Mai 162017
 

Foto: Christa Dreißig – Pfaffenhütchen-Gespinstmotte (Yponomeuta cagnagella)

Kunstwerk am Wegesrand

Pfaffenhütchen (Euonymus europaeus) und die auf dem Strauch lebende Pfaffenhütchen-Gespinstmotte (Yponomeuta cagnagella) findet sich neben dem Landwirtschaftsweg Richtung Seeheimer Düne: Die Pfaffenhütchen-Sträucher sind fein eingesponnen und weitgehend blattlos. Das Ganze gleich schon einem Kunstwerk ähnlich, mit den abhängenden Fäden, die sehr reißfest sind.

Der Strauch kommt mit der Belagerung klar und treibt später nochmals aus. Die Raupen sind für den Menschen harmlos, werden aber manchmal mit dem mit unangenehmen Brennhaaren ausgestatteten Eichen-Prozessionsspinner verwechselt.

Sep 292016
 

In den letzten warmen Spätsommertagen erfreut die aufmerksame Natur-Gärtnerin noch eine letzte Schmetterlings-Generation auf den Blüten der Herbstastern.

Gönnen wir unseren einheimischen Faltern einen chemiefreien und blütenreichen Garten und gern ein paar „ungenutzte“ Winkel mit den Futterpflanzen der Raupen: hier die Große Brennnessel und das Acker-Stiefmütterchen…

Fotos: Christa Dreißig

Aug 272016
 
Schmetterlingsexkursion Seeheimer Düne 5

Fotos: NABU/Tino Westphal – Schmetterlingsexkursion an der Seeheimer Düne. Exkursionsleiter Dr. Matthias Sanetra 2. von links.

Brütende Hitze – am wärmsten Tag des Jahres treffen sich hitzeresistente Schmetterlings-Liebhaber zur Schmetterlings-Exkursion auf den Seeheimer Binnendünen.

Zur Einführung gibt Exkursionsleiter Matthias Sanetra eine traurige Nachricht: der Dukatenfalter, den wir bei der letzten Schmetterlings-Exkursion bei Rodgau gesehen hatten, war tatsächlich der Letzte seiner Art: das lokale Vorkommen ist erloschen. In diesem Jahr flog nichts mehr. An der Grenze zu Bayern gibt es noch vereinzelte Vorkommen, allerdings freuen sich die Entomologen dort über ein „grosses“ Vorkommen von 15 (!) Exemplaren.

Hufeisenklee (Hippocrepis comosa)

Hufeisenklee (Hippocrepis comosa) auf den neu aufgeschüttetetn Sandflächen südlich der Pferdesportanlagen.

Auf einigen der neu aufgeschüttete Sandflächen sind schon ersten Vorkommen des Hufeisenklees (Hippocrepis comosa) zu finden. Die Futterpflanze des Himmelblauen Bläulings ist eine absolute Voraussetzung, die Population des Schmetterlings bei uns zu erhalten. Leider ist das Wissen über konkrete Möglichkeiten der Förderung unserer Schmetterlinge generell dürftig. Konkrete Arthilfsprogramme für Schmetterlinge fehlen, trotz der dramatischen Rückgänge. Das wäre insbesondere für die Arten dringlich, für die Hessen in besonderer Verantwortung steht.

Der NABU Seeheim sucht dringend Sponsoren für die wissenschaftliche Unterstützung in einem Monitoring-Programm, um den Himmelblauen Bläuling in einem seiner letzten Vorkommen in Hessen bei uns in Seeheim langfristig erhalten zu können.

Himmelblauer Bläuling (Polyommatus bellargus)

Himmelblauer Bläuling (Polyommatus bellargus)

Gleich darauf fliegt das erste Männchen des Himmelblauer Bläulings (Polyommatus bellargus) hektisch bei uns vorüber. Dennis gelingt es, ihn für eine sicher Bestimmung kurz einzufangen. Nicht ganz einfach, wenn die Falter bei der Hitze überaktiv sind. Später finden sich im Schatten einiger Kiefern noch etwas ruhigere Exemplare, die Fotografen-freundlich ihre Flügel aneinander reiben. Bei der Hitze halten die Falter ihre Flügel zusammen, so dass ihr strahlendes himmelblau nicht zur Geltung kommt. Aber die Flecken und Fransen an der Aussenseite der Flügel sind ohnehin für eine sicher Art-Bestimmung wichtiger.

