Mrz 122017
 

Bienenweide – Blühender Weidenbaum

Einer der ersten Pollen- und Nektarspender im Frühjahr: die blühende Weide. Wie wichtig sie für die Honigbienen und diverse Wildbienen ist, bemerkt man schnell, wenn man sich dem Baum nähert: eifrig sammelnden Bienen belagern und umschwirren den Baum dass es weithin brummt.

Sep 292016
 

In den letzten warmen Spätsommertagen erfreut die aufmerksame Natur-Gärtnerin noch eine letzte Schmetterlings-Generation auf den Blüten der Herbstastern.

Gönnen wir unseren einheimischen Faltern einen chemiefreien und blütenreichen Garten und gern ein paar „ungenutzte“ Winkel mit den Futterpflanzen der Raupen: hier die Große Brennnessel und das Acker-Stiefmütterchen…

Fotos: Christa Dreißig

Sep 102016
 

Der sehr invasiv auftretende Götterbaum (Ailanthus altissima) gefährdet die Artenvielfalt auf den vom NABU Seeheim gepflegten Magerrasen im Norden Malchens. Mit unglaublicher Energie schaffen es diese Bäume, aus einem Wurzelstock innerhalb eines Jahres bis zu 3 Meter in die Höhe zu schiessen. Auch  Sämlinge, die von den umliegenden Mutterbäumen ausgestreut werden, schaffen es auf einen Meter Höhe, wenn die Wetter- und Bodenbedingungen es zulassen. Im Ergebnis verschwinden Schafweiden innerhalb eines Jahres unter einem Götterbaumwald.

Der Arbeitsaufwand ist entsprechend hoch: zweimal Mähen und viel manuelle Arbeit, um die Bäume aus den Benjeshecken zu entfernen.

Götterbaum-Mahd 9 10x15

Fotos: NABU/Tino Westphal – Mahd der Götterbäume am Malchener Blütenhang

Die Aktiven vom NABU trafen sich am Samstag um 10 Uhr, ausgerüstete mit zwei Balkenmähern, Hacken, Astscheren und Harken zur Götterbaum-Mahd.

Nach zweieinhalb Stunden fleissiger Arbeit ist der Trockenrasen wieder sichtbar.

Uli meint: das war ein ganz schön heißer Einsatz heute, der den Helfern zusehends Freude gemacht hat. Wir haben zwar die große Schafweide noch nicht abgerecht bekommen, aber wenn mich Steffi am Schluss fragt, wann wir uns wieder treffen und weiter machen, so sind wir doch gemeinsam sehr erfolgreich gewesen! Dann war da noch eine meiner Mitgärtnerinnen, Birgit, und der kleine Paul, der am Liebsten mit Papa Bernds Werkzeug mitmachen wollte. Als ich ihm schließlich Kinderwerkzeug von den Füchsen holte war er aber auch sehr zufrieden.

Grosses Grünes Heupferd

Grünes Heupferd (Tettigonia viridissima)

Die Bienenweide soll in zwei Wochen abgeweidet werden: die mehrjährigen Kräuter stehen mehr als einen Meter hoch, die meisten haben schon ausgesamt und werden langsam braun. In diesem feuchten Sommer ist nach einer wunderbaren Blütenpracht auf der Bienenweide auch eine gewaltige Blattmasse entstanden. Das merkt man schon, wenn der Balkenmäher weniger Meter in die Wiese hineinfährt: riesige Mengen an Schnittgut entstehen- gut dass die Schafe das noch reduzieren, bevor wir im November den Herbstschnitt machen.

letze Blüten auf der Bienenweide

Letze Blüten auf der Bienenweide

In Randbereichen der Bienenweide sind die Brombeeren dominierend – da ist jetzt kaum noch ein Durchkommen. Im Winterhalbjahr müssen wir uns da noch kümmern…

Auch die Weg-Jäckel-Weide wird gemäht – meterhoch türmen sich die Götterbäume und Brombeeren auf den Komposthügeln – ein willkommener Unterschlupf für Kleintiere in der Winterzeit.

Teilnehmer: Thomas, Uli, Mahmoud, Steffi, Birgit, Paul, Bernd, Sabine, Tino, Klaus-Dieter, Michael, Michael und Tobias

Aug 272016
 
Schmetterlingsexkursion Seeheimer Düne 5

Fotos: NABU/Tino Westphal – Schmetterlingsexkursion an der Seeheimer Düne. Exkursionsleiter Dr. Matthias Sanetra 2. von links.

