Jun 242017
 
Bickenbacher Düne 1

Fotos: NABU/Tino Westphal – Schmetterlingsexkursion – Start an der Bickenbacher Düne

Bickenbacher Düne 2Dr. Angela Hille stellte das Gebiet an der Bickenbacher Düne vor: eine eiszeitliche Kalksanddüne, teilweise unter Naturschutz gestellt.

Sand-Sommerwurz an der Bickenbacher Düne 2

Sand-Sommerwurz an der Bickenbacher Düne

Hier investieren die lokalen Naturschutzgruppen BUND und NABU seit mehr als 10 Jahren viel ehrenamtliche Arbeit in die Pflege des Gebiets.

Sand-Sommerwurz an der Bickenbacher Düne 1

Sand-Sommerwurz (Orobanche arenaria)

Die Früchte der jahrelangen Arbeit werden langsam sichtbar. Der Artenreichtum hat sich deutlich erhöht, einige Rote Liste Arten unter den Pflanzen sind zurückgekehrt bzw. haben deutlich zugenommen.

Weiter geht die Führung entlang der Gastrasse – bei der jetzigen Trockenheit ein Gebiet, in dem nur echte Überlebenskünstler durchhalten. Immer wieder überraschend: gerade auf den kärgsten Böden mit extremer Austrocknung entwickelt sich eine große Artenvielfalt und trotz der Hitze auch noch Blüten.  

Zurück geht es am Waldrand: auch hier in den schattigen Bereichen lassen sich Schmetterlinge beobachten.

Schmetterlingsexkursion am 24.06.2017 am NSG Bickenbacher Düne

Beobachtete Schmetterlingsarten

  • Schachbrettfalter (Melanargia galathea)
  • Dunkler Waldvogel (Aphantopus hyperantus)
  • Landkärtchen (Araschnia levana)
  • Wander-Perlmuttfalter oder Kleiner Perlmuttfalter (Issoria lathonia)
  • Schwarzkolbiger Braundickkopffalter (Thymelicus lineola)
  • Kleiner Sonnenröschenbläuling (Aricia agestis) (?)
  • Taubenschwänzchen (Macroglossum stellatarum)
  • Hufeisenklee-Widderchen oder Sechsfleckwidderchen (?)

Beobachtete andere Insektenarten

  • Raubfliege (Machimus sp.)
  • Dünen-Sandlaufkäfer (Cicindela hybrida)
  • Schmarotzerbiene

Schmetterlingsarten

Edelfalter (4 Arten)

  • Schachbrettfalter (Melanargia galathea)

    Foto: Angela Hille – Schachbrettfalter Kopula Weibchen gelblich auf der Unterseite

Familie Edelfalter (Nymphalidae), Unterfamilie Augenfalter

Schachbrettartiges Muster auf den Flügeloberseiten, Weibchen auf der Unterseite gelblich, Männchen weiß (siehe Foto: Kopula)

Vorkommen: Auf Wiesen und Waldlichtungen und vielen anderen mit Gräsern bewachsenen Standorten, in Mitteleuropa fast überall ziemlich häufig, in einigen Gegenden aber auch im Rückgang begriffen.

Flugzeit von Mitte Juni bis Mitte August

  • Dunkler Waldvogel (Aphantopus hyperantus)
    Foto: Angela Hille - Dunkler Waldvogel

    Foto: Angela Hille – Dunkler Waldvogel

Familie Edelfalter (Nymphalidae)

Vorkommen: In halbschattigem und offenem Gelände z. B. In lockeren Wäldern, an Waldrändern fast überall ziemlich häufig.

Flugzeit von Mitte Juni bis Ende August

  • Landkärtchen (Araschnia levana)
    Foto: Angela Hille - Landkärtchen Sommerform

    Foto: Angela Hille – Landkärtchen Sommerform

Familie Edelfalter (Nymphalidae)

Der Falter fliegt in 2 Generationen, die sich in Färbung  und Zeichnungsmuster sehr deutlich unterscheiden; Frühjahrsgeneration oberseits braunorange, Sommergeneration oberseits mit schwarzer Grundfärbung.

Vorkommen: Vorwiegend an Wald- und Wegrändern, fast überall ziemlich häufig

Flugzeit von Anfang April bis Ende September

  • Wander-Perlmuttfalter oder Kleiner Perlmuttfalter (Issoria lathonia)

Familie Edelfalter (Nymphalidae)

Unterseite der Hinterflügel mit auffallend großen, weißen Perlmuttflecken.

