Mai 202017
 
Reh im Garten 1

Fotos: Mechthild Friderichs – Rehbesuch im Hausgarten

Rehbesuch im Hausgarten

Wildtiere sind keineswegs scheu. Vielmehr bobachten sie ihre Umgebung und insbesondere das Verhalten von Menschen sehr genau. So werden Jogger oder Landwirte im Trecker, die regelmässig ortsnah die Waldwege frequentieren zwar genau beobachtet, aber keineswegs als unmittelbare Gefahr angesehen. Anders sieht es natürlich aus, wenn Spaziergänger von freilaufenden Hunden begleitet werden.

Rehverbiss im Wald am Langen Berg 1

Starker Rehverbiss im Wald am Langen Berg bei Malchen.

Noch nie in der Geschichte war die Wilddichte an Rehen und auch Wildschweinen im Seeheimer Wald so hoch wie heute. Naturschützer finden im Wald weite Bereiche, in denen es keinen natürlichen Baumnachwuchs gibt, permanent verbissene Jungbuchen sehen aus wie gärtnerisch bearbeitete Buchsbäume, Orchideen in den Waldnaturschutzgebieten nördlich Seeheim oder seltene Weisstannen im Alsbacher Gemeindewald können  ohne massiven Einzelschutz jeder Pflanze nicht überleben. Landwirte beklagen zunehmend Wildschaden auf den Äckern.

Mit der zunehmenden Rehpopulation werden auch Ortslagen für Wildtiere interessant, zumal sie dort sicher sind vor Verfolgung durch Jäger. So finden viele Gartenbesitzer einen nächtens verwüsteten Rasen und abgefressene Beete vor.

 

Die Tierliebe der GärtnerInnen wird auf die Probe gestellt, wenn der Gast es auf die frisch gesäten Blumen im Trog und alle Rosenknospen abgesehen hat.

Über angemessene und neue Formen des Wildtiermanagements wird zu reden sein in den nächsten Jahren, um Interessen des Tier- und Naturschutzes mit anderen Interessen in Einklang zu bringen. 

Mai 192017
 
Fledermaus-Nacht 4 10x37s

Fotos: NABU/Tino Westphal – Bat-Night am Waldweiher Seeheim mit Sybille Waibel und Robina Reinicke.

Beinahe wäre die erste Bat-Night mit Robina Reinicke und Sybille Waibel ins Wasser gefallen, aber pünktlich eine halbe Stunde vor Beginn der Veranstaltung hörte der Dauerregen auf.

Am Waldweiher begrüsst uns ein Nutria, Stockenten mit ihren Kücken, ein Paar Nilgänse und Zwergtaucher. Und wie auf Zuruf zum Beginn des Vortrages von Sybille ein Großer Abendsegler am Abendhimmel über dem Waldweiher. 

Der Fledermaus-Detektor meldet sich mit einem merkwürdigen melodischen Flip-Flop-Geräusch: 10 fach verlangsamt werden die Ortungsrufe des Großen Abendseglers aus dem für uns unhörbaren Ultraschallbereich in ein für Menschen wahrnehmbares Signal gewandelt. Bald darauf kommen die knatternden und prasselnden Laute der  Zwergfledermäuse hinzu, die gegn den Abendhimmel sehr gut sichtbar über uns herumwuseln.

Im Strahl einer Taschenlampe horizontal über dem Wasserspiegel den Waldweihers blitzen immer wieder die weissen Unterseiten der Wasserfledermäuse auf: die Tiere jagen dicht über dem Wasser und greifen Insekten gern von der Oberfläche ab. 

Ein Fledermaus-Quiz mit Fragen gibt es für große und kleine Fledermaus-Freunde- mit einem kleinen Überraschungs-Gewinn. Von dem wir hoffentlich noch hören, was daraus wird…

Gehört und gesehen:

  • Großer Abendsegler
  • Zwergfledermaus
  • Wasserfledermaus
Mehr Details, Fragen und Hilfsangebote gibt es unter

http://www.fledermausschutz-suedhessen.de/

 

Mai 182017
 

Morgendlicher Besuch vom Waschbär.

