Sep 062017
 

Foto: NABU/Tino Westphal – Beifußblättrigem Traubenkraut (Ambrosia artemisiifolia)

Bickenbach – Geradezu vorbildlich schnell handelten die örtlichen Behörden, nachdem NABU-Mitglieder ein Massenvorkommen von Beifußblättrigem Traubenkraut (Ambrosia artemisiifolia) auf privat genutzten Flächen bei Bickenbach festgestellt hatten. In einem sofort nach der Meldung angesetzten Ortstermin zusammen mit dem Bickenbacher Ortslandwirt wurde das Ambrosia-Vorkommen bestätigt.

In einer Amtlichen Bekanntmachung wurde eine Allgemeinverfügung für alle Bickenbacher Grundstückseigentümer und -eigentümerinnen veröffentlicht (Ordnungsbehördliche Anordnung), die zur sofortigen Bekämpfung / Beseitigung von Ambrosia-Pflanzen auffordert.
https://www.bickenbach-bergstrasse.de/fileadmin/Bekanntmachung/Verfuegung_Ambrosia.pdf

Sep 032017
 

Ungewöhnliches Verhalten zeigt ein junger Nachtreiher, der seit einigen Tagen mitten in Bickenbach sein Quartier aufgeschlagen hat und wenig Scheu gegenüber Beobachtern zeigt. Die Besorgnis, das der Vogel etwa Flugunfähig wegen Erschöpfung oder Krankheit sei, wurde aber bei einem Einfangsversuch widerlegt: dem Vogel kann ausgezeichnetes Flugvermögen bescheinigt werden kann; ein körperliches Handicap ist nicht erkennbar.
Keine drei Stunden nach dem Fangversuch war der Reiher wieder an seinem Lieblingsplatz und ließ sich von einem ständig wachsenden Publikum bestaunen.

Unsere Experten vor Ort haben beschlossen mit Hinweisschildern am Bachgeländer um Rücksichtnahme zu bitten, den Nachtreiher nicht zu stören. Leider kam es schon zu vereinzelten Steinwürfen von Kindern, um den oft bewegungslos verharrenden Vogel zu einer Reaktion zu verleiten.

Aug 282017
 

Foto: Tjade Brinkmann – Nachtreiher in Bickenbach

Mit einem frischen Foto bestätigt wurde ein jungen/diesjährigen Nachtreiher (Nycticorax nycticorax) in Bickenbach. Erstaunlich, dass sich dieser an sich recht scheue Vogel mitten im Ort zeigte. Eine erste Sichtung von einem Hähnleiner Beobachter war gestern 27.8.2017 gegen Mittag in der östlichen Landbachaue, noch am Vormittag des 28.8.2017 hielt sich der sehr seltene gewordene Reiher in der Landbachaue auf.

Herzlichen Dank für die Zusendung an Tjade Brinkmann.

Nachtrag vom 30.8.2017: Der Nachtreiher hat die Pendelei zwischen Landbachaue und dem Ortskern Bickenbach  aufgegeben und jetzt festen Wohnsitz im Ort bezogen. Video: Willi Benz.

 

Jun 212017
 

Wegen der anhaltenden Trockenheit herrscht Wassermangel in den Fliessgewässern.

Aktuell kommt die größere Wassermenge im Landbach tatsächlich aus der Verbandskläranlage in Bickenbach, es handelt sich also um gereinigtes häusliches Abwasser.
Leider nutzen einige Bachanlieger in Bickenbach den Bach für die Bewässerung ihrer Gärten.
Kein Einzelfall (hier Bahnhofstraße Bickenbach) – obwohl verboten.
Eine Übernutzung der Wasserressourcen gefährdet viele vom Wasser abhängige Tiere und Pflanzen.

Wasserentnahme aus dem Landbach bei Bickenbach

Jun 102017
 

Fotos: Angela Hille – Großer Fuchs

Die neue Generation des Großen Fuchses (Nymphalis polychloros) fliegt – zwei Exemplare waren unterwegs in unmittelbarere Nähe des Fundortes vom zeitigen Frühjahr. Auch eine Präpuppe vom Großen Fuchs wurde aufgefunden.

Großer Fuchs

An der Bickenbacher Düne und am Damm vor dem Verkehrsübungsplatz konnten die ersten vier Exemplare des Kleinen Fuchses (Aglais urticae) in diesem Jahr beobachten und fotografieren können. 
In ausgesuchten Bereichen der eiszeitlichen Dünen und Trockenbiotope im Umfeld von Seeheim-Jugenheim und Bickenbach werden in diesem Jahr von Schmetterlings-Experten des NABU Vorkommen und Häufigkeit diverser Schmetterlingsarten dokumentiert.

Kleiner Fuchs

Ein genereller Rückgang der Artenvielfalt unter den Insekten wird von Naturschützern beklagt.