Vorkommen: In offenem wenig bewachsenem Gelände, etwa auf Trockenrasen, Brachäckern und extensiv genutzten Kulturflächen; in Mitteleuropa weit verbreitet und in den meisten Gegenden nicht selten, gebietsweise aber deutlich zurückgegangen.

Flugzeit von Mitte März bis Ende Oktober/ Lange Zeitspanne

  • Dickkopffalter (1 Art)
Foto: Angela Hille - Schwarzkolbiger Braundickkopffalter

Foto: Angela Hille – Schwarzkolbiger Braundickkopffalter

Schwarzkolbiger Braundickkopffalter (Thymelicus lineola)

Familie Dickkopffalter (Hesperiidae)

Die tagaktiven Dickkopffalter haben einen untersetzten Körperbau und einen auffallend großen Kopf.

Vorkommen: Sowohl in trockenen und in feuchten Lebensräumen, in den meisten Gegenden ziemlich häufig.

Flugzeit von Mitte Juni bis Ende August

  • Bläuling (1 Art)
Foto: Angela Hille - Kleiner Sonnenröschenbläuling

Foto: Angela Hille – Kleiner Sonnenröschenbläuling

Kleiner Sonnenröschenbläuling (Aricia agestis) (?)

  • Schwärmer (2 Arten)
  • Taubenschwänzchen (Macroglossum stellatarum)

Familie Schwärmer (Sphingidae),

Tagaktiver Nachtfalter, Hinterleib des Falters am Ende mit flachen, schwarzem Haarpinsel („Taubenschwanz“), langer Saugrüssel, Falter rüttelt saugend vor Blüten ähnlich wie ein Kolibri und wird damit verwechselt. Bekannter Wanderfalter. Der Falter wandert alljährlich aus seinem südeuropäischen Ursprungsgebieten ein, um sich bei uns fortzupflanzen.

Vorkommen: Vorwiegend an sonnigen, trockenen Orten

Flugzeit: ganzjährig

  • Schwärmer aus der Gattung Hemaris

Die Imagines (Falter) sind klein und sehen mit ihrem gedrungenen Körperbau Hummeln ähnlich. Ihre Vorderflügel sind entweder voll beschuppt, oder weisen durchsichtige Bereiche auf, wobei diese bei manchen Arten direkt nach dem Schlupf ebenso beschuppt sind, aber beim ersten Flug abfallen.

Kommentar von mir: Es war aber kein Hummelschwärmer,

  • Widderchen (1 Art)

Hufeisenklee-Widderchen (?) oder Sechsfleckwidderchen (?)

Andere Insektenarten

  • Raubfliege (Machimus sp.)

    Foto: Angela Hille – Raubfliege

Mittelgroße bis große Raubfliege (L 16-25 mm) mit stark bedornten, langen Beinen. Vorkommen:

An Waldrändern und in trockenem offenem Gelände überall häufig. Die Fliege stürzt sich von einer Sitzwarte aus auf vorbeifliegende Insekten, ergreift sie  mit ihren lang bedornten Beinen, um sie anschließend auf ihrem Sitzplatz auszusaugen.

  • Dünen-Sandlaufkäfer (Cicindela hybrida) 
    Foto: Angela Hille - Dünen-Sandlaufkäfer

    Foto: Angela Hille – Dünen-Sandlaufkäfer

Laufkäfer (Familie Carabidae), Sandlaufkäfer (Unterfamilie Cicindelinae).

Sandlaufkäfer haben auffallend große stark vorquellende Augen. Ihre Oberkiefer sind auffallend lang und spitz bezahnt. In Deutschland kommen 7 Arten vor.

Der Dünen-Sandlaufkäfer hat kupferfarbene Flügeldecken mit weißen Zackenbinden. Vorkommen: Auf größeren, offenen Sandflächen, vor allem auf Dünen und in Sandgruben. Stellenweise häufig.

  • Schmarotzerbienen

Brutparasiten bei anderen Bienenarten

 

Jun 102017
 

Fotos: Angela Hille – Großer Fuchs

Die neue Generation des Großen Fuchses (Nymphalis polychloros) fliegt – zwei Exemplare waren unterwegs in unmittelbarere Nähe des Fundortes vom zeitigen Frühjahr. Auch eine Präpuppe vom Großen Fuchs wurde aufgefunden.

