Okt 082016
 

Mit zwei Motorsensen und viel Einsatz gehen die Naturschutz-Aktivisten von NABU und BUND gegen die Brombeeren auf der Bickenbacher Düne vor.

Insbesondere auf den freigeschobenen Sandflächen wird die Brombeere manuell mit der Wurzel ausgerissen- hier sind die wertvollsten Standorte seltener Pflanzen, die so lange wie möglich offen gehalten werden.

Einsatz Bickenbacher Düne - Kaffeezeit

Fotos: NABU/Tino Westphal – Einsatz Bickenbacher Düne – Kaffeezeit

Zum Abschluss gibt es ein leckeres Catering am Waldrand mit leckerer Suppe, Kaffee und Kuchen. Eine angenehme Gelegenheit zum Gespräch.

Dabei fällt de Blick auf einen großen Berg von Kiefernholz. Die Stämme wurden wegen des Befalls durch den Blauen Kiefernprachtkäfer aus dem Bestand schon im Frühjahr herausgenommen. Die Langstämme rotten am Wegesrand vor sich hin. Wenn Holz ohne hin nicht genutzt wird, wäre es besser als wertvolles Totholz im Wald geblieben. Leider findet man an einigen Stellen in unseren Wäldern diese traurigen Überreste, die uns mahnen, auf eine Änderung unserer Waldwirtschaft hinzuarbeiten.

Aug 252016
 
Foto: Achim Bach -Weißstörche an der Landbachaue bei Bickenbach

Foto: Roland Tichai – Weißstörche an der Landbachaue bei Bickenbach

zum Artikel im Echo-Online: Störche werden im hessischen Ried zum Problem von 22.8.2016:

Kreisjägerverein Groß-Gerau warnt vor den Folgen von immer mehr Störchen. Rebhühner oder Fasane würden in ihrer Existenz bedroht, junge Hasen und Rehkitze würden attackiert. Von einer „Überpopulation“ der Störche ist die Rede.

Richtig ist, unsere Weißstörche brüten jedes Jahr erfolgreich im hessischen Ried, Südhessen besitzt wieder eine der größten Storchenpopulationen, nachdem diese schönen Vögel praktisch verschwunden waren. Auch um Hähnlein und Bickenbacher Gemarkung berichten wir regelmässig vom Wappenvogel des NABU. Tatsächlich ist die Wiederbesiedlung eine der wenigen wirklichen Erfolgsgeschichten des Naturschutzes, zeigen aber auch: erfolgreicher Naturschutz benötigt breite Akzeptanz und aktive Umsetzung von Naturschutzmassnahmen.

Die Naturschützer vom NABU beklagen die Bestandseinbrüche nicht nur  bei den jagdbaren Vögeln wie Rebhuhn oder Fasan, sondern generell bei allen Feldvögeln: auch Feldlerche und Kiebitz – früher häufig, sind heute weitgehend aus den Fluren verschwunden. Wir beobachten, dass der Kiebitz seit Jahren praktisch keinen erfolgreichen Bruten mehr im Gebiet Alsbach und Bickenbach hochbringt. Möglicherweise kommt das Kiebitz-Rettungsprojekt bei uns lokal schon zu spät und wir müssen auf den Erfolg von Rettungsmassnahmen anderswo hoffen.

Die Ursachen der Bestandsrückgänge liegen bekanntermassen nicht an irgendwelchen Überpopulationen, sondern an der Form der hochindustriell betriebenen Landwirtschaft, die dem Ried ihren Stempel aufgedrückt hat. Es kann keinen Zweifel daran geben, dass wir langfristig nach der Energiewende auch eine Agrarwende benötigen, sonst werden wir wesentliche Teile der Artenvielfalt im Ried verlieren.

Bis zu einer künftigen Agrarwende aber bleibt nichts anderes übrig, als in Zusammenarbeit der lokalen Naturschutzverbände (zu der auch die Jagdverbände gehören!) mit den Naturschutzbehörden und Kommunen Refugien der Artenvielfalt zu schaffen oder unter allen Umständen zu erhalten.

Wiederholen wir die „Erfolgsstory Weißstorch“ – bei anderen Feldbewohnern. Hier ist die Unterstützung durch die Jägerschaft hoch willkommen.

Beispiel Kiebitz: Kiebitze sind beinahe verschwunden – tun wir etwas, durch Beteiligung am laufenden Kiebitz-Projekt! Der NABU sucht Mitstreiter bei Naturschutzprojekten hier bei uns im Ried.