In den letzten Tagen hatten mehrere Anrufe beim NABU Sichtungen eines Waschbären in Seeheim gemeldet.

Schon Anfang Mai waren einem Anwohner der Burgstrasse in Seeheim  merkwürdige Spuren im Rasen aufgefallen, die auch die hinzugezogenen NABU-Aktiven nicht recht einordnen konnten. Eine automatische Kamera sollte den Verursacher der Löcher im Rasen dingfest machen. Tatsächlich gab es einen guten Fotobeleg für die Waschbären-Aktivität in der Nacht des 2. Mai 2017.

Das Tier scheint gemäss der späteren Beobachtungen wenig Scheu vor Menschen zu haben: Morgens um 8 Uhr  bedient er sich am Vogelfutter auf der Terasse, von Menschen nur durch eine Glasscheibe getrennt.

Foto: Waschbär im nächtlichen Seeheimer Garten.

Dez 312016
 
Fotos: Willi Benz - Graugänse zu Monatsbeginn

Fotos: Willi Benz – Graugänse zu Monatsbeginn

02 Stockentenpaar auf Eis

Stockentenpaar auf Eis

03 Buntspecht

Buntspecht

04 Grünspecht

Grünspecht

05 Eisvögel

Eisvögel

06 Wasserralle

Wasserralle

07 Rotkehlchen

Rotkehlchen

08 Stieglitz im Raureif

Stieglitz im Raureif

09 Wacholderdrossel

Wacholderdrossel

10 Lachmöwen

Lachmöwen

11 Turmfalke mit Beute

Turmfalke mit Beute

12 Nutria im Winterfell

Nutria im Winterfell

13 Rehbock

Rehbock

14 Bekassine im Nebel

Bei einer am 12. Dezember tot auf der westlichen Wasserfläche treibenden Graugans wurde vom Hessischen Landeslabor in Gießen und auch dem Friedrich-Loeffler-Institut (Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit) in Riems das Vogelgrippevirus H5N8 nachgewiesen. Dies blieb bisher der einzige Fund eines toten Vogels im Gebiet, die übrigen Wasservögel (Enten, Zwergtaucher usw.) zeigen sich weiterhin gesund und munter. Rätselhaft ist allerdings, dass seit dem Tag nach dem Fund keine Graugänse und – bis auf wenige Ausnahmen auch keine Nilgänse – mehr in der Landbachaue zu sichten sind. Auch auf den angrenzenden Ackerflächen, die sonst ständig von von den Graugänsen zur Nahrungssuche aufgesucht wurden, waren bis Monatsende keine Gänse zu beobachten. Für einen Zusammenhang dieses Verschwindens mit der aufgefundenen infizierten Graugans gibt es keinerlei bekannte Erklärung.

Aber auch ohne Gänse gab es im Dezember in der Landbachaue einiges zu beobachten. In den unbelaubten Büschen und Bäumen gut sichtbar waren Bunt- und Grünspecht und an den Wasserflächen konnten an manchen Tagen bis zu vier Eisvögel gleichzeitig gezählt werden. Ebenso gut sichtbar waren im Dezember die Wasserrallen, die sich in den übrigen Monaten weitaus seltener blicken lassen. Bei den Schwärmen von Stieglitzen und Wacholderdrosseln fiel auf, dass die Individuenzahl dieser Schwärme geringer als in den Vorjahren war; auch gut zu sehen bei den Ringeltauben, bei den die größten Schwärme nur noch ca. 30 Vögel aufwiesen – in den Vorjahren gab es durchweg Schwarmstärken von mehreren hundert Vögeln.

Auch im Dezember ständig zu sehen waren die Nutria, reine Vegetarier, die keinen Winterschlaf halten und  für die kalte Jahreszeit in ihr dickeres Winterfell gewechselt sind. Bei längeren Frostperioden können die Bestände dieses Nagers, der ursprünglich aus Südamerika stammt, stark zusammenbrechen. Letztmals war dies in der Landbachaue im Winter 2011/2012 der Fall. Weniger witterungsabhängig ist hingegen das Rehwild, das im Dezember nahezu täglich in der Aue und deren Ränder zu sichten war.