Brütende Hitze – am wärmsten Tag des Jahres treffen sich hitzeresistente Schmetterlings-Liebhaber zur Schmetterlings-Exkursion auf den Seeheimer Binnendünen.

Zur Einführung gibt Exkursionsleiter Matthias Sanetra eine traurige Nachricht: der Dukatenfalter, den wir bei der letzten Schmetterlings-Exkursion bei Rodgau gesehen hatten, war tatsächlich der Letzte seiner Art: das lokale Vorkommen ist erloschen. In diesem Jahr flog nichts mehr. An der Grenze zu Bayern gibt es noch vereinzelte Vorkommen, allerdings freuen sich die Entomologen dort über ein „grosses“ Vorkommen von 15 (!) Exemplaren.

Hufeisenklee (Hippocrepis comosa)

Hufeisenklee (Hippocrepis comosa) auf den neu aufgeschüttetetn Sandflächen südlich der Pferdesportanlagen.

Auf einigen der neu aufgeschüttete Sandflächen sind schon ersten Vorkommen des Hufeisenklees (Hippocrepis comosa) zu finden. Die Futterpflanze des Himmelblauen Bläulings ist eine absolute Voraussetzung, die Population des Schmetterlings bei uns zu erhalten. Leider ist das Wissen über konkrete Möglichkeiten der Förderung unserer Schmetterlinge generell dürftig. Konkrete Arthilfsprogramme für Schmetterlinge fehlen, trotz der dramatischen Rückgänge. Das wäre insbesondere für die Arten dringlich, für die Hessen in besonderer Verantwortung steht.

Der NABU Seeheim sucht dringend Sponsoren für die wissenschaftliche Unterstützung in einem Monitoring-Programm, um den Himmelblauen Bläuling in einem seiner letzten Vorkommen in Hessen bei uns in Seeheim langfristig erhalten zu können.

Himmelblauer Bläuling (Polyommatus bellargus)

Himmelblauer Bläuling (Polyommatus bellargus)

Gleich darauf fliegt das erste Männchen des Himmelblauer Bläulings (Polyommatus bellargus) hektisch bei uns vorüber. Dennis gelingt es, ihn für eine sicher Bestimmung kurz einzufangen. Nicht ganz einfach, wenn die Falter bei der Hitze überaktiv sind. Später finden sich im Schatten einiger Kiefern noch etwas ruhigere Exemplare, die Fotografen-freundlich ihre Flügel aneinander reiben. Bei der Hitze halten die Falter ihre Flügel zusammen, so dass ihr strahlendes himmelblau nicht zur Geltung kommt. Aber die Flecken und Fransen an der Aussenseite der Flügel sind ohnehin für eine sicher Art-Bestimmung wichtiger.

Kleiner Sonnenröschen-Bläuling (Aricia agestis)

Kleiner Sonnenröschen-Bläuling (Aricia agestis)

Ein Kleiner Sonnenröschen-Bläuling (Aricia agestis) präsentierte sich den Fotografen im Schatten der Seeheimer Düne, häufger gesehen wurde auch der Faulbaum-Bläuling Faulbaum-Bläuling (Celastrina argiolus), eine der noch relativ häufig vorkommenden Bläulingsarten.

 

 

Aug 232016
 
Foto: Martin Strippel, Mühltal (Nieder-Ramstadt)

Foto: Martin Strippel, Mühltal (Nieder-Ramstadt)

Immer wieder kommt es in Mühltal zu Mäharbeiten an Wegrändern und zum unnötigen Wegebau in Schutzgebieten. An den gemähten Wegrändern blühte bis vor kurzem noch der große Wiesenknopf, der auch als Wirtspflanze für den Ameisenbläuling. Vor Ort gibt es noch kleine Vorkommen des Hellen Wiesenknopf-Ameisenbläuling(Maculinea teleius) und anderer seltener Schmetterlingsarten.  

Weitaus schlimmer, weil mit bleibendem Schaden für die Umwelt verbunden: Aktuell wird im Mittelbachtal eine Zufahrt zu einem geplanten Waldkinderkarten in einem aus Sicht des Naturschutzes besonders sensitiven Bereich gebaut. Die Errichtung eines Schotterbettes auf einem bestehenden  Feldweg hat bleibende Auswirkungen auf diverse Solitärbienen wie die Seidenbienen, die auf sonnenbeschienen und wenig befahrene sandige Wege und offene Böden zum Nestbau angewiesen sind.

