Mai 172017
 

Foto: – Mechthild Friderichs – Barren-Ringelnatter Natrix natrix helvetica

Ringelnatter am Fuss der Trockenmauer.

Als Naturfreunde haben Anwohner der Georgenstrasse extra für die Reptilien Naturstein- statt Betonmauern angelegt. In ihren Spalten finden die selten gewordenen Kriechtiere Unterschlupf, die erwärmte Oberfläche der Steine bietet den wechselwarmen Reptilien die Möglichkeit, ihre Körpertemperatur den Bedürfnissen optimal anzupassen. 

Die Erdkröte schluckt Luft und bläht dadurch ihren Körper extrem auf – keine Chance für die Schlange.

Heute konnte ein dramatischer Kampf am Fuss der Steinmauer beobachtet werden. Eine Barren-Ringelnatter (Natrix natrix helvetica) – eine Unterart der Ringelnatter, die eher westlich des Rheins vorkommt, wollte sich eine kräftige Erdkröte (Bufo bufo)  einverleiben. Die Kröte aber wandte ihre bewährte Strategie an und pumpte sich voll Luft, so dass sie beinahe Kugelrund und als Happen einfach zu groß wurde. In jedem Fall waren am Ende beide Kontrahenten wohlauf.

Dass die Geschichte auch anders ausgehen kann, zeigt der Blogeintrag vom September des Vorjahres kaum 50m entfernt im Nachbargarten – wir berichteten. 

Ringelnatter frisst Erdkröte

Foto: Mechthild Friderichs –
Mauereidechse (Podarcis muralis)

Regelmässig an den Natursteinmauern zu beobachten: die grazilen und flinken Mauereidechsen (Podarcis muralis).

Mai 082017
 

Ein ausgesprochen schönes Belegfoto für eine Zauneidechse (Lacerta agilis) aus dem Seeheimer Umfeld wurde uns zugesandt.

Foto: Philipp Urban -Zauneidechse (Lacerta agilis)

Der Fundort an der verlängerten Odenwaldstraße in Seeheim zeigt einerseits die Bedeutung der Waldrandlagen mit ihren sonnen-exponierten Standorten, die teilweise eine höhere Artenvielfalt aufweisen, als die Innenbereiche.  Das gilt auch für die nahebei liegenden Naturschutzgebiete, die nur mit hohem Pflegeaufwand ihren ökologischen Wert behalten oder zurückgewinnen können. 

Fundort an verlängerter Odenwaldstraße

Andererseits weist der Fund auf die akute Gefährdung dieser Artenvielfalt durch weitere Baumaßnahmen im Aussenbereich hin, die leider konkret den Bereich der verlängerten Odenwaldstraße betreffen.

Gegen Baupläne im Gemeindewald

Mai 072017
 
Bickenbacher Düne 01

Fotos: NABU/Tino Westphal – pflegeeinsatz auf der Bickenbacher Düne

Freiwillige Helfer von BUND und NABU treffen sich auf der Bickenbacher Düne. Seit Jahren werden die Dünenflächen regelmässig mit Hacken und Spaten von Brombeeren und Flieder, Mahonie und Liguster befreit.

Neben den ersten Orchideen in aufwändigem Einzelschutz zeigt sich ein Pärchen der Zauneidechse und auch ein Jungtier vom Vorjahr.  

Die Pflegemaßnahmen der letzten Jahre zeigen sichtbare Erfolge.

 

Mai 042017
 

Besuch am Wühlmausweiher – kaum Betrieb, wenig Wasser, aber wenigstens läuft nach der langen Trockenheit wieder frisches Wasser ein.

Gelbbauchunkentümpel am Dornbachteich 3

Fotos: NAJU/Tino Westphal – Gelbbauchunkentümpel am Dornbachteich

Einige Amphibien benötigen frisch angelegte Gewässer, weil sie nur so ihren Feinden entgehen. Bergmolch und Libellenlarven machen sich gern über die Kaulquappen dieser weniger robusten Amphibien her. Diese Erneuerung von Amphibien-Gewässern findet in den Flussauen unserer begradigten Gewässer nicht mehr statt, letzte Ausweichbiotope für diese Arten sind Steinbrüche und Sandgruben, wo der NABU durch Kooperationsvereinbarungen mit den Unternehmern versucht, Populationen seltener Amphibien zu erhalten.  Für die NABU Gruppe Seeheim liegen hier die Steinbrüche in Nieder-Beerbach und Waschenbach im Fokus.