Großer Fuchs

An der Bickenbacher Düne und am Damm vor dem Verkehrsübungsplatz konnten die ersten vier Exemplare des Kleinen Fuchses (Aglais urticae) in diesem Jahr beobachten und fotografieren können. 
In ausgesuchten Bereichen der eiszeitlichen Dünen und Trockenbiotope im Umfeld von Seeheim-Jugenheim und Bickenbach werden in diesem Jahr von Schmetterlings-Experten des NABU Vorkommen und Häufigkeit diverser Schmetterlingsarten dokumentiert.

Kleiner Fuchs

Ein genereller Rückgang der Artenvielfalt unter den Insekten wird von Naturschützern beklagt.

Kleiner Fuchs

Auch eine Schmetterlingsexkursion wird in diesem Jahr am 24.6.2017 an der Bickenbacher Düne angeboten:

Puppe des Großen Fuchses.

Schmetterlingsexkursion an der Bickenbacher Düne

Mai 162017
 

Foto: Christa Dreißig – Pfaffenhütchen-Gespinstmotte (Yponomeuta cagnagella)

Kunstwerk am Wegesrand

Pfaffenhütchen (Euonymus europaeus) und die auf dem Strauch lebende Pfaffenhütchen-Gespinstmotte (Yponomeuta cagnagella) findet sich neben dem Landwirtschaftsweg Richtung Seeheimer Düne: Die Pfaffenhütchen-Sträucher sind fein eingesponnen und weitgehend blattlos. Das Ganze gleich schon einem Kunstwerk ähnlich, mit den abhängenden Fäden, die sehr reißfest sind.

Der Strauch kommt mit der Belagerung klar und treibt später nochmals aus. Die Raupen sind für den Menschen harmlos, werden aber manchmal mit dem mit unangenehmen Brennhaaren ausgestatteten Eichen-Prozessionsspinner verwechselt.

Mai 072017
 
Regin-Imkern 4

Fotos: NABU/Tino Westphal – Imkertraining auf den Etzwiesen: Fütterung der Ableger.

Eigentlich ganz und gar kein Imkerwetter an diesem Sonntag: feuchtkalt und Regenschauer.

Aber die Sorge um die Bienen lässt uns keine Ruhe, denn das anhaltend schlechte Wetter macht Fütterung unumgänglich.

Besonders Jungvölker könnten verhungern, denn sie müssen mit hohem Aufwand die Brut erwärmen. Die Arbeiterinnen können aber in diesen Tagen kein Heizmaterial in Form von energiereichem Nektar eintragen, sondern müssen auf Vorräte zurückgreifen. Und die gehen langsam zur Neige.
Regin-Imkern 1
Gute Nachricht: im Ableger sind die Königinnen ausgeschlüpft und warten nur noch auf ein paar schöne Tage für den Hochzeitsflug…

Teilnehmer: Markus, Sandra, Mahmoud, Julian, Constantin und Tino.

Apr 302017
 
Imkertraining Etzwiesen 08

Fotos: NABU/Tino Westphal & Markus Hennecke – Imkertraining auf den Etzwiesen

Kälte und Trockenheit der letzten Wochen machen den Bienen zu schaffen: sie zehren von den Vorräten, nicht ausreichend gefütterte Jungvölker sind in Gefahr, zu verhungern.

Imkertraining Etzwiesen 2

Kontrolle der Brutwaben im Ableger

Bienenkönigin

Julian erspäht mit sicherem Blick die Bienenkönigin.

Dem Jungvolk von Markus, Julian und Constantin geht es gut. die Königinnenzellen sind ausgebaut und werden gut betreut

Teilnehmer: Markus, Sandra, Mahmoud, Julian, Constantin und Tino

Apr 232017
 
Neuimker-Kurs Etzwiesen 4

Fotos: NAJU/Tino Westphal – Neuimker-Kurs Etzwiesen: Constantin zieht vorsichtig eine Brutwabe. Damit startet das neue Volk.

Nur kurz schaut die Sonne durch die Wolken und es bleibt recht kühl. Seit einer reichlichen Woche gibt es Nachtfröste, es bleibt seh trocken und die Tracht ist mäßig. Viele Apfelblüten und späte Kirschen sind erfroren.  

Keine so gute Zeit für die Bienen.

Aber wir müssen nachsehen, ob in Sandras Jungvolk eine Weiselzelle gezogen ist und Julius will sein neues Volk aufbauen.

Gute Nachricht für Sandra: sieben Weiselzellen sind auf den Waben zu finden.

Jonas und Markus kontrollieren, ob Stifte in den Drohnenwaben sitzen – ja. Alles klar: der Königin geht es gut und Schwarmstimmung gibt es nicht. Allerdings auch wenig Honig – nicht überraschend. 