Schmetterlinge und Wildbienen sind durch die industrialisierte Landwirtschaft gerade in den letzten Jahren unter massiven Druck geraten. Die Lokalpolitik in den Kommunen steht deshalb in besonderer Verantwortung, selbst die kleinen Rückzugsgebiete seltener Arten sorgfältig zu schützen und Naturschutzaspekten bei jeder Entscheidung hinreichende Priorität zu geben.

Foto: NABU/Tino Westrphal - neu angelegte Schotterpiste im Miitelbachtal

Foto: NABU/Tino Westrphal – neu angelegte Schotterpiste im Mittelbachtal nach Fertigstellung am 27.8.2016

Aug 202016
 
Einsatz am Froschteich 17

Fotos: NABU/Tino Westphal, Sabine Durst, Tobias Durst.

Gruppenbild NABU 1

Gruppenbild zum Abschluss

Zusammen neun Naturschutz-Aktivisten vom NABU mit den Freunden vom BUND und vier Flüchtlingen dieses mal im Einsatz am Froschteich bei Nieder-Beerbach: der kleine Amphibienweiher wurde vor 5 Jahren angelegt und ist mittlerweile zur Hälfte mit Schilf überwachsen und droht zu verlanden. Wir wollen das Biotop wieder für wärmeliebende Amphibien optimieren und entnehmen den größten Teil des Schilfes.


Vorher – Nacher

Das macht im Sommer bei angenehmen Temperaturen natürlich auch einigen Spass. Mit der Wathose oder mit Gummistiefeln geht es tief ins Wasser.

Wespenspinne (Argiope bruennichi)

Foto: Tobias Durst – Wespenspinne (Argiope bruennichi)

Tobias findet Libellen und eine wunderschöne Wespenspinne (Argiope bruennichi).

Aug 182016
 

Nächtliches Nachtfalter-Monitoring am Malchener Blütenhang

Leuchtfalle am Blütenhang Malchen

Fotos: Dennis Sanetra – Leuchtfalle am Blütenhang Malchen

Nachtfalter sind allesamt grau und langweilig? Mitnichten! – Zwar gibt tatsächlich viele grau oder braun gefärbte Arten, aber diese beeindrucken vielfach durch schöne Muster. Auch die umgangssprachliche Bezeichnung „Motten“ für alle Nachtfalter ist schlicht falsch, denn das bezeichnet eigentlich eine Kleinschmetterlingsfamilie zu der etwa die Kleidermotte gehört.

Zu wiederholten Male wollten wir genauer wissen, welche Falter sich des Nachts am Blütenhang bei Malchen einfinden, insbesondere in der Nähe der neu angelegten Bienenweiden. Nun ist es gar nicht so einfach, Nachtfalter zu zählen.

Wie fängt man Nachtfalter?

Eine normale 15 Watt Leuchtstoffröhre, angeschlossen an eine normale Autobatterie ist sehr geeignet. Die Nachtfalter werden besonders stark von Licht mit hohem Blauanteil und/oder UV Strahlung angezogen. Deswegen eignen sich Leuchtstoffröhren mit Abstrahlung in diesem Spektralbereich am besten. Warum die Falter vom Licht angezogen werden ist nach wie vor heiß diskutiert und es gibt verschiedene Hypothesen dazu. Die gängigste ist vereinfacht gesagt die, dass die Falter sich am Mond orientieren und diesen versuchen in einem 90 ° Winkel zu halten um geradeaus zu fliegen. Versuchen sie das allerdings mit einer Lichtquelle die auf der Erde liegt, fangen sie zwangsläufig an um die Lichtquelle herumzufliegen, bis sie irgendwann dagegen fliegen. Eine weitere Erklärung wäre, dass Nachtfalter immer in Richtung von Bereichen mit größerer Helligkeit fliegen, weil sie dort besser sehen und eher keine Hindernisse im Weg sind. Diese Hypothesen können aber auch nicht alles erklären und so bleiben es eben Hypothesen. Wie auch immer, Fakt ist, die Falter werden von künstlichen Lichtquellen angezogen und fangen an darum im Kreis zu fliegen in immer enger werdenden Bahnen, bis sie gegen die Lichtquelle fliegen. Die Falle hat rund um die Lichtquelle zusätzlich Plexiglasscheiben, die die Falter noch schneller anfliegen, weil sie diese schlecht sehen können. Dann fallen sie herunter in einen Trichter und anschließend in den Sammelbehälter, der mit Eierkartons ausgelegt ist. In die Eierkartons verkriechen sich die Falter sehr gerne und bleiben meistens bis zum nächsten Morgen friedlich sitzen. Natürlich ist das eine Lebendfalle, kein Tier nimmt dabei Schaden und die Falter werden nach der Bestimmung wieder freigelassen. Lichtfallen zur Insektenvernichtung verbieten sich natürlich absolut und bringen rein gar nichts!

