen zeigen, haben Wölfe in der Geschichte des Odenwaldes nicht ein einziges Mal einen Menschen verletzt.

Der NABU Hessen rät dazu, bei möglichen Wolfssichtungen besonnen zu reagieren. „Wie bei anderen großen Wildtieren wie Wildschweinen gilt auch beim Wolf: Abstand halten, nicht darauf zugehen und nicht bedrängen“, so Eppler. Damit die Tiere ihren Respekt vor dem Mensch behalten, dürften sie auf keinen Fall gefüttert werden. Auch eine indirekte Fütterung durch das unachtsame Lagern von Speiseresten und Tierfutter könne Wölfe anlocken und an den Menschen gewöhnen. „Wer Wölfe füttert, hilft nicht, sondern schadet ihnen“, erläutert Eppler. Wenn man zu Fuß oder auf dem Fahrrad einem Wolf begegnet, sollte man ruhig bleiben und sich langsam zurückziehen. Falls der Wolf doch einmal folgt, gilt: gelassen und ohne Angst weitergehen. Nur wenn sich ein Wolf neugierig weiter annähert, empfiehlt es sich, stehenzubleiben, laut zu rufen und in die Hände zu klatschen, um ihn zu vertreiben.

Foto: Hans Oppermann – Wolf im Odenwald

Sep 032017
 

 

Video: M Friderichs – Waschbären am Futterhaus: : Es ist schon faszinierend, wie langsam sich die Bärchen bewegen und trotz der Körperfülle an einem 2 cm dicken Hollunderast hoch kommen.

Zwischenzeitlich ist klar, dass hier in Seeheim mehrere Waschbären-Familien ansässig sind. Die Tiere sind immer in Gruppen gemeinsam unterwegs. Mit automatischer Kamera beobachtet wurden mittlerweile ein erwachsenes Tier, eine Mutter mit 4 Jungen, 3 Halbstarke sowie 2 Halbstarke, immer am Vogelfutterhaus aufgenommen. Es werden vielleicht in Teilen dieselben, sicherlich aber auch unterschiedliche Tiere sein. Interessant ist, dass die Tiere nur alle ca 4-7 Tage auftauchen, dann aber gleich mehrfach in einer Nacht. In den anderen Nächten sind Marder zu sehen, die fast nichts von dem Vogelfutter fressen, aber gerne auf dem Balkon zu patrouillieren scheinen. Bisher waren noch nie Waschbären und Marder in einer Nacht gemeinsam unterwegs.
Hier sind zwei Halbstarke bei uns zu sehen. Sie scheinen sich schon angeeignet zu haben, das Vogelhäuschen zu kippen, um besser an das Futter heran zu kommen. Das zeigt, dass die Tiere durchaus intelligent sind. 

Dank an Maggie für das schöne Video.

Sep 022017
 
Bat-Night 09

Fotos: NABU/Tino Westphal – Bat-Night am Waldweiher in Seeheim

Superpünktlich zum Beginn der Bat-Night um 2o Uhr erschien der Große Abendsegler auf der Bühne. Gegen den klaren Abendhimmel zog diese neben dem Mausohr größte heimische Fledermaus ihre Bahn über dem Waldweiher. Die Bat-Detektoren schlagen an und wandeln die sonst unhörbaren Jagdlaute in den typischen Flip-Flop-Sound dieser Flattertiere.

Bald stimmen die Zwergfledermäuse in das Konzert ein. Mit dem Sonogramm am Laptop können neben den vielen Zwergfledermäusen auch noch eine Breitflügelfledermaus identifiziert werden. 

Bat-Night 17

Professionelle BAT-Detektoren lauschen in die Nacht.

Die Fledermaus-Experten wiesen auf die akute Gefährdung all unserer heimischen Fledermäuse durch Vergiftung ihrer Nahrung durch der industriellen Landwirtschaft und den Ausbau von Windkraftanlagen. Aber auch, wie wir konkret helfen können mit der Anlage pestizid-freier Gärten und der Duldung der wohnungssuchenden Fledermäuse in unseren Häusern.   