Aber auch in den eigenen Pflegegebieten können wir etwas tun: Deshalb entfernen die NAJUs aus den kleinen Tümpeln neben dem Dornbachteich Laub und Faulschlamm und schöpfen das faulig riechende Wasser ab. Der nächste Regen sollte die Tümpel wieder mit klarem Wasser auffüllen. Diese Ersatzgewässer wurden in den letzten Jahren erfreulicherweise auch angenommen.

Am Tümpelrand begegnen uns Bergmolch und Grünfrosch.

Nach der Arbeit noch eine Schaukelrunde…

Teilnehmer vom NAJU: Silas, Dennis, Jan, und Tino 

Apr 212017
 
Schlosspark Amphibienteich

Fotos: NABU/Tino Westphal – Pflegearbeiten am Schloss-Teich in Seeheim

Tausende Kaulquappen wimmeln auf den Steinen im Teich am Schlosspark in Seeheim.

Schlosspark Amphibienteich - Erdkrötenquppen

Tausende Kaulquappen wimmeln auf den Steinen im Teich am Schlosspark in Seeheim.

Die NABU-Aktiven fischen Algen ab, entfernen Äste und abgestorbenes Material und kürzen Weidentriebe im Uferbereich. Nadeln von exotischen Bäume, die nahe des Ufers wachsen, werden vorsichtig aus dem Wasser geholt. 

Schlosspark Falkenkasten

Falkenkasten über dem Schlossteich

Der im März neu angebrachte Falkenkasten ist noch nicht angenommen, das alte Krähennest daneben ist auch verwaist. Aber der Turmfalke ist im Park unterwegs.

Apr 202017
 

Turm der Tiere

Stangen suchen

Fotos: NAJU/Tino Westphal – Stangen suchen im Wald

Der Gartenrotschwanz kommt spät aus den Überwinterungsquartieren und beginnt gerade, sein Nest einzurichten. In Eckis Garten ist ein Männchen  auf Wohnungssuche. Hoch gelegen soll sie sein, mit freiem Anflug und Sitzwarte. Also zieht die Feuersalamander-Gruppe los in den Wald, Stangen suchen. Eine umgefallene Buche legt sich in den Weg- ein bissel krumm, aber was solls.

Ein  NABU-Vogelkasten steht bereit, die und der soll den Turm der Tiere krönen. Der ist schon eine Weile im Bau und bekommt bei der Gelegenheit seine Dachterasse.

Eifrig werkeln die NAJUs auf der Terrasse am Vogelkasten. Die Tür klappert- das mindert den Wohnkomfort und muss behoben werden. 

Die Stange wird angebracht am Turm der Tiere. Eckis Bohrmaschine erfordert zwar Vodoo-Schüttel-Rituale, aber besser, als per Hand schrauben …

Ecki lacht bei der Bau-Abnahme aber tatsächlich muss es auch noch den Gartenrotschwänzen gefallen. 

Bergmolch Portrait

Ein Bergmolch im Naturgartenteich – die Amphibien hier kann man stundenlang erforschen.

Amphibien im Garten

Bergmolch, Grünfrosch, Hunderte Kaulquappen von Erdkröte und Gasfrosch.

Die Amphibien im Naturgarten kann man stundenlang erforschen.

Besuch am Hermelinweiher

Ein Paar Stockenten ist eingezogen. Es wimmelt von Kaulquappen und nur noch ganz wenige kleine Goldfische sind unterwegs. Es reicht aus, wenn wir den Teich im Herbst ablassen…

Fotos: Jan Zeissler

Apr 152017
 

Foto: Max Wagner – Erdkröten-Nachzügler

Nachdem unser Zaun letztes Wochenende abgebaut wurde, können wir auf unser erstes Krötenjahr unter der Leitung des NABU Seeheim-Jugenheim zurückblicken.

