Jul 012017
 

Foto: NABU/Tino Westphal – Arbeitseinsatz bei Dauerregen an der Düne am Tennisplatz

Düne am Tennisplatz

Die Düne hat sich Dank der laufenden Pflegearbeit sehr gut entwickelt: neue Wuchsstellen der Sandsommerwurz  und eine weitere Ausbreitung der Sand-Silberscharte sind deutliche Zeichen, dass sich die Düne erholt.

Beim Einsatz konzentrierten sich die freiwilligen Helfer wieder auf das Hundszahngras. Zahlreiche (aber kleine) Wuchsstellen an der Südböschung hatte Frau Dr. Hillesheim mit Stöcken  markiert.

Kaum vor Ort fängt es heftig zu regnen an. Der Einsatz wurde deshalb nach einer halben Stunde abgebrochen.

Eine größere Hundszahnstelle  am Nordrand, die Brombeeren und Gehölze am Westfuß und Weißdorntriebe am Südfuß, außerdem Götterbäume auf der angrenzenden Margret Bayer-Düne müssen wir beim nächsten Einsatz angehen.

 

Jun 292017
 

Brütende Hitze herrschte in diesem Juni auf den frisch gemähten Wiesen am Seeheimer Blütenhang. Wo tagsüber nahebei Spaziergänger mit ihren Hunden vorbeilaufen und auf den Wiesen sich das Insektenleben tummelt, sollte für 2 Wochen das nächtliche Leben mit einer automatischen Kamera erkundet werden. Auf einem von Zäunen eingeschlossenen Gelände mit gut sichtbaren Spuren eines Wildwechsels war die die Kamera aktiviert zwischen dem 16.6.2017 und dem 29.6.2017.

Selbst bei Tageslicht noch oft zu sehen sind Füchse und Rehe. 

Regelmässige nächtliche Besucher: Fuchs, Reh, Steinmarder, Dachs und große Rotten von Wildschweinen. Als seltener Gast sogar ein Waldkauz, zu Fuß unterwegs auf der Wiese.

Wenn man bedenkt, dass hier nur wenige Quadratmeter Wiese über zwei Wochen beobachtet wurden, ist die beobachtete Dichte an größeren Tierbesuchen erstaunlich hoch.

Jun 242017
 
Bickenbacher Düne 1

Fotos: NABU/Tino Westphal – Schmetterlingsexkursion – Start an der Bickenbacher Düne

Bickenbacher Düne 2Dr. Angela Hille stellte das Gebiet an der Bickenbacher Düne vor: eine eiszeitliche Kalksanddüne, teilweise unter Naturschutz gestellt.

Sand-Sommerwurz an der Bickenbacher Düne 2

Sand-Sommerwurz an der Bickenbacher Düne

Hier investieren die lokalen Naturschutzgruppen BUND und NABU seit mehr als 10 Jahren viel ehrenamtliche Arbeit in die Pflege des Gebiets.

Sand-Sommerwurz an der Bickenbacher Düne 1

Sand-Sommerwurz (Orobanche arenaria)

Die Früchte der jahrelangen Arbeit werden langsam sichtbar. Der Artenreichtum hat sich deutlich erhöht, einige Rote Liste Arten unter den Pflanzen sind zurückgekehrt bzw. haben deutlich zugenommen.

Weiter geht die Führung entlang der Gastrasse – bei der jetzigen Trockenheit ein Gebiet, in dem nur echte Überlebenskünstler durchhalten. Immer wieder überraschend: gerade auf den kärgsten Böden mit extremer Austrocknung entwickelt sich eine große Artenvielfalt und trotz der Hitze auch noch Blüten.  

Zurück geht es am Waldrand: auch hier in den schattigen Bereichen lassen sich Schmetterlinge beobachten.

Schmetterlingsexkursion am 24.06.2017 am NSG Bickenbacher Düne

Beobachtete Schmetterlingsarten

  • Schachbrettfalter (Melanargia galathea)
  • Dunkler Waldvogel (Aphantopus hyperantus)
  • Landkärtchen (Araschnia levana)
  • Wander-Perlmuttfalter oder Kleiner Perlmuttfalter (Issoria lathonia)
  • Schwarzkolbiger Braundickkopffalter (Thymelicus lineola)
  • Kleiner Sonnenröschenbläuling (Aricia agestis) (?)
  • Taubenschwänzchen (Macroglossum stellatarum)
  • Hufeisenklee-Widderchen oder Sechsfleckwidderchen (?)