Zum Ende der Veranstaltung tauchen dann im Lichtschein der Taschenlampe direkt über dem Wasser die Wasserfledermäuse auf. Mit ihren hell aufblitzenden Flügelunterseiten nicht zu verwechseln mit ihren über der Wasserfläche kreisenden Verwandten.

Viel Spass hatten die großen und kleinen Fledermaus-Freunde beim Fledermaus-Quiz des NABU- natürlich gab es auch schöne Preise zu gewinnen.

Die Laute der Fledermäuse nach-hören kann man perfekt beim NABU: https://www.nabu.de/tiere-und-pflanzen/saeugetiere/fledermaeuse/arten/index.html

 

Aug 282017
 

Foto: Jaro – Frischling

Gleich zu Anfang der ersten Gruppenstunde der zusammengelegen Wühlmausgruppe „Die Krassen Krähen“, gab es ein Highlight: ein Wildschweinfrischling hat sich im Hühnerzaun verfangen. Ecki und Eva befreiten das kleine Schwein, verstauten es in einem Sack und steckten es in das Gehege für die Küken, damit die Kinder es sich anschauen konnten. Das kleine Schwein war ganz schön außer sich. Als Ecki es nach ca. 10 Minuten in die Freiheit entließ, es handelte sich übriges um einen Eber, flitzte es wie der Blitz über die Wiese in den Wald.

Aug 082017
 

Foto: Max Wagner – Reh auf der Bienenweide

Schon der letzten Pflege-Einsatz im Mai wurde abgebrochen, weil im Dickicht der Goldrute ein Rehkitz abgelegt war. 

Es ist immer verblüffend, wie nahe Wildtiere an Menschen herankommen. Natürlich sind Rehe „unsichtbar“, aber gerade am Rand dieser Wiese führen täglich viele Hundebesitzer ihre Tiere aus.  

Auch wenn es immer mal wieder behauptet wird: Wildtiere sind nicht scheu. Wenn sie nicht verfolgt werden, wie gerade im Siedlungsbereich, können sie sehr vertraut und nahe beim Menschen leben.

Das Jungtier ist jedenfalls noch auf der Wiese und wir werden die Wiese sorgfältig abgehen, bevor wir sie für die Beweidung einzäunen.

Freiwillige Helfer für den Pflege-Einsatz am Samstag ab 10 Uhr auf den Malchener Weiden sind übrigens hoch willkommen. Die Schäfer kommen dann ab 16 Uhr mit ihren Schafen.

Jul 312017
 
01 Viel Trubel am Wasser

Fotos: Willi Fuchs – Viel Trubel am Wasser.

02 Jagender Graureiher

Jagender Graureiher

03 Jagender Silberreiher

Jagender Silberreiher

04 Reiherenten

Reiherenten

05 Grünschenkel

Grünschenkel

06 Nutrianachwuchs

Nutrianachwuchs

07 Mutterschiff

Mutterschiff

08 Nutriababy

Nutriababy

09 Neuntöter-Fütterung

Neuntöter-Fütterung

10 Starenschwarm

Starenschwarm

11 Junger Wanderfalke mit Star

Junger Wanderfalke mit Star

Die Gewitterregen im Juli ließen den Wasserspiegel der stehenden Gewässerabschnitte im Westen der Landbachaue zeitweise wieder ansteigen, dankbar von den Wasservögeln angenommen. Gänsen, Enten und Reihern bevölkerten die Wasserflächen und auch die im Juli durchziehenden Gäste – Reiherenten, Waldwasserläufer, Bruchwasserläufer, Grünschenkel usw. – nutzten die Wasserflächen zur Nahrungssuche und Rast.

Eine regelrechte Attraktion im Juli waren zwei Nutriamütter mit ihren insgesamt zehn Jungen, die vor ihrem Bau direkt an der Holzbrücke zu beobachten waren. Viele Besucher der Aue erfreuten sich an dem munteren Treiben dieser Nager, die nur bei Flussmuscheln eine Ausnahme bei ihrer ansonsten rein vegetarischen Ernährung machen.