Die Hauptwanderung fand Ende Februar bis Anfang März statt, zusammen mit den Nachzüglern der letzten Wochen konnten wir in Summe 239 Kröten und einen Teichmolch retten. Eine gute Zahl, um für den Nachwuchs der nächsten Generationen zu sorgen.
Trotz der guten dreistelligen Zahl bleibt ein Wermutstropfen: aus den Aufzeichnungen der Jahre 2008 bis 2014 geht hervor, dass in den meisten Jahren ca 700 Kröten an diesem Zaun anzutreffen waren. Das bedeutet, dass der Bestand deutlich zurückgegangen ist – ein Umstand der voraussichtlich durch den fehlenden Schutz im Jahr 2016 entstanden ist – denn in anderen umliegenden Regionen gibt es keine ähnliche Auffälligkeit. Das zeigt, wie wichtig unsere Schutzmassnahmen sind.
Jetzt gilt es, den Bestand in den nächsten Jahren wieder aufzupäppeln. Die Kröten werden zwischenzeitlich ihre Eier bereits abgelaicht haben. Dabei laicht jedes Krötenpärchen 3 bis 6.000 Eier und befestigt die Laichschnüre um im Wasser wachsende Pflanzen. Nach 2 bis 4 Wochen schlüpfen bereits die Kaulquappen, die sich für 2 bis 4 Monate im Wasser entwicklen, bis sie als Babykröten im Sommer das Wasser verlassen. Zu diesem Zeitpunkt sind sie gerade mal 7 bis 12 mm gross. Sie wandern dabei in umliegende Wälder. Dort entwickeln sie sich weiter, werden immer grösser und kehren erst nach 3 bis 5 Jahren als geschlechtsreife ausgewachsene ca 12 cm grosse Teenager in ihre Laichgewässer zurück.

Foto: Mechthild Friderichs – Beifang: eine Maus im Fangeimer

Wie geht es weiter? Wir werden im Jahr 2018 wieder für unsere Kröten da sein, um ihre Wanderung in die Gewässer zu unterstützen. Parallel versuchen wir, ein Ersatzgewässer direkt im Wald zu ermöglichen sowie eine dauerhafte Unterführung zu erwirken, damit der Aufwand reduziert wird und vor allem auch die Rückwanderung, die sehr zerstreut verläuft, geschützt werden kann.

 

Apr 082017
 
Abbau Krötenzaun B3 2 10x16s

Foto: NABU/Tino Westphal – Abbau des Krötenzaunes.

Die Krötenwanderung ist zum Erliegen gekommen. Das NABU-Team baut daher den Krötenzaun an der B3 gegenüber der Major-Karl-Plagge-Kaserne ab. Drei große Eimer voll Müll wurden bei dieser Gelegenheit aus dem Graben gesammelt.

Ein ausführlicher Bericht zur Krötenwanderung im Frühjahr 2017 folgt.

Teilnehmer vom NABU: Mechthild, Salem, Tino, Agneta und Martina.

Mrz 302017
 

Im Hermelinweiher sind offenbar Goldfische ausgesetzt worden.

Fischbesatz, zumal mit nicht einheimischen Arten ist fatal, denn damit wird ein Amphibien-Laichgewässer faktisch zur Todesfalle. Fische vermindern drastisch die Artenvielfalt in Gewässern, fressen Eier und Kaulquappen von Grasfrosch und in diesem Teich auch den Nachwuchs des Laubfroschs. Die Goldfische vermehren sich unter den Idealbedingungen rasant- mindestens zwei Generationen Jungfische finden sich im Hermelinweiher.

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Foto: NABU/Tino Westphal – Goldfische im Hermelinweiher

Einige Goldfische sind im Laufe des Tages schon entnommen worden, aber wir finden noch Jungtiere. Letztlich werden wir den Teich irgendwann temporär trockenlegen müssen, um alle Fische zu erwischen. Auch wenn das viele Amphibien das Leben kosten wird, anderenfalls wäre der Hermelinweiher als Amphibiengewässer verloren. 

Eindeutig ein Rückschlag für das Laubfroschprojekt, denn der Hermelinweiher war das beste Laichgewässer und im letzten Jahr beliebter Balzplatz der sangesfreudigen Laubfrösche.

Bitte melden Sie Beobachtungen von verdächtigen Aussetzungen in Amphibiengewässsern dem NABU, damit wir aktiv werden können und wir uns weiter an Artenvielfalt von Amphibien und Wasserinsekten erfreuen können.