Foto: Markus Hennecke und Tino Westphal

Teilnehmer: Sandra, Jonas, Tino, Constantin, Julius und Markus

Mrz 122017
 

Bienenweide – Blühender Weidenbaum

Einer der ersten Pollen- und Nektarspender im Frühjahr: die blühende Weide. Wie wichtig sie für die Honigbienen und diverse Wildbienen ist, bemerkt man schnell, wenn man sich dem Baum nähert: eifrig sammelnden Bienen belagern und umschwirren den Baum dass es weithin brummt.

Sep 292016
 

In den letzten warmen Spätsommertagen erfreut die aufmerksame Natur-Gärtnerin noch eine letzte Schmetterlings-Generation auf den Blüten der Herbstastern.

Gönnen wir unseren einheimischen Faltern einen chemiefreien und blütenreichen Garten und gern ein paar „ungenutzte“ Winkel mit den Futterpflanzen der Raupen: hier die Große Brennnessel und das Acker-Stiefmütterchen…

Fotos: Christa Dreißig

Sep 102016
 

Der sehr invasiv auftretende Götterbaum (Ailanthus altissima) gefährdet die Artenvielfalt auf den vom NABU Seeheim gepflegten Magerrasen im Norden Malchens. Mit unglaublicher Energie schaffen es diese Bäume, aus einem Wurzelstock innerhalb eines Jahres bis zu 3 Meter in die Höhe zu schiessen. Auch  Sämlinge, die von den umliegenden Mutterbäumen ausgestreut werden, schaffen es auf einen Meter Höhe, wenn die Wetter- und Bodenbedingungen es zulassen. Im Ergebnis verschwinden Schafweiden innerhalb eines Jahres unter einem Götterbaumwald.

Der Arbeitsaufwand ist entsprechend hoch: zweimal Mähen und viel manuelle Arbeit, um die Bäume aus den Benjeshecken zu entfernen.

Götterbaum-Mahd 9 10x15

Fotos: NABU/Tino Westphal – Mahd der Götterbäume am Malchener Blütenhang

Die Aktiven vom NABU trafen sich am Samstag um 10 Uhr, ausgerüstete mit zwei Balkenmähern, Hacken, Astscheren und Harken zur Götterbaum-Mahd.

Nach zweieinhalb Stunden fleissiger Arbeit ist der Trockenrasen wieder sichtbar.

Uli meint: das war ein ganz schön heißer Einsatz heute, der den Helfern zusehends Freude gemacht hat. Wir haben zwar die große Schafweide noch nicht abgerecht bekommen, aber wenn mich Steffi am Schluss fragt, wann wir uns wieder treffen und weiter machen, so sind wir doch gemeinsam sehr erfolgreich gewesen! Dann war da noch eine meiner Mitgärtnerinnen, Birgit, und der kleine Paul, der am Liebsten mit Papa Bernds Werkzeug mitmachen wollte. Als ich ihm schließlich Kinderwerkzeug von den Füchsen holte war er aber auch sehr zufrieden.

Grosses Grünes Heupferd

Grünes Heupferd (Tettigonia viridissima)

Die Bienenweide soll in zwei Wochen abgeweidet werden: die mehrjährigen Kräuter stehen mehr als einen Meter hoch, die meisten haben schon ausgesamt und werden langsam braun. In diesem feuchten Sommer ist nach einer wunderbaren Blütenpracht auf der Bienenweide auch eine gewaltige Blattmasse entstanden. Das merkt man schon, wenn der Balkenmäher weniger Meter in die Wiese hineinfährt: riesige Mengen an Schnittgut entstehen- gut dass die Schafe das noch reduzieren, bevor wir im November den Herbstschnitt machen.

letze Blüten auf der Bienenweide

Letze Blüten auf der Bienenweide

In Randbereichen der Bienenweide sind die Brombeeren dominierend – da ist jetzt kaum noch ein Durchkommen. Im Winterhalbjahr müssen wir uns da noch kümmern…

Auch die Weg-Jäckel-Weide wird gemäht – meterhoch türmen sich die Götterbäume und Brombeeren auf den Komposthügeln – ein willkommener Unterschlupf für Kleintiere in der Winterzeit.

Teilnehmer: Thomas, Uli, Mahmoud, Steffi, Birgit, Paul, Bernd, Sabine, Tino, Klaus-Dieter, Michael, Michael und Tobias