Kleiner Sonnenröschen-Bläuling (Aricia agestis)

Kleiner Sonnenröschen-Bläuling (Aricia agestis)

Ein Kleiner Sonnenröschen-Bläuling (Aricia agestis) präsentierte sich den Fotografen im Schatten der Seeheimer Düne, häufger gesehen wurde auch der Faulbaum-Bläuling Faulbaum-Bläuling (Celastrina argiolus), eine der noch relativ häufig vorkommenden Bläulingsarten.

 

 

Aug 232016
 
Foto: Martin Strippel, Mühltal (Nieder-Ramstadt)

Foto: Martin Strippel, Mühltal (Nieder-Ramstadt)

Immer wieder kommt es in Mühltal zu Mäharbeiten an Wegrändern und zum unnötigen Wegebau in Schutzgebieten. An den gemähten Wegrändern blühte bis vor kurzem noch der große Wiesenknopf, der auch als Wirtspflanze für den Ameisenbläuling. Vor Ort gibt es noch kleine Vorkommen des Hellen Wiesenknopf-Ameisenbläuling(Maculinea teleius) und anderer seltener Schmetterlingsarten.  

Weitaus schlimmer, weil mit bleibendem Schaden für die Umwelt verbunden: Aktuell wird im Mittelbachtal eine Zufahrt zu einem geplanten Waldkinderkarten in einem aus Sicht des Naturschutzes besonders sensitiven Bereich gebaut. Die Errichtung eines Schotterbettes auf einem bestehenden  Feldweg hat bleibende Auswirkungen auf diverse Solitärbienen wie die Seidenbienen, die auf sonnenbeschienen und wenig befahrene sandige Wege und offene Böden zum Nestbau angewiesen sind.

Schmetterlinge und Wildbienen sind durch die industrialisierte Landwirtschaft gerade in den letzten Jahren unter massiven Druck geraten. Die Lokalpolitik in den Kommunen steht deshalb in besonderer Verantwortung, selbst die kleinen Rückzugsgebiete seltener Arten sorgfältig zu schützen und Naturschutzaspekten bei jeder Entscheidung hinreichende Priorität zu geben.

Foto: NABU/Tino Westrphal - neu angelegte Schotterpiste im Miitelbachtal

Foto: NABU/Tino Westrphal – neu angelegte Schotterpiste im Mittelbachtal nach Fertigstellung am 27.8.2016

Aug 182016
 

Nächtliches Nachtfalter-Monitoring am Malchener Blütenhang

Leuchtfalle am Blütenhang Malchen

Fotos: Dennis Sanetra – Leuchtfalle am Blütenhang Malchen

Nachtfalter sind allesamt grau und langweilig? Mitnichten! – Zwar gibt tatsächlich viele grau oder braun gefärbte Arten, aber diese beeindrucken vielfach durch schöne Muster. Auch die umgangssprachliche Bezeichnung „Motten“ für alle Nachtfalter ist schlicht falsch, denn das bezeichnet eigentlich eine Kleinschmetterlingsfamilie zu der etwa die Kleidermotte gehört.

Zu wiederholten Male wollten wir genauer wissen, welche Falter sich des Nachts am Blütenhang bei Malchen einfinden, insbesondere in der Nähe der neu angelegten Bienenweiden. Nun ist es gar nicht so einfach, Nachtfalter zu zählen.

Wie fängt man Nachtfalter?