Beobachtete andere Insektenarten

  • Raubfliege (Machimus sp.)
  • Dünen-Sandlaufkäfer (Cicindela hybrida)
  • Schmarotzerbiene

Schmetterlingsarten

Edelfalter (4 Arten)

  • Schachbrettfalter (Melanargia galathea)

    Foto: Angela Hille – Schachbrettfalter Kopula Weibchen gelblich auf der Unterseite

Familie Edelfalter (Nymphalidae), Unterfamilie Augenfalter

Schachbrettartiges Muster auf den Flügeloberseiten, Weibchen auf der Unterseite gelblich, Männchen weiß (siehe Foto: Kopula)

Vorkommen: Auf Wiesen und Waldlichtungen und vielen anderen mit Gräsern bewachsenen Standorten, in Mitteleuropa fast überall ziemlich häufig, in einigen Gegenden aber auch im Rückgang begriffen.

Flugzeit von Mitte Juni bis Mitte August

  • Dunkler Waldvogel (Aphantopus hyperantus)
    Foto: Angela Hille - Dunkler Waldvogel

    Foto: Angela Hille – Dunkler Waldvogel

Familie Edelfalter (Nymphalidae)

Vorkommen: In halbschattigem und offenem Gelände z. B. In lockeren Wäldern, an Waldrändern fast überall ziemlich häufig.

Flugzeit von Mitte Juni bis Ende August

  • Landkärtchen (Araschnia levana)
    Foto: Angela Hille - Landkärtchen Sommerform

    Foto: Angela Hille – Landkärtchen Sommerform

Familie Edelfalter (Nymphalidae)

Der Falter fliegt in 2 Generationen, die sich in Färbung  und Zeichnungsmuster sehr deutlich unterscheiden; Frühjahrsgeneration oberseits braunorange, Sommergeneration oberseits mit schwarzer Grundfärbung.

Vorkommen: Vorwiegend an Wald- und Wegrändern, fast überall ziemlich häufig

Flugzeit von Anfang April bis Ende September

  • Wander-Perlmuttfalter oder Kleiner Perlmuttfalter (Issoria lathonia)

Familie Edelfalter (Nymphalidae)

Unterseite der Hinterflügel mit auffallend großen, weißen Perlmuttflecken.

Vorkommen: In offenem wenig bewachsenem Gelände, etwa auf Trockenrasen, Brachäckern und extensiv genutzten Kulturflächen; in Mitteleuropa weit verbreitet und in den meisten Gegenden nicht selten, gebietsweise aber deutlich zurückgegangen.

Flugzeit von Mitte März bis Ende Oktober/ Lange Zeitspanne

  • Dickkopffalter (1 Art)
Foto: Angela Hille - Schwarzkolbiger Braundickkopffalter

Foto: Angela Hille – Schwarzkolbiger Braundickkopffalter

Schwarzkolbiger Braundickkopffalter (Thymelicus lineola)

Familie Dickkopffalter (Hesperiidae)

Die tagaktiven Dickkopffalter haben einen untersetzten Körperbau und einen auffallend großen Kopf.

Vorkommen: Sowohl in trockenen und in feuchten Lebensräumen, in den meisten Gegenden ziemlich häufig.

Flugzeit von Mitte Juni bis Ende August

  • Bläuling (1 Art)
Foto: Angela Hille - Kleiner Sonnenröschenbläuling

Foto: Angela Hille – Kleiner Sonnenröschenbläuling

Kleiner Sonnenröschenbläuling (Aricia agestis) (?)

  • Schwärmer (2 Arten)
  • Taubenschwänzchen (Macroglossum stellatarum)

Familie Schwärmer (Sphingidae),

Tagaktiver Nachtfalter, Hinterleib des Falters am Ende mit flachen, schwarzem Haarpinsel („Taubenschwanz“), langer Saugrüssel, Falter rüttelt saugend vor Blüten ähnlich wie ein Kolibri und wird damit verwechselt. Bekannter Wanderfalter. Der Falter wandert alljährlich aus seinem südeuropäischen Ursprungsgebieten ein, um sich bei uns fortzupflanzen.