Kleiner Fuchs

Auch eine Schmetterlingsexkursion wird in diesem Jahr am 24.6.2017 an der Bickenbacher Düne angeboten:

Puppe des Großen Fuchses.

Schmetterlingsexkursion an der Bickenbacher Düne

Mai 072017
 
Bickenbacher Düne 01

Fotos: NABU/Tino Westphal – pflegeeinsatz auf der Bickenbacher Düne

Freiwillige Helfer von BUND und NABU treffen sich auf der Bickenbacher Düne. Seit Jahren werden die Dünenflächen regelmässig mit Hacken und Spaten von Brombeeren und Flieder, Mahonie und Liguster befreit.

Neben den ersten Orchideen in aufwändigem Einzelschutz zeigt sich ein Pärchen der Zauneidechse und auch ein Jungtier vom Vorjahr.  

Die Pflegemaßnahmen der letzten Jahre zeigen sichtbare Erfolge.

 

Apr 132017
 

Erste Sichtung des Wiedehopfs in diesem Jahr

Foto: Roland Tichai – Wiedehopf

 

Eine wunderbare Nachricht von NABU-Mitglied Roland Tichai: nachdem er im letzten Jahr für Aufsehen gesorgt hatte, ist der Wiedehopf erstmals wieder aufgetaucht an der nördlichen Bergstraße. Dokumentiert wurde die Beobachtung als geschützter Eintrag in den Datenbanken Naturgucker.de und ornitho.de .

Vogelfreunde in Seeheim-Jugenheim und Alsbach-Hähnlein sollten bitte auf den Vogel achten und weitere Beobachtungen dem NABU melden. Sein Ruf ist sehr typisch und nicht zu überhören mit dreimal hub, hub, hub…

Apr 012017
 

Steinkauz-Monitoring bei Bickenbach und Pfungstadt

Die Runde beginnt in Bickenbach, an der Bahnstrecke. Hier gibt es ein Grundstück des BUND, auf dem wir im Jahr 2011 bei einem Baggereinsatz Sand, Steine und Totholz zur Förderung von Reptilien eingebracht hatten. Die vor Ort angebrachten Steinkauzkästen sind nicht von Käuzen, sondern von Staren bevölkert. Einige Kästen sind wegen aufgewachsener Brombeeren kaum noch zugänglich. 

Weiter geht es auf Pfungstädter Gebiet- dort finden wir einen besetzten Kasten, der Steinkauz ist beringt. 

Unglücklicherweise wird die betreffende Wiese seitens der Gemeinde wohl nur einmal im Herbst gemäht. Die angrenzenden Äcker sind mit Getreide bzw. Raps bestellt, die in Kürze als Nahrungs-Habitat im wesentlichen ausfallen. Deshalb müsste wenigstens die Teil der Streuobstwiese dringend gemäht werden, sonst werden es die Käuze sehr schwer haben, an die nötige Nahrung für eine Brut zu gelangen. Regenwürmer, Insekten und Mäuse kann der Steinkauz er nur in der offenen Landschaft erjagen.

Noch einige Stellen werden abgesucht, keine Steinkäuze zu finden. Auch nicht auf einer der früher besten Brutareale, der ehemaligen Burg Wellberg mit ihrem alten Streuobstbestand. Von der hochmittelalterlichen Turmhügelburg (Motte) kündet nur noch ein unscheinbarer Hügel in der flachen Landschaft des Rieds. Und der droht, von Brennnesseln und Gestrüpp überwachsen zu werden. Hier sollte dringend beweidet werden. Auch ein paar neue Obstbäume würden gut hierher passen. Alle angebrachten Steinauzkästen sind heute unbewohnt.

Okt 082016
 

Mit zwei Motorsensen und viel Einsatz gehen die Naturschutz-Aktivisten von NABU und BUND gegen die Brombeeren auf der Bickenbacher Düne vor.

Insbesondere auf den freigeschobenen Sandflächen wird die Brombeere manuell mit der Wurzel ausgerissen- hier sind die wertvollsten Standorte seltener Pflanzen, die so lange wie möglich offen gehalten werden.

Einsatz Bickenbacher Düne - Kaffeezeit

Fotos: NABU/Tino Westphal – Einsatz Bickenbacher Düne – Kaffeezeit

Zum Abschluss gibt es ein leckeres Catering am Waldrand mit leckerer Suppe, Kaffee und Kuchen. Eine angenehme Gelegenheit zum Gespräch.

Dabei fällt de Blick auf einen großen Berg von Kiefernholz. Die Stämme wurden wegen des Befalls durch den Blauen Kiefernprachtkäfer aus dem Bestand schon im Frühjahr herausgenommen. Die Langstämme rotten am Wegesrand vor sich hin. Wenn Holz ohne hin nicht genutzt wird, wäre es besser als wertvolles Totholz im Wald geblieben. Leider findet man an einigen Stellen in unseren Wäldern diese traurigen Überreste, die uns mahnen, auf eine Änderung unserer Waldwirtschaft hinzuarbeiten.