Bis Ende Mai gab es nur wenige Sichtungen von Neuntötern und ein starker Rückgang dieser Würgerart war zu befürchten. Dies änderte sich in der Folgezeit und im Juli ergaben unsere Zählungen, dass im gesamten Auengebiet mindestens zehn Neuntöterreviere besetzt waren, in denen emsig der Nachwuchs gefüttert wurde.

Imponierend waren im Juli die Beobachtung der großen Starenschwärme, die allabendlich ihre Schlafplätze in der Landbachaue aufsuchten. Wolken von mehreren tausend Staren fielen dann in die Büsche und Schilfgebiete ein und das Gezeter dieser Starenmassen übertönte dann alle übrigen Geräusche. Dieses Treiben lockten die sonst nur sporadisch zu sehenden Wanderfalken an. Diese Greife holten sich nahezu an jedem Abend ihre Beute aus den Starenschwärmen und rupften sie auf den Masten der Stromtrassen. Mehrfach zu sehen war eine komplette Wanderfalkenfamilie, zwei Elternvögel mit ihren zwei diesjährigen Jungen.

Highlight im Juli war aber ein diesjähriger Schwarzstorch, der auf seinem Zug in den Süden für zwei Tage Station in der Landbachaue machte und hier auch auf den Pappeln übernachtete. Tagsüber mischte sich der Schwarzstorch unter die Weißstörche, mit denen er auf gemeinsame Nahrungssuche ging.

Schwarzstorch

15 Erster Ausflug der Jungstörche

Erster Ausflug der Jungstörche

16 Erster Höhenflug

Erster Höhenflug

17 Jungstörche auf Insektenjagd

Jungstörche auf Insektenjagd

18 Letzter Abend der Jungstörche

Letzter Abend der Jungstörche

Die beiden Jungstörche der Landbachaue starteten am 4. Juli, nach einer normalen Nestlingszeit von 68 Tagen, ihren Erstflug. Allzu weit ging dieser erste Ausflug nicht, nur gut 300 Meter zum Rand der Wasserfläche, wo das Duo eine Weile herum stand und nicht allzu viel mit der neuen Umgebung anzufangen wusste. Nach kurzer Zeit ging es dann auch schnell wieder zum Nest zurück.

Für den zweiten Tag stand für die die Jungstörche der erste Höhenflug auf dem Stundenplan. Animiert durch ihre Eltern und bei schönem Wetter mit günstiger Thermik schraubten sich die beiden Jungstörche über ihrem Nest in die Höhe, ständig überwacht von den Altvögeln, die etliche Meter höher flogen und ihre Sprösslinge überwachten. Dieser erste Höhenflug der Jungstörche war noch arg unbeholfen, insbesondere bei den Kurven kamen die Anfänger schnell ins Trudeln und die fehlende Flugerfahrung war nicht zu übersehen.

In der Folgezeit waren die beiden Jungstörche stets gemeinsam im Umkreis von knapp einem Kilometer des Nests zu sehen. Bei ihrer Nahrungssuche konzentrierten sie sich überwiegend auf die Stoppeläcker (Mäuse) und vor allem auch auf die Insektenjagd auf Gras- und Wiesenflächen.

Letztmals konnten wir das Jungstorchduo am Abend des 29. Juli beobachten. Am Folgetag kehrten nur noch die beiden Elternstörche zur Übernachtung auf das Nest zurück. Die Jungstörche waren demnach abgereist, um sich zunächst den anderen Jungstörchen in der Region anzuschließen, mit denen sie dann gemeinsam allmählich und instinktgesteuert in Richtung Süden ziehen.

 

Jul 052017
 
01 Patteriol am Morgen 1 10x15s

Fotos: NAJU/Tino Wetsphal – Patteriol am Morgen

Von der Konstanzer Hütte zur Darmstädter Hütte

Start am Morgen- Konstanzer Hütte vor dem Patteriol

02 Start Konstanzer Hütte 2 10x15s

Start Konstanzer Hütte

Aufstieg zum Kuchenjoch

Pass bei bei 2730 m – Ober-Beerbacher Steig

 

Abstecher vom Pass zum Gipfel des Scheibler

Rast auf dem Pass 

eine ausgeaperte Gemse auf dem Schneefeld am Pass. Sicher kam deshalb ein Steinadler vorbei um nachzusehen.