Vorkommen: Vorwiegend an sonnigen, trockenen Orten

Flugzeit: ganzjährig

  • Schwärmer aus der Gattung Hemaris

Die Imagines (Falter) sind klein und sehen mit ihrem gedrungenen Körperbau Hummeln ähnlich. Ihre Vorderflügel sind entweder voll beschuppt, oder weisen durchsichtige Bereiche auf, wobei diese bei manchen Arten direkt nach dem Schlupf ebenso beschuppt sind, aber beim ersten Flug abfallen.

Kommentar von mir: Es war aber kein Hummelschwärmer,

  • Widderchen (1 Art)

Hufeisenklee-Widderchen (?) oder Sechsfleckwidderchen (?)

Andere Insektenarten

  • Raubfliege (Machimus sp.)

    Foto: Angela Hille – Raubfliege

Mittelgroße bis große Raubfliege (L 16-25 mm) mit stark bedornten, langen Beinen. Vorkommen:

An Waldrändern und in trockenem offenem Gelände überall häufig. Die Fliege stürzt sich von einer Sitzwarte aus auf vorbeifliegende Insekten, ergreift sie  mit ihren lang bedornten Beinen, um sie anschließend auf ihrem Sitzplatz auszusaugen.

  • Dünen-Sandlaufkäfer (Cicindela hybrida) 
    Foto: Angela Hille - Dünen-Sandlaufkäfer

    Foto: Angela Hille – Dünen-Sandlaufkäfer

Laufkäfer (Familie Carabidae), Sandlaufkäfer (Unterfamilie Cicindelinae).

Sandlaufkäfer haben auffallend große stark vorquellende Augen. Ihre Oberkiefer sind auffallend lang und spitz bezahnt. In Deutschland kommen 7 Arten vor.

Der Dünen-Sandlaufkäfer hat kupferfarbene Flügeldecken mit weißen Zackenbinden. Vorkommen: Auf größeren, offenen Sandflächen, vor allem auf Dünen und in Sandgruben. Stellenweise häufig.

  • Schmarotzerbienen

Brutparasiten bei anderen Bienenarten

 

Jun 212017
 
Kirschgarten 06

Fotos: NABU/Tino Westphal – Gieß-Einsatz im NABU-Kirschgarten am Seeheimer Blütenhang

Ein heißer Sommertag, auch noch am Abend. Um 20 Uhr treffen sich die freiwilligen Helfer im NABU-Kirschgarten am Blütenhang für einen Gießeinsatz. Angesetzt kurzfristig sogar 2x die Woche, denn es soll heiß bleiben in dieser Woche und die jungen Bäume lassen abends schon die Blätter hängen.

Das Team ist eingearbeitet, in reichlich einer halben Stunde hat jeder Baum seine Wasser-Ration.

Dank an alle Helfer!

Teilnehmer: Klaus-Dieter, Tino, Peter, Martin, Robin, Klaus und Michael.

Jun 162017
 
Mäheinsatz am Blütenhang Seeheim 11 10x24s

Fotos: NABU/Tino Westphal – Mäheinsatz am Blütenhang Seeheim

Bienenragwurz

Blühende Bienenragwurz – (Ophrys apifera)

Beim Mäh-Einsatz auf den Orchideen-Wiesen: wie schon im Vorjahr breitet sich eine eingewanderte Wickenart auf den Wiesen aus. Die Große Holzbiene mag diese Wicke, für die meisten Wiesenpflanzen aber ist ihre Wuchskraft eher schädlich. Deshalb wird die Wicke gezielt ausgemäht, andere blühende Pflanzen  auf denTrockenwiesen werden möglichst geschont. 

Schachbrettfalter und Kleines Ochsenauge fliegen in wenigen Exemplaren und die Bienenragwurz (Ophrys apifera) blüht.

Teilnehmer: Klaus-Dieter, Karl-Heinz und Tino.

Jun 102017
 
Bienenweide 03

Fotos: NABU/Tino Westphal – Mäharbeiten an der Bienenweide

Auf der Bienenweide wurde die Kanadische Goldrute etwas dezimiert. Allerdings teilen wir uns die Weide mit einem Rehkitz. Das führte zum Abbruch, denn wir wollen  ja nicht stören …

Mit dem Balkenmäher wurde der angrenzende Streifen unter der Kiefernreihe von Geäst befreit und gemäht. Langfristig soll unter den alten Kiefern eine Weidefläche entstehen. 