Eine normale 15 Watt Leuchtstoffröhre, angeschlossen an eine normale Autobatterie ist sehr geeignet. Die Nachtfalter werden besonders stark von Licht mit hohem Blauanteil und/oder UV Strahlung angezogen. Deswegen eignen sich Leuchtstoffröhren mit Abstrahlung in diesem Spektralbereich am besten. Warum die Falter vom Licht angezogen werden ist nach wie vor heiß diskutiert und es gibt verschiedene Hypothesen dazu. Die gängigste ist vereinfacht gesagt die, dass die Falter sich am Mond orientieren und diesen versuchen in einem 90 ° Winkel zu halten um geradeaus zu fliegen. Versuchen sie das allerdings mit einer Lichtquelle die auf der Erde liegt, fangen sie zwangsläufig an um die Lichtquelle herumzufliegen, bis sie irgendwann dagegen fliegen. Eine weitere Erklärung wäre, dass Nachtfalter immer in Richtung von Bereichen mit größerer Helligkeit fliegen, weil sie dort besser sehen und eher keine Hindernisse im Weg sind. Diese Hypothesen können aber auch nicht alles erklären und so bleiben es eben Hypothesen. Wie auch immer, Fakt ist, die Falter werden von künstlichen Lichtquellen angezogen und fangen an darum im Kreis zu fliegen in immer enger werdenden Bahnen, bis sie gegen die Lichtquelle fliegen. Die Falle hat rund um die Lichtquelle zusätzlich Plexiglasscheiben, die die Falter noch schneller anfliegen, weil sie diese schlecht sehen können. Dann fallen sie herunter in einen Trichter und anschließend in den Sammelbehälter, der mit Eierkartons ausgelegt ist. In die Eierkartons verkriechen sich die Falter sehr gerne und bleiben meistens bis zum nächsten Morgen friedlich sitzen. Natürlich ist das eine Lebendfalle, kein Tier nimmt dabei Schaden und die Falter werden nach der Bestimmung wieder freigelassen. Lichtfallen zur Insektenvernichtung verbieten sich natürlich absolut und bringen rein gar nichts!

Was gibt es am Blütenhang zu finden? 

Schmuck-Kleinspanner (Scopula ornata)

Schmuck-Kleinspanner (Scopula ornata)

Einigermassen interessant: der Schmuck-Kleinspanner (Scopula ornata). Der Name ist nicht so falsch gewählt, denn dieser Spanner ist erstens ziemlich klein und zweitens sieht er ganz schmuck aus. Die Art ist zwar keine Seltenheit und in ganz Deutschland verbreitet, tritt aber nirgendwo wirklich häufig auf. In einigen nördlichen Bundesländern gilt sie sogar schon als gefährdet. Da sie bevorzugt in Trockengebieten mit seinen Hauptfutterpflanzen Thymian und Dost vorkommt, ist sie im Süden etwas häufiger. Der Schmuck-Kleinspanner besiedelt  Offenland-Habitate, die aber auch gut von Gebüschen und Waldrändern durchsetzt sein sollten. Das ist generell eine Konstellation, die für Schmetterlinge bzw. Insekten allgemein recht günstig ist. Leider sieht man immer mehr das andere Extrem, nämlich nur Offenland, wo kein Baum und Strauch weit und breit steht oder dichter Wald oder Gebüsch.

Putris-Erdeule (Axylia putris)

Putris-Erdeule (Axylia putris)

Eine generell noch relativ häufig gefundene interessante Art ist die Putris-Erdeule (Axylia putris), die auch gerne in mäßig trockenen Gebieten vorkommt, aber ein recht großes Spektrum an Lebensräumen bis in den Siedlungsbereich hinein besiedelt.

Lehmfarbige Graswurzeleule (Luperina testacea)

Lehmfarbige Graswurzeleule (Luperina testacea)

Dann noch die Lehmfarbige Graswurzeleule (Luperina testacea), wer denkt sich nur immer diese deutschen Namen aus? Sie kommt vor allem in grasigen Offenland-Habitaten vor, da die Raupen in den Halmen und Wurzeln verschiedener Gräser leben. Die Art ist allgemein verbreitet bis häufig.