Abstieg zum Gletschersee

Eissee – Baden nur für Helden

Darmstädter Hütte

Von der Terasse der Hütte aus können mit dem Fernglas in den Wänden auf der anderen Talseite Steinböcke beobachtet werden. Und vom Matratzenlager aus das Alpen-Glühen.

http://alpenverein-darmstadt.de/huetten/darmstaedterhuette/

Jun 292017
 

Brütende Hitze herrschte in diesem Juni auf den frisch gemähten Wiesen am Seeheimer Blütenhang. Wo tagsüber nahebei Spaziergänger mit ihren Hunden vorbeilaufen und auf den Wiesen sich das Insektenleben tummelt, sollte für 2 Wochen das nächtliche Leben mit einer automatischen Kamera erkundet werden. Auf einem von Zäunen eingeschlossenen Gelände mit gut sichtbaren Spuren eines Wildwechsels war die die Kamera aktiviert zwischen dem 16.6.2017 und dem 29.6.2017.

Selbst bei Tageslicht noch oft zu sehen sind Füchse und Rehe. 

Regelmässige nächtliche Besucher: Fuchs, Reh, Steinmarder, Dachs und große Rotten von Wildschweinen. Als seltener Gast sogar ein Waldkauz, zu Fuß unterwegs auf der Wiese.

Wenn man bedenkt, dass hier nur wenige Quadratmeter Wiese über zwei Wochen beobachtet wurden, ist die beobachtete Dichte an größeren Tierbesuchen erstaunlich hoch.

Mai 312017
 
01 Rotschenkel

Fotos: Willi Benz – Rotschenkel

02 Seidenreiher

Seidenreiher

03 Kiebitz

Kiebitz

04 Nachtigall

Nachtigall

05 Teichrohrsänger

Teichrohrsänger

06 Neuntöter

Neuntöter

07 Star an Bruthöhle

Star an Bruthöhle

08 Kleiber-Bruthöhle

Kleiber-Bruthöhle

09 Fütternder Baumläufer

Fütternder Baumläufer

10 Fütternder Hausrotschwanz

Fütternder Hausrotschwanz

11 Fütternde Wiesenschafstelze

Fütternde Wiesenschafstelze

12 Schwarzspechtweibchen

Schwarzspechtweibchen

13 Singender Feldschwirl

Singender Feldschwirl

14 Bache mit Frischlingen

Bache mit Frischlingen

15 Bettelndes Storchenküken

Bettelndes Storchenküken

16 Jungstorchduo Mitte Mai

Jungstorchduo Mitte Mai

17 Toter Jungstorch am Nestrand

Toter Jungstorch am Nestrand

18 Jungstorchduo Ende Mai

Jungstorchduo Ende Mai

Anfang Mai ließ der Limikolenzug in der Landbachaue merklich nach, um bis Mitte des Monats dann nahezu gänzlich zu versiegen. Ein kurzes Gastspiel gaben noch zwei Rotschenkel und zum Monatsende ein einzelner Grünschenkel. Auch der viel beachtete Löffler beendete nach 36 Tagen seinen Aufenthalt in der Landbachaue. Direkt nach dem Löffler schaute noch für einen Tag ein Seidenreiher vorbei, wie der Löffler auch eine Schreitvogel, allerdings in der Landbachaue häufiger zu sehen.

Aber auch ohne Watvögel ist der Mai der beobachtungsreichste Monat im Jahr. Ließen sich bis zum Abbau des Schutzzaunes so gut wie keine Kiebitze blicken, erschien direkt nach dem Zaunabbau ein Kiebitzpaar in der Landbachaue und war bis Monatsende nahezu täglich zu sichten – auch innerhalb des für sie vormals vorgesehenen Areals.

Blicken ließen sich im Mai auch die sonst eher verborgenen Nachtigallen und Rohrsänger, beides Arten mit einem spürbaren Bestandsrückgang gegenüber den Vorjahren. Ebenfalls ein Bestandsrückgang ist bei den Anfang Mai aus ihrem Winterquartier eingetroffenen Neuntötern festzustellen. Von dieser Art fehlt nach unseren Aufzeichnungen in diesem Jahr mindestens die Hälfte der Vögel.