Die Hessenschau äussert sich zur Aufregung um die Störche:

http://hessenschau.de/panorama/aerger-im-storchenland,stoerche-102.html

Jul 102016
 
Faulbaumbläuling (Celestrina argiolus)

Faulbaumbläuling (Celestrina argiolus)

Foto: Christa Dreißig - Pyramideneule (Amphipyra pyramidea)

Foto: Christa Dreißig – Pyramideneule (Amphipyra pyramidea)

Der Juli ist eine gute Zeit für die Schmetterlingsbeobachtung im heimischen Garten. NABU-Mitglied Christa Dreißig hat einige Fotos geteilt und unser Schmetterlingsexperte  Dennis Sanetra hat eine Bestimmung der beiden noch relativ häufigen Falter vorgenommen: Faulbaumbläuling (Celestrina argiolusund  Pyramideneule (Amphipyra pyramidea), vielleicht aber auch Svenssons Pyramideneule (Amphipyra berbera). Da die beiden Arten sich äusserlich sehr ähneln und nur genital-morphologische Untersuchungen Gewissheit verschaffen würden-  lassen wir den Eulenfalter einfach weiterfliegen…

Jul 072016
 
Reh

Fotos: Achim Bach – Besucher im Wildnis-Garten

NABU-Mitglied Achim ist stolz auf seinen Wildnis-Garten.

Gefunden und fotografiert an einem ruhigen Donnerstag-Nachmittag (und bestimmt von unserem Schmetterlings-Experten Dennis) einige Arten, die noch recht häufig vorkommen.

Schmetterlinge

ausserdem

Jun 292016
 
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Fotos: Stefan Schlüter – Fundort der Schmetterlinge

Auf den waldnahem Wiesenflächen zwischen Bickenbach und Seeheim-Jugenheim kann man entlang der Gasleitung derzeit einige schöne und interessante Schmetterlinge beobachten.

Schachbrettfalter (Melanargia galathea)

Schachbrettfalter (Melanargia galathea)

Brauner Waldvogel (Aphantopus hyperantus)

Brauner Waldvogel (Aphantopus hyperantus)

Dazu gehören der schwarz-weiße Schachbrettfalter (Melanargia galathea) und der Braune Waldvogel (Aphantopus hyperantus), der auch Schornsteinfeger genannt wird.

Sechsfleck-Widderchen (Zygaena filipendulae)

Sechsfleck-Widderchen (Zygaena filipendulae)

Das Sechsfleck-Widderchen (Zygaena filipendulae) oder Blutströpfchen ist ein tagaktiver Nachtfalter. Trotz der auffälligen Färbung ist es nicht immer leicht zu entdecken.

Auch Bläulinge, Wiesenvögelchen und andere Schmetterlinge sind unterwegs und wollen entdeckt werden.

Jun 272016
 
Foto: Christa Dreissig

Foto: Christa Dreissig – Trauer-Rosenkäfer (Oxythyrea funesta).

Der aufmerksamen Gärtnerin begegnen jetzt im Sommer die stahlblau glänzende hornissengroße Große Holzbiene (Xylocopa violacea), der Trauer-Rosenkäfer (Oxythyrea funesta) und der Glänzende Blütenprachtkäfer (Anthaxia nitidula), der in Deutschland unter Naturschutz steht.

Foto: Christa Dreissig

Große Holzbiene (Xylocopa violacea).

Fotos aus dem Garten-Gebiet zwischen Jugenheim, Alsbach und Bickenbach von NABU-Mitglied Christa Dreissig.

Foto: Britta Dreissig

Glänzender Blütenprachtkäfer (Anthaxia nitidula).

Jun 142016
 
Foto: Christa Dreissig - Grünfrosch und Feuerwanze

Foto: Christa Dreissig – Grünfrosch und Gemeine Feuerwanze

Foto: Christa Dreissig - Raupe des Königskerzen-Mönch

Foto: Christa Dreissig – Königskerzen-Mönch

NABU-Mitglied Christa Dreissig hat in ihrem Garten am Laukenloch Bekanntschaft mit der Raupe des Königskerzen-Mönchs auch Brauner Mönch (Shargacucullia verbasci) gemacht. Dieser Nachtfalter zählt zu den größeren Mönchseulenarten und gilt zur Zeit offiziell als nicht gefährdet.

Der Grünfrosch hat sich in ihrem Gartenteich angesiedelt.

Die Anlage und Pflege von Amphibienteichen ist wichtig für den Erhalt der Artenvielfalt. Leider werden zu oft Fische selbst in kleinsten Gewässern ausgesetzt, was fatal ist für die Vermehrungschancen unserer Amphibien.

Der Grünfrosch kennt die Gemeine Feuerwanze (Pyrrhocoris apterus) als ungeniessbar: die Warnfarbe erinnert an die Fähigkeit der Wanze, mit ihren Stinkdrüsen jeglichen Appetit zu verderben.

Jun 132016
 
Foto: Roland Tichai - Uferschwalbe - In der Luft mit Beute im Schnabel

Fotos: Roland Tichai – Uferschwalbe – In der Luft mit Beute im Schnabel

Foto: Roland Tichai - Uferschwalben - Die junge Uferschwalbe wartet auf Futter.

Die junge Uferschwalbe wartet auf Futter.

Foto: Roland Tichai - Uferschwalbe - Die Eltern bringen eine fette Mahlzeit.

Die Eltern bringen eine fette Mahlzeit.