Braune Spätsommer-Bodeneule (Xestia xanthographa)

Braune Spätsommer-Bodeneule (Xestia xanthographa)

Ansonsten noch die Braune Spätsommer-Bodeneule (Xestia xanthographa), eine unserer häufigsten aber auch recht schön anzusehenden Eulen. Die Raupen leben vor allem an Gräser, aber auch krautigen Pflanzen.

Schwammspinner (Lymantria dipsar) Männchen

Schwammspinner (Lymantria dipsar) Männchen

Und zu guter letzt der Schwammspinner (Lymantria dispar). Oft als Forstschädling verhasst, unterliegt er oft großen Populationsschwankungen, die sich manchmal zu Massenvorkommen aufschaukeln können. Dann fressen die haarigen Raupen ganze Bäume kahl. Im Gegensatz zu Prozessionspinnern sind die Raupen für die meisten Menschen (selten können mal allergische Reaktionen auftreten) völlig harmlos. Dennoch wird – ähnlich wie beim Maikäfer in Pfungstadt – gerne mal zur Giftspritze gegriffen. An dieser Stelle muss sicher nicht ausgeführt werden, welch eine Katastrophe für alle übrigen Insekten das ist. Gerade hier in der Rheinebene, in den Eichenmischwäldern, wo noch einige seltene Arten vorkommen, der Schwammspinner aber auch sehr gerne mal etwas ausufert, wirkt sic das fatal aus.

Ein etwas trauriges Fazit 

Die Anzahl der aufgefundenen Nachtfalter-Arten liegt im Durchschnitt bei nur 20-25 Arten pro Nacht. Damit bleibt der Blütenhang wenigstens in diesem Jahr deutlich hinter den Erwartungen aufgrund der Landschaftsstruktur zurück. Allerdings kommen einige Kilometer weiter Richtung Osten in der noch schlimmeren Kulturwüste erwartungsgemäß kaum noch mehr als 10 Nachtfalter-Arten in einer Nacht an die Lichtfalle.  Zum Vergleich: In intakten Naturräumen wie den Alpen werden in einer Nacht durchaus 60-70 verschiedene Arten gefangen und auch hier waren es früher sicher mehr. Schuld sind – wie so oft – die intensive Landwirtschaft und die zunehmende Bebauung.

Jul 242016
 
01 Blick das Binntal hinauf

Fotos: Dennis Sanetra – Blick das Binntal hinauf

02 Weißbindiger Bergwald-Mohrenfalter (Erebia euryale adyte) der etwas dunkleren Unterart ssp. adyte

Weißbindiger Bergwald-Mohrenfalter (Erebia euryale adyte) der etwas dunkleren Unterart ssp. adyte

03 Blick ins Haupttal auf Brig und den dahinter liegenden Simplonpass von der Belalp aus. Der Große Aletschgletscher, gut zu erkennen sind die fast vegetationslosen Gebiete oberhalb des Gletschers, sie markieren den ehemaligen Gletscherstand.

Blick ins Haupttal auf Brig und den dahinter liegenden Simplonpass von der Belalp aus.

04 Der Große Aletschgletscher, gut zu erkennen sind die fast vegetationslosen Gebiete oberhalb des Gletschers, sie markieren den ehemaligen Gletscherstand.

Der Große Aletschgletscher, gut zu erkennen sind die fast vegetationslosen Gebiete oberhalb des Gletschers, sie markieren den ehemaligen Gletscherstand.

05 Das Alpen-Wiesenvögelchen (Coenonympha gardetta) war ziemlich häufig auf der Belalp, aber nur selten so fotogen.

Das Alpen-Wiesenvögelchen (Coenonympha gardetta) war ziemlich häufig auf der Belalp, aber nur selten so fotogen.

06 Hadena laudeti (ohne deutschen Namen) kann man schon als Rarität bezeichnen. Gibt es in Europa außer im Wallis nur in Südfrankreich und Griechenland. Schön ist sie natürlich außerdem.

Hadena laudeti (ohne deutschen Namen) kann man schon als Rarität bezeichnen. Gibt es in Europa außer im Wallis nur in Südfrankreich und Griechenland. Schön ist sie natürlich außerdem.