Teilnehmer: Mahmoud, Michael, Kerstin und Tino

Jun 102017
 

Fotos: Angela Hille – Großer Fuchs

Die neue Generation des Großen Fuchses (Nymphalis polychloros) fliegt – zwei Exemplare waren unterwegs in unmittelbarere Nähe des Fundortes vom zeitigen Frühjahr. Auch eine Präpuppe vom Großen Fuchs wurde aufgefunden.

Großer Fuchs

An der Bickenbacher Düne und am Damm vor dem Verkehrsübungsplatz konnten die ersten vier Exemplare des Kleinen Fuchses (Aglais urticae) in diesem Jahr beobachten und fotografieren können. 
In ausgesuchten Bereichen der eiszeitlichen Dünen und Trockenbiotope im Umfeld von Seeheim-Jugenheim und Bickenbach werden in diesem Jahr von Schmetterlings-Experten des NABU Vorkommen und Häufigkeit diverser Schmetterlingsarten dokumentiert.

Kleiner Fuchs

Ein genereller Rückgang der Artenvielfalt unter den Insekten wird von Naturschützern beklagt.

Kleiner Fuchs

Auch eine Schmetterlingsexkursion wird in diesem Jahr am 24.6.2017 an der Bickenbacher Düne angeboten:

Puppe des Großen Fuchses.

Schmetterlingsexkursion an der Bickenbacher Düne

Jun 062017
 

Foto: NABU/Tino Westphal – Pyramidenorchis (Anacamptis pyramidalis)

Versteckt gelegen blühen die Orchideen am Seeheimer Blütenhang. Nur an wenigen Stellen haben sich die seltenen Pyramidenorchis (Anacamptis pyramidalis) gehalten und werden liebevoll gehegt und gepflegt von den ehrenamtlichen Mitarbeitern des NABU Seeheim-Jugenheim. Denn hierzu gehört einiges an Erfahrung, wann die Flächen gemäht oder beweidet werden, wieviel Beschattung notwendig ist. Vor allem aber dürfen keinesfalls Mineraldünger eingesetzt werden auf diesen Wiesen.  

Gern würden wir die Erfahrungen nutzen, größere Flächen am Blütenhang wieder zum Blühen zu bringen. Die Unterstützung von Natur-verbundenen Landeigentümern ist hier hoch willkommen. 

Orchideenwiese mit Pyramidenorchis (Anacamptis pyramidalis)

Jun 032017
 
Kirschgarten 03

Fotos: NABU/Tino Westphal – Mahd im NABU Kirschgarten.

Die NABUs sind früh auf, um noch vor der Mittagshitze dien NABU-Kirschgarten zu mähen. Insbesondere die Kanadische Goldrute soll zurückgedrängt werden.
Das Mähgut wird als Mulchmaterial um die neu gepflanzten Bäume verteilt.

Erdkröte im Kirschgarten

Erdkröte im Kirschgarten.

Einer Erdkröte wurde der Weg aus der jetzt sonnenheißen Wiese in das nahen Gebüsch gewiesen.

Teilnehmer vom NABU: Christian, Klaus-Dieter, Ecki, Michael und Tino.

Jun 012017
 
Kirschgarten giessen 01

Fotos: NABU/Tino Westphal – freiwillige Giesshelfer im Kirschgarten.

Freiwillige Helfer spendeten ihren Abend für das Giessen der neu gepflanzten Obstbäume im Kirschgarten am Blütenhang.

Abschluss

Abschlussbesprechung mit NABU-Projektleiter Michael Theurich. Der nächste Giesseinsatz wird abgestimmt.

Auf den Wiesen ist die Kanadische Goldrute mittlerweile hoch gewachsen. In diesem Jahr wird der Kirschgarten noch nicht beweidet. Deshalb muss das Gras zusammen mit der Goldrute im vordern Bereich gemäht werden, wo die Pflegegemeinschaft nicht mit dem großen Mulcher arbeiten kann. NABU-Aktivisten treffen sich am Samstag 10 Uhr am Kirschgarten zum Mahdeinsatz. Freiwillige Helfer sind hier immer willkommen!