Am vorletzten Dezembertag zeigte sich nochmals eine nahrungssuchende Bekassine im dichten Nebel der Landbachaue. Ein erneutes Zeichen, dass dieses Habitat für die gefährdeten Schnepfenvögel durchaus attraktiv ist. Insgesamt konnten in 2016 häufiger und mehr Bekassinen als in den Vorjahren gezählt werden, was leider immer noch fehlt ist der Nachweis für eine erfolgreiche Brut.

Nov 302016
 
Silberreiher

Fotos: Gernot Wagner – Silbereiher

En wunderschöner Spätnachmittag kurz vor Sonnenuntergang – Gelegenheit zu beobachten, was sich so alles in der Landbachaue tut. Zunächst konnte ich einen Silberreiher beim Abflug im Bild festhalten.

Auf einer dünnen Astspitze war ein Bussard zu entdecken, der aber ebenfalls frühzeitig davon flog. In der herein brechenden Dämmerung waren jenseits vom See eine große Gruppe Graugänse zu beobachten, die sich bald in diversen Pulks auf den Flug zu ihren Schlafplätzen machten.

Vier Feldrehe auf den Wiesen dahinter widmen sich ungestört der Nahrungsaufnahme.

Auf dem Rückweg zum See und der Brücke über den Landbach zeigt sich dann ein Eisvogel, der sich Nahrung aus dem See fischte.

Nov 272016
 
Foto: Archiv - Nistkasten-Kontrolle und Reinigung.

Foto: Archiv – Nistkasten-Kontrolle und Reinigung.

Von den insgesamt 32 Nistkästen am Heiligenberg und am Schuldorf (3) wurde einer gestohlen, so dass nur noch 31 existieren. Die Nistkästen waren alle belegt und wurden anlässlich der Kontrolle auch gereinigt.

Im Einzelnen:

  • Kohlmeise, evtl auch Blaumeise 16
  • Kleiber                                              9
  • Undefinierbar                                  3
  • Waldmaus                                        3

Einige Kästen werden offenbar auch von Mäusen als Übernachtungsstätte genutzt, in dem diese sich auf dem verlassenen Meisennest häuslich einrichten.

In einem Kasten wurde zudem eine Fledermaus angetroffen.

Fazit: Die Kästen werden gut angenommen. Um die Tiere nicht zu stören, werden keine Zwischenkontrollen durchgeführt. Von daher sind wir bei der Bestimmung auf das verlassene Nest angewiesen, was eine genaue Bestimmung manchmal schwierig macht.

Teilnehmer vom NABU: Achim und Uwe.

Nov 182016
 
Das Futterbrett wird bestückt.

14.11.2016 – Das Futterbrett wird bestückt.

An der NABU-Futterstelle für Vögel werden in letzter Zeit die Futterbretter geplündert: merkwürdige Kratzspuren im Fett weisen auf einen Dieb, der größer als ein Eichhörnchen ist. Die Eichhörnchen schauen regelmässig am Tage vorbei, interessieren sich aber wenig für das Fett im Futterbrett, sondern holen sich von den bereitgestellten Nüssen und Sonnenblumenkernen. 

Eine automatische Kamera* soll das Rätsel lösen. 

Die üblichen Besucher

620 Bilder in 7 Tagen zeigen die üblichen Besucher…

Nach 5 Tagen kommt in der Nacht ein Steinmarder vorbei. Eigentlich ein alter Bekannter. Er wohnt nicht weit in einem Holzstoss.

Nach einigem Zögern steigt er zum Futterbrett hoch und bedient sich – Rätsel gelöst.

*das Gelände ist umzäunt und für den öffentlichen Publikumsverkehr gesperrt.

Okt 022016
 
Birdwatching Landbachaue 3

Fotos: NABU/Tino Westphal – Birdwatching in der Landbachaue.

Zum Birdwatching an der Landbachaue trafen sich die Vogelfreunde.

Die Beobachtungen von heute sind im Naturgucker.de dokumentiert. – Dort bitte unter dem Gebiet „Landbachaue“ suchen.

NABU Seeheim hatte für Kaffee und Kuchen gesorgt, denn das Team um Frank Gröhl war schon seit 7:30 Uhr in der Frühe auf den Beinen: vom Rheindamm ging es zum Schusterwörth und jetzt zum Abschluss an die Landbachaue.

 

Sep 292016
 
Hirschbrunft 1 10x13s

Fotos: NAJU/Eric Westphal – ein Wühlmaus-Lager versteckt im tiefen Wald.

Eine Nacht  bei den Rothirschen im Taunus.

Am Abend wird nur ein Hirsch gesichtet, aber es röhrt die ganze Nacht  ums Lager herum.

Hirschbrunft 2 10x13s

Luna, Nicco und Ecki in Lauerstellung. Da steht er…

6 Uhr früh beginnt die Morgenpirsch.

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… ein prachtvoller Rothirsch . Eine halbe Stunde lang lässt er sich ruhig beobachten. So gelingt sogar ein Handy-Foto durchs Fernglas.

Ein schöner Hirsch steht eine halbe Stunde vor der Gruppe, trollt sich dann. Die Gruppe folgt langsam. Hinter der Bergkuppe dann ein großes Rudel Hirschkühe, im Wald darum stehen die Männchen und singen aus voller Kehle

Teilnehmer: Nicco, Luna, Ecki und Eric.

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Ein toller Baumpilz.

 

Sep 162016
 
Fledermausnacht am Mittelbachteich 3

Fotos:NABU/Tino Westphal – Fledermausnacht am Mittelbachteich

Fledermausnacht am Mittelbachteich 8

NABU-Fledermaus-Experte Rudolf Boehm und Karl-Heinz Waffenschmidt (von rechts nach links)

Karl-Heinz Waffenschmidt vom NABU und Frank Werthmann vom Steinbruchverein Nieder-Ramstadt begrüssten die Gäste am Mittelbachteich zur Fledermausnacht.

Fledermausnacht am Mittelbachteich 2

Treffen auf dem Damm des Mittelbachteiches

Nach Sonnenuntergang ab 20 Uhr beginnt das für Menschen unhörbare Konzert. Mehrere Fledermaus-Detektoren nehmen die Jagdlaute der Fledermäuse auf und wandeln sie für die Zuhörer in knatternde und zwitschernde Musik.

Fledermausnacht am Mittelbachteich 9

Eng umlagert von Kindern zeigt Rudolf Boehm eine mitgebrachte Fledermaus.

Eng umlagert von Kindern zeigt Rudolf Boehm eine mitgebrachte Fledermaus, erzählt Geschichten über die Flattertiere und beantwortet bis in die tiefe Dunkelheit hinein die vielen Fragen seiner Zuhörer.

Insgesamt am Detektor vorbeigeflogen an diesem Abend:

  • 176 x Zwergfledermaus
  • 16 x Mückenfledermaus
  • 1 x Rauhautfledermaus und
  • 1 x Großer Abendsegler.

Die letzte Fledermaus-Exkursion mit Rudolf Boehm.

Diese Fledermaus-Exkursion ist die letzte mit unserm NABU-Fledermaus-Experten Rudolf Boehm. Seit mehr als 25 Jahren widmet Rudolf Boehm einen großen Teil seiner Freizeit dem ehrenamtlichen Engagement für den Naturschutz. Die NABU-Vorsitzenden Karl-Heinz Waffenschmidt für den NABU Nieder-Ramstadt und Tino Westphal für den NABU Seeheim dankten Rudolf für seinen langjährigen Einsatz für den NABU und insbesondere die Fledermäuse mit einer kleinen Aufmerksamkeit.