07 Den Ockergelbe Blattspanner (Camptogramma bilineata) gibt es zwar auch hier häufig, aber schön ist er trotzdem.

Den Ockergelbe Blattspanner (Camptogramma bilineata) gibt es zwar auch hier häufig, aber schön ist er trotzdem.

08 Blick über das Hochplateau auf dem Simplonpass

Blick über das Hochplateau auf dem Simplonpass

09 Darwin's Heufalter (Coenonympha darwiniana)

Darwin’s Heufalter (Coenonympha darwiniana)

10 Der Simplonadler bewacht bis heute den Simplonpass.

Der Simplonadler bewacht bis heute den Simplonpass.

Die Zeit der Heuernte im Wallis bringt es mit sich, dass die Wiesen in den Tälern fast alle ratzeputz gemäht waren- nicht perfekt für SchmetterlingsSucher. Wenigstens werden die Wiesen nur zweimal gemäht und anschliessend beweidet, was sich durchaus in der Schmetterlingsvielfalt widerspiegelt. Auf den wenigen ungemähten Wiesen flogen direkt Flockenblumen-Scheckenfalter (Melitaea phoebe), Weißkernaugen (Satyrus ferula) und Braunaugen (Lasiommata maera).

In den grossen Tallagen herrschte hohe Temperaturen von teilweise über 30 °C, weshalb an Fotos von Schmetterlingen oft nicht zu denken war. Schmetterlinge sind bei diesen Bedingungen einfach zu aktiv.

Als erstes ging es ins Binntal. Das Binntal ist für Schmetterlinge eines der besten Gebiete im Wallis. Dort flogen unter anderem Dukatenfalter (Lycaena virgaureae),Braunaugen (Lasiommata maera), Berg-Mohrenfalter (Erebia euryale adyte) und Hochmoorgelbling (Colias palaeno).

Dann musste natürlich nochmal der Aletschgletscher besichtigt werden, bevor er geschmolzen ist. Also rauf auf die Belalp von wo man einen schönen Blick auf die Gletscherzunge hat. Wenn man Bilder von den letzten Jahren vergleicht, kann man erkennen, dass der Gletscher mal wieder ein großes Stück eingebüßt hat. Wenn das so weiter geht, taugt der Gletscher bald nur noch für den Eistee. Dabei ist der Aletschgletscher der größte Gletscher der Alpen nach Fläche und Ausdehnung und sollte so gegen kurzzeitige Temperaturschwanken recht immun sein. Das ist auch besser so, denn es war trotz einer Höhe von über 2000 m recht warm dort oben. Seit seinem Höchststand während der Kleinen Eiszeit Mitte des 19. Jahrhunderts hat der Gletscher gut 2,5 km Länge eingebüßt.

An Schmetterlingen flog vor allem das Alpen-Wiesenvögelchen (Coenonympha gardetta) sehr viel und auch ein Exemplar des Schillernden Mohrenfalters  (Erebia tyndarus) zeigte sich.  Sobald man auf über 2000 m steigt, erübrigt sich das Problem mit Wiesenmahd und ähnlichem, hier kann den Schmetterlingen eigentlich nur noch der Tourismus (vor allem der Skitourismus) gefährlich werden.

Ein paar Nachtfalter blieben auch nicht aus. Es war schon erstaunlich, was da alles so rumwuselte. Da kann man schön den Unterschied zur halbwegs toten „Natur“ in unserer Umgebung erkennen.

Hadena laudeti (ohne deutschen Namen) kann man schon als Rarität bezeichnen. Gibt es in Europa außer im Wallis nur in Südfrankreich und Griechenland. Schön ist sie natürlich außerdem.

Zum Schluss noch der Simplonpass, das Wetter war an dem Tag eher grenzwertig, es zogen Wolken von Italien herüber und es war sehr windig. Trotzdem waren die Falter noch sehr aktiv, die sind das vermutlich auch gewohnt.