Eine gewaltige Bestandszunahme war im Mai bei den Staren festzustellen. Nahezu jede Baumhöhle im Auengebiet wird von dieser Art zur Brut genutzt, die übrig gebliebenen Höhlen teilen sich vor allem Meisen, Kleiber und Baumläufer, Arten mit erfreulichen Beständen. Auch Hausrotschwanz und Wiesenschafstelze geben ihr Bestes für ihre Arterhaltung und scheinen, zumindest im Auengebiet, wenig gefährdet.

Den ganzen Mai über in der Landbachaue zu sehen, oder zumindest mit ihren typischen Rufen zu hören, waren zwei Schwarzspechte – Männchen und Weibchen, die allerdings nie gemeinsam gesichtet wurden. Diese Spechtart brütet üblicherweise in Waldgebieten, die Landbachaue dürfte für sie nach der einschlägigen Lehre als Bruthabitat eher nicht geeignet sein.

Anders sieht es beim Feldschwirl aus, der in der Landbachaue durchaus gute Brutbedingungen vorfindet. Dieser extrem scheue Grassänger war den ganzen Mai über, vor allem in den Abendstunden, durch seinen typisch sirrenden Gesang in zwei Revieren zu lokalisieren. Sichtungen sind allerdings Glückssache, denn die Schwirle sind stets gut gedeckt in der Vegetation dicht über dem Boden und im schwindenden Tageslicht mehr zu erahnen als zu sehen.

Nicht zu übersehen war im Mai  dagegen eine Rotte Wildschweine, bestehend aus vier Bachen und mindestens 15 Frischlingen. Ohne große Scheu zeigte sich die Bande wiederholt am hellichten Tage im Ostteil der Aue den staunenden Passanten.

Bei den Störchen in der Landbachaue dauerte es bis zum 4. Mai, bis der erste Kükenkopf über dem Nestrand zu sehen war. Drei Tage später konnten wir dann drei Küken zählen, davon ein Küken mit einer erheblichen Verletzung im Scheitelbereich – vermutlich von einem Fremdstorchangriff, denn das Nest wurde häufig von anderen, unverpaarten Störchen attackiert. An den Folgetagen war immer nur zwei Küken zu sehen und Mitte Mai entdeckten wir das dritte Küken tot und schon leicht mumifiziert am äußeren Nestrand hängend.

Wie schon der April war auch der Mai kein guter Monat für die Störche. Würmer waren wegen der andauernden Trockenheit kaum erreichbar, Mäuse waren in der hohen Vegetation (die Wiesenmahd war erst spät im Monat angelaufen) auch kaum aufzutreiben und Frösche sind allenfalls nur unregelmäßiger Beifang für die Adebare. Blieben in der Auswahl vor allem nur Insekten, mit denen allein ein Storch nur schwer über die Runden kommt, zumal wenn ein hungriger Nachwuchs mit zu versorgen ist. Wie schon im April waren daher bei jeder landwirtschaftlichen Tätigkeit auf den Äckern Storchenansammlungen im Schlepptau der Traktoren. Vor allem die laufenden Beregnunganlagen der Landwirte wirkten auf die Störche der Region wie Magnete.So konnten wir gegen Monatsende auf einem beregneten Schnittlauchacker westlich der Landbachaue über 120 Störche zählen, die sich natürlich aus dem weiteren Umkreis zur Würmerjagd versammelt hatten. Bei Dämmerungsbeginn löste sich die Versammlung dann auf und flog zu ihren Nest- und Schlafplätzen. Gut zwei Drittel der Störche flog dann auch in Richtung West, also Richtung Biebesheim, ab, wo es bekanntermaßen eine starke Storchenpopulation gibt.

Bleibt jetzt auf günstigere Witterungsbedingungen und das verbundene verbesserte Nahrungsangebot für die Störche zu hoffen, ansonsten könnte es für den diesjährigen Storchennachwuchs – zumindest in der Region – kritisch werden.

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Storcheninvasion