Was gibt es am Blütenhang zu finden? 

Schmuck-Kleinspanner (Scopula ornata)

Schmuck-Kleinspanner (Scopula ornata)

Einigermassen interessant: der Schmuck-Kleinspanner (Scopula ornata). Der Name ist nicht so falsch gewählt, denn dieser Spanner ist erstens ziemlich klein und zweitens sieht er ganz schmuck aus. Die Art ist zwar keine Seltenheit und in ganz Deutschland verbreitet, tritt aber nirgendwo wirklich häufig auf. In einigen nördlichen Bundesländern gilt sie sogar schon als gefährdet. Da sie bevorzugt in Trockengebieten mit seinen Hauptfutterpflanzen Thymian und Dost vorkommt, ist sie im Süden etwas häufiger. Der Schmuck-Kleinspanner besiedelt  Offenland-Habitate, die aber auch gut von Gebüschen und Waldrändern durchsetzt sein sollten. Das ist generell eine Konstellation, die für Schmetterlinge bzw. Insekten allgemein recht günstig ist. Leider sieht man immer mehr das andere Extrem, nämlich nur Offenland, wo kein Baum und Strauch weit und breit steht oder dichter Wald oder Gebüsch.

Putris-Erdeule (Axylia putris)

Putris-Erdeule (Axylia putris)

Eine generell noch relativ häufig gefundene interessante Art ist die Putris-Erdeule (Axylia putris), die auch gerne in mäßig trockenen Gebieten vorkommt, aber ein recht großes Spektrum an Lebensräumen bis in den Siedlungsbereich hinein besiedelt.

Lehmfarbige Graswurzeleule (Luperina testacea)

Lehmfarbige Graswurzeleule (Luperina testacea)

Dann noch die Lehmfarbige Graswurzeleule (Luperina testacea), wer denkt sich nur immer diese deutschen Namen aus? Sie kommt vor allem in grasigen Offenland-Habitaten vor, da die Raupen in den Halmen und Wurzeln verschiedener Gräser leben. Die Art ist allgemein verbreitet bis häufig.

Braune Spätsommer-Bodeneule (Xestia xanthographa)

Braune Spätsommer-Bodeneule (Xestia xanthographa)

Ansonsten noch die Braune Spätsommer-Bodeneule (Xestia xanthographa), eine unserer häufigsten aber auch recht schön anzusehenden Eulen. Die Raupen leben vor allem an Gräser, aber auch krautigen Pflanzen.

Schwammspinner (Lymantria dipsar) Männchen

Schwammspinner (Lymantria dipsar) Männchen

Und zu guter letzt der Schwammspinner (Lymantria dispar). Oft als Forstschädling verhasst, unterliegt er oft großen Populationsschwankungen, die sich manchmal zu Massenvorkommen aufschaukeln können. Dann fressen die haarigen Raupen ganze Bäume kahl. Im Gegensatz zu Prozessionspinnern sind die Raupen für die meisten Menschen (selten können mal allergische Reaktionen auftreten) völlig harmlos. Dennoch wird – ähnlich wie beim Maikäfer in Pfungstadt – gerne mal zur Giftspritze gegriffen. An dieser Stelle muss sicher nicht ausgeführt werden, welch eine Katastrophe für alle übrigen Insekten das ist. Gerade hier in der Rheinebene, in den Eichenmischwäldern, wo noch einige seltene Arten vorkommen, der Schwammspinner aber auch sehr gerne mal etwas ausufert, wirkt sic das fatal aus.

Ein etwas trauriges Fazit 

Die Anzahl der aufgefundenen Nachtfalter-Arten liegt im Durchschnitt bei nur 20-25 Arten pro Nacht. Damit bleibt der Blütenhang wenigstens in diesem Jahr deutlich hinter den Erwartungen aufgrund der Landschaftsstruktur zurück. Allerdings kommen einige Kilometer weiter Richtung Osten in der noch schlimmeren Kulturwüste erwartungsgemäß kaum noch mehr als 10 Nachtfalter-Arten in einer Nacht an die Lichtfalle.  Zum Vergleich: In intakten Naturräumen wie den Alpen werden in einer Nacht durchaus 60-70 verschiedene Arten gefangen und auch hier waren es früher sicher mehr. Schuld sind – wie so oft – die intensive Landwirtschaft und die zunehmende Bebauung.