In einer acht Meter hohen Sandwand 25 Meter langen brütet die Uferschwalbe (Riparia riparia), einer in Mitteleuropa wegen ihrer Wohnungsansprüche nur noch sehr lückenhaft vorkommenden Vogelart: es gibt kaum noch frei mäandrierende Flüsse, die frische Abbruchkanten an ihren Ufern bieten. So ist die kleinsten Schwalbenart Europas weitgehend auf vom Menschen geschaffene Biotope angewiesen und benötigen gerade dort unsere Aufmerksamkeit, Schutz und Akzeptanz.

Mai 312016
 

Abschlussbericht

Foto: Johannes Kilian - Kiebitznest

Das wollten wir finden und schützen: Ein Kiebitznest (hier ein Nest bei Wallerstätten, Foto: Johannes Kilian)

In einer Initiative zum Schutz des Kiebitz hat sich der NABU Seeheim-Jugenheim 2016 auf die Suche nach diesem Vogel gemacht. Ein Vogel, der noch vor wenigen Jahren bzw. Jahrzehnten in der Rheinebene und im Hessischen Ried häufig gebrütet, ist selten geworden. So selten, dass man sein Aussterben akut befürchten muss.

Seit 2010 gibt es eine „Kiebitz-Arbeitsgruppe“ der Staatlichen Vogelschutzwarte, die es sich zum Ziel gesetzt hat, die Gelege- und Jungtierverluste zu verringern. In den Projektgebieten sind ehrenamtliche „Kiebitz-Betreuer“ unterwegs, die nach Nestern suchen und diese dem zuständigen Sachgebiet Landschaftspflege beim Kreis Darmstadt-Dieburg melden.

Foto: Roland Tichai - Kiebitz

Über 500 Kiebitze konnten wir von März bis Mai 2016 beobachten und fotografieren. Fast alle waren Durchzügler. In unserem Projektgebiet konnten wir keine Brut feststellen. (Foto: Roland Tichai)

Gemeinsam mit der NABU-Ortsgruppe Pfungstadt hat sich eine Projektgruppe aus 8 Personen gebildet. Ziel des Projekts ist die Suche des Vogels und Schutz seiner Brutplätze. Als Schutzmaßnahmen sind Absprachen mit den Landwirten (Beachtung der Brutplätze bei der Bewirtschaftung) und Elektrozäune gegen Beutegreifer geplant.

Räumliche Schwerpunkte des Projekts waren die Gemeinden Pfungstadt, Bickenbach und Hähnlein, aber auch das westlich dieses Gebiets angrenzende Allmendfeld (Fängenhoffeld).

Von März bis Mai 2016 wurden von den Mitgliedern der Projektgruppe an 24 verschiedenen Stellen Kiebitze gesichtet. Insgesamt waren es über 500 Vögel. Fast alle von ihnen waren Durchzügler, die Richtung Nordosten weiter geflogen sind. Im Projektgebiet selbst konnten keine Bruten beobachtet bzw. festgestellt werden. In der näheren Umgebung haben Kiebitze nachweislich gebrütet im Allmendfeld (Fängenhoffeld), bei Wixhausen und bei Wallerstätten. Bis zu 10 Brutnester sind jeweils in diesen Gebieten festgestellt worden. Der allergrößte Teil des Nachwuchses hat auch überlebt.

02 Kiebitz auf Plastikfolie

Auch das mussten wir zur Kenntnis nehmen. Agrarfolie raubt dem Kiebitz bei Allmendfeld Brutmöglichkeiten (Foto: Roland Tichai)

Dass der Kiebitz im Südwesten des Landkreises Darmstadt-Dieburg nicht (mehr) brütet, kann verschiedene Ursache haben. Die Intensivierung der Landwirtschaft mit häufigem Maschineneinsatz und neuen Feldfrüchten sowie der Verlust von Feuchtflächen setzen dem Kiebitz schwer zu. Der Einsatz von Agrarfolie begrenzt Brutmöglichkeiten zusätzlich. Die natürlichen Fressfeinde (Fuchs, Wildschwein) wirken sich bei nur noch kleinen Kiebitzbeständen deutlich stärker aus als bei stabilen Brutpopulationen.

03 230 Kiebitze rasten am Rotgraben

Eine wundervolle Begegnung Ende März 2016 in Pfungstadt: Über 200 durchziehende Kiebitze rasten auf einem Acker (Foto: Roland Tichai)

Gegebenenfalls muss auch überlegt werden, eine bestimmte Ackerfläche sofort mit einem Elektrozaun zu schützen (bei Wallerstätten geschieht dies mit Erfolg, der Kiebitz brütet in dem geschützten Bereich seit Jahren). Da westlich der Landbachaue in 2015 eine Brut beobachtet werden konnte, bietet sich eventuell eine kleine Ackerfläche in diesem Gebiet an.

Auch sollte überlegt werden, ob mit den NABU-Freunden aus dem Ried eine Kooperation für den Bereich des Fängenhoffeldes (2 km westlich der Landbachaue) angestrebt werden sollte. Hier wären aber auch die UNBs der Kreise Darmstadt-Dieburg und Groß-Gerau einzuschalten.

Auch wenn wir in 2016 nicht erfolgreich waren, sollte das Projekt Kiebitzschutz 2017 fortgesetzt werden.