Die Passhöhe liegt ziemlich genau 2000 m hoch und bildet ein größeres Hochplateau, eingerahmt von den umliegenden Bergen. Hier flogen ein Großteil der typischen Gebirgsarten, darunter Hochmoorgelbling (Colias palaeno), Alpen-Gelbling (Colias phicomone), Alpenmatten-Perlmutterfalter (Boloria pales), Hochmoor-Bläuling (Plebejus optilete), Berg-Mohrenfalter (Erebia euryale), Schillernder Mohrenfalter (Erebia tyndarus) und mehr oder weniger der Hauptgrund für den Besuch: Darwin’s Heufalter (Coenonympha darwiniana). Diese unscheinbare Art kommt nur begrenzt in den Südalpen vor und steht vor allem der zuvor erwähnten Alpen-Wiesenvögelchen (Coenonympha gardetta) sehr nahe. 

Jul 102016
 
Faulbaumbläuling (Celestrina argiolus)

Faulbaumbläuling (Celestrina argiolus)

Foto: Christa Dreißig - Pyramideneule (Amphipyra pyramidea)

Foto: Christa Dreißig – Pyramideneule (Amphipyra pyramidea)

Der Juli ist eine gute Zeit für die Schmetterlingsbeobachtung im heimischen Garten. NABU-Mitglied Christa Dreißig hat einige Fotos geteilt und unser Schmetterlingsexperte  Dennis Sanetra hat eine Bestimmung der beiden noch relativ häufigen Falter vorgenommen: Faulbaumbläuling (Celestrina argiolusund  Pyramideneule (Amphipyra pyramidea), vielleicht aber auch Svenssons Pyramideneule (Amphipyra berbera). Da die beiden Arten sich äusserlich sehr ähneln und nur genital-morphologische Untersuchungen Gewissheit verschaffen würden-  lassen wir den Eulenfalter einfach weiterfliegen…

Jul 072016
 
Reh

Fotos: Achim Bach – Besucher im Wildnis-Garten

NABU-Mitglied Achim ist stolz auf seinen Wildnis-Garten.

Gefunden und fotografiert an einem ruhigen Donnerstag-Nachmittag (und bestimmt von unserem Schmetterlings-Experten Dennis) einige Arten, die noch recht häufig vorkommen.

Schmetterlinge

ausserdem

Jul 032016
 
Sand-Sommerwurz (Orobanche arenaria) 4 10x15s

Foto: NABU/Tino Westphal – Sand-Sommerwurz (Orobanche arenaria) – lila und cremefarbige Variante an einem Standort.

Das Orobanche-Biotop hat sich dieses Jahr wieder schön entwickelt. Zahlreiche Blütenstände der Sand-Sommerwurz (Orobanche arenaria) stehen auf der Fläche verteilt. Die orchideenartig aussehende Pflanze schmarotzt hier auf dem Feld-Beifuß (Artemisia campestris). Dank der langjährigen aufmerksamen Pflege hat sich das Vorkommen der sehr seltenen Pflanze etwas in Richtung Westen und Osten ausgebreitet.

In dieser Woche wurde in Absprache mit Frau Dr. Hillesheim und dem mit der Pflege des Grundstückes beauftragten Landwirt Richard Götz das Biotop von NABU-Aktivisten großzügig mit Stöcken markiert, um beim Mähen diese Fläche auszusparen.

Wenn man den Trampelpfad in das Gebiet hineinläuft gibt es eine Stelle, wo cremefarbene und lilafarbene Sand-Sommerwurzen neben einander wachsen.

Schachbrettfalter (Melanargia galathea) male 1 10x13s

Männlicher Schachbrettfalter (Melanargia galathea)

Die von der Mahd ausgenommenen Wiesenabschnitte sind auch beliebt bei unseren Schmetterlingen. Besonders der Schachbrettfalter (Melanargia galathea) ist gegenwärtig häufiger zu sehen.

Es ist sehr wichtig, möglichst nicht alle Wiesenflächen auf ein Mal zu mähen, damit unserer Blütenbesucher eine Ausweichmöglichkeit haben.