Jul 242016
 
01 Blick das Binntal hinauf

Fotos: Dennis Sanetra – Blick das Binntal hinauf

02 Weißbindiger Bergwald-Mohrenfalter (Erebia euryale adyte) der etwas dunkleren Unterart ssp. adyte

Weißbindiger Bergwald-Mohrenfalter (Erebia euryale adyte) der etwas dunkleren Unterart ssp. adyte

03 Blick ins Haupttal auf Brig und den dahinter liegenden Simplonpass von der Belalp aus. Der Große Aletschgletscher, gut zu erkennen sind die fast vegetationslosen Gebiete oberhalb des Gletschers, sie markieren den ehemaligen Gletscherstand.

Blick ins Haupttal auf Brig und den dahinter liegenden Simplonpass von der Belalp aus.

04 Der Große Aletschgletscher, gut zu erkennen sind die fast vegetationslosen Gebiete oberhalb des Gletschers, sie markieren den ehemaligen Gletscherstand.

Der Große Aletschgletscher, gut zu erkennen sind die fast vegetationslosen Gebiete oberhalb des Gletschers, sie markieren den ehemaligen Gletscherstand.

05 Das Alpen-Wiesenvögelchen (Coenonympha gardetta) war ziemlich häufig auf der Belalp, aber nur selten so fotogen.

Das Alpen-Wiesenvögelchen (Coenonympha gardetta) war ziemlich häufig auf der Belalp, aber nur selten so fotogen.

06 Hadena laudeti (ohne deutschen Namen) kann man schon als Rarität bezeichnen. Gibt es in Europa außer im Wallis nur in Südfrankreich und Griechenland. Schön ist sie natürlich außerdem.

Hadena laudeti (ohne deutschen Namen) kann man schon als Rarität bezeichnen. Gibt es in Europa außer im Wallis nur in Südfrankreich und Griechenland. Schön ist sie natürlich außerdem.

07 Den Ockergelbe Blattspanner (Camptogramma bilineata) gibt es zwar auch hier häufig, aber schön ist er trotzdem.

Den Ockergelbe Blattspanner (Camptogramma bilineata) gibt es zwar auch hier häufig, aber schön ist er trotzdem.

08 Blick über das Hochplateau auf dem Simplonpass

Blick über das Hochplateau auf dem Simplonpass

09 Darwin's Heufalter (Coenonympha darwiniana)

Darwin’s Heufalter (Coenonympha darwiniana)

10 Der Simplonadler bewacht bis heute den Simplonpass.

Der Simplonadler bewacht bis heute den Simplonpass.

Die Zeit der Heuernte im Wallis bringt es mit sich, dass die Wiesen in den Tälern fast alle ratzeputz gemäht waren- nicht perfekt für SchmetterlingsSucher. Wenigstens werden die Wiesen nur zweimal gemäht und anschliessend beweidet, was sich durchaus in der Schmetterlingsvielfalt widerspiegelt. Auf den wenigen ungemähten Wiesen flogen direkt Flockenblumen-Scheckenfalter (Melitaea phoebe), Weißkernaugen (Satyrus ferula) und Braunaugen (Lasiommata maera).

In den grossen Tallagen herrschte hohe Temperaturen von teilweise über 30 °C, weshalb an Fotos von Schmetterlingen oft nicht zu denken war. Schmetterlinge sind bei diesen Bedingungen einfach zu aktiv.

Als erstes ging es ins Binntal. Das Binntal ist für Schmetterlinge eines der besten Gebiete im Wallis. Dort flogen unter anderem Dukatenfalter (Lycaena virgaureae),Braunaugen (Lasiommata maera), Berg-Mohrenfalter (Erebia euryale adyte) und Hochmoorgelbling (Colias palaeno).

Dann musste natürlich nochmal der Aletschgletscher besichtigt werden, bevor er geschmolzen ist. Also rauf auf die Belalp von wo man einen schönen Blick auf die Gletscherzunge hat. Wenn man Bilder von den letzten Jahren vergleicht, kann man erkennen, dass der Gletscher mal wieder ein großes Stück eingebüßt hat. Wenn das so weiter geht, taugt der Gletscher bald nur noch für den Eistee. Dabei ist der Aletschgletscher der größte Gletscher der Alpen nach Fläche und Ausdehnung und sollte so gegen kurzzeitige Temperaturschwanken recht immun sein. Das ist auch besser so, denn es war trotz einer Höhe von über 2000 m recht warm dort oben. Seit seinem Höchststand während der Kleinen Eiszeit Mitte des 19. Jahrhunderts hat der Gletscher gut 2,5 km Länge eingebüßt.

An Schmetterlingen flog vor allem das Alpen-Wiesenvögelchen (Coenonympha gardetta) sehr viel und auch ein Exemplar des Schillernden Mohrenfalters  (Erebia tyndarus) zeigte sich.  Sobald man auf über 2000 m steigt, erübrigt sich das Problem mit Wiesenmahd und ähnlichem, hier kann den Schmetterlingen eigentlich nur noch der Tourismus (vor allem der Skitourismus) gefährlich werden.

Ein paar Nachtfalter blieben auch nicht aus. Es war schon erstaunlich, was da alles so rumwuselte. Da kann man schön den Unterschied zur halbwegs toten „Natur“ in unserer Umgebung erkennen.

Hadena laudeti (ohne deutschen Namen) kann man schon als Rarität bezeichnen. Gibt es in Europa außer im Wallis nur in Südfrankreich und Griechenland. Schön ist sie natürlich außerdem.

Zum Schluss noch der Simplonpass, das Wetter war an dem Tag eher grenzwertig, es zogen Wolken von Italien herüber und es war sehr windig. Trotzdem waren die Falter noch sehr aktiv, die sind das vermutlich auch gewohnt.

Die Passhöhe liegt ziemlich genau 2000 m hoch und bildet ein größeres Hochplateau, eingerahmt von den umliegenden Bergen. Hier flogen ein Großteil der typischen Gebirgsarten, darunter Hochmoorgelbling (Colias palaeno), Alpen-Gelbling (Colias phicomone), Alpenmatten-Perlmutterfalter (Boloria pales), Hochmoor-Bläuling (Plebejus optilete), Berg-Mohrenfalter (Erebia euryale), Schillernder Mohrenfalter (Erebia tyndarus) und mehr oder weniger der Hauptgrund für den Besuch: Darwin’s Heufalter (Coenonympha darwiniana). Diese unscheinbare Art kommt nur begrenzt in den Südalpen vor und steht vor allem der zuvor erwähnten Alpen-Wiesenvögelchen (Coenonympha gardetta) sehr nahe. 

Jul 122016
 
Mäharbeiten am Seeheimer Blütenhang 7

Fotos: NABU/Tino Westphal – Mäharbeiten am Seeheimer Blütenhang

Kurzer Halt auf der Fahrt zu den Gärten am Waldrand über Seeheim: In lichten Waldgebieten am Seeheimer Schloß blüht jetzt eine auf den ersten Blick unscheinbare Orchidee, die Breitblättrige Stendelwurz (Epipactis helleborine). Ein näherer Blick lohnt, die Blüten sind wunderschön. Der Standort an einem Steilhang zum Weg am lichten Waldrand ist typisch. Die Pflanzen verschwinden, wenn der Wald zu dicht wird. Der Waldrand an dieser Stelle benötigt etwas Pflege…

Wir finden die Wiesen meterhoch überwachsen von einer Wickenart- hier hat der Balkenmäher Mühe beim Durchkommen; einige Götterbäume versuchen Fuss zufassen. Vor allem aber: ein Blütenmeer! Besonders die Wickenblüten werden von der Großen Holzbiene (Xylocopa violacea) eifrig besucht, das Große Heupferd (Tettigonia viridissima) turnt auf den Blüten.

Flächen mit dominanter Wicke und Götterbäumen werden mit dem NABU-Balkenmäher gemäht; Stellen mit besonders reichhaltiger Blütenpracht werden ausgelassen. So entsteht ein Flickenteppich von gemähten und bis zum Herbst belassenen Wiesenstücken – so finden die Nektar-suchenden Wiesenbewohner auf alle Fälle noch Nahrung. Das Schnittgut türmt sich zu grossen Haufen – Versteckplätze für Kleintiere aller Art.

Blauflügelige Ödlandschrecke (Oedipoda caerulescens)

Blauflügelige Ödlandschrecke (Oedipoda caerulescens)

Auf dem freigelegten Wiesen sind jetzt wärmeliebende Arten  zu sehen, wie die Blauflügelige Ödlandschrecke (Oedipoda caerulescens).

Teilnehmer vom NABU: Klaus-